Tomasz Mackiewicz – Abenteuer Sport https://blogs.dw.com/abenteuersport Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen Wed, 06 Mar 2019 10:38:57 +0000 de-DE hourly 1 Bergsteiger-Klingelbeutel https://blogs.dw.com/abenteuersport/winter-expeditionen-crowdfunding-urubko-nardi/ Wed, 17 Dec 2014 14:31:36 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=27929 K-2-SponsoringIst es bloß ein Zufall oder schon ein Trend? Sowohl die Winterexpedition von Denis Urubko zum K 2 als auch die des Italieners Daniele Nardi zum Nanga Parbat bessern die Expeditionskasse mittels „Crowdfunding“ auf, sprich mit einer Sammlung im Internet. Wer sich selbst schon einmal vergeblich die Finger wund gewählt oder geschrieben hat, um Sponsoren für eine Expedition aufzutreiben, wird nachvollziehen können, dass nun auch Bergsteiger versuchen, mit dieser Finanzierungsform des digitalen Zeitalters Geld zusammenzukratzen.

Geld ja, Permit nein

Denis Urubko

Denis Urubko

Der gebürtige Kasache Denis Urubko, der inzwischen russischer Staatsbürger ist, will zusammen mit dem Polen Adam Bielecki und dem Basken Alex Txikon den K 2, den mit 8611 Metern zweithöchsten Berg der Erde, erstmals im Winter besteigen: über eine teilweise neue Route von der chinesischen Nordseite aus. Die Crowdfunding-Aktion dafür ist abgeschlossen. Sie  brachte innerhalb der Laufzeit eines Monats 11.205 US-Dollar ein, drei Viertel der angestrebten Summe von 15.000 Dollar. „Wichtiger als das Geld ist euer Vertrauen nicht nur in unser Team und das Projekt K 2- Winterexpedition 2014/2015, sondern vor allem in die Fähigkeit und den Wunsch des Menschen, neue Dinge zu entdecken“, bedankt sich Denis bei den Spendern. Die finanzielle Lücke ist geschlossen, dafür hat sich – fünf Tage vor der geplanten Abreise – eine andere aufgetan, die schwerer zu schließen sein dürfte. „Die chinesischen Behörden weisen uns ab. Wir haben keine Besteigungsgenehmigung“, schreibt Denis auf Facebook.

Spenden-Schlussspurt vor Weihnachten?

Der K 2 ist einer von zwei Achttausendern, die sich bisher allen Versuchen einer Winterbesteigung widersetzt haben. Der andere ist der 8125 Metern hohe Nanga Parbat in Pakistan. Dort hat der Pole Tomasz Mackiewicz bereits seine Akklimatisierung abgeschlossen. Tomek verbringt den fünften Winter in Serie an dem Berg, diesmal will er es solo versuchen. Der Pole teilt sich das Basislager auf der Diamir-Seite mit dem Italiener Daniele Nardi, der wie schon im Winter 2013 mit der Französin Elisabeth Revol ein Team bildet.

Danieles Geldsammel-Aktion im Internet läuft noch vier Tage, war bisher aber eher mäßig erfolgreich. 1362 Euro (Stand: 17.12.) sind bei dem „Crowdfunding“ zusammengekommen, das sind nicht mal zehn Prozent der geplanten Summe von 15.000 Euro. Nardi kann also nur auf einen vorweihnachtlichen Spenden-Schlussspurt hoffen. Immerhin muss sich Daniele keine Sorgen um das Permit machen.

Update 19.12.: Das Bergsteiger-Trio, das sich den K 2 im Winter vorgenommen hat, geht inzwischen davon aus, dass sich der Beginn der Expedition wegen der fehlenden Permits, um zwei bis drei Wochen verzögert.

P.S. Für alle, die statt für Expeditionen lieber für Hilfsprojekte spenden wollen, hier zwei Tipps: 1) Krankenhäuser der Sir- Edmund-Hillary-Stiftung (IBAN DE 76 7115 2570 0620 6210 11 SWIFT-BIC : BYLADEM1MIB), 2) die Hilfsaktion des Arztes und Bergsteigers Matthias Baumann für die Sherpa-Familien der Lawinenopfer vom Everest (IBAN DE 45 6545 0070 0007 0581 89, BIC:  SBCRDE66)

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Dritter Gipfelversuch am Nanga Parbat https://blogs.dw.com/abenteuersport/dritter-gipfelversuch-am-nanga-parbat/ Thu, 27 Feb 2014 11:29:45 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=25393 Moro (l.) und Göttler im Hochlager (© The North Face)

Moro (l.) und Göttler im Hochlager (© The North Face)

Ausdauer, Kraft, gute Bedingungen am Berg, Wetterglück. Das sind die unverzichtbaren Zutaten für ein erfolgreiches Gipfelmenü am Nanga Parbat. Alles muss zusammenpassen. Ist nur eine Zutat mangelhaft oder fehlt sogar, kannst du das Menü vergessen. Der dritte Gipfelvorstoß der beiden Expeditionsteams auf der Rupal-Seite des Nanga Parbat läuft. Fünf Bergsteiger versuchen erneut ihr Glück: die drei Polen Tomasz Mackiewicz, Pawel Dunaj und Jacek Teler, der Italiener Simone Moro und der Deutsche David Göttler. Tomasz harrt bereits in Lager drei auf etwa 6700 Metern aus. David hat ein etwas niedriger gelegenes Zwischenlager erreicht. „Der Wind lässt nach, und er ist oberhalb der Wolkendecke“, vermeldet Emilio Previtali, der vom Basislager aus per Funk Kontakt zu David und den anderen Gipfelaspiranten hält. Gemeinsam will das Quintett oberhalb von 7000 Metern ein viertes Lager einrichten, um von dort aus – wenn alles passt – am Samstag zu versuchen, den 8125 Meter hohen Gipfel zu erreichen.

Der Lawine entkommen

Glück gehabt, durchatmen!

Glück gehabt, durchatmen!

Auf der Diamir-Seite des Bergs hat derweil der Italiener Daniele Nardi erfahren, wie schmal der Grat zwischen Glück und Drama ist, auf dem die Bergsteiger im Winter am Nanga Parbat balancieren. Als Daniele bei einem Erkundungsaufstieg auf der Kinshofer-Route eine Pause machte, brach nicht weit von ihm ein Eisturm zusammen. Geistesgegenwärtig schnappte sich Nardi seinen Rucksack und floh seitwärts. Die richtige Entscheidung: Der Italiener entging so der Hauptwucht der Lawine: Eine Portion Schnee im Mund, mehr passierte ihm nicht. Glück gehabt! Daniele will den Nanga Parbat im Alleingang über die so genannte Mummery-Rippe besteigen. Sie erinnert an den britischen Bergsteiger Albert Frederick Mummery, der 1895 am Nanga Parbat den ersten ernsthaften Versuch machte, einen Achttausender zu besteigen. Seine Leiche und die seiner beiden Begleiter wurden bis heute nicht gefunden.

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