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	<title>Kinder &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jul 2012 11:55:22 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Visionäre Bildungskonzepte sind gut und schön, aber&#8230;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2883</link>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 10:00:37 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2879" aria-labelledby="figcaption_attachment_2879" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2879" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele reden über neue Technologien, verlieren aber die eigentlichen Probleme aus dem Blick...</p></div>
<p>Am Mittwoch habe ich das das dritte Plenum des Deutsche Welle Global Media Forums besucht. Da ging es um Bildung als Meilenstein für nachhaltige Entwicklung. Denis Goldberg, ein Gesellschaftsaktivist aus Kapstadt in Südafrika meinte: &#8222;Bildung sollte sich stärker am Ziel der Nachhaltigkeit orientieren, schließlich sind wir darauf angewiesen.&#8220; Das heißt zum Beispiel, dass man Projekte in Angriff nehmen sollte, die das Problem der Überbevölkerung in den Blick rücken. Einer seiner Vorschläge ist darüber aufzuklären, dass man soziale Sicherungsnetze wie Rentenversicherungen ausbauen muss. Denn nur so kann man die Menschen davon abbringen zu glauben, dass das Kinderkriegen der alleinige Weg ist die eigene Zukunft abzusichern.</p>
<p>Damit hat er schon recht. Aber ich finde trotzdem, dass in der ganzen Debatte etwas fehlt. <span id="more-2883"></span></p>
<p>Die anderen Diskussionsteilnehmer haben sich dann mehr mit der Frage beschäftigt, wie man junge Leute &#8211; Kinder und Teenager &#8211; dazu bringen kann, dass sie mehr Interesse für Bildung entwickeln. Also angefangen bei Lesegewohnheiten bis zu den neuen Medien und neuen Technologien, die man im Bildungssektor nutzt. Auch das alles ist gut und schön.</p>
<p>Aber das geht schon über die eigentlichen Probleme hinaus. Ich finde, wir dürfen nicht die Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung aus den Augen verlieren: Wenn in Regionen, in denen Armut herrscht, ein Kind nicht zur Schule geht und auch nicht anderswo Bildung erfährt, dann ist das aller Wahrscheinlichkeit deshalb so, weil das Kind hungert.</p>
<p>Neben diesen grundlegenden Problemen müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten und Chancen wir den Menschen bieten. Professor Barbara Ischinger vom Bildungsdirektorat der OECD hat da drei Stufen vorgestellt, wie man den Nutzen von vermittelten Fähigkeiten maximieren kann: Kurzfristig geht es einfach darum einzelne Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden; mittelfristig unterschiedliche Fähigkeiten zu trainieren; und langfristig ist dann das Ziel, Fähigkeiten zu erarbeiten, die ganz genau auf die jeweilige landesspezifische Wirtschaftssituation zugeschnitten sind.</p>
<p>Mir kam sofort der Gedanke, dass ich diese Ideen gut auf die Nichtregierungsorganisation anwenden kann, für die ich arbeite. Wir entwickeln nämlich eine neue Online-Plattform, bei der es um berufliche Ausbildung geht. Unser Ziel ist Informationen über verschiedene Karrierewege zu liefern, mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Energiewirtschaft. Eine der Fragen, über die wir gerade diskutieren, ist, ob wir Trainingsprogramme für bestimmte berufliche Fähigkeiten anbieten sollen oder nicht. Schließlich wollen wir ja Teenager ermutigen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen.</p>
<div id="attachment_2881" aria-labelledby="figcaption_attachment_2881" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2881" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Traditionelle Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken scheinen in der heutigen Bildungsdiskussion keine Rolle mehr zu spielen</p></div>
