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	<title>Religion &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Internationale Bildung wäre schön</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jul 2012 13:56:18 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2949" aria-labelledby="figcaption_attachment_2949" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/many-colours-and-cultures-one-goal.jpg" rel="lightbox[2943]"><img class="size-medium wp-image-2949" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/many-colours-and-cultures-one-goal-300x188.jpg" alt="Viele Farben und Kulturen, ein Ziel (Foto: Emmy Chirchir)" width="300" height="188" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/many-colours-and-cultures-one-goal-300x188.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/many-colours-and-cultures-one-goal-1024x641.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Farben und Kulturen, ein Ziel ...</p></div>
<p>Lange Reisen können entweder sehr stressig oder auch sehr entspannend sein. Es kommt darauf an, wie bequem der Flug ist und in welche Richtung man fliegt. Es macht allerdings keinen Spaß, bei einem Zwischenstop stundenlang auf einen Verbindungsflug im Flughafen zu warten. Auf dem Weg von Deutschland zurück nach Nairobi musste ich mehr als 4 Stunden in Dubai warten und ich habe die Zeit genutzt, um Zeitungen zu lesen.</p>
<p>Eigentlich wollte ich die Zeitungen nur durchblättern, aber es gab doch einige Artikel über Bildung, die mein Interesse geweckt haben. Das hat mir noch einmal gezeigt, dass Bildung ein wichtiges Thema ist, das viele Bereiche unseres Lebens berührt. Zwei ähnliche Artikel habe ich in einer deutschen Zeitung und in einer Zeitung aus der Golf-Region zum Thema multikulturelles Lernen gefunden.  <span id="more-2943"></span></p>
<p>In der deutschen Zeitung plädiert der Autor dafür, mehr internationale Studenten an die Universitäten zu locken. Es ging darum, eine Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen zu entwickeln, damit die deutschen Universitäten &#8222;im weltweiten Wettbewerb um exzellente Studierende und Wissenschaftler&#8220; bestehen könnten, meinte der Autor. Ich stimme diesem Vorschlag voll und ganz zu. Es erinnert mich an meinen Vater, der uns immer ermutigt hat, entfernt von zu Hause zur Schule zu gehen, um von anderen Kulturen, auch innerhalb Kenias, zu lernen und mehr Toleranz  für andere Leute zu entwickeln.</p>
<p>Dafür braucht man unbedingt eine multikulturelles Lernumwelt. Daher hat er sich gefreut, dass ich in Deutschland zwei Jahre lang meinen Master in &#8222;International Media Studies&#8220; (IMS) machen konnte, zusammen mit 10 anderen Kulturen. Ich habe schon mal als ‘Globale Klassenzimmer’ bezeichnet. Ich glaube, dass Deutschland mit solchen Masterstudiengängen schon mit dieser Strategie angefangen hat. Bei IMS waren nicht nur die Kulturen bunt gemischt, es wurde auch auf Englisch und Deutsch unterrichtet.</p>
<div id="attachment_2951" aria-labelledby="figcaption_attachment_2951" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Globalization.jpg" rel="lightbox[2943]"><img class="size-medium wp-image-2951" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Globalization-300x198.jpg" alt="Globalisierung per Fingerdruck (Foto: Emmy Chirchir)" width="300" height="198" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Globalization-300x198.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Globalization-1024x678.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Globalisierung per Fingerdruck</p></div>
<p>Der andere Artikel kam aus Dubai. Dort wurde die Frage gestellt, was eigentlich international ausgebildeten Studenten ausmacht. Der Artikel hat gleich selbst die Antwort gegeben und gesagt, dass es von Vorteil sei, in einem internationalen Lernumfeld zu lernen, also den Schritt in die Ferne zu wagen. Die Globalisierung verlangt auch in der Bildung von jedem, seinen Horizont und seine Kenntnisse zu erweitern. Die sogenannten ‘internationalen Studierenden’ sind toleranter und offener für neue und vielleicht fremde Kulturen, Religionen und Meinungen. Sie sind weniger voreingenommen gegenüber anderen Kulturen. Diese Eigenschaften helfen auch im späteren Beruf. Viele Arbeitgeber suchen nämlich Leute, die in einer multikulturellen Arbeitswelt arbeiten können.</p>
<p>In Kenia gibt es leider nicht so viele internationale Studenten an den Unis. Es gibt ein paar Studierende aus China oder aus der Türkei, die Englisch lernen. Ich behaupte, sie machen sich Sorgen um die Qualität. Kenia müsste auch eine Internationalisierungsstrategie entwickeln, um die Unis attraktiver für internationale Studierende und Lehrende  zu machen.</p>
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		<title>Die Akzeptanz für Musik im Irak wächst!</title>
