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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Segel-Wahnsinn

Leinen los, grenzenlos verantwortungslos! Finde ich jedenfalls. Die Niederländerin Laura Dekker hat vom Hafen Gibraltars aus ihre Solo-Weltumseglung begonnen. Das würde kaum Schlagzeilen machen, wäre Laura nicht erst 14 Jahre alt.


Laura allein an Bord

Schon mit 13 wollte sie zum Törn um die Welt aufbrechen. Damals stoppten die niederländischen Behörden die junge Seglerin noch. Den Eltern wurde vorübergehend das Sorgerecht eingeschränkt. Begründung damals: Ein so langes, einsames und gefährliches Abenteuer auf See könne „Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden“. Ein Justizmarathon begann, der Ende Juli damit endete, dass die Vormundschaft der Behörden für Laura gekippt wurde. Damit war die letzte Hürde für ihre Weltumseglung gefallen. Laura will den Briten Mike Perham ablösen, der mit 17 Jahren als bisher jüngster Mensch geführt wird, der solo die Welt umsegelte.

Datum

22. August 2010 | 19:28

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Zeigt Herz für Pakistan!

„Wir Bergsteiger haben in diesen Ländern sehr viele schöne Erfahrungen machen dürfen, haben viel bekommen und mitgenommen“, schreibt Marc in seinem Kommentar zu meinem Spendenaufruf für die Flutopfer in Pakistan. „Nun wäre es an der Zeit zurückzugeben.“
Marcs Worte gehen mir immer wieder durch den Kopf. Tag für Tag beginnt im Fernsehen fast jeder Bericht aus Pakistan mit Bildern aus der Luft von den überschwemmten Landstrichen. Ich frage mich, ob diese – zugegeben – eindrucksvollen Aufnahmen aus der Distanz nicht dafür sorgen, dass die Katastrophe uns emotional eher fern bleibt. Vielleicht auch ganz einfach aus Selbstschutz, weil wir nicht das gesamte Leid der Welt an uns heran lassen wollen, um nicht in tiefe Depression zu verfallen. Doch in Pakistan sind derzeit Millionen von Menschen ganz konkret von Hunger und Seuchen bedroht und haben das Dach über dem Kopf verloren. Wir dürfen sie nicht ausblenden. Wegsehen verboten!

Datum

20. August 2010 | 8:31

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Midsummer Crisis

Einige von euch haben sich gestern vielleicht gefragt, warum ich erst mit einigen Tagen Verspätung über Christians Stangls Erfolg am K 2 berichtet habe. Weil ich euch eine sauber recherchierte Story, angereichert mit eigenem Material, bieten wollte? Klar doch! Aber es gibt auch eine viel profanere Erklärung.

Ich war eine Woche lang offline. Ich war nicht krank, habe auch nicht Internet-gefastet und werde darüber nicht – wie es derzeit en vogue erscheint – ein Buch schreiben. Es hat sich einfach so ergeben, im Urlaub in Tignale, rund 400 Meter über dem Gardasee. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich, ich wäre verhindert gewesen, weil ich Extremsport getrieben hätte. Vielleicht hätte ich ja mit dem Mountainbike die Gegend unsicher gemacht, wäre im nicht weit entfernten Arco schwierigste Routen geklettert, hätte den See schwimmend durchquert oder einen neuen Geschwindigkeitsrekord im Kitesurfen aufgestellt.


Achtung Kreisverkehr! Wörtlich und im übertragenen Sinne

Datum

19. August 2010 | 9:38

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Stangl besteigt K 2

Einer hat es doch noch geschafft. Der Österreicher Christian Stangl erreichte nach eigenen Angaben am 12. August den 8611 Meter hohen Gipfel des K 2. Der 44-Jährige war allein unterwegs. Ihm gelang die erste Besteigung des zweithöchsten Bergs der Erde seit 2008, die einzige in diesem Jahr.


