Elisabeth Hawley – Abenteuer Sport https://blogs.dw.com/abenteuersport Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen Wed, 06 Mar 2019 10:38:57 +0000 de-DE hourly 1 Elizabeth Hawley ist tot https://blogs.dw.com/abenteuersport/elisabeth-hawley-ist-tot/ Fri, 26 Jan 2018 08:42:51 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=39433

Miss Hawley in ihrem Haus in Kathmandu (2016)

Die legendäre Chronistin des Himalaya-Bergsteigens ist nicht mehr unter uns. „Ich bin traurig, mitteilen zu müssen, dass Elizabeth Hawley uns, nach kurzem Kampf im Krankenhaus, verlassen hat“, ließ die deutsche Journalistin und Bergsteigerin Billi Bierling wissen. „Persönlich kann ich es gar nicht in Worte fassen, was diese großartige Frau mir bedeutet hat, wie viel sie mich gelehrt hat und wie sehr ich sie in meinem Leben vermissen werde.“ Elizabeth Hawley wurde 94 Jahre alt. Vor zwei Jahren hatte sie die Leitung der Datenbank „Himalayan Datenbase“ in die Hände Billis gegeben.  

Nie selbst auf einem hohen Berg

Seit 1960 lebte Miss Hawley in Kathmandu. Anfangs arbeitete die US-Amerikanerin für die Nachrichtenagentur Reuters. „Damals wurde Bergsteigen ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ausländischer Korrespondenten in Nepal“, erinnerte sich Hawley, als ich sie 2016 in ihrem Haus in der nepalesischen Hauptstadt besuchte. Von den Everest-Erstbesteigern Edmund Hillary und Tenzing Norgay, über Reinhold Messner bis zu den Kunden der kommerziellen Expeditionen dieser Tage – die Chronistin hat sie alle getroffen. Der höchste Berg, den sie selbst je bestiegen habe, sei nur rund 1000 Meter hoch gewesen, erzählte mir Miss Hawley. „In Vermont in New England. Aber ein Berg? Nein, eigentlich war es eher ein Hügel wie die hier rund um Kathmandu.“ Trotzdem gelang es der US-Amerikanerin immer wieder, Bergsteiger, die vorgaben, Achttausender oder andere hohe Gipfel in Nepal bestiegen zu haben, als Lügner zu ertappen.

„Einfach nur eine Chronistin“

R.I.P.

Das trug ihr Spitznamen wie „Miss Marple von Kathmandu“ und „Sherlock Holmes der Berge“ ein. „Ganz ehrlich, diese Bezeichnungen habe ich noch nie gehört. Die kannst du behalten,“ sagte mir Miss Hawley. „In einem Buch und einem Dokumentarfilm wurde ich auch schon als ‚Wächterin der Berge‘ bezeichnet. Ich bewache sie doch nicht. Ich bin einfach nur eine Chronistin.“

 

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Oberstes Gericht Nepals kassiert Everest-Rekord https://blogs.dw.com/abenteuersport/oberstes-gericht-nepals-kassiert-everest-rekord/ Wed, 29 Nov 2017 11:42:47 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=38689

Mount Everest

Der Supreme Court of Nepal, das höchste Gericht des Himalaya-Staates, erkennt die vermeintlich schnellste Besteigung des Mount Everest nicht an. Es gebe keinen Beleg dafür, dass Pemba Dorje Sherpa am 21. Mai 2004 in nur acht Stunden und 10 Minuten vom Basislager auf der Südseite des höchsten Bergs der Erde bis zum Gipfel auf 8850 Metern aufgestiegen sei, teilte das Gericht mit. Es gebe weder ein Gipfelfoto, noch könne ein anderer Bergsteiger bestätigen, dass Pemba Dorje an jenem Tag ganz oben gewesen sei. Deshalb gehöre der Rekord jetzt wieder Lakpa Gelu Sherpa, der am 26. Mai 2003 in zehn Stunden und 56 Minuten den Gipfel erreicht habe.

Hin und her

Pemba Dorje Sherpa mit Rekord-Urkunde

Die beiden Sherpas streiten sich seit 14 Jahren über den Rekord. Zunächst hatte Pemba Dorje am 23. Mai 2003 mit einer Zeit von 12 Stunden und 45 Minuten eine neue Bestzeit aufgestellt, die Lakpa Gelu nur drei Tage später nach eigenen Angaben um knapp zwei Stunden unterboten hatte. Pemba zweifelte Lakpas Zeit an und forderte eine offizielle Untersuchung. Das Tourismusministerium befasste sich mit dem Fall und erkannte Lakpa Gelus Zeit an. Ein Jahr später präsentierte Pemba Dorje seine neue Fabelzeit, die auch ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.

„Nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich“

Nun war es Lakpa, der Pemba vorwarf, gelogen zu haben  – und der jetzt vor dem Obersten Gericht mit seinem Einspruch einen späten juristischen Erfolg feierte. Auch Elisabeth Hawley, die inzwischen 94 Jahre alte legendäre Chronistin des Himalaya-Bergsteigens, hatte sich 2004 skeptisch über die Rekordzeit von acht Stunden und zehn Minuten geäußert. „Pemba Dorje hat keinerlei Nachweis. Er sagt, er habe um zwei Uhr nachts den Gipfel erreicht, und keine Menschenseele sei dort gewesen“, sagte die US-Amerikanerin damals. „Die Wetterbedingungen waren entsetzlich, was das Ganze zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich macht.

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