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		<pubDate>Wed, 30 May 2012 12:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hodalid]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1575" aria-labelledby="figcaption_attachment_1575" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/me-and-a-friend-of-mine-Institutes-annual-festival-2006.jpg" rel="lightbox[1571]"><img class="size-medium wp-image-1575" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/me-and-a-friend-of-mine-Institutes-annual-festival-2006-300x225.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/me-and-a-friend-of-mine-Institutes-annual-festival-2006-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/me-and-a-friend-of-mine-Institutes-annual-festival-2006-1024x768.jpg 1024w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/me-and-a-friend-of-mine-Institutes-annual-festival-2006.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Freundin und ich beim Instituts Festival </p></div>
<p>In meinem <a title="Ein Kunststudium für Künstler!" href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=3" target="_blank">letzten Eintrag </a> habe ich euch von den Problemen an den irakischen Kunsthochschulen berichtet. Im vergangenen Jahrzehnt haben die Menschen in Kurdistan meiner Meinung nach ein besseres Verständnis für Kunst entwickelt. Aber ganz besonders für Musik. Das gilt leider nicht für alle Regionen meiner Heimat. Es gibt sogar Familien, die ihren Töchtern nicht erlauben Musik zu studieren. Manche verbieten es auch ihren Söhnen, weil sie denken, dass es mit der Religion nicht zu vereinbaren ist und, dass es unangemessen sei Musik zu machen.</p>
<p><span id="more-1571"></span><br />
Diese Einstellung teilen besonders viele Menschen auf dem Land, aber auch Menschen, die vom Land in kleinere Städte gezogen sind oder einfach nur konservativ sind. Ich kenne einen berühmten kurdischen Musiker, der fünf Jahre lang weit weg von seinem Heimatort Musik studiert hat und seinem Vater keinen Ton davon erzählt hat. Erst nachdem er seinen Abschluss gemacht hat, hat sein Vater es herausgefunden. Hätte er es früher erfahren, hätte er seinem Sohn das Studium verboten.</p>
<p>Als ich begonnen habe Musik zu studieren, habe ich an einem Ort gelebt, an dem Musik und Musiker abgelehnt wurden. Sogar meine engsten Freunde haben mich und mein Hobby ausgelacht. Aber ich habe immer an mich und meine Stärke geglaubt. Ich wusste einfach, dass ich dem gesellschaftlichen Druck nicht nachgeben will und auch nicht werde. Was mich allerdings rasend gemacht hat, war zu sehen, dass die Menschen bei uns kurdische Musik im Fernsehen oder im Radio richtig genossen haben. Ich habe deshalb nie verstanden, warum sie einerseits Musik hörten, aber andererseits dagegen sind? Ich habe dann rausgefunden, dass es dabei meistens um die Religion ging. Ich habe mich daran erinnert, dass die islamischen TV Sender keinerlei Musik für ihre Sendungen genutzt haben, Nachrichten ausgenommen. Aber mit der Zeit haben die Sender das verändert.</p>
<p>Diese Veränderung hat dazu beigetragen, dass die Menschen ihre Einstellung zu Musik überdacht haben. In Städten wie Erbil, Sulaymaniya und Dohuk hatte die Bevölkerung schon lange eine andere Meinung dazu. Diese Städte haben eine lange Geschichte des Kampfes hinter sich. Sie haben viele Opfer bringen müssen, um dem sozialen Druck entgegenzuwirken.</p>
<div id="attachment_1573" aria-labelledby="figcaption_attachment_1573" class="wp-caption alignright" style="width: 199px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-Bassist-Brother-Chia1.jpg" rel="lightbox[1571]"><img class="size-medium wp-image-1573" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-Bassist-Brother-Chia1-199x300.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="199" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-Bassist-Brother-Chia1-199x300.jpg 199w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-Bassist-Brother-Chia1-680x1024.jpg 680w" sizes="(max-width: 199px) 100vw, 199px" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Bruder Chia am Kontrabass</p></div>
<p>Ich hatte Glück: Meine Familie war schon immer anders. Meine Eltern stammen beide aus einem Dorf nahe der iranischen Grenze. Mein Vater musste wegen der politischen Situation die Schule nach der Grundschule verlassen. Anstatt zu studieren, ist er in den Krieg gezogen. Aber trotzdem konnte er seine künstlerischen Fähigkeiten ausbauen: Er singt, malt, hat eine wunderschöne Handschrift und spielt ein kurdisches Instrument mit dem Namen „Shimshal“.</p>
<p>Eigentlich ist aber mein kleiner Bruder der Glückliche in der Familie. Auf dem Gymnasium war er eher faul und es war ein ziemlich großer Akt für ihn die Schule zu beenden. Dann hat er sich für ein Studium der Musik an der Kunsthochschule beworden. Und als er anfing, stellte sich heraus, wie talentiert er eigentlich ist. Er hat sich für den Kontrabass entschieden. Viele Leute hier in Kurdistan kennen das Instrument gar nicht. Und manchmal muss er wirklich doofe Fragen beantworten: Wie kannst du diesen Klang nur mögen? Kann man damit auch Boot fahren? Warum hast du dich überhaupt dafür entschieden? Ist es vielleicht eine Geige, die im Wasser einfach nur aufgequollen ist?</p>
<p>Was soll ich dazu noch sagen? Manche Menschen haben einfach keine Ahnung…</p>
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