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	<title>BAföG &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Manchmal reicht das Geld einfach nicht &#8211; und dann muss Hilfe her</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jun 2012 10:23:06 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2393" aria-labelledby="figcaption_attachment_2393" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money.jpg" rel="lightbox[2405]"><img class="size-medium wp-image-2393" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-300x225.jpg" alt="Kathrin Biegner" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Studenten brauchen einfach finanzielle Unterstützung</p></div>
<p>In meinem letzten <a title="Mit Hilfe die Hürden des Uni-Einstiegs meistern " href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=5" target="_blank">Eintrag </a>habe ich darüber geschrieben, warum ich mich dazu entschieden habe, die Mainzer Gruppe von ArbeiterKind.de zu gründen. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen erzählen, die ich durch dieses Ehrenamt und durch einige Freunde gemacht habe.</p>
<div></div>
<p>„Ich habe ihnen nicht erzählt, dass ich BaföG beziehe. Und ich habe mich so furchtbar gefühlt, als sie angefangen haben, auf ‚all diese Schmarotzer, die dem Staat nur Geld wegnehmen‘, zu schimpfen.“ Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir eine Freundin von dieser Situation erzählte. Ich konnte ihr ansehen, wie sehr sie die Beschimpfungen ihrer Kommilitoninnen verletzt hatten. Meine Freundin ist eine hart arbeitende junge Frau, die immer neben ihrem Studium gearbeitet hat. Aber sie konnte einfach nicht so viel Geld verdienen, um für all ihre Ausgaben aufzukommen. Deshalb hatte sie BaföG beantragt und erhielt ein wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Sie wollte niemanden betrügen; sie brauchte einfach das Geld. Ihre Familie konnte ihr das Studium nicht finanzieren.</p>
<p>„Das größte Problem ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viele Informationen man an das Bafög-Amt geben muss, um das Geld zu erhalten“, erzählte mir meine Freundin. Durch meine Arbeit für ArbeiterKind.de wusste ich, was sie meinte: Man muss Berge von Papier ausfüllen und muss alles mit offiziellen Dokumenten belegen, die nachweisen, dass man selbst und seine Eltern nicht mehr verdienen oder gespart haben, als es erlaubt ist. Diese Situation ist besonders schwierig für Studierende, die keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben. Die Behörden akzeptieren in der Regel keine fehlenden Dokumente und es kann sehr belastend für junge Menschen sein, zu versuchen, wieder den Kontakt mit der Familie aufzubauen.</p>
<p><span id="more-2405"></span></p>
<p>Wenn wir mit ArbeiterKind.de an Schulen sind, fragen uns viele Schülerinnen und Schüler, mit wie viel BaföG sie rechnen können. Wir können ihnen das nicht sagen. Es gibt zwar einen Online-Rechner, aber die rechtlichen Regeln, mit denen der persönliche BaföG-Satz errechnet wird, sind sehr kompliziert. Daher weiß man nie sicher, ob man das Darlehen erhält oder nicht &#8211; und auch nicht, wie viel Geld man erhält. Der maximale Monatsbetrag liegt bei 670 Euro. Je nach dem, in welcher Stadt man wohnt, ist auch das noch wenig. Außerdem dauert es oft sehr lange von der Antragsstellung bis zum Entscheid. In der Zwischenzeit bekommt man kein Geld. Das ist eine furchtbare Situation für junge Erwachsene, die auf dieses Geld angewiesen sind.</p>
<div id="attachment_2395" aria-labelledby="figcaption_attachment_2395" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post.jpg" rel="lightbox[2405]"><img class="size-medium wp-image-2395" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn man Bafög bezieht, muss man viele Nachweise erbringen</p></div>
<p>Was wir in unseren Gesprächen mit Eltern und Schülern, die sich mit dem BaföG-System nicht auskennen, bemerken, ist, dass viele Angst davor haben, Schulden zu machen. Wir erklären ihnen, dass man nur die Hälfte des Darlehens zurückzahlen muss und dass es keine Zinsen gibt. Martin, einer unserer Mentoren von ArbeiterKind.de, erklärt es immer so: „Von jedem Euro, den ihr von eurem BaföG-Geld ausgebt, sind 50 Cent geschenkt. Also seid nicht dumm: Wenn ihr in einer finanziell schwierigen Lage seid, beantragt diese finanzielle Unterstützung.“ Während er das erklärt, zeichnet er immer einen Kreis und teilt ihn in zwei Hälften, um zu symbolisieren, wie viel man zurückzahlen muss und wie viel man erlassen bekommt.</p>
<p>Eine andere Sache, die viele Eltern und selbst Lehrer nicht wissen, ist, dass auch Schüler BaföG bekommen können. Deshalb mache ich bei Schulvorträgen immer darauf aufmerksam. BaföG ist eine hervorragende Möglichkeit, um Unterstützung zu erhalten &#8211; aber wie bei Stipendien und anderen Unterstützungsleistungen wissen oft diejenigen, die sie am meisten bräuchten, nichts darüber, machen sich unnötige Gedanken oder haben falsche Infos. Mit ArbeiterKind.de versuchen wir gegen dieses Informationsdefizit anzugehen und Menschen zu unterstützen, die in der unangenehmen Situation sind, Hilfe vom Staat zu beantragen.</p>
