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	<title>Gehälter &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Über zerbrochene Fenster zum zerbrochenen Zuhause?</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jun 2012 14:51:35 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1891" aria-labelledby="figcaption_attachment_1891" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Getting-stronger-during-your-life-even-in-harsh-conditions.jpg" rel="lightbox[1895]"><img class="size-medium wp-image-1891" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Getting-stronger-during-your-life-even-in-harsh-conditions-300x222.jpg" alt="" width="300" height="222" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Getting-stronger-during-your-life-even-in-harsh-conditions-300x222.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Getting-stronger-during-your-life-even-in-harsh-conditions.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Stark werden gegen jeden Widerstand</p></div>
<p>Im Verlauf meines Studiums habe ich einige Unterrichtspraktika durchlaufen. Wir haben für vier bis sechs Wochen  in staatlichen Schulen als Sprachlehrer gearbeitet. Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet, das von sehr begabten Schülern besucht wurde, aber auch an typischen Schulen am Rand meiner Heimatstadt. Das gibt mir gute Vergleichsmöglichkeiten.<span id="more-1895"></span></p>
<p>Jeder Schüler ist und hat eine Persönlichkeit: Es ist ganz natürlich, dass ein  Fach mehr gemocht wird als ein anderes, oder dass ein unerfahrener Lehrer  &#8211; oder einer,  der auf  veraltete Lehrmethoden zurückgreift &#8211; als irritierend empfunden wird. Was ich festgestellt habe, ist, dass Gymnasiasten motivierter lernen. Das kommt vielleicht daher, dass ihnen bereits in der Grundschule viel Disziplin abverlangt wurde. Aber sind dafür allein die Lehrer verantwortlich? Natürlich nicht! Der Einfluss weiterer Personen wirkt sich auch aus.</p>
<p>Eltern, die ihre Kinder ermutigen, höhere Ziele zu erreichen, erziehen sie oft zu selbstbewussten Schülern, die auch in der Lage sind, die eigene Meinung  deutlich zu vertreten. Aber auch die Wohngegend und die Stadt selbst üben Einfluss aus. Ich denke dabei an die „Broken Windows – Theorie“, die Theorie der zerbrochenen Fenster. Eine gut gepflegte städtische Gegend trägt dazu bei, dass die Bürger sich gut benehmen. Ich möchte damit sagen, dass die Ursachen für Schulversagen nicht ausschließlich in schulischen Problem oder Konflikten zu suchen sind. Für mich steht fest: Eltern können eine große Hilfe und Unterstützung für Kinder sein, die in der Schule nicht so gut mitkommen.</p>
<div id="attachment_1893" aria-labelledby="figcaption_attachment_1893" class="wp-caption alignright" style="width: 200px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/In-studying-or-board-games-children-need-support-and-motivation.jpg" rel="lightbox[1895]"><img class="size-medium wp-image-1893" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/In-studying-or-board-games-children-need-support-and-motivation-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/In-studying-or-board-games-children-need-support-and-motivation-200x300.jpg 200w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/In-studying-or-board-games-children-need-support-and-motivation-682x1024.jpg 682w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><p class="wp-caption-text">Kinder brauchen Motivation und Unterstützung</p></div>
<p>Nicht nur wegen der größeren Motivation der Schüler &#8211; sondern auch wegen der höheren Gehälter &#8211; unterrichten Lehrer lieber an Gymnasien als an Gesamtschulen. So gilt es fast als schlechter Einstieg ins Berufsleben, wenn ein Lehrer an einer typischen Schule startet. Eine positive Einstellung der Schüler und eine gute Bezahlung als motivierende Grundlage schüren oftmals den Neid auf Gymnasiallehrer.</p>
<p>„Ideale Schüler“ gibt es natürlich nicht. Es ist wichtig, einen Zugang zu finden, der zum Lernen motiviert. Schlechte Leistungen oder schlechtes Benehmen sollten nicht automatisch zu Bestrafungen durch den Lehrer führen. Lehrer sollten die Schüler eher dahin führen, ihr Fehlverhalten und deren Ursachen selbst zu erkennen und eingeständig zu korrigieren – ganz im Sinne von Sokrates&#8216; Mäeutik.</p>
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		<title>Nachdenken über meine früheren Mitschüler</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1775</link>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 11:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Pavel | Russland]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else.jpg" rel="lightbox[1775]"></a></p>
