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	<title>Unterstützung &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Manchmal reicht das Geld einfach nicht &#8211; und dann muss Hilfe her</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jun 2012 10:23:06 +0000</pubDate>
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<p>In meinem letzten <a title="Mit Hilfe die Hürden des Uni-Einstiegs meistern " href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=5" target="_blank">Eintrag </a>habe ich darüber geschrieben, warum ich mich dazu entschieden habe, die Mainzer Gruppe von ArbeiterKind.de zu gründen. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen erzählen, die ich durch dieses Ehrenamt und durch einige Freunde gemacht habe.</p>
<div></div>
<p>„Ich habe ihnen nicht erzählt, dass ich BaföG beziehe. Und ich habe mich so furchtbar gefühlt, als sie angefangen haben, auf ‚all diese Schmarotzer, die dem Staat nur Geld wegnehmen‘, zu schimpfen.“ Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir eine Freundin von dieser Situation erzählte. Ich konnte ihr ansehen, wie sehr sie die Beschimpfungen ihrer Kommilitoninnen verletzt hatten. Meine Freundin ist eine hart arbeitende junge Frau, die immer neben ihrem Studium gearbeitet hat. Aber sie konnte einfach nicht so viel Geld verdienen, um für all ihre Ausgaben aufzukommen. Deshalb hatte sie BaföG beantragt und erhielt ein wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Sie wollte niemanden betrügen; sie brauchte einfach das Geld. Ihre Familie konnte ihr das Studium nicht finanzieren.</p>
<p>„Das größte Problem ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viele Informationen man an das Bafög-Amt geben muss, um das Geld zu erhalten“, erzählte mir meine Freundin. Durch meine Arbeit für ArbeiterKind.de wusste ich, was sie meinte: Man muss Berge von Papier ausfüllen und muss alles mit offiziellen Dokumenten belegen, die nachweisen, dass man selbst und seine Eltern nicht mehr verdienen oder gespart haben, als es erlaubt ist. Diese Situation ist besonders schwierig für Studierende, die keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben. Die Behörden akzeptieren in der Regel keine fehlenden Dokumente und es kann sehr belastend für junge Menschen sein, zu versuchen, wieder den Kontakt mit der Familie aufzubauen.</p>
<p><span id="more-2405"></span></p>
<p>Wenn wir mit ArbeiterKind.de an Schulen sind, fragen uns viele Schülerinnen und Schüler, mit wie viel BaföG sie rechnen können. Wir können ihnen das nicht sagen. Es gibt zwar einen Online-Rechner, aber die rechtlichen Regeln, mit denen der persönliche BaföG-Satz errechnet wird, sind sehr kompliziert. Daher weiß man nie sicher, ob man das Darlehen erhält oder nicht &#8211; und auch nicht, wie viel Geld man erhält. Der maximale Monatsbetrag liegt bei 670 Euro. Je nach dem, in welcher Stadt man wohnt, ist auch das noch wenig. Außerdem dauert es oft sehr lange von der Antragsstellung bis zum Entscheid. In der Zwischenzeit bekommt man kein Geld. Das ist eine furchtbare Situation für junge Erwachsene, die auf dieses Geld angewiesen sind.</p>
<div id="attachment_2395" aria-labelledby="figcaption_attachment_2395" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post.jpg" rel="lightbox[2405]"><img class="size-medium wp-image-2395" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn man Bafög bezieht, muss man viele Nachweise erbringen</p></div>
<p>Was wir in unseren Gesprächen mit Eltern und Schülern, die sich mit dem BaföG-System nicht auskennen, bemerken, ist, dass viele Angst davor haben, Schulden zu machen. Wir erklären ihnen, dass man nur die Hälfte des Darlehens zurückzahlen muss und dass es keine Zinsen gibt. Martin, einer unserer Mentoren von ArbeiterKind.de, erklärt es immer so: „Von jedem Euro, den ihr von eurem BaföG-Geld ausgebt, sind 50 Cent geschenkt. Also seid nicht dumm: Wenn ihr in einer finanziell schwierigen Lage seid, beantragt diese finanzielle Unterstützung.“ Während er das erklärt, zeichnet er immer einen Kreis und teilt ihn in zwei Hälften, um zu symbolisieren, wie viel man zurückzahlen muss und wie viel man erlassen bekommt.</p>
<p>Eine andere Sache, die viele Eltern und selbst Lehrer nicht wissen, ist, dass auch Schüler BaföG bekommen können. Deshalb mache ich bei Schulvorträgen immer darauf aufmerksam. BaföG ist eine hervorragende Möglichkeit, um Unterstützung zu erhalten &#8211; aber wie bei Stipendien und anderen Unterstützungsleistungen wissen oft diejenigen, die sie am meisten bräuchten, nichts darüber, machen sich unnötige Gedanken oder haben falsche Infos. Mit ArbeiterKind.de versuchen wir gegen dieses Informationsdefizit anzugehen und Menschen zu unterstützen, die in der unangenehmen Situation sind, Hilfe vom Staat zu beantragen.</p>