Christians Gipfelfoto

„Die Sicht war nicht besonders gut, aber brauchbar“, sagte Stangl per Satellitentelefon nach der Rückkehr ins Basislager. „Ich hatte gar keine Freude am Gipfel – es war komisch. Wahrscheinlich realisiere ich das erst in ein paar Tagen! Der Berg ist so saugefährlich!“ Wie zuvor auch Gerlinde und Ralf berichtete auch Christian über Steinschlag in der Route.
Stangl blieb nur kurz am Gipfel und kehrte dann schnellstmöglich wieder ins Basislager zurück. Ingesamt brauchte er für Auf- und Abstieg knapp drei Tage. „Wenn Bergsteigen immer so wäre wie die letzten 70 Stunden hier am K2 würde ich sofort damit aufhören“, sagte Christian anschließend.

Datum

18. August 2010 | 13:18

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K 2: „Leichtsinnsfehler“ mit tödlicher Folge

Meine Gedanken sind bei Gerlinde. Was geht jetzt wohl in ihr vor? Zweimal innerhalb von drei Jahren musste die 39 Jahre alte Österreicherin miterleben, wie in unmittelbarer Nähe befreundete Bergsteiger tödlich verunglückten. 2007 am Dhaulagiri geriet sie selbst in eine Lawine, konnte sich aber aus den Schneemassen befreien. Die Spanier Santiago Sagaste und Ricardo Valencia hatten weniger Glück und kamen ums Leben. Und jetzt am K 2 wieder so ein Schockerlebnis: Vor Gerlindes Augen stürzte der Schwede Fredrik Ericsson, mit dem sie zu einem Gipfelversuch aufgebrochen war, an ihr vorbei rund 1000 Meter tief in den Tod.


Gedenkstelle für die Opfer des K 2: Ericsson war das 79.

Datum

7. August 2010 | 14:58

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Tödlicher Absturz am K 2

Schock für Gerlinde: Vor ihren Augen ist der schwedische Extrembergsteiger und –skifahrer Fredrik Ericsson tödlich abgestürzt. Ralf berichtet aus dem K-2-Basislager, dass Gerlinde mit Fredrik und dessen Freund Trey Cook aus den USA in der vergangenen Nacht vom obersten Lager auf rund 8000 Metern aus Richtung Gipfel aufgestiegen sei. Zu dieser Zeit habe es starken Wind und schlechte Sicht gegeben. Die Wetterprognose sei jedoch günstig gewesen. Trey Cook sei vor der Schlüsselstelle, dem lawinengefährdeten „Flaschenhals“, umgekehrt. Eine Stunde später dann das Drama. Gerlinde habe sich, so Ralf, „mit Entsetzen gemeldet: Fredrik sei an ihr vorbei gestürzt und sie steige sofort ab, um nach ihm zu schauen. Kurze Zeit später meldet sie sich wieder, dass sie nur einen der beiden Skier, die Fredrik mit sich trug, gefunden hätte.“ Gerlinde vermute, dass der Schwede, der im tiefen Schnee unangeseilt vorstieg, einen Haken in einen Fels habe schlagen wollen und dabei weggerutscht sei.


Fredrik Ericsson stürzte am K 2 tödlich ab

Datum

6. August 2010 | 16:14

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K 2, die zweite!

Auf ein Neues. Gerlinde und Ralf befinden sich wieder im Aufstieg zum 8611 Meter hohen Gipfel des K 2. Laut ihrem Heim-Team in Bühl im Schwarzwald brach das leistungsstarke Bergsteiger-Ehepaar am Dienstag vom Basislager auf und erreichte den ersten Biwakplatz auf rund 6300 Metern. Am nächsten Tag stiegen die beiden bis auf 7300 Meter auf.
Heute wollen sie die sogenannte „Schulter“ auf knapp 8000 Metern erreichen.


