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	<title>Streik &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Das Schweigen der russischen Lehrer</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 16:00:23 +0000</pubDate>
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<p>Als ich Marias <a title="Das eigene Wissen nutzen..." href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=11" target="_blank">Eintrag </a>über die Lehrerstreiks in Argentinien gelesen habe, habe ich über die hiesige Unzufriedenheit mit dem russischen Bildungssystem nachgedacht. Und damit meine ich die Unzufriedenheit der Lehrer und auch vieler anderer Menschen.</p>
<p>Was mich allerdings verwundert, aber auch beunruhigt ist, dass die Lehrer in meinem Land nie Streiks organisieren oder auch nur versuchen gehört zu werden – weder in den kleinen noch in den großen Städten. Ich weiß zum Beispiel, dass einige unserer Uni-Professoren in ihrer Freizeit zusätzlich Nachhilfe erteilen, damit sie ein bisschen mehr Geld verdienen. Dabei wäre eigentlich die Forderung nach besseren Gehältern und einer modernen Ausstattung völlig gerechtfertigt. Dabei ginge es ja dann auch nicht darum, dass nur einzelne Lehrer davon profitieren.</p>
<p><span id="more-2603"></span></p>
<p>Aber ich würde an dieser Stelle gerne einen Blick auf die Jahre am Gymnasium werfen. Vor einigen Jahren war es noch so, dass wir unsere Abschlussprüfungen im Juni hatten und die Aufnahmeprüfungen an der Uni waren im Juli. Das hat man jetzt geändert. Denn damals mussten die Studenten mindestens zwei Monate am Rande des Nervenzusammenbruchs immer weiter lernen, lernen, lernen. Außerdem bestand so die Gefahr der Korruption: Je mehr Verbindungen man in diese Kreise hatte, desto schneller konnte man eine Möglichkeit finden, sie für sich auszunutzen.</p>
<div id="attachment_2599" aria-labelledby="figcaption_attachment_2599" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/P_USE-papers-to-be-filled-in-with-answers.jpg" rel="lightbox[2603]"><img class="size-medium wp-image-2599" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/P_USE-papers-to-be-filled-in-with-answers-300x246.jpg" alt="Pavel" width="300" height="246" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/P_USE-papers-to-be-filled-in-with-answers-300x246.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/P_USE-papers-to-be-filled-in-with-answers.jpg 480w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die &quot;USE&quot; Bögen für die Prüfungen</p></div>
<p>Seit einer Prüfungsreform, ersetzt heutzutage das so genannte „Unified State Exam“ (USE) – vereinheitlichte und staatliche Klausuren &#8211; die Aufnahmeprüfung an der Uni. Die Regierung sagt, dass das neue Examen Schülern aus den Provinzen die gleichen Chancen einräumen würde, um an renommierten Universitäten zu studieren. Außerdem sollte es die eben erwähnte Korruption bekämpfen, weil die Noten nicht von den Lehrern selber vergeben werden, sondern von einem staatlichen Komitee. Das USE besteht zwar aus vielen verschiedenen Tests. Aber es ist ja auch klar, dass Tests alleine nichts über das (kreative) Potential der Schüler aussagen. Und wenn man es genau nimmt, dann verdecken sie diese kreativen Fähigkeiten wohl eher. Was passiert denn mit den jungen Menschen, die gerne Musik oder Kunst studieren wollen?</p>
<p>Trotz solcher Bedenken von Seiten der Eltern wurde das USE eingeführt. Neuerdings kursiert hier das Gerücht, dass die Prüfen auf zwei verschiedenen Ebenen stattfinden sollen – erst die leichteren, dann die schwereren Prüfungen. Ich befürchte nur, dass damit die Korruption wieder in Gang kommt. Wer bitte möchte keine guten Noten haben am Ende seiner Schullaufbahn haben?</p>
<p>Ich denke, dass unsere Lehrer auf dieses Thema aufmerksam machen werden. Und da wir ja in einer Zivilgesellschaft leben, sollte jeder Zivilist auch angehört werden. Die Frage bleibt allerdings: Wie lange dauert es bis dahin noch?</p>
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		<title>Lehrer und Regierung auf Konfrontationskurs</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2423</link>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 12:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hodalid]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[María | Argentinien]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2399" aria-labelledby="figcaption_attachment_2399" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-5.-Kids-drawings-are-all-over-the-place.jpg" rel="lightbox[2423]"><img class="size-medium wp-image-2399" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-5.-Kids-drawings-are-all-over-the-place-300x225.jpg" alt="Maria" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-5.-Kids-drawings-are-all-over-the-place-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-5.-Kids-drawings-are-all-over-the-place.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Immer wieder gehen die Lehrer auf die Straße und protestieren</p></div>