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		<title>Der Aufbau einer Lerngemeinschaft</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1699</link>
		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 18:00:40 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[María | Argentinien]]></category>
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<div id="attachment_1711" aria-labelledby="figcaption_attachment_1711" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids.jpg" rel="lightbox[1699]"><img class="size-medium wp-image-1711" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids-300x225.jpg" alt="Maria Cruz" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Valeria-at-Integration-center-with-a-group-of-small-kids.jpg 720w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Valeria mit Kleinkindern im Integrationszentrum El Dique</p></div>
<p>Nachdem der Zirkus-Workshop in Barrio Mosconi war, ist er nach El Dique gezogen. El Dique ist ein weiterer armer Stadtteil im Bezirk Ensenada. Jetzt, da ich in beiden Stadtteilen gewesen bin, kann ich sagen, dass die Lebensbedingungen in El Dique noch dramatischer sind: illegal gebaut Häuser und überall verdreckte Straßen. Die Direktorin der Grundschule in Barrio Mosconi hatte uns schon davon erzählt und sie sagte auch, dass in El Dique viel mehr Menschen leben. Daher gibt es dort auch ein „Community Integration Center“ – ein Integrationszentrum, das die Regierung aufgebaut hat. Dort kümmert man sich um Gesundheitsfragen, soziale Entwicklung, Kunstprojekte, Bildung und Sport. Und dort haben dann auch unsere Zirkuskurse stattgefunden.</p>
<p>Ich denke, dass es wichtig ist über diese Orte zu sprechen. Ich denke oft, dass ich so leidenschaftlich gerne lerne, weil ich das Glück hatte, immer Anregungen zu bekommen und auch herausgefordert zu werden. Bei uns zu Hause hat es mir an Nichts gefehlt. Ich habe immer Unterstützung gefunden. Als ich mich das erste Mal mit den Mitarbeitern vom Integrationszentrum in El Dique unterhalten habe, haben sie mir davon berichtet, was ihre Aufgaben sind: Sie unterstützen die Kinder emotional, versuchen sie herauszufordern und dazu zu motivieren eine Ausbildung zu beginnen.</p>
<p><span id="more-1699"></span></p>
<p>Den Kinder und Teenager, die aus sozial schwachen Familien stammen, fehlt es nicht nur an Interesse an der Schule, sondern sie wollen gar nicht lernen, um irgendwas an ihren Lebensumständen zu verbessern. Meistens sind ihre Eltern bildungsfern und arbeitslos. Eine Situation, die sich dann wie in einem Teufelskreis wiederholt. Und die wirtschaftliche Lage macht es nicht gerade besser. Sie fragen sich dann natürlich, warum sie überhaupt lernen sollen, wenn sie danach eh keine Jobs finden. Und warum sollte es bei ihnen besser funktionieren, als bei ihren Eltern? Es ist wirklich schwer, jemanden, der so ein schweres Schicksal hat, davon zu überzeugen, dass sich die Dinge auch ändern können.</p>
<p>Genau aus diesem Grund, schätze ich die Arbeit des Integrationszentrums sehr. Ich hatte einmal die Möglichkeit mich</p>
<div id="attachment_1709" aria-labelledby="figcaption_attachment_1709" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1.jpg" rel="lightbox[1699]"><img class="size-medium wp-image-1709" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1-300x225.jpg" alt="Maria Cruz" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/El-Dique-neighbouhood-1.jpg 720w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">El Dique ist ein trostloser Ort</p></div>
<p>mit Valeria vor Ort zu unterhalten. Sie ist die Koordinatorin eines Programms mit dem Namen „El Envion“. Dort will man den Kindern einen kleinen Anstoß geben, etwas zu verändern. Valeria sagt, dass sie sich bemühen, interessante Aktivitäten anzubieten: Fotografieren sei sehr beliebt. Die Zirkuskurse seien der Renner. Aber auch die Malerei werde gut angenommen. „Wir unterstützen sie auch in ihren Schulfächern, so wie Mathe oder Sprachen“, erzählt Valeria. Manche der Kids wollen für die Kurse sogar die Schule schwänzen, aber Valeria erklärt ihnen dann, dass die Schule sehr wichtig ist. „Wir sind einfach für die Kinder da und versuchen sie zu motivieren. Aber am Wichtigsten ist, dass die Kinder nicht die Schule sausen lassen. Wenn sie mit der Schule fertig sind, holen wir einen Ausbildungsberater dazu und sprechen über ihre Zukunftswünsche.“ Valeria ist wirklich sehr engagiert.</p>
<p>Auch ich kann sagen: Wenn die Kinder motiviert werden, dann lernen sie auch. Wenn sie Unterstützung finden, dann gehen sie auch den nächsten Schritt. Aber was, wenn die Kinder völlig alleine sind? Wenn sie keine zu Hause haben? Wenn sie keine Familie haben? Wie sieht die Situation in euren Ländern aus?</p>
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