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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Ein Monat Erstbesteiger

Kokodak Dome im letzten Tageslicht

Kokodak Dome im letzten Tageslicht

Im eher unwahrscheinlichen Fall, dass ich einmal beim Roulette alles auf eine Zahl setzen müsste, würde ich die 24 wählen. Die hat sich nämlich zu meiner Glückszahl gemausert. An einem 24. habe ich geheiratet. Drei meiner fünf Kinder wurden an einem 24. geboren. Und jetzt habe ich auch noch an einem 24. einen Siebentausender erstbestiegen. Gut einen Monat liegt dieser 24. Juli nun schon hinter mir, an dem ich um etwa 9.45 Uhr die Gipfelkuppe des 7129 Meter hohen Kokodak Dome im Westen Chinas betrat. Noch immer ist bei mir der Groschen nicht richtig gefallen, dass ich – in bescheidenem Umfang, aber immerhin – ein kleines Kapitel Alpingeschichte mitgeschrieben habe. Dabei war ich nicht als Erster am Gipfel, nicht einmal in der ersten Gruppe um Expeditionsleiter Luis Stitzinger. Unser Spur-Team war eine Dreiviertelstunde früher als meine Gruppe oben eingetroffen und befand sich bereits im Abstieg, als wir den höchsten Punkt erreichten.

Datum

27. August 2014 | 0:53

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Bergfernweh

Es ist blöd, wenn du deine eigenen Postkarten aus dem Ausland überholst. Nur deshalb 🙂 habe ich mich nach meiner Expedition zum Kokodak Dome noch drei Wochen in den Urlaub nach Österreich verdrückt. Am vergangenen Wochenende sind nun meine Karten in der Heimat eingetrudelt, die ich vor dreieinhalb Wochen in Kaschgar im Westen Chinas aufgegeben hatte – und ich sitze wieder am Schreibtisch am Rhein. Komisches Gefühl nach sieben Wochen in den Bergen. Die chinesische Post war übrigens deutlich schneller als die kubanische im letzten Jahr. Die hatte satte zwei Monate gebraucht. So lange konnte ich damals dann doch nicht fernbleiben. Hier noch ein paar Bilder aus Tirol, die zeigen, warum sich bei mir immer gleich das Fernweh regt, sobald ich die Berge verlasse.

P.S. Auf manchen Ausspielwegen erscheinen hinter den zwölf Bildern aus Tirol noch die 31 aus der Bildergalerie zur Kokodak-Expedition – keine Ahnung, warum.

 

Datum

25. August 2014 | 12:09

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Muh! Ein Plädoyer für die Kuh

Aug' in Aug'

Aug‘ in Aug‘

Kühe habe ein Imageproblem. Jedenfalls derzeit hier in Österreich. Dieser Tage war es dem „Hitradio Ö 3“ die Aufmacher-Meldung wert, dass ein 77 Jahre alter Wanderer in den Bergen von einer Kuhherde angegriffen und schwer verletzt worden sei. Einfach so, aus heiterem Himmel. Der Senior habe sich nicht einmal auffällig verhalten. Er sei auch nicht von einem Hund begleitet worden, den die Kühe vielleicht als Bedrohung hätten empfinden können. Genau das war offenbar Ende Juli im Stubaital einer 45 Jahre alten deutschen Urlauberin zum Verhängnis geworden. Sie hatte den Angriff einer Kuhherde nicht überlebt. Seitdem wird in den Alpen darüber diskutiert, ob die Kuh den alpinen Gefahren zugerechnet werden muss. Sogar von „Killer-Kühen“ ist die Rede. „Kuhflüsterer“ verweisen darauf, dass mit dem Einzug der Elektronik in die Landwirtschaft die persönliche Beziehung zwischen Bauer und Viech abhanden gekommen sei und deshalb manche Kuh den Menschen nicht mehr wie früher als Freund und Helfer, sondern als Bedrohung empfinde. Wahrscheinlich schreiben bereits die ersten Drehbuch-Autoren in Hollywood (oder im Wienerwald) am neuen Film-Schocker „Planet der Kühe“. Da können sie dann auch gleich mit einarbeiten, dass die Kühe mit ihrem Methan-Gefurze und -Gerülpse den Klimawandel befeuern. 

Datum

19. August 2014 | 17:34

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Making of …

Im Licht der Stirnlampe

Im Licht der Stirnlampe

Die Tarnung war mäßig, um nicht zu sagen dilettantisch. Auf meinem Visumantrag stand als Berufsbezeichnung „selbstständiger Historiker“, was immerhin einen Funken Wahrheit enthielt, weil ich einst im Nebenfach „Neuere Geschichte“ studierte. Hätte ich den Chinesen reinen Wein eingeschenkt und mich als Journalist geoutet, hätte ich höchstwahrscheinlich kein Visum erhalten. Schließlich werden die DW-Internetseite und auch mein Blog in China blockiert, wovon ich mich in Kaschgar selbst überzeugen konnte. Auf ein Mikrofon hatte ich wohlweislich verzichtet, um Scherereien an der Grenze aus dem Weg zu gehen. Das DW-Logo auf dem Handy hatte ich überklebt, alle dienstlichen Telefon-, Mail- oder SMS-Kontakte gelöscht. Und doch hätten die Grenzposten nur meinen Namen in Verbindung etwa mit dem Stichwort „Tibet“ googeln müssen und schon wäre ich aufgeflogen. Entsprechend nervös war ich bei der Einreise aus Kirgistan. Das BGan-Satellitengerät hatten wir tief im Expeditionsgepäck versteckt. Sollte es beanstandet werden, wollten wir so tun, als gehöre es zur Solaranlage.

Datum

12. August 2014 | 18:43

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Impressionen einer 7000er-Expedition

Schon zweieinhalb Wochen, erst zweieinhalb Wochen? Ich kann mich nicht entscheiden, welches Gefühl überwiegt. Die Erstbesteigung des 7129 Meter hohen Kokodak Dome im Westen Chinas liegt schon eine Weile zurück, doch die Eindrücke sind noch gegenwärtig. Ich bin in dieser Hinsicht wie eine Kuh. Ich käue die Erfahrungen wieder, bis ich irgendwann sagen kann: Jetzt habe ich all das Erlebte wirklich verdaut. Eine kleine Bilderschau:

Datum

11. August 2014 | 23:19

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Abschied

Erfrischendes Bad

Erfrischendes Bad

Der Gegensatz könnte kaum größer sein. Vor acht Tagen standen wir noch auf 7129 Metern im Sturm auf dem Gipfel des Kokodak Dome. Heute schwimmen wir bei sommerlichen Temperaturen auf rund 2000 Metern Höhe im Issyk Kul. Der „warme See“ ist das größte Gewässer Kirgistans, gespeist von rund 80 Gletscherflüssen. Der Issyk Kul verdankt seinen Namen einigen heißen Quellen an seinem Grund, die dafür sorgen, dass er niemals zufriert. Verglichen mit dem Gletschersee oberhalb unseres Basislagers am Kokodak Dome ist dieser Riesensee wirklich warm. Ich schätze die Temperatur auf rund 20 Grad Celsius. Wir genießen das erfrischende Bad zum Abschluss unserer Reise.

Datum

1. August 2014 | 15:28

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