<p>In der Tat müssen aber junge Leute heute auch oft viel früher anfangen zu arbeiten, weil sie in finanziell instabilen Verhältnissen aufwachsen (wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit haben, diesen Verhältnissen zu entfliehen). Und das sprach ein anderer Diskussionsteilnehmer an: Im Bildungssystem muss Durchlässigkeit herrschen, also dass jeder ein berufliches Trainingsprogramm absolviert und dann damit die Chance bekommt, sich in diesem Fach an der Uni einzuschreiben. Menschen eine Berufsausbildung zu bieten, ihnen Arbeit zu geben &#8211; das ist die Grundlage für wirtschaftliche Absicherung. Es muss solche Perspektiven geben, auch bei höherer Bildung und bei der Arbeit.</p>
<p>Wir übersehen oft und gerne einige elementare Probleme, wenn wir über Bildungsstrategien nachdenken. Verashni Pillay, die Online-Chefin von Mail &amp; Guardian in Südafrika, hat das bei der Konferenz mit klaren Worten ausgedrückt: &#8222;Lasst uns erst die grundlegenden Probleme lösen, bevor wir noch und noch mehr futuristische Sichtweisen auf das Thema Bildung in die Diskussion werfen.&#8220;</p>
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		<title>Bildung für alle braucht Heldinnen und Helden</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2127</link>
		<pubDate>Tue, 12 Jun 2012 12:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Emmy | Kenia]]></category>
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<div id="attachment_2133" aria-labelledby="figcaption_attachment_2133" class="wp-caption alignleft" style="width: 297px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Standing-above-circumstances1.jpg" rel="lightbox[2127]"><img class="size-medium wp-image-2133" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Standing-above-circumstances1-297x300.jpg" alt="" width="297" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Standing-above-circumstances1-297x300.jpg 297w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Standing-above-circumstances1-1014x1024.jpg 1014w" sizes="(max-width: 297px) 100vw, 297px" /></a><p class="wp-caption-text">Lernen - totz aller Widerstände</p></div>
<p>Stell’ dir vor, du bist gerade fünf Jahre alt geworden und die Einschulung steht an. Darauf hast du dich schon lange gefreut! Du hast die Kinder aus der Nachbarschaft beobachtet,  die auf dem Weg  zur Schule sind:  Mit Rucksäcken, glitzernden Schuhen und strahlenden Gesichtern. Jetzt ist es bei dir auch so weit. Jetzt kannst du das Alphabet lernen und bald schon lesen und deinen Namen schreiben.  Doch dann bleibt alles nur eine Wunsch-Vorstellung! <span id="more-2127"></span></p>
<p>Anstatt zur Schule zu gehen, musst du das Haus putzen und dich um deine kranken Eltern kümmern. Von jetzt auf gleich musst du erwachsen sein. Dieses Schicksal teilten  40 Kinder in Kibera, bevor sie Regynnah kennengelernt haben. Seither hat sich vieles für sie geändert.</p>
<p>In meinem <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1829">Skype-Interview</a> habe ich erzählt, wie beeindruckt ich von Menschen bin, die gegen alle Widerstände für Bildung und Ausbildung kämpfen – für die eigene oder die von anderen. Und der unermüdliche Einsatz von Regynnah ist eine Erfolgsgeschichte.</p>
<p>Regynnah ist 26 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter und mit acht der 40 Kinder unter einem Dach. Alle Kinder sind von HIV betroffen – entweder sind sie selbst infiziert, sind Aids-Waisen oder ihre Eltern sind erkrankt. 2010 hat Regynnah die Organisation Angels of Hope Kibera gestartet. Während sich andere junge Frauen ihres Alters  mit Mode, Trends, ihren Freunden und der Uni beschäftigen, stehen für Regynnah diese Kinder an erster Stelle.</p>
<p>Regynnah sorgt dafür, dass ihnen Grundschulwissen vermittelt wird. Die Kinder lernen das Alphabet &#8211; lernen schreiben und  lesen. Vor allem aber haben sie ein Zuhause und Essen in ihren kleinen Mägen. Diese Grundlagen des Überlebens können ihre Eltern ihnen oftmals nicht bieten.</p>
