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	<title>Global Media Forum &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jul 2012 11:55:22 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Interview: Die Bedürfnisse von Schülern mit Behinderung</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2985</link>
		<pubDate>Wed, 04 Jul 2012 12:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[reucherg]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2965" aria-labelledby="figcaption_attachment_2965" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Katharina-vorneweg.jpg" rel="lightbox[2985]"><img class="size-medium wp-image-2965" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Katharina-vorneweg-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Katharina-vorneweg-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Katharina-vorneweg-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Meine Freundin Katharina vorneweg</p></div>
<p>Auf dem Global Media Forum (GMF) habe ich <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2855">Isabelle und Hendrik</a> getroffen, die auf eine Schule für Kinder mit körperlichen und motorischen Schwierigkeiten gehen und an einem Austauschprogramm ihrer Bonner Schule mit einer tunesischen Schule teilgenommen haben. Momentan wird in Deutschland sehr viel über das Thema Bildung für Menschen mit Behinderungen diskutiert. Denn seit zwei Jahren gilt die UN-Behindertenrechtskonvention – auch in Deutschland. Sie sieht vor, dass auch Kinder mit Behinderung auf die sogenannten Regelschulen gehen. Behinderte sollen so nicht länger aufgrund ihrer Handicaps ausgeschlossen werden. Das Fachwort dafür ist „Inklusion“. Momentan haben Nicht-Behinderte aber noch wenige Berührungspunkte mit Behinderten. Auch ich meist nur durch meinen Onkel, der selbst vor Jahrzehnten auf eine Regelschule ging, heute aber in einem Wohnheim für Behinderte lebt und in einer Behindertenwerkstatt arbeitet. <span id="more-2985"></span>Auch meine Freundin Katharina gibt mir ab und zu Einblicke in den Alltag von Menschen mit Behinderung. Sie macht gerade einen Vorbereitungsdienst, um Förderschullehrerin zu werden, also als Lehrerin mit Schülern zu arbeiten, die eine Behinderung haben. Die richtige, um sich über das Thema Bildung mit Behinderung in Deutschland zu unterhalten.</p>
<p><strong>Katharina, auf dem GMF meinte eine tunesische Lehrerin, dass Schüler mit geistiger Behinderung auf einer Regelschule Nachteile haben im Vergleich zu einer Förderschule. Was sagst du dazu? </strong></p>
<p>Ich denke, sie hat recht. In meiner Klasse habe ich zwei Kinder mit Trisomie 21, also Down-Syndrom, gehabt. Sie kamen nach der vierten Klasse von einer Regelschule zu uns auf die Förderschule. Beide haben z.B. die Technik des Lesens gelernt. Aber sie verstehen nicht was sie lesen; also nicht den Sinn des Textes. Sie sind zu sehr mit dem Prozess selbst beschäftigt. Auch beim Rechnen ist das so: Es sind keine Grundlagen da.</p>
<p><strong>Wäre das denn anders, wenn sie schon früher auf eine Förderschule gegangen wären?</strong></p>
<p>Wahrscheinlich schon. Denn hier machen wir sehr individuellen Unterricht. Die ganze Klasse arbeitet an einem Thema, jeder aber nach seinen Kompetenzen. Wenn man merkt, dass z.B. bei einem Schüler keine Grundlagen in Mathe da sind, wird ihm kein Rechnen beigebracht, denn das ist dann noch gar nicht relevant in seiner Entwicklung. An Regelschulen werden aber bestimmte Grundlagen und Entwicklungsstadien vorausgesetzt. Die Lehrer haben dort gar keine Zeit, sich auf die Kinder mit Behinderung einzustellen und ihnen diese Grundlagen beizubringen.</p>
<p><strong>Welche Grundlagen bringt ihr denn den Kindern bei, bevor sie rechnen lernen können?</strong></p>
<p>Wichtig ist das Erkennen von Regeln. Wir arbeiten sehr spielerisch. Z.B. fädeln unsere Schüler Perlen nach einer vorgegebenen Reihenfolge auf, um mathematische Grundfähigkeiten zu erlernen. Ziel ist es dann erst einmal, dass sie erkennen, dass die Perlenfarbe einem Schema folgt: Immer wieder folgt auf die gelbe Perle die rote, dann die blaue usw. Später dann können die Schüler auch Zahlenreihenfolgen erkennen.</p>
