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	<title>Schulsystem &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Wir müssen offen für Reformen sein</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2012 13:12:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Unseld]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kathrin | Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gymnasium]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3045" aria-labelledby="figcaption_attachment_3045" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003.jpg" rel="lightbox[3063]"><img class="size-medium wp-image-3045" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003-225x300.jpg" alt="Wahlplakat der FDP in Nordrhein-Westfalen (Foto: Kathrin Biegner)" width="225" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003-225x300.jpg 225w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003.jpg 675w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p class="wp-caption-text">FDP-Wahlplakat im nordrhein-westfälischen Wahlkampf</p></div>
<p>Das ist der letzte Blogeintrag für mich. In den zwei Monaten, in denen wir fünf unseren Blog geführt haben, habe ich viel über Bildung in anderen Staaten erfahren &#8211; und mich auch mit dem deutschen System intensiver auseinandergesetzt.</p>
<p>Was mir auffällt bei allen Diskussionen über Bildungssysteme ist: Oft wird die Leistung des Systems nur darin gesehen und bewertet, ob Schüler, Schülerinnen und Studierende höhere Abschlüsse und bessere Noten erhalten und sie so (scheinbar) besser auf das Berufsleben vorbereitet sind. Aber es gibt eine andere Sache, die das Bildungssystem unglaublich wertvoll für eine Gesellschaft macht. Und die hat mit dem <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2985">Gespräch</a> zu tun, das ich mit meiner Freundin Katharina geführt habe: Insbesondere Kindergärten und Schulen bieten die wahnsinnig wichtige Chance, eine Gesellschaft näher zusammenzubringen. Diese Chance wird in Deutschland nicht ausreichend genutzt. Im Gegenteil: Unser &#8211; in vielen Bundesländern noch dreigliedriges &#8211; Schulsystem spaltet die Gesellschaft.<span id="more-3063"></span></p>
<p>In meiner Grundschulzeit in einem Dorf hatte ich noch Kontakt zu allen Gleichaltrigen. Der ging dann in meiner Gymnasialzeit verloren. Erst mit 17 kam ich wieder mit denjenigen zusammen, die ich auf dem Gymnasium aus den Augen verloren hatte und die mittlerweile ihren Hauptschul- oder Realschulabschluss hatten. Denn in unserem Dorf wird das Kerbefest (ein traditionelles Volksfest) immer von den 18-Jährigen organisiert. So trafen wir uns dann also alle wieder. In vielen Städten gibt es solche Feste nicht, die Menschen unterschiedlicher Schichten zusammenführen, denn auch Wohngebiete und Vereine sind oft nach sozialen Schichten unterteilt. Die Schule wäre also der einzige Ort, der diesem sozialen Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft entgegenwirken könnte.</p>
<p>Das wird auch von Politikern oft nicht bedacht. In Rheinland-Pfalz haben sie die Hauptschule, in der Schüler mit einem schlechten Notendurchschnitt landeten, abgeschafft. Das lief mit wenig Widerstand. Das Gymnasium, das zur Hochschulreife führt, ließen sie unangetastet. Schließlich empfinden Gymnasiasten und deren Eltern ihre Schule nicht als Makel, sondern als Auszeichnung oder gar als Statussymbol. Dabei verlieren auch Gymnasiasten viel an sozialen Lernmöglichkeiten in ihren ausgesiebten Klassen. Der Bezug zu anderen Lebenswirklichkeiten in ihrem Land kann schnell verloren gehen. Doch, verständlicherweise, stört es Eltern nicht, so lange ihre Kinder hier die Voraussetzungen für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Sie denken, in diesem geschützten Umfeld fiele ihren Kindern das Lernen leichter. Ergebnisse von Untersuchungen, die das Gegenteil zeigen, haben hier weniger Argumentationskraft als Gefühle. Deshalb organisierten in Hamburg auch viele Eltern Proteste, als das Gymnasium dort abgeschafft werden sollte. Und FDP-Politiker plakatierten im NRW-Wahlkampf stolz: &#8222;Gymnasium erhalten!&#8220;</p>
<div id="attachment_3043" aria-labelledby="figcaption_attachment_3043" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3.jpg" rel="lightbox[3063]"><img class="size-medium wp-image-3043" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-300x225.jpg" alt="Mein Gymnasium, ein katholisches Mädchengymnasium (Foto: Kathrin Biegner)" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Gymnasium bot ein sehr behütetes Umfeld: Es war ein katholisches Mädchengymnasium.</p></div>
<p>Ist es also Wahltaktik, dass Politiker das Gymnasium oft unangetastet lassen? An Gymnasien sind schließlich die Kinder der politisch aktivsten Menschen. In den sozial benachteiligten Schichten, deren Kinder es oft nicht an das Gymnasium schaffen, gibt es sehr wenige, die Demonstrationen oder Unterschriftenaktionen organisieren oder vor einer Kamera ihren Standpunkt überzeugend argumentieren würden. Diese Menschen gehen auch viel seltener wählen als Bessergebildete und Besserverdienende.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass trotzdem überzeugte Politiker in Zukunft das Gymnasium nicht mehr als unantastbar ansehen. Dass sie sich für eine Reform einsetzen, die tatsächlich für mehr Chancengerechtigkeit und einen besseren Zusammenhalt in der Gesellschaft steht. Schließlich haben wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr viele finanzielle Ressourcen. Sollte es da nicht möglich sein, meinem Traum näher zu kommen?</p>