<div id="attachment_2153" aria-labelledby="figcaption_attachment_2153" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/There-is-hope2.jpg" rel="lightbox[2127]"><img class="size-medium wp-image-2153" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/There-is-hope2-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/There-is-hope2-300x198.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/There-is-hope2-1024x678.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die Hoffnung bleibt</p></div>
<p>Als ich mir die Schule anschaue, ist gerade Pause. Die Lehrerin ist gleichzeitig auch Köchin und serviert den Kindern einen Brei. Direkt nach der Pause läuft der Unterricht weiter. Heute geht es um  Quellen des Wassers – ein Element, an dem es in diesem Stadtteil mangelt.</p>
<p>Regynnahs hat einen ausgefüllten Alltag. Morgens begleitet sie die Kinder, die bei ihr wohnen, zur Schule. Sie verbringen dort gemeinsam den ganzen Tag und kehren abends zurück nach Hause. Ihre eigene Ausbildung behält Regynnah auch im Blick. Nach ihrem Abschluss an der weiterführenden Schule möchte sie an der Uni Kommunalentwicklung studieren. Am liebsten würde sie aber Journalistin werden, hat sie mir erzählt.</p>
<p>Menschen wie Regynnah haben erkannt, dass es sich nicht lohnt, darauf zu warten, dass die Regierung sich um die Schulbildung der Kinder von Kibera kümmert. Bis dahin wäre bereits eine ganze Generation ohne Bildung aufgewachsen und Kinder  &#8211; wie die von Angels of Hope Kibera – wären um Hoffnungen und Chancen betrogen worden.</p>
<p>Nach meiner Meinung braucht die Welt Heldinnen wie Regynnah, um Bildung für alle durchzusetzen.</p>
<p>Mehr über die Angels of Hope Kibera <span style="color: #993399"><span><span style="font-family: georgia,serif"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=oOtCFQotUEo&amp;feature=youtu.be">http://www.youtube.com/watch?v=oOtCFQotUEo&amp;feature=youtu.be</a></span></span></span></p>
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		<title>Der Aufbau einer Lerngemeinschaft</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1699</link>
		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 18:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hodalid]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1.jpg" rel="lightbox[1699]"></a></div>
<dl>
<dt><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids.jpg" rel="lightbox[1699]"></a></dt>
</dl>
<div></div>
<div id="attachment_1711" aria-labelledby="figcaption_attachment_1711" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids.jpg" rel="lightbox[1699]"><img class="size-medium wp-image-1711" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids-300x225.jpg" alt="Maria Cruz" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids.jpg 720w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Valeria mit Kleinkindern im Integrationszentrum El Dique</p></div>
<p>Nachdem der Zirkus-Workshop in Barrio Mosconi war, ist er nach El Dique gezogen. El Dique ist ein weiterer armer Stadtteil im Bezirk Ensenada. Jetzt, da ich in beiden Stadtteilen gewesen bin, kann ich sagen, dass die Lebensbedingungen in El Dique noch dramatischer sind: illegal gebaut Häuser und überall verdreckte Straßen. Die Direktorin der Grundschule in Barrio Mosconi hatte uns schon davon erzählt und sie sagte auch, dass in El Dique viel mehr Menschen leben. Daher gibt es dort auch ein „Community Integration Center“ – ein Integrationszentrum, das die Regierung aufgebaut hat. Dort kümmert man sich um Gesundheitsfragen, soziale Entwicklung, Kunstprojekte, Bildung und Sport. Und dort haben dann auch unsere Zirkuskurse stattgefunden.</p>
