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	<title>Rechte &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Musiker, Lehrer oder beides?</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 10:00:09 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1737" aria-labelledby="figcaption_attachment_1737" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra.jpg" rel="lightbox[1729]"><img class="size-medium wp-image-1737" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-300x199.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="300" height="199" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-300x199.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-1024x680.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Lana spielt auch im Ranya Orchester </p></div>
<p>Wenn man im fünften Studienjahr ist, muss man an einer Grundschule oder einem Kindergarten einige Lehreinheiten geben. Einen guten Monat lang unterrichtet man dort, und immer wieder kommen unsere Dozenten und Lehrer in die Klassen, um unsere Lehrmethoden zu bewerten. Es ist besonders wichtig, dass wir die Klassen vorbereiten und auch Tests ansetzen, damit sie sehen können, was wir in den vergangenen Jahren an der Uni gelernt haben. Was allerdings ein bisschen verwirrend ist, ist, dass man von uns verlangt, gute Lehrer zu sein und gleichzeitig aber auch gute Musiker.</p>
<p>Es macht Spaß, das was man gelernt hat, weiterzuvermitteln. Aber wir lernen sehr wenig Theorie und auch keine Lehrmethoden. Das gehört nicht in unser Bildungskonzept. Und so kommt es dann dazu, dass jeder von uns andere Themen unterrichtet – und das auf unterschiedliche Art und Weise.</p>
<p><span id="more-1729"></span></p>
<p>Daher kommt es oft zu Missverständnissen zwischen der Hochschule und dem Bildungsministerium: Sie müssten sich mal endlich einig darüber werden, was sie von uns wollen. Das Ministerium wünscht sich gut ausgebildete Lehrer, die Hochschule will beides – Lehrer und Musiker, hat aber dafür und davon keinen richtigen Plan.</p>
<p>Ich habe mit zwei meiner Freunde darüber gesprochen. Lana ist 22 Jahre alt und spielt Querflöte. 2010 hat sie ihren Abschluss gemacht. Sie hat mir davon erzählt, dass sie heil froh war, dass ihre Familie sie nicht davon abgehalten hat, Musik zu studieren. Als sie allerdings im dritten Jahr war, hat sie sich an der Hochschule gelangweilt. Sie hatte eine andere Vorstellung von ihrem Studium der Musik „Ich verstehe nicht, warum ich noch so viele andere Fächer, wie Sprachen, belegen muss. Wozu brauche ich das, wenn ich doch eh Musikerin werden will?“, sagte Lana zu mir. Über ihre Zeit im Kindergarten erzählte sie mir dann, dass sie alles in einer Person war. Sie musste mit den Kindern musizieren, ihnen vorlesen, sie zum Sport animieren und natürlich auf sie aufpassen. „Ich hatte keine Probleme damit, das alles zu tun“, sagte Lana. „Aber das ist eigentlich nicht mein Job.“ Trotzdem sei sie ganz glücklich dort gewesen, denn die Kinder seien so zufrieden gewesen. Letztendlich ist Lana jetzt aber auch Mitglied im „Ranya Symphony Orchestra“.</p>
<div id="attachment_1735" aria-labelledby="figcaption_attachment_1735" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event.jpg" rel="lightbox[1729]"><img class="size-medium wp-image-1735" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-300x225.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Lana im Kindergarten bei einem Sport-Event</p></div>
<p>Ein anderes Mädchen, dessen Namen ich nicht nennen darf, erzählte mir, dass ihre Familie einverstanden war mit ihrem Musikstudium. Das sei alles kein Problem. Aber als es dann das erste Mal darum ging, dass sie mit der Uni in eine andere Stadt reisen sollte, seien ihre Eltern strikt dagegen gewesen. Sie musste zu Hause bleiben. Dafür habe sie sich sehr geschämt. Sie hat dann vorgetäuscht krank zu sein und deshalb nicht mitfahren zu können. Ihre Familie habe sie zunehmend von allen musikalischen Aktivitäten ferngehalten, obwohl sie eigentlich dem Studium zugestimmt hatten. Leider hat sie dann auch einen schlechten Abschluss gemacht.</p>
<p>Wir Künstler sind froh darüber, wenn wir das Interesse anderer Menschen an der Kunst und der Musik wecken können. Ich würde mir nur wünschen, dass noch mehr Frauen die Möglichkeit dazu bekommen.</p>