<div id="attachment_2967" aria-labelledby="figcaption_attachment_2967" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Wanderung.jpg" rel="lightbox[2985]"><img class="size-medium wp-image-2967" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Wanderung-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Wanderung-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Wanderung-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Auf einer Wanderung</p></div>
<p><strong>Ihr arbeitet ja nur mit Kindern mit Behinderungen. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention sollen aber zukünftig behinderte und nicht-behinderte Kinder zusammen unterrichtet werden. Denkst du, das ist eine richtige Entscheidung?</strong></p>
<p>Grundsätzlich ist diese gesellschaftliche Entscheidung überfällig. In Deutschland hat man als Nicht-Behinderter keinen wirklichen Bezug zu Behinderten. Aber diese Menschen sind Teil unserer Gesellschaft! Unser Staat hat sie über mehrere Jahrhunderte sehr ausgegrenzt. Auch durch bestimmte Institutionen: Förderkindergarten, Förderschule, Behindertenwerkstatt, etc. So dass man bloß nicht mit ihnen in Berührung kommt. Das finde ich nicht richtig.</p>
<p><strong>Findest du, dass die Politik jetzt auch in der Umsetzung die richtigen Wege geht?</strong></p>
<p>Es ist gut, dass der Handlungsbedarf erkannt wurde. Doch dadurch, dass kein zusätzliches Geld investiert wird in den Bildungszweig, kann nicht jedes Kind so gefördert werden, so dass es einen Schulabschluss bekommt. Die Schulen besitzen oft nicht genügend Mittel, um alle Kinder anzusprechen &#8212; auch an Regelschulen. Ich sehe bei allen Reformen noch kein durchdachtes Konzept.</p>
<p><strong>Was bräuchte es, um Kinder mit Behinderungen auch an Regelschulen richtig zu fördern?</strong></p>
<p>Viel kleinere Klassen! 15 Schüler wäre ideal. Es ist wissenschaftlich belegt, dass davon alle Kinder profitieren. Außerdem ist gerade bei Kindern mit Behinderung mehr Personal nötig. Neben dem Regelschullehrer, sollte es einen Sonderschullehrer und am besten noch eine pädagogische Fachkraft geben. Wäre das möglich, dann wäre Inklusion keine Frage, sondern ganz normal. Es sollte erreicht werden, dass jeder nach seinen Möglichkeiten lernen kann. Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In der Schule wird das Problem jetzt angegangen. Aber wir müssen Behinderte auch außerhalb des Klassenzimmers in unserer Gesellschaft voll akzeptieren.</p>
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		<title>Visionäre Bildungskonzepte sind gut und schön, aber&#8230;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2883</link>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 10:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[María | Argentinien]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2879" aria-labelledby="figcaption_attachment_2879" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2879" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele reden über neue Technologien, verlieren aber die eigentlichen Probleme aus dem Blick...</p></div>
<p>Am Mittwoch habe ich das das dritte Plenum des Deutsche Welle Global Media Forums besucht. Da ging es um Bildung als Meilenstein für nachhaltige Entwicklung. Denis Goldberg, ein Gesellschaftsaktivist aus Kapstadt in Südafrika meinte: &#8222;Bildung sollte sich stärker am Ziel der Nachhaltigkeit orientieren, schließlich sind wir darauf angewiesen.&#8220; Das heißt zum Beispiel, dass man Projekte in Angriff nehmen sollte, die das Problem der Überbevölkerung in den Blick rücken. Einer seiner Vorschläge ist darüber aufzuklären, dass man soziale Sicherungsnetze wie Rentenversicherungen ausbauen muss. Denn nur so kann man die Menschen davon abbringen zu glauben, dass das Kinderkriegen der alleinige Weg ist die eigene Zukunft abzusichern.</p>
<p>Damit hat er schon recht. Aber ich finde trotzdem, dass in der ganzen Debatte etwas fehlt. <span id="more-2883"></span></p>
<p>Die anderen Diskussionsteilnehmer haben sich dann mehr mit der Frage beschäftigt, wie man junge Leute &#8211; Kinder und Teenager &#8211; dazu bringen kann, dass sie mehr Interesse für Bildung entwickeln. Also angefangen bei Lesegewohnheiten bis zu den neuen Medien und neuen Technologien, die man im Bildungssektor nutzt. Auch das alles ist gut und schön.</p>