Ralf in der Česen-Route auf einer Höhe von etwa 7500 Metern

Datum

5. August 2010 | 10:36

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Großer Sport


Tausendmal probiert …

Vor Wochenfrist hatte Jan noch keine Erfahrung im Slacklinen. Wir wetteten um eine große Tafel Schokolade, dass er innerhalb von sieben Tagen die etwa zehn Meter lange Strecke bis zum Baum schaffen (Jan) bzw. nicht schaffen würde (ich). Er hat mich eines Besseren belehrt. Am letzten Tag gelang ihm die volle Distanz, zunächst mit Balancier-Stange, dann ohne, anschließend sogar mit 15-Kilogramm-Rucksack. Großer Sport! Ich bin beeindruckt und begleiche gerne meine Wettschulden.


…irgendwann hat’s funktioniert.

Datum

30. Juli 2010 | 17:29

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Wo bleibt Gerlindes verdienter Lohn?

Kann man sich einen Berg verdienen? Wenn es danach ginge, müsste Gerlinde beim nächsten Anlauf auf den Gipfel des K 2 schweben, leicht wie eine Feder, ohne einen Tropfen Schweiß zu vergießen. Fünfmal war die 39-Jährige nun schon auf oder oberhalb der knapp 8000 Meter hohen Schulter des Bergs, fünfmal musste sie umkehren. Stets waren es das Wetter oder die Verhältnisse am zweithöchsten Berg der Erde, nie eigene Schwäche, die Gerlinde zwangen, auf die letzte Etappe bis zum 8611 Meter hohen Gipfel zu verzichten.


Gerlinde am K 2 in luftiger Höhe

Datum

29. Juli 2010 | 15:47

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Heuberg

Es gibt besondere Berge, auch wenn sie nicht 8000 Meter hoch sind. Erinnerungen machen sie dazu. Für mich zählt etwa der Heuberg zu den besonderen, obwohl er doch eigentlich ein ganz normaler, eher kleiner Berg ist: gerade einmal 1603 Meter hoch, bis weit nach oben bewaldet, nicht sonderlich steil, von einer etwa zehn Meter hohen Felskuppe gekrönt, auf der das Gipfelkreuz steht. Der Heuberg ist gewissermaßen das Entrée zur Felsgruppe des „Zahmen Kaisers“, dem kleinen Bruder des „Wilden Kaisers“.


Heuberg, dahinter der Zahme Kaiser

Blickfang

Zum elften Mal machen wir in diesem Jahr Urlaub auf dem Jagerhof in Walchsee – und der Heuberg gehört ganz einfach dazu. Bei gutem Wetter können wir ihn schon von der Autobahn aus am Irschenberg hinter München sehen. Wenn wir später von Oberaudorf ins Walchseer Tal abbiegen, fahren wir direkt auf ihn zu. Und wenn wir schließlich auf dem Jagerhof auf den blumengeschmückten Balkon heraustreten, grüßt uns der Heuberg von der Seite.

Datum

28. Juli 2010 | 17:06

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Wieder nichts: Gerlinde und Ralf müssen umkehren

Was hat der K 2 nur gegen Gerlinde? Auch im dritten Anlauf wies der zweithöchste Berg der Erde die Österreicherin ab. Zu viel Neuschnee in der Aufstiegsroute hatte Gerlinde (Kaltenbrunner) und ihren Mann Ralf (Dujmovits) gebremst. Sie erreichten erst spät ihr höchstes Lager auf etwa 8000 Metern, von dem aus sie zum 8611 Meter hohen Gipfel aufbrechen wollten. „Die zu kurze Erholungszeit und in der Nacht aufkommender Wind ließen einen heutigen Gipfelversuch nicht zu“, teilte ihr Team in Deutschland mit. Beide stiegen ins Basislager ab.