<div class="mceTemp">
<div id="attachment_1783" aria-labelledby="figcaption_attachment_1783" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Which-way-to-choose-after-summer.jpg" rel="lightbox[1775]"><img class="size-medium wp-image-1783" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Which-way-to-choose-after-summer-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Which-way-to-choose-after-summer-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Which-way-to-choose-after-summer-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die Wege trennen sich: Was kommt jetzt?</p></div>
<p>In Russland hat der Sommer begonnen und jede Menge Schülerinnen und Schüler verabschieden sich mit dem Abitur in der Tasche von ihren Gymnasien. Viele nehmen jetzt ihr Studium auf.</p>
</div>
<p>Manchmal denke ich an meine früheren Mitschüler und frage mich, wo jeder für sich im Arbeitsleben erfolgreich eine Nische gefunden hat. Ich freue mich besonders über einen Freund, der an der Uni unserer Heimatstadt zwei Abschlüsse gemacht hat und der jetzt in einer größeren Stadt sogar noch ein drittes Fach studiert. Ein anderer Freund von mir hat im Bereich Medien Karriere gemacht und berichtet in Russland und im Ausland über unterschiedlichste Ereignisse. Aber ich erinnere mich auch an ein paar Jungs, die sich gegen ein Studium und für eine Berufsausbildung entschieden haben. Ich frage mich, wie es ihnen heute geht und was sie so machen. Natürlich hatte jeder von uns seine eigene Persönlichkeit, aber weil ja  in der Schule der Unterricht für alle identisch war, fielen Unterschiede nicht so auf. Die Unterschiede zeigten sich eher in den Noten und weniger im Verhalten. Trotzdem können Eigenheiten eine größere Bedeutung haben, als man denkt.<span id="more-1775"></span></p>
<p>Wer sich für eine Berufsausbildung oder die Ausbildung an einem Institut entschieden hat, hatte dabei meist im Hinterkopf, dass hier leichter ein Abschluss zu erreichen ist. Und vielen reichte das auch.</p>
<div id="attachment_1781" aria-labelledby="figcaption_attachment_1781" class="wp-caption alignright" style="width: 224px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else.jpg" rel="lightbox[1775]"><img class="size-medium wp-image-1781" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else-224x300.jpg 224w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else-767x1024.jpg 767w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Where-to-work-in-an-office-on-a-factore-or-somewhere-else.jpg 1522w" sizes="(max-width: 224px) 100vw, 224px" /></a><p class="wp-caption-text">Bis ans Lebensende in einer Fabrik arbeiten?</p></div>
<p>Vielleicht hatten sie aber auch Noten, die nicht gut genug waren, um ein Stipendium für ein Universitätsstudium zu bekommen. Dann wäre es natürlich schwer, die vier bis fünf Jahre der Universitätsausbildung zu finanzieren – und diese Belastung hätte Folgen für die Zukunft. In einem früheren Eintrag habe ich ja bereits erwähnt, dass das System der Berufsschulen seit den 1990er Jahren demontiert wurde. Es wieder aufzubauen wird Jahre dauern. Diejenigen, die sich trotzdem für eine Berufsausbildung entschieden haben, müssen sich auf einen schweren Weg einstellen. Wenn sie im Leben etwas erreichen wollen, dann müssen sie Qualifikationen nachweisen, anerkannte Spezialisten werden und dann eine kleine Firma gründen und selbständig arbeiten.</p>
<p>Viele, die eine Berufsausbildung beginnen, sind allerdings wenig motiviert, mehr zu erreichen. Aus ihnen werden dann gering qualifizierte Arbeiter oder „Rädchen im Getriebe“ eines Büroalltags &#8211; ohne erfolgversprechende Zukunftsaussichten. Die Gehälter reichen dann für Weiterbildungsmaßnahmen nicht aus. Deshalb erreichen viele Männer nicht einmal das Rentenalter von 60 Jahren, sie sterben schon vorher. Ich denke, mit psychologischer Unterstützung  könnte diese Situation verbessert werden. Aber es wird wohl dauern, bis ein solches Programm angeboten wird.</p>
<p>Obwohl die höhere Bildung als Fetisch gilt, kann ein qualifizierter Facharbeiter mehr verdienen als ein Angestellter – wenngleich gängige Vorurteile vom Gegenteil ausgehen. Je eher die Krise der Berufsausbildung überwunden wird, desto besser für unsere Wirtschaft, aber auch für den Arbeitsmarkt und den Bildungssektor.</p>
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