<p>Ich denke, dass es wichtig ist über diese Orte zu sprechen. Ich denke oft, dass ich so leidenschaftlich gerne lerne, weil ich das Glück hatte, immer Anregungen zu bekommen und auch herausgefordert zu werden. Bei uns zu Hause hat es mir an Nichts gefehlt. Ich habe immer Unterstützung gefunden. Als ich mich das erste Mal mit den Mitarbeitern vom Integrationszentrum in El Dique unterhalten habe, haben sie mir davon berichtet, was ihre Aufgaben sind: Sie unterstützen die Kinder emotional, versuchen sie herauszufordern und dazu zu motivieren eine Ausbildung zu beginnen.</p>
<p><span id="more-1699"></span></p>
<p>Den Kinder und Teenager, die aus sozial schwachen Familien stammen, fehlt es nicht nur an Interesse an der Schule, sondern sie wollen gar nicht lernen, um irgendwas an ihren Lebensumständen zu verbessern. Meistens sind ihre Eltern bildungsfern und arbeitslos. Eine Situation, die sich dann wie in einem Teufelskreis wiederholt. Und die wirtschaftliche Lage macht es nicht gerade besser. Sie fragen sich dann natürlich, warum sie überhaupt lernen sollen, wenn sie danach eh keine Jobs finden. Und warum sollte es bei ihnen besser funktionieren, als bei ihren Eltern? Es ist wirklich schwer, jemanden, der so ein schweres Schicksal hat, davon zu überzeugen, dass sich die Dinge auch ändern können.</p>
<p>Genau aus diesem Grund, schätze ich die Arbeit des Integrationszentrums sehr. Ich hatte einmal die Möglichkeit mich</p>
<div id="attachment_1709" aria-labelledby="figcaption_attachment_1709" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1.jpg" rel="lightbox[1699]"><img class="size-medium wp-image-1709" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1-300x225.jpg" alt="Maria Cruz" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1.jpg 720w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">El Dique ist ein trostloser Ort</p></div>
<p>mit Valeria vor Ort zu unterhalten. Sie ist die Koordinatorin eines Programms mit dem Namen „El Envion“. Dort will man den Kindern einen kleinen Anstoß geben, etwas zu verändern. Valeria sagt, dass sie sich bemühen, interessante Aktivitäten anzubieten: Fotografieren sei sehr beliebt. Die Zirkuskurse seien der Renner. Aber auch die Malerei werde gut angenommen. „Wir unterstützen sie auch in ihren Schulfächern, so wie Mathe oder Sprachen“, erzählt Valeria. Manche der Kids wollen für die Kurse sogar die Schule schwänzen, aber Valeria erklärt ihnen dann, dass die Schule sehr wichtig ist. „Wir sind einfach für die Kinder da und versuchen sie zu motivieren. Aber am Wichtigsten ist, dass die Kinder nicht die Schule sausen lassen. Wenn sie mit der Schule fertig sind, holen wir einen Ausbildungsberater dazu und sprechen über ihre Zukunftswünsche.“ Valeria ist wirklich sehr engagiert.</p>
<p>Auch ich kann sagen: Wenn die Kinder motiviert werden, dann lernen sie auch. Wenn sie Unterstützung finden, dann gehen sie auch den nächsten Schritt. Aber was, wenn die Kinder völlig alleine sind? Wenn sie keine zu Hause haben? Wenn sie keine Familie haben? Wie sieht die Situation in euren Ländern aus?</p>
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		<title>Der Balanceakt der Frauen zwischen Beruf und Familie</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1039</link>
		<pubDate>Sat, 19 May 2012 11:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1055" aria-labelledby="figcaption_attachment_1055" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Carolina-in-her-garden.jpg" rel="lightbox[1039]"><img class="size-medium wp-image-1055" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Carolina-in-her-garden-300x263.jpg" alt="" width="300" height="263" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Carolina-in-her-garden-300x263.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Carolina-in-her-garden-1024x898.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Carolina erkämpfte sich dank einer Ausbildung mehr Freiheiten</p></div>