<p>Aber das geht schon über die eigentlichen Probleme hinaus. Ich finde, wir dürfen nicht die Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung aus den Augen verlieren: Wenn in Regionen, in denen Armut herrscht, ein Kind nicht zur Schule geht und auch nicht anderswo Bildung erfährt, dann ist das aller Wahrscheinlichkeit deshalb so, weil das Kind hungert.</p>
<p>Neben diesen grundlegenden Problemen müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten und Chancen wir den Menschen bieten. Professor Barbara Ischinger vom Bildungsdirektorat der OECD hat da drei Stufen vorgestellt, wie man den Nutzen von vermittelten Fähigkeiten maximieren kann: Kurzfristig geht es einfach darum einzelne Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden; mittelfristig unterschiedliche Fähigkeiten zu trainieren; und langfristig ist dann das Ziel, Fähigkeiten zu erarbeiten, die ganz genau auf die jeweilige landesspezifische Wirtschaftssituation zugeschnitten sind.</p>
<p>Mir kam sofort der Gedanke, dass ich diese Ideen gut auf die Nichtregierungsorganisation anwenden kann, für die ich arbeite. Wir entwickeln nämlich eine neue Online-Plattform, bei der es um berufliche Ausbildung geht. Unser Ziel ist Informationen über verschiedene Karrierewege zu liefern, mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Energiewirtschaft. Eine der Fragen, über die wir gerade diskutieren, ist, ob wir Trainingsprogramme für bestimmte berufliche Fähigkeiten anbieten sollen oder nicht. Schließlich wollen wir ja Teenager ermutigen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen.</p>
<div id="attachment_2881" aria-labelledby="figcaption_attachment_2881" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2881" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Traditionelle Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken scheinen in der heutigen Bildungsdiskussion keine Rolle mehr zu spielen</p></div>
<p>In der Tat müssen aber junge Leute heute auch oft viel früher anfangen zu arbeiten, weil sie in finanziell instabilen Verhältnissen aufwachsen (wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit haben, diesen Verhältnissen zu entfliehen). Und das sprach ein anderer Diskussionsteilnehmer an: Im Bildungssystem muss Durchlässigkeit herrschen, also dass jeder ein berufliches Trainingsprogramm absolviert und dann damit die Chance bekommt, sich in diesem Fach an der Uni einzuschreiben. Menschen eine Berufsausbildung zu bieten, ihnen Arbeit zu geben &#8211; das ist die Grundlage für wirtschaftliche Absicherung. Es muss solche Perspektiven geben, auch bei höherer Bildung und bei der Arbeit.</p>
<p>Wir übersehen oft und gerne einige elementare Probleme, wenn wir über Bildungsstrategien nachdenken. Verashni Pillay, die Online-Chefin von Mail &amp; Guardian in Südafrika, hat das bei der Konferenz mit klaren Worten ausgedrückt: &#8222;Lasst uns erst die grundlegenden Probleme lösen, bevor wir noch und noch mehr futuristische Sichtweisen auf das Thema Bildung in die Diskussion werfen.&#8220;</p>
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		<title>Russland braucht weniger Gerede, mehr konkrete Veränderungen</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2745</link>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 10:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
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<dl><a href="http://blogs.dw.com/educationblog/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"></a></dl>
</div>
<div id="attachment_2743" aria-labelledby="figcaption_attachment_2743" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2743" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wir brauchen keine hochfliegenden Abstraktionen sondern gut geerdetes Handeln</p></div>
<p>Maria hat in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2647">ihrem letzten Eintrag</a> geschrieben, dass der soziale Dialog in Argentien ihrer Meinung nach in die falsche Richtung geht. Ich glaube, jedes Land hat in einer bestimmten Entwicklungsphase mit solchen Problemen zu kämpfen. Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, war das so eine Phase. </p>