Gerlinde im Biwakzelt am K 2

Datum

27. Juli 2010 | 8:33

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Lawine auf Bestellung

Man kann sich auch über Lawinen freuen – wenn man nicht gerade mittendrin steckt, sondern sich das Spektakel aus sicherer Entfernung im Basislager ansehen kann. Gerlinde (Kaltenbrunner) und Ralf (Dujmovits) kam jedenfalls ein Schneeabgang in ihrer geplanten Aufstiegsroute am K 2 gerade recht. „Die große Lawine ging durch das Einstiegscouloir der Česen-Route ab – perfekt; besser geht\’s nicht“, schreiben die beiden in ihrem Expeditionstagebuch. Drei Tage lang hatte es kräftig geschneit. Im Basislager türmte sich der Neuschnee 30 bis 40 cm hoch. Alles andere als gute Voraussetzungen für einen Gipfelversuch.


Gerlinde und Ralf im Biwakzelt am K 2

Datum

25. Juli 2010 | 18:45

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Free Solo: Todesangst ist überlebenswichtig

Für alle, sich nicht tagtäglich mit den Feinheiten des Bergsports beschäftigen: Freiklettern bedeutet nicht unbedingt, auf Haken, Klemmkeile oder Seil zu verzichten. Auch Freeclimber benutzen Hilfsmittel – allerdings nicht um sich fortzubewegen, sondern nur, um sich für den Fall eines Sturzes abzusichern.
Doch natürlich gibt es auch die reinste Form des Freikletterns, den Verzicht auf jegliche Hilfsmittel. Eine solche Kletterpartie nennt man Free Solo. Paul Preuß, ein Kletterpionier aus Österreich, war ein früher Vertreter dieser Spielart. Preuß lehnte es sogar ab, sich abzuseilen. Allerdings wurde er auch nicht alt. Mit 27 Jahren verunglückte er bei einem Absturz im Dachsteingebirge tödlich. Sind Free-Solo-Kletterer verrückt, waghalsig, gar lebensmüde?


Alexander Huber, Mann der Extreme

Datum

22. Juli 2010 | 13:05

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Kleiner, großer Mann

Wie peinlich! Erst einmal übersehe ich Apa Sherpa. „Drehen Sie sich um! Er steht direkt hinter Ihnen“, sagt die freundliche Dame, als ich am Stand seines Sponsors nach Apa frage. Und tatsächlich. Hinter mir lehnt er an einer Stellwand der Messe „Outdoor“ in Friedrichshafen. Wer ihn fernab des Mount Everest trifft, würde nicht vermuten, dass dieser 1,63 Meter kleine, schmächtige Mann als der größte unter den Sherpas gilt: 20 Mal erreichte Apa Sherpa den Gipfel des höchsten Bergs der Erde, fast ein Fabelrekord. Ich frage ihn, wie sich das anfühlt, Jahr für Jahr auf 8850 Metern zu stehen, auf dem Dach der Welt. „Es ist immer noch etwas Besonderes“, sagt Apa. „Ich fühle mich dann, als wäre ich im Himmel.“


Apa Sherpa lacht viel und gerne

Datum

20. Juli 2010 | 7:53

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Dreimal ist göttlich

Das politische Pulverfass Pakistan scheint abzuschrecken: Nur 25 Expeditionsteams sind derzeit in ganz Pakistan unterwegs. Kein Vergleich zu meinen Erlebnissen 2004, als so viele Bergsteiger und Trekker in den Karakorum kamen, dass die Träger nicht ausreichten.


Gerlindes dritter Versuch am zweithöchsten Berg

Gerlinde (Kaltenbrunner) und Ralf (Dujmovits) haben ihr Zelt wieder zu Füßen des 8611 Meter hohen K 2 aufgeschlagen. Der Chogori, der „große Berg“, wie ihn die einheimischen Balti nennen, fehlt noch als einziger Berg in Gerlindes Achttausender-Sammlung. Im dritten Anlauf will sie es packen: 2007 musste Gerlinde am zweithöchsten Berg der Erde auf 8100 Metern, 2009 auf 8300 Metern umkehren.

Datum

16. Juli 2010 | 21:57

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