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		<title>Mit Hilfe die Hürden des Uni-Einstiegs meistern</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 14:02:27 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2193" aria-labelledby="figcaption_attachment_2193" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ersti-Begrüßung2011.jpg" rel="lightbox[2213]"><img class="size-medium wp-image-2193" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ersti-Begrüßung2011-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ersti-Begrüßung2011-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ersti-Begrüßung2011-1024x768.jpg 1024w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ersti-Begrüßung2011.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Mitstreiterinnen von ArbeiterKind.de und ich an unserem Stand an der Uni Mainz</p></div>
<p>Vor vier Jahren habe ich die Mainzer Gruppe von ArbeiterKind.de aufgebaut. Die gemeinnützige Organisation setzt sich dafür ein, dass mehr Kinder aus Familien, in denen noch niemand studiert hat, ein Studium beginnen und erfolgreich zu Ende führen. Nachdem ich einen Artikel über ArbeiterKind.de gelesen hatte, habe ich mich aus zwei Gründen entschlossen, mich unbedingt gerade für diese Organisation zu engagieren.<span id="more-2213"></span></p>
<p>Den ersten Grund lieferte Katja Urbatsch, die Gründerin von ArbeiterKind.de.  Sie hatte beschrieben, auf welche typischen Probleme Kinder aus nicht-akademischen Familien nach ihrem Abschluss stoßen. Viele Hürden kamen mir bekannt vor: Die Unsicherheit über den Wert eines (geisteswissenschaftlichen) Studiums. Ich habe mich gefragt: Wäre es nicht besser, doch etwas zu machen, mit dem ich sofort Geld verdiene? Dann kam mit den ersten Hausarbeiten ein großes Fragezeichen: Wie fange ich hier am besten an?</p>
<p>Den zweiten Grund für mein Engagement bei ArbeiterKind.de lieferten Zahlen: Statistiken zeigen, dass Kinder aus nicht-akademischen Familien in Deutschland eine vielfach geringere Chance haben, Abitur zu machen. Und selbst bei denen, die das Abi bestehen, entscheiden sich wesentlich weniger Kinder aus nicht-akademischen Familien für ein Studium, als Akademikerkinder das tun. Begabtenförderungswerke, die finanzielle und ideelle Unterstützung sowie ein starkes Netzwerk bieten, verschärfen diese Ungleichheit noch: Nur bei durchschnittlich 30 Prozent der Stipendiaten, die in einem der vom Bund mitfinanzierten Studienförderungsprogrammen sind, haben die Eltern kein Abitur. Dies sind Durchschnittswerte. Bei einigen Werken liegen die Zahlen bei gerade mal zehn bis 20 Prozent! Es kann doch nicht sein, dass Talent, Wissenshunger und Intelligenz in einem so viel höheren Maße bei Akademikerkindern vorhanden sind, als bei Kindern, deren Eltern nicht studiert oder kein Gymnasium besucht haben. Das hat mich wütend gemacht: Irgendetwas lief in unserem Bildungssystem falsch. Und ich sah bei ArbeiterKind.de die Möglichkeit, etwas dagegen zu tun.</p>
<div id="attachment_2187" aria-labelledby="figcaption_attachment_2187" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Workshop_rechtsKatjaUrbatsch.jpg" rel="lightbox[2213]"><img class="size-medium wp-image-2187" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Workshop_rechtsKatjaUrbatsch-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Workshop_rechtsKatjaUrbatsch-300x207.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Workshop_rechtsKatjaUrbatsch.jpg 505w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Mitglieder von ArbeiterKind.de bei einem Workshop</p></div>
<p>Viele haben ihre ganz eigenen Gründe gefunden, sich bei unserer Organisation zu engagieren. So haben wir mittlerweile über 4.000 Mitglieder. Außerdem wurde letztes Jahr ArbeiterKind.at in Österreich gegründet. Um Schülerinnen und Schülern eine wirkliche Entscheidung für oder gegen ein Studium zu ermöglichen, setzen wir unter anderem auf Informationsarbeit. Denn für Kinder, die als erste in ihrer Familie den Schritt an die Uni wagen, ist das Studium keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen − sich selbst, aber auch ihren Familien gegenüber − begründen, warum sie sich für ein Studium entscheiden, so wie Kinder aus akademischen Familien oft erklären müssen, warum sie nicht studieren wollen, wenn sie von dem Weg ihrer Familie abweichen.</p>
<p>Wir gehen an Schulen und halten dort Vorträge über die verschiedenen Möglichkeiten, zu studieren und ein Studium zu finanzieren. Auch poste ich täglich auf Facebook Tipps rund ums Studium. Außerdem nehmen wir an Messen und Veranstaltungen zum Thema Bildung teil. Und zu guter Letzt bieten wir ein Online-Netzwerk, über das wir Fragen beantworten und Infos bereitstellen.</p>
<p>Viele Menschen beruhigen sich damit, dass es in Deutschland keine (bzw. in Bayern und Niedersachsen geringe) Studiengebühren gibt und dass BAföG (Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz) jedem, der es braucht, zur Verfügung steht. Allerdings greift das viel zu kurz. Vor allem kann BAföG nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Diese staatliche finanzielle Förderung reicht bei weitem nicht, um gleiche Chancen zu schaffen. Mehr über BAföG und Unterstützung an anderen Stellen im Bildungssystem werde ich beim nächsten Mal schreiben.</p>
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