<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Auswahlgespräch &#8211; Bildungswege</title>
	<atom:link href="https://blogs.dw.com/bildungswege/?feed=rss2&#038;tag=auswahlgesprach" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://blogs.dw.com/bildungswege</link>
	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jul 2012 11:55:22 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Glück und Pech bei der Jobsuche</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=697</link>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 13:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Auswahlgespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Bewerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Job]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=697</guid>
		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_749" aria-labelledby="figcaption_attachment_749" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Institute-Annual-Festival-2009.jpg" rel="lightbox[697]"><img class="size-medium wp-image-749" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Institute-Annual-Festival-2009-300x263.jpg" alt="" width="300" height="263" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Institute-Annual-Festival-2009-300x263.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Institute-Annual-Festival-2009-1024x899.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Jedes Jahr zeigen die Studenten beim Festival des Ranya-Instituts ihr Können</p></div>
<p>Ich habe Musik studiert am Ranya-Institut der Bildenden Künste und  habe im Juni 2008 meinen Abschluss gemacht. Ich war natürlich glücklich,  mein Diplom in Händen zu halten. Ich dachte: &#8222;Damit hast du gleich im  Anschluss einen Job in der Tasche!&#8220; Ich habe dann alle notwendigen  Unterlagen ausgefüllt und mich für eine Lehrerstelle an einer  Grundschule beworben. Aber dann stellte sich heraus, dass wir, die wir  gerade den Abschluss gemacht hatten, kein Glückslos zogen. Und nicht nur  in meiner Fachrichtung hatten Absolventen Pech. Es gab einfach keine  Jobs im Irak.</p>
<p>Für die Hochschulabgänger wurde es ein sehr langes Jahr.  Aber nicht  nur die Uni-Absolventen blickten in eine düstere Zukunft. <span id="more-697"></span>Auch  Schulabgänger,  die zwar keine Hochschulzulassung bekommen aber doch  gute Noten auf dem Zeugnis hatten, mussten sich irgendwie durchschlagen.  Viele verloren jede Hoffnung, dass es für sie noch eine Zukunft im Irak  geben könnte, sie dachten, die Regierung hätte sie schon vergessen.  Eine Menge junger Menschen haben deshalb das Land verlassen, viele sind  als Flüchtlinge nach Europa gegangen.</p>
<p>Ich hatte mehr Glück als meine Studienkollegen, weil ich am Ranya-Institut, wo wir ja  studiert hatten, doch noch als Tutor arbeiten konnte. Das war kein  ständiger Job. Man bekommt eben Geld je nach dem, wie viele Stunden man  im Monat unterrichtet hat. Viel Geld ist das nicht, außerdem verdient  man nichts während des Sommers. Aber dann schlugen mir meine  Vorgesetzten vor, dass ich doch auch einen Orchester-Kurs geben könnte.  Sie wussten, dass ich ein Orchester gründen wollte. Das war eine gute  Erfahrung, wie sich herausstellte.</p>
<p>Ich fand, dass es an der Zeit war, meine Persönlichkeit weiter zu  entwickeln. Mir ging es darum, ein Lehrer zu werden, dem die Studenten  vertrauen können. Vertrauen aufzubauen zwischen Studenten und Lehrern  ist sehr wichtig, finde ich, und ich denke, dass ist die zentrale Sache,  auf die man achten sollte beim Umgang mit Studenten. In späteren  Blog-Einträgen werde ich noch zurückkommen auf das Thema.</p>
<p>Nun ja, so habe ich dann also mein erstes Jahr nach dem  Hochschulabschluss verbracht. Im Sommer drauf waren dann Wahlen, und das  hat allen, die arbeitslos waren, wieder neue Hoffnung gegeben. Wer  unterrichten wollte, durfte noch einmal die Unterlagen ausfüllen. Dann  ging es daran, dass wir uns die Schule aussuchen sollten, wo wir uns  bewerben.</p>
<div id="attachment_751" aria-labelledby="figcaption_attachment_751" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kids-Graduation.jpg" rel="lightbox[697]"><img class="size-medium wp-image-751" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kids-Graduation-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kids-Graduation-300x206.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kids-Graduation-1024x706.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Vertrauen zwischen Schülern und dem Lehrer ist sehr wichtig</p></div>
<p>Weil ich in der Abteilung meines Instituts auf Platz eins stand,  sollte ich auch als erster meine Wahl treffen. Ich suchte mir natürlich  die beste Schule aus. Aber dann hatte ich plötzlich ein schlechtes  Gefühl, dass ich hier im Wettbewerb stand mit meinen engsten Freunden,  ein Rennen um Jobs. Ich finde, dieses System ist irgendwie verquer.</p>
<p>Schließlich habe ich dann beschlossen, auf den Vorteil zu verzichten  und mich nicht vorzudrängeln vor meine Freunde. Als wir alle zu den  Auswahlgesprächen zusammenkamen, fragte man mich, für welche Schule ich  mich denn entschieden hätte. Da habe ich dann gesagt, dass ich mir erst  eine Schule auswählen würde, wenn alle meine Freunde sich schon für eine  Schule entschieden hätten. Das hat die Auswahlkommission natürlich  überrascht, die Leute wollten nicht glauben, dass ich das wirklich ernst  meinte.  Aber ich bin dabei geblieben. Und habe es bis heute nicht  bereut.</p>
]]></content:encoded>
			</item>
	</channel>
</rss>