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		<title>Frauen haben weniger Rechte</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=961</link>
		<pubDate>Wed, 16 May 2012 09:27:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_967" aria-labelledby="figcaption_attachment_967" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ranya-Downtown.jpg" rel="lightbox[961]"><img class="size-medium wp-image-967" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ranya-Downtown-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ranya-Downtown-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Ranya-Downtown-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die Universitäten sind offen für Männer und Frauen - für den Arbeitsmarkt gilt das nicht</p></div>
<p>Im Irak habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich Entfaltungsmöglichkeiten für Männer und Frauen geschlechtsspezifisch stark unterscheiden.  Hier spielen  das soziale Umfeld, das Alter, der Wohnort und der religiöse Glaube eine große Rolle. Gleichheit besteht  bei uns – mehr oder weniger – in der frühen Kindheit, aber es sind deutliche Unterschiede im Umgang mit Jungen und Mädchen spürbar.</p>
<p>Ich finde, dass die Chancen, die Männern eingeräumt werden, geradezu grenzenlos sind. <span id="more-961"></span></p>
<p>Männern stehen immer mehrere Wege offen und es wird ihnen sogar zugestanden, Regeln zu brechen. Frauen werden hingegen stark begrenzt. Das verstärkt sich besonders um die Zeit ihres vierzehnten Geburtstags herum. Frauen müssen für ihre Rechte und ihre Freiheiten kämpfen. Viele haben sich selbst geopfert und damit anderen Frauen zu mehr Freiheiten verholfen.</p>
<p>Wegen des Kriegs zwischen dem Irak und dem Iran habe ich selbst nie den Kindergarten besucht. Ich musste aus meinem Heimatland fliehen. Heute bin ich Kindergärtner und ich glaube an die Gleichheit von Kindern. Die Kinder sind meistens sehr glücklich, und ich glaube, ihre Freiheit unterscheidet sich deutlich von den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Im Kindergarten wird es den Jungen und Mädchen gestattet, ihre Zeit miteinander zu verbringen. Sie spielen, singen und essen zusammen.</p>
<div id="attachment_965" aria-labelledby="figcaption_attachment_965" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-KINDERGARTEN-KID.jpg" rel="lightbox[961]"><img class="size-medium wp-image-965" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-KINDERGARTEN-KID-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-KINDERGARTEN-KID-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-KINDERGARTEN-KID-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Ob Junge oder Mädchen - die Kleinen genießen noch viele Freiheiten</p></div>
<p>Das mag jetzt merkwürdig erscheinen, weil es doch eigentlich recht gewöhnlich ist. Aber was soll man tun, wenn das Recht darauf nicht besteht? Für manche Dinge müssen wir immer noch die Erlaubnis der Eltern erfragen. Selbst für kleine Unternehmungen, die wir mit den Kindern planen.</p>
<p>Als ich in der Grundschule war, fand ich es leicht, mit Mädchen Freundschaften zu schließen, später wurde das immer schwerer. In der weiterführenden Schule hatte ich das Gefühl, dass viele Mädchen gerne mit Jungs befreundet sein wollten. Aber das stand den Mädchen einfach nicht zu.</p>
<p>Bei uns gibt es Grundschulen, die Jungen und Mädchen gemeinsam besuchen. Auch in der Mittelstufe gibt es viele gemischte Schulen, aber es gibt nur wenige gemischte Gymnasien. Die Universitäten und andere weiterführende Bildungseinrichtungen und Institute sind wieder für beide Geschlechter offen. Ich kenne so viele Frauen, die ihren Abschluss gemacht haben, aber jetzt arbeitslos sind, weil sie keine Chance auf Arbeit bekommen. Einige arbeiten freiberuflich, aber manchmal erlauben die Eltern das nicht.</p>
<p>Männer haben in der Arbeitswelt ganz andere Chancen. Männer können tun und lassen, was sie wollen. Die Frauen hingegen müssen immer darauf achten, nicht gegen Regeln zu verstoßen, die ihnen von ihren Eltern oder ihren Ehemänner auferlegt worden sind. Frauen können sich auf einige Stellen der Regierung bewerben, aber &#8211; bedingt durch ihre Rolle in der Gesellschaft – darf eine Frau nie mehr verdienen als ihr Ehemann. Sollte dies doch schon mal vorkommen, muss sie ihr Geld mit dem Ehemann teilen oder darf es nur für wirklich notwendige Dinge ausgeben.</p>
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