<p>Manchmal wird einfach zu viel geredet,  statt dass wirklich gehandelt wird (ich spreche jetzt gar nicht nur vom Bildungssektor; das kann man auch überall anders im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands feststellen).<span id="more-2745"></span></p>
<p>Bei allem notwendigen Respekt gegenüber den talentierten und brillianten Lehrern und Professoren, die frühere Generationen unterrichtet und mehreren russischen Genies (dem Mathematiker Grigori Perelman zum Beispiel) geholfen haben, ihr Potenzial zu entwickeln &#8211; ich würde dennoch gerne Veränderungen im Bildungssystem sehen. Interessant ist, dass viele meiner Kommilitonen genauso denken; ich glaube, der Wunsch nach einem neuen Bildungsmodell liegt in der Luft. Gleichzeitig sind aber die Verantwortlichen in den sozialen Institutionen ein wenig verwirrt, was die Zukunft bringt &#8211; und Ergebnis des Ganzen ist, dass sich die Gesellschaft mal voran und mal zurück bewegt. Das erinnert mich an eine Fabel: Drei Tiere unternehmen wahnsinnige Anstrengungen, um einen Karren zu bewegen, aber der rührt sich nicht vom Fleck, weil sich die Tiere nicht einigen können, in welche Richtung sie denn ziehen sollen.</p>
<div id="attachment_2741" aria-labelledby="figcaption_attachment_2741" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2741" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg" alt="" width="300" height="186" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Abschlussarbeiten bedeuten immer viel Papierkram</p></div>
<div>
<dl>Was meine ich mit diesen Rückwärtsbewegungen? Ein Beispiel ist diese ganze Bürokratie, dieser ganze Papierkram, den man etwa als Student einreichen muss, wenn es um die Abschlussarbeit geht. Aber auch hier kann man schon sehen, dass die fortschrittlichen Kräfte stärker sind. Ich freue mich jedes Mal, wenn Leute etwas nicht aus abstrakten bürokratischen Gründen tun sondern für konkrete Ziele. Wenn ich zum Beispiel von Freunden höre, dass sie für ganz konkrete Menschen arbeiten (zum Beispiel wenn sie als Tutor für Studenten tätig sind oder eigene soziale Projekte starten). Das finde ich viel besser, als wenn sie für solche Abstraktionen arbeiten wie &#8222;Kunden&#8220; oder &#8222;Unternehmen&#8220;. </dl>
<dl>Ich hoffe, dass das Global Media Forum, das in Deutschland stattfindet und sich dieses Jahr mit dem Thema Bildung beschäftigt, auch konkrete Aktionen anstößt. Denn nicht nur meine Mitblogger sind dort dabei sondern auch viele andere Teilnehmer aus allen Teilen der Erde. Und ich hoffe, dass kleinere Organisationen und Einzelaktivisten, die in der Bildung aktiv sind, neue Motivation für ihre Arbeit schöpfen. Damit sie vielen anderen Menschen helfen zu lernen, sich weiterzubilden, und sie ermutigen, nicht nur einer unter vielen zu bleiben sondern für ihre eigenen Ideen und Ziele einzustehen.  </dl>
<dl>Es ist wie beim Schachspielen: Du lernst vorauszudenken, damit du nicht verlierst. Und wenn du erst einmal die Strategie des Schachspiels auf das richtigen Leben anwendest, wirst du sehen: Es hilft! </dl>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Meinungsaustausch beim GMF ist wirklich etwas Besonderes</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2697</link>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2012 18:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2725" aria-labelledby="figcaption_attachment_2725" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4082.jpg" rel="lightbox[2697]"><img class="size-medium wp-image-2725" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4082-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4082-225x300.jpg 225w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4082-768x1024.jpg 768w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p class="wp-caption-text">Jede Podiumsdiskussion beim Global Media Forum wird mit Spannung erwartet</p></div>
<p>Wow! Das Global Media Forum begeistert mich total. Am Montag (25.6.) hat die internationale Medienkonferenz im Bonner World Conference Center begonnen. Das erste, was mir aufgefallen ist: Hier sind tatsächlich alle Nationen bunt gemischt. Menschen in Anzügen,  Jeans, Businesskostümen, bunten Kleidern, Frauen mit Kopftüchern, Männer in afrikanischen Gewändern &#8211; die Kleidung zeigt, wie vielseitig die Teilnehmer hier sind. Und mitten drin sind meine Mitblogger und ich.</p>