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		<title>Bildungssystem ohne einheitliche Standards</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=937</link>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 17:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[María | Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Curriculum]]></category>
		<category><![CDATA[Gymnasium]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_931" aria-labelledby="figcaption_attachment_931" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Mother-grading-papers.jpg" rel="lightbox[937]"><img class="size-medium wp-image-931" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Mother-grading-papers-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Mother-grading-papers-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Mother-grading-papers.jpg 360w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Marias Mutter korrigiert Englischarbeiten</p></div>
<p>Am Sonntag habe ich gemeinsam mit meinen Eltern gefrühstückt. Meine Mutter ist Englisch-Lehrerin und war damit beschäftigt, einige Arbeiten zu korrigieren. Sie wollte, dass ich mir einige der Texte ansehe. „Meinst du, ich erwarte zu viel?“, fragte sie. „Das ist für das CAE.“ (Certificate in Advanced English)</p>
<p>Ich habe mir beim Lesen das ein oder andere durch den Kopf gehen lassen und einige Gedanken mit meiner Mutter ausgetauscht. Während unseres Gesprächs fiel mir wieder ein, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, in Englisch zu schreiben…<span id="more-937"></span></p>
<p>Als ich in Berlin an einem internationalen College Unterricht hatte, schrieb ich auch philosophische Essays. Die hatten durchschnittlich 2000 Wörter. Ich fand, dass mein Grundwissen eigentlich nicht ausgereicht hat, um ein gutes Essay zu schreiben. Also habe ich mir selbst beigebracht, komplexe Zusammenhänge und Gedanken in meinen Texten zu strukturieren. Die Fakultätsmitarbeiter haben mir dazu Rückmeldungen gegeben.</p>
<p>In Argentinien sind die hohen Lernstandards nicht das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen oder gesellschaftlich festgelegter Ansprüche an Qualitäts-Bildung. Stattdessen sind es Einzelne, von denen hier die Initiative ausgeht. Immer wieder habe ich von Leuten gehört: „Ich hatte Glück. In der siebten Klasse hatte ich einen ganz tollen Sprachlehrer.“ Oder: „Ich fand Mathematik an der Universität nicht schwer – ich hatte nämlich in den letzten beiden Jahren auf dem Gymnasium einen sehr guten, anspruchsvollen Lehrer.“</p>
<p>Als ich in Argentinien Abitur gemacht hatte, gab es ein System, das nannte sich 6-3-3. Das bedeutet: Sechs Jahre Grundschule, drei Jahre weiterführende Schule, drei Jahre Gymnasium. Im Gymnasium musste man Orientierungskurse wählen und so konnte es passieren, dass man von den Klassenkameraden getrennt wurde und mit einer Gruppe völlig neuer Leute zusammenkam.</p>
<div id="attachment_933" aria-labelledby="figcaption_attachment_933" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-mothers-creative-space.jpg" rel="lightbox[937]"><img class="size-medium wp-image-933" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-mothers-creative-space-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-mothers-creative-space-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-mothers-creative-space.jpg 360w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Schon mit der Unterrichtsvorbereitung setzt jeder Lehrer seine individuellen Lern-Standards</p></div>
<p>Ich erinnere mich an eine Übungsstunde in Grammatik. Einige Schüler hatten sich lebhaft beteiligt, andere kamen überhaupt nicht mit. Der Lehrer fragte dann: „Wer hat euch denn vorher unterrichtet?“ Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass Lehrer unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die einen legen mehr Wert auf den Schreibstil, andere hingegen finden Grammatik-Übungen viel wichtiger und wieder andere halten Literatur für das Maß aller Dinge. Wenn du Glück hattest, hat dir in der Schulzeit jemand eine gute Grundlage in Grammatik vermittelt und du hast gelernt, ordentlich zu schreiben und dich gut auszudrücken. Dieses Phänomen eines uneinheitlichen Bildungsstands ist also schon innerhalb der einzelnen Schulen zu finden. Noch gravierender zeigt es sich, wenn man Gleichaltrige trifft, die aus den Provinzen kommen. Die Wissenslücke zwischen  Teenagern die in den Provinzen zur Schule gehen und denen aus Buenos Aires klafft viel weiter auseinander.</p>
<p>Es gibt kein einheitliches System von Bildungsstandards. Obwohl sich die Lehrer an Lehrpläne halten, setzen sie doch die Schwerpunkte ihres Unterrichts völlig unterschiedlich – Defizite auszugleichen bleibt dann einem selbst überlassen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Lehrpläne zu grob gehalten sind oder zum Schuljahresende nicht gründlich ausgewertet werden. In jedem Fall ist es oft genug so, dass du alleine zusehen musst, wie du voran kommst.</p>
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