<p>Im März dieses Jahres gab es einen großen Streik der Lehrervereinigung, weil sie eine Gehaltserhöhung fordern. Jedes Jahr kommt dieser Streik pünktlich zum Semesteranfang im März: Einige Wochen vorher beginnen die jährlichen Verhandlungen der Regierung mit der Vereinigung. In Argentinien haben Lehrer fast das niedrigste Einkommen. Also ist es ganz verständlich, dass sie oft mehr arbeiten und auch überarbeitet sind, damit sie überhaupt finanziell über die Runden kommen.</p>
<p>Die Forderung der Lehrer nach besseren Gehältern wurde dieses Jahr besonders hitzig diskutiert, weil zeitlich Kongressabgeordnete eine Gehaltserhöhung um 100 Prozent erhalten haben. Die Abgeordneten und die Senatoren hatten auch schon vorher richtig gute Gehälter. Aber die Forderung der Lehrer wurde abgewiesen. Und zu alle dem hat Präsidentin Kirchner den Appell der Lehrer einfach abgetan. Sie arbeiteten ja eh nur vier Stunden am Tag und hätten drei Monate im Jahr frei. Gleich am nächsten Tag haben alle Lehrer gestreikt – und das für zwei Wochen. </p>
<p><span id="more-2423"></span></p>
<p>Warum macht unsere Präsidentin solche Stellungnahmen und bricht offen mit einem solch wichtigen Sektor? Ich habe das einfach nicht verstanden. Dafür musste es eine Erklärung geben, ein versteckter Zweck. Das habe ich mir zumindest so gedacht.</p>
<div id="attachment_2391" aria-labelledby="figcaption_attachment_2391" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Government-Netbooks-program-at-a-train-station.jpg" rel="lightbox[2423]"><img src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Government-Netbooks-program-at-a-train-station-300x201.jpg" alt="Maria" width="300" height="201" class="size-medium wp-image-2391" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Government-Netbooks-program-at-a-train-station-300x201.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Government-Netbooks-program-at-a-train-station-1024x687.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Aktionen der Regierung, wie die Verteilung der Netbooks, greifen nicht weit genug</p></div>
<p>Als ich dann meine Freundin Eva Maria in der Provinz La Pampa besucht habe, habe ich mich mit ihrer Mutter über dieses Thema unterhalten. Ihre Meinung bedeutet mir sehr viel. Sie unterstützt die Behörden<br />
eigentlich und ist auch selber Lehrerin. Sie hat mir dann gesagt, dass die Aussage unserer Präsidenten nichts Neues sei: „Das was sie gesagt hat, denken so viele Menschen in unserer Gesellschaft.“ Meine Schlussfolgerung daraus war, dass Frau Kirchner versucht hat, sich der Argumente derer annehmen, die bildungsfern sind und große wirtschaftliche Sorgen haben. Sie wollte wohl auf Stimmenfang gehen.</p>
<p>Unsere derzeitige Administration ist populistisch. Aber so ein Diskurs ist wichtig, denn nur so werden die Menschen erst auf solche wichtigen Themen aufmerksam. Und Argentinien ist in dieser Hinsicht in einer Notsituation. Die Lehrervereinigung stand der Regierungspartei eigentlich schon seit 2003 nah. Mittlerweile sind neun Jahre ins Land gegangen und an der Situation der Lehrer hat sich nichts verbessert. Geld macht die Menschen ja nicht nur wohlhabender, sondern ein höheres Gehalt ist auch eine Wertschätzung der eigenen Arbeit. Und wenn man mehr Geld hat, muss man sich weniger um seine sozialen Nöte kümmern und kann seinem Job und seine Berufung sorgloser nachgehen.</p>
<p>Ein gutes Beispiel für die schlecht funktionierende Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Regierung ist das Programm: “Conectar Igualdad” (Gleichheit „verlinken“). Bei dieser Aktion hat die Regierung mehr als drei Millionen Netbooks an Kinder und Teenager in Schulen verteilt. Es kommt schon häufiger vor, dass die Kids zwar einen Computer haben, aber nicht wissen wie sie damit umgehen sollen oder es auch kein Internet in der Schule gibt. Manchmal wissen die Lehrer selber auch nicht wie sie damit im Klassenraum arbeiten sollen. Ein sehr hoher Anteil der Lehrer kann sogar überhaupt nicht mit einem Computer umgehen. Und wenn ich dann danach frage, wie die Schulung für die Lehrer innerhalb dieses Programms aussieht, dann ist die Antwort: Die Schulungen finden am Samstag statt. Warum sollte jemand, der bereits unterbezahlt ist, freiwillig am Samstag zu einer Schulung gehen? Die Regierung kümmert sich also nur oberflächlich um die Probleme. Ihre Bemühungen gehen leider insgesamt nicht weit genug.</p>
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