<p>Emmy, Hellgurd, María und ich haben uns hier das erste Mal getroffen. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl sie schon länger zu kennen. Schließlich haben wir im Blog Einblicke in unser Leben und die Bildungssyteme unserer Heimatländer gegeben und uns so auch gegenseitig schon ein bisschen kennengelernt. Nur schade, dass Visa-Probleme dazu führten, dass der fünfte aus unserem Kreis nicht dabei ist: Pavel aus Russland konnte nicht ausreisen.<span id="more-2697"></span></p>
<p>Wie in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2565">meinem letzten Eintrag </a>angekündigt, habe ich einen Workshop besucht, in dem darüber diskutiert wurde, wie Algorithmen unsere Bildung und unsere Wahrnehmung beeinflussen. Im Podium saßen die Journalisten Falk Lüke und Mercedes Bunz sowie Marc Jan Eumann aus dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Medien.</p>
<p>Mir gefiel besonders Bunz&#8216; Redebeitrag: &#8222;Mit dem Internet ist ein zusätzlicher öffentlicher Raum geschaffen worden. Dieser wurde bisher vor allem wirtschaftlich gestaltet.&#8220; Ich glaube, hiermit trifft sie einen wichtigen Punkt. Natürlich sind auch öffentliche und private Anbieter im Internet unterwegs, aber sie spielen eine geringere Rolle. Vor allem bieten sie keine Suchmaschine, die eine Alternative zu Google darstellen könnte. Wäre eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine also eine Möglichkeit? Schließlich haben wir in Deutschland auch einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk neben dem privaten Angebot.</p>
<p>Statt dem Staat die Aufgabe zu geben, Algorithmen zu bauen, die uns Suchergebnisse liefern, ziehe ich dann doch Eumanns Standpunkt vor: Wachsamkeit und Kritikfähigkeit sind im Netz genau so wichtig wie in der &#8222;analogen&#8220; , also der realen Welt. Schulen können hier auch etwas zu beitragen, indem sie Kindern beibringen vorsichtig zu sein, indem sie ihnen Informationen geben, damit die junge Menschen Machtsysteme und Machtinteressen &#8211; z.B. die von Google und auch von traditionellen Zeitungsverlagen &#8211; besser verstehen.</p>
<div id="attachment_2731" aria-labelledby="figcaption_attachment_2731" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4096.jpg" rel="lightbox[2697]"><img class="size-medium wp-image-2731" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4096-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4096-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_4096-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Es macht Spaß mit Menschen aus allen Teilen der Welt über Bildungsthemen zu diskutieren</p></div>
<p>Sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen, ist sehr wichtig, gerade mit den technischen Aspekten des Internets. Darauf hat auch Bunz hingewiesen: &#8222;Wir begreifen Technik immer noch als das &#8218;Andere&#8216;. Aber sie begleitet uns ständig.&#8220;</p>
<p>Dieser globale Austausch, der hier in Bonn stattfindet, ist wirklich etwas Besonderes. Bei einem Workshop, den ich besucht habe, waren Podiumsteilnehmer aus Indien, Malawi, Kolumbien und Nordamerika! Alle erzählten von ihren Erfahrungen mit freien Radioprogrammen, die Laien mitproduzieren und wichtige Infos verbreiten. Dadurch, dass viele Menschen an der Produktion beteiligt sind und in den Programmen zu Wort kommen, ist das Interesse an den Ergebnissen viel höher und die Hörer finden die Aussagen vertrauenswürdiger.</p>
<p>Besonders spannend fand ich, als Charles Simbi von &#8222;Story Workshop Educational Trust&#8220; eine &#8222;Message Matrix&#8220; vorstellte. Mit dieser systematischen Tabelle kann man z.B. in Dorfgemeinschaften erarbeiten, welche Themen ins Radio kommenund wie sie dort dargestellt werden sollen. Dabei geht es immer um Themen, die der Gemeinschaft einen Vorteil bringen, z.B. ärztliche Untersuchungen während der Schwangerschaft. Ich glaube, solche praktischen Tipps wie die &#8222;Message Matrix&#8220; sind sehr wertvoll, man kann daraus sehr viel lernen und sie versuchen in den eigenen Projekten anzuwenden.</p>
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		<item>
