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	<title>Web 2.0 &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Das Internet ist nicht für jeden da</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 08:00:36 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2569" aria-labelledby="figcaption_attachment_2569" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/multimedia-learning-online.jpg" rel="lightbox[2565]"><img class="size-medium wp-image-2569 " src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/multimedia-learning-online-300x200.jpg" alt="Kathrin " width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/multimedia-learning-online-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/multimedia-learning-online-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Das Internet macht Lernen bequem - wenn man verbunden ist</p></div>
<p>Bevor ich euch noch weiter davon erzähle, welche Wege andere Familienmitglieder meiner Generation im deutschen Bildungssystem gegangen sind, möchte ich heute noch mal auf das zurückkommen, was mein Cousin Thorsten im <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2481)" target="_blank">Interview</a> gesagt hat: „Die Zukunft der Bildung liegt im Web 2.0.“</p>
<p>Darüber haben einige andere Blogger in diesem Projekt und ich ja auch schon geschrieben: Egal ob in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1433">Kenia </a>oder hier in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1667">Deutschland</a>, überall bieten uns neue Technologien neue Wege zu Bildung. Doch ich denke, damit werden die alten Probleme ja nicht überwunden.</p>
<p><span id="more-2565"></span></p>
<p>Wie ich ja schon mal im Mai geschrieben habe, denke ich, dass man von den Möglichkeiten des Internets umso besser profitieren kann, je besser die Vorbildung ist. Wenn ich z.B. nur eine Sprache spreche, dann verstehe ich viel weniger von dem, was im Netz verbreitet wird. Daher, denke ich, sind Personen, die wirtschaftlich wichtige und weit verbreitete Sprachen sprechen &#8211; wie Englisch, Französisch und Deutsch &#8211; im Vorteil: In diesen Sprachen gibt es so viel mehr zu finden als in Sprachen kleinerer Sprachgruppen. Es gibt fast vier Milliarden englische Wikipedia-Artikel, aber andererseits nur 361 Artikel in Siswati (eine Bantusprache in Südafrika). Es gibt auch noch viele weitere Beispiele hierzu. Viele weitere Beispiele zeigen uns, dass  die Menschen, die kein Englisch verstehen, auch in der digitalen Welt im  Nachteil sind. Das heißt, Ungleichheiten im Bildungszugang können durch neue Technologien nicht vollkommen ausgeglichen werden. Nein, im Gegenteil, teils werden sie sogar verstärkt!</p>
<p>Um überhaupt eine Internetseite öffnen zu können, benötige ich die technischen Voraussetzungen. Damit meine ich nicht nur irgendein Gerät, mit dem ich ins Netz kann; sondern vor allem eine vorhandene Internetverbindung. Ländliche Gegenden oder Länder mit schlechter Infrastruktur werden so noch mehr abgeschnitten als bisher bereits. Hier lohnt es sich für die Internetanbieter nicht, Leitungen zu verlegen und Sendemasten aufzustellen. Es wäre zu teuer oder es gibt einfach zu wenige Menschen, die dafür zahlen würden.</p>
<div id="attachment_2571" aria-labelledby="figcaption_attachment_2571" class="wp-caption alignright" style="width: 200px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/books_vs_kindle.jpg" rel="lightbox[2565]"><img class="size-medium wp-image-2571 " src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/books_vs_kindle-200x300.jpg" alt="Kathrin " width="200" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/books_vs_kindle-200x300.jpg 200w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/books_vs_kindle-682x1024.jpg 682w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><p class="wp-caption-text">Ein E-Book: technische Möglichkeiten machen Massen an Informationen zugänglich</p></div>
<p>Wirtschaftliche Interessen bestimmen nicht nur über den Zugang zum Web. Sie beeinflussen auch das, was wir im Netz lesen. Verlassen wir uns darauf, uns Wissen zu „ergooglen“, ist die Gefahr hoch,  als erstes die Ergebnisse zu erhalten, die von bezahlten Spezialisten für Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung dort platziert wurden. Klar hat auch die Masse von „normalen“ Internetnutzern eine gewisse Macht im Netz. Doch reicht diese wirklich aus, um die wirtschaftlichen und auch staatlichen! Interessen im Netz zu beeinflussen oder zu verdrängen?</p>
<p>Diese Fragen finde ich sehr interessant, und ich denke, wir alle, Gesellschaft und Politik, müssen uns damit auseinandersetzen. Deshalb freue ich mich sehr auf das Global Media Forum, das am Montag, 25. Juni in Bonn startet. Auf diesem internationalen Medienkongress der Deutschen Welle werde ich mich mit den anderen vier Bloggern live und in Farbe austauschen können und auch Experten treffen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Kultur, Bildung, Medien“. Ganz besonders gespannt bin ich auf die verschiedenen Workshops. Einige behandeln auch die Themen, über die ich heute geschrieben habe, z.B. der Workshop „An Algorithmic View of the World: How Google and Others Shape Awareness and Education“. Was ich dort erfahre, darüber schreibe ich nächste Woche.</p>