<p>Letzten Sonntag habe ich bei den Eltern meines Freundes zu Abend gegessen. Wir sitzen öfters zu viert zusammen und ich höre gerne zu, wenn Carolina, Diegos Mutter, von den ersten Verabredungen mit Horacio, seinem Vater, erzählt. Nicht allein deshalb, weil Liebe und Romantik im Spiel waren. Ihre Geschichte beschreibt auch, wie sie sich ein Stückchen Unabhängigkeit gesichert hat und wie sie ihren ersten Job bekam.<span id="more-1039"></span></p>
<p>Carolina ist 65 und stammt aus Italien. Sie kam im Alter von sieben nach Argentinien. Gemeinsam mit sechs Geschwistern, Mutter, Vater und weiteren Familienmitgliedern. Die Familie wollte der Armut entkommen. Carolina sprach kein Spanisch, ihre Eltern konnten ihr nicht bei den Hausaufgaben helfen, weil sie die Sprache auch nicht beherrschten. Sie wurde erst spät eingeschult, und als sie die Schule nach der sechsten Klasse verließ, war sie 15 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Filomena sollte sie zu Hause bleiben und „all diese dummen Arbeiten erledigen, die man Frauen zuschiebt: Blaumänner bügeln und anderen Mist.“</p>
<p>Filo hatte sie bekniet, die Hausarbeit mit ihr gemeinsam zu übernehmen, weil im Haushalt eine Menge Männer zu versorgen waren. Aber Carolina begann stattdessen eine einjährige Ausbildung zur Kosmetikerin und fand gleich im  Anschluss eine Stelle in der Nachbarschaft. Außer ihrer Mutter durfte niemand wissen, dass sie arbeiten ging – Arbeit galt damals als reine Männersache. Carolina gab ihrer Mutter ihren ganzen Verdienst und unterstützte so die Familie, die dennoch aus der Armut nicht herauskam.</p>
<p>Im Rückblick auf ihr Leben und das ihrer Schwester damals, sagt Carolina. „Ich hatte eine Wahl, ich habe einen guten Mann geheiratet! Meine Schwester nicht. Sie musste den heiraten, den sie kriegen konnte, um aus der Familie herauszukommen.“</p>
<p>Heute liegen die Dinge anders. Der Zugang zu Hochschulen ist heute nicht mehr abhängig vom Geschlecht, sondern vom wirtschaftlichen Hintergrund. Frauen der Mittelschicht studieren nicht nur, sie machen auch Karriere. Aber die Entwicklung dorthin verlief – seit Carolina begann, zu arbeiten – sehr langsam. Meine Mutter gehört mit ihren 55 Jahren zur ersten Generation von Frauen in ihrer Familie, die einen Universitätsabschluss gemacht haben. Aber in den Gehältern liegen noch immer große Unterschiede: Der Verdienst einer Frau liegt – bei identischer Tätigkeit &#8211; 35 Prozent unter dem eines Mannes. Und in manchen Arbeitsbereichen finden sich keine Frauen in Führungspositionen <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=5">(wie Kathrin es am Beispiel Deutschlands beschreibt)</a>.</p>
<div id="attachment_1053" aria-labelledby="figcaption_attachment_1053" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015790939_10400.jpg" rel="lightbox[1039]"><img class="size-medium wp-image-1053" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015790939_10400-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015790939_10400-300x168.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015790939_10400.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Kind oder Beruf: Noch immer eine Entscheidungsfrage für Frauen</p></div>
<p>Heute gibt es viele gebildete Frauen, die Karriere machen und ambitioniert sind. Aber es gibt auch viele Männer und Frauen, die von Frauen erwarten, dass sie Kinder bekommen und zu Hause bleiben, um sie zu betreuen. Der Beruf und soziale Verträge sorgen dafür, dass es Ungerechtigkeiten zwischen Jungen und Mädchen gibt. Als Frau, die möglicherweise auch einmal Mutter werden möchte, frage ich mich, ob mich ein Baby davon abhalten wird, das zu tun, was ich liebe. Einige Hürden setzt das argentinische Arbeitsrecht. Aber auch Denkblockaden müssen beseitigt und gut ausgebildete Frauen mit Verantwortung ausgestattet werden. Um den Frauen diesen Platz einzuräumen, bedarf es eines Zusammenspiels von Familie, Gesellschaft und Kollegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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