Joel Wischnewski – Abenteuer Sport https://blogs.dw.com/abenteuersport Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen Wed, 06 Mar 2019 10:38:57 +0000 de-DE hourly 1 Kaum noch Hoffnung https://blogs.dw.com/abenteuersport/karakorum-expeditionen-update/ Fri, 01 Mar 2013 11:20:13 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=20183

Nanga Parbat

Dum spiro spero. „Solange ich atme, hoffe ich“, schrieb der alte Cicero. Die Hoffnung, dass Joel Wischnewski noch atmet, schwindet. Seit über drei Wochen fehlt von dem Franzosen am Achttausender Nanga Parbat in Pakistan jedes Lebenszeichen. Am 6. Februar hatte sich Wischnewski mit der Ankündigung verabschiedet, er wolle versuchen, über den Südostpfeiler durch die Rupalwand zu steigen. Die Suchaktion, die von seiner Familie veranlasst wurde, blieb bisher erfolglos. Pakistanische Hochträger stiegen mehrfach in die Wand ein, fanden aber keine Spur von Joel. Zudem hat der Winter den Karakorum fest im Griff. Eisige Temperaturen, starke Winde und heftiger Schneefall stoppten jede Aktivität.

Wetterfenster? 

Auch die polnischen Bergsteiger am Achttausender Broad Peak sitzen seit anderthalb Wochen im Basislager fest (schaut euch unten das Video an/ © polishwinterhimalaism.pl) und können nicht viel mehr tun, als täglich im Internet die neuesten Wetterprognosen zu studieren. „Unglücklicherweise gleichen die sich immer“, schrieb Marek Karnecki dieser Tage. „Wind, Kälte, Wind, keine Sicht, manchmal Schneefall.“ Doch es gebe ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Möglicherweise öffne sich ein Wetterfenster für einen Gipfelversuch am 4. und 5. März. 

Wie schmal der Grat ist, auf dem sich Winterbergsteiger im Karakorum bewegen, erlebte ein russisches Team, das sich am äußerst anspruchsvollen, 5850 Meter hohen Granitturm Amin Brakk versuchte. Eine Lawine verschüttete Lebensmittel, Gasvorräte und einen Großteil der Ausrüstung. „Inshallah! Vielleicht haben wir beim nächsten Mal Glück“, schrieb Evgeny Dmitrienko. Die russischen Bergsteiger bliesen die Expedition ab.

P.S. Nächste Woche mache ich Urlaub :-). Wenn ihr euch über den möglichen (ich bin eher skeptisch) Gipfelversuch der Polen informieren wollt, schaut auf der Internetseite der Expedition nach.

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Umkehr, Suche, Gipfelerfolg https://blogs.dw.com/abenteuersport/karakorum-winter-expeditionen/ Tue, 19 Feb 2013 11:09:07 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=19995

Broad Peak (mit Schatten des K 2)

Und wieder zeigen die Berge des Karakorum ihre winterlichen Zähne. Zwei Gipfelvorstöße der polnischen Expedition am Broad Peak scheiterten. Zunächst erreichten Adam Bielecki und Artur Malek eine Höhe von 7820 Metern, ehe ihnen eine große Spalte den Weg versperrte. Dann kehrten auch Maciej Berbeka und Tomasz Kowalski aus ihrem Lager auf 7400 Metern um, weil der Wind stark auffrischte. „Über dem Gipfel hängt eine Wolke, die auf einen Wetterumschwung hindeutet“, heißt es auf der Internetseite der Expedition. Die beiden Zweierteams stiegen zum Basislager ab, um auf eine neue Chance zu warten, den 8051 Meter hohen Gipfel erstmals im Winter zu erreichen.

Seit zwei Wochen kein Lebenszeichen

Am Nanga Parbat sind drei pakistanische Hochträger in die Rupalflanke eingestiegen, um nach dem französischen Bergsteiger und Snowboarder Joel Wischnewski zu suchen. Seit dem 6. Februar gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Wischnewski, ein bisher eher unbeschriebenes Blatt in der Szene, wollte den Gipfel im Alleingang erreichen. Die anderen drei Expeditionsteams am Nanga Parbat hatten – wie berichtet – ihre Gipfelversuche aufgegeben und waren heimgekehrt. „Ich habe noch niemals im Leben so gefroren“, schrieb die Französin Elisabeth Revol, die mit dem Italiener Daniele Nardi auf 6000 Metern umgekehrt war. Das Thermometer hatte minus 48 Grad gezeigt.

Erste Winterbesteigung des Laila Peak 

Laila Peak

Durchgebissen haben sich die beiden Spanier Alex Txikon und José Manuel Fernandez am formschönen Laila Peak. Ihnen gelang die erste Winterbesteigung der 6096 Meter hohen Felsnadel. „Es war sehr, sehr hart, aber wir sind froh und stolz, unser Projekt an einem der schönsten und anspruchsvollsten Gipfel abgeschlossen zu haben“, sagte Alex. Txikon hatte 2012 an der Gasherbrum-I-Winterexpedition teilgenommen, während der der Österreicher Gerfried Göschl, der Schweizer Cedric Hählen und der Pakistaner Nisar Hussain verschwunden waren. Sie wurden bis heute nicht gefunden.

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