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		<title>&#8222;Die Zukunft der Bildung liegt im Web 2.0&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jun 2012 08:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hodalid]]></dc:creator>
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<div id="attachment_2499" aria-labelledby="figcaption_attachment_2499" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/image002.jpg" rel="lightbox[2481]"><img class="size-medium wp-image-2499" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/image002-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/image002-208x300.jpg 208w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/image002.jpg 409w" sizes="(max-width: 208px) 100vw, 208px" /></a><p class="wp-caption-text">Thorsten - Er nutzt das Internet, um sich weiterzubilden</p></div>
<p>Die Mitglieder meiner Familie gingen unterschiedliche Wege durch das Bildungssystem. Damit ihr mehr Eindrücke erhaltet, habe ich meinen Cousin, meinen Bruder und meine Cousinen interviewt. In meinem ersten Interview spreche ich mit meinem Cousin Thorsten, 26, der nicht nur in Deutschland zur Schule ging, sondern auch in Kanada auf einem Internat war. Er findet, dass die Schule für eine breite Allgemeinbildung sorgen sollte, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu fördern.</p>
</div>
<p><strong>Kathrin: Was machst du zurzeit?</strong><br />
Thorsten: Ich schreibe meine Master-Arbeit im Studiengang IT-Management an der Fachhochschule für Ökonomie und Management &#8211; FOM.</p>
<p><strong>Wie finanzierst du dir dein Studium?</strong><br />
Es handelt sich um ein berufsbegleitendes Studium, das mein Arbeitgeber fördert. Das heißt, ich arbeite im Unternehmen, verdiene dort Geld und studiere parallel.</p>
<p><strong>Deine Hochschulzugangsberechtigung hast du aber nicht an einem deutschen Gymnasium erworben.</strong><br />
Richtig. Ich habe an der Bishops-College-School in Kanada mein Abitur gemacht. Das war ein Internat. Zuvor hatte ich eine Gesamtschule in  Nordrhein-Westfalen besucht.</p>
<p><span id="more-2481"></span></p>
<p><strong>Wenn du deine Erfahrungen an einem kanadischen Internat mit denen an einer deutschen Gesamtschule vergleichst: Was könnte man voneinander lernen?</strong><br />
Ich würde jetzt mal versuchen die Oberstufen miteinander zu vergleichen, auch wenn ich nie eine deutsche Oberstufe besucht habe: Die deutsche hat im Vergleich zu Kanada den Vorteil, dass man wesentlich breiter aufgestellt ist, weil es viel mehr Fächer gibt. Wenn also das Ziel eines Abiturs ist, dass die Schüler ein möglichst großes Allgemeinwissen haben, dann können die Kanadier hier von den Deutschen lernen.</p>
<p><strong>Und in welcher Hinsicht bereiten die Kanadier ihre Schüler deiner Ansicht nach besser vor?</strong><br />
Ich konnte mich ganz gezielt auf ein bestimmtes Studium vorbereiten, in meinem Fall ein MINT-Studium [MINT = Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik]. Dort hatte ich im Abitur sechs Hauptfächer, die fast jeden Tag unterrichtet wurden. Sonst hatte ich keine anderen Fächer. Aber ich persönlich denke, dass es viel besser ist, wenn man in der Schule ein breites Grundwissen aufbaut und sich dann im Studium spezialisiert.</p>
<p><strong>Warum?</strong><br />
Weil ich glaube, eine Gesellschaft harmoniert besser, wenn alle einfacher miteinander kommunizieren können. Und auch jeder persönlich profitiert davon. Man kann zu allem eine gewisse Meinung entwickeln.</p>
<p><strong>Hast du denn persönlich das Gefühl gehabt, hier Nachteile zu haben, dadurch, dass dein Schulabschluss so speziell war?</strong><br />
Nein, das würde ich nicht sagen. Durch das Internet kann man sich heutzutage auch selber bilden. Das nutze ich täglich. So weiß ich heute sicherlich mehr, als ich je in einer Schule hätte lernen können.</p>
<div id="attachment_2479" aria-labelledby="figcaption_attachment_2479" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/FootballCanada.jpg" rel="lightbox[2481]"><img class="size-medium wp-image-2479" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/FootballCanada-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/FootballCanada-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/FootballCanada-1024x768.jpg 1024w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/FootballCanada.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">In Kanada werden die Schüler in bestimmten Bereichen gefördert - egal ob Sport oder Sprachen</p></div>
<p><strong>In Deutschland haben Kinder aus Familien, in denen die Eltern nicht studiert haben, schlechtere Chancen, Abi zu machen oder zu studieren. Was könnte man deiner Meinung nach dagegen machen?</strong