		<title>Wenn Gewalt in der Luft liegt&#8230;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2647</link>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 08:35:26 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2643" aria-labelledby="figcaption_attachment_2643" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin.jpg" rel="lightbox[2647]"><img class="size-medium wp-image-2643" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-225x300.jpg 225w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-768x1024.jpg 768w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin.jpg 1200w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p class="wp-caption-text">Produktiver Erfahrungsaustausch: Meine Freunde an der Uni in Berlin</p></div>
<p>Das ist also mein letzter Eintrag, bevor wir dann alle vom Global Media Forum (GMF) in Bonn berichten werden. Mich hat das ganz schön schockiert, als ich gehört habe, dass Hellgurds Einträge überhaupt nicht mehr veröffentlicht werden, weil er so stark bedroht wurde. Und da bin ich noch einmal zurück zum Anfang des Projekts gegangen, um mir Hellgurds Videopräsentation anzuschauen. Er sagt, dass Musik eine universelle Sprache ist, die die Unterschiede zwischen den Menschen überbrücken kann.</p>
<p><span id="more-2647"></span>Ich glaube, die Chance, an einem internationalen Dialog teilzunehmen, bedeutet in gewisser Weise auch, eine gemeinsame Grundlage, einen gemeinsamen &#8222;Code&#8220; zu finden. Es muss ja nicht unbedingt sein, dass man dieselbe Sprache spricht sondern vielmehr dass man einen dialektischen Kontext aufbaut, in dem jeder seine Ideen ausdrücken kann und in seiner Individualität verstanden wird. Werte wie Toleranz, Empathie und Bescheidenheit sind da ein absolutes Muss. Und Gewalt kommt hier überhaupt nicht in Frage.</p>
<p>Probleme tauchen auf, wenn man sich schon so an Gewalt gewöhnt hat,  dass man hierfür gar nicht mehr sensibel genug ist. Das berührt auch mich, denn mein Heimatland Argentinien durchläuft gerade einen schwierigen sozialen Veränderungsprozess. Die jetzige Regierung unternimmt radikale Schritte in der Wirtschaftspolitik. Seit Kirchner Präsidentin ist, geht ein Riss durch die ganze Gesellschaft. Heutzutage liegt viel Aggression in der Luft, da wird heftig &#8222;geschossen&#8220;, und man ist entweder auf der Seite der einen oder der anderen.</p>
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<div id="attachment_2641" aria-labelledby="figcaption_attachment_2641" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen.jpg" rel="lightbox[2647]"><img class="size-medium wp-image-2641" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die eigene Wirklichkeit aus einem ganz neuen Blickwinkel begreifen: Teilnehmer des Salzburger Global Seminar on Media and Global Change</p></div>
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<p>Da wird mit scharfen Worten auf die Gefühle von Menschen gezielt, auf ihre Identität, auf ihre Alltagssorgen. Aber die Diskussion konzentriert sich niemals auf Ideen. Das ist das Hauptproblem: Wir diskutieren keine Ideen für eine entwickelte Gesellschaft; wir bleiben stecken in einem Smalltalk aus Vorurteilen und, in den meisten Fällen, Einheitsmeinungen. Wie ich in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=711">meinem zweiten Blog-Eintrag</a> schon gesagt habe: Unsere Gesellschaft hat eine Menge durchgemacht, und es wird Jahre brauchen, bis die Wunden heilen. Diese Art der Gewalt im öffentlichen Diskurs schadet nur.</p>
<p>Einer der Gründe, warum ich mich so auf das GMF freue, ist, dass hier der internationale Dialog erweitert wird, er bekommt neues Leben eingehaucht. Es ist nicht das erste Mal, dass ich die Gelegenheit habe an so einem Erfahrungsaustausch teilzunehmen. 2008 habe ich ein Stipendium bekommen, um zum Global Seminar on Media and Global Change in Salzburg zu fahren. Da habe drei Wochen lang mit Studenten aus aller Welt über grundlegende Fragen der journalistischen Ethik diskutieren können. 2009 habe ich dann ein Jahr lang in Berlin freie Künste studiert. Solche Erfahrungen helfen einem, eine Haltung gegenüber anderen Menschen zu entwickeln, die darauf fußt, dass man einander zuhört und mit tieferem Verständnis begegnet, so dass man schließlich auch die eigene Wirklichkeit aus einem ganz neuen Blickwinkel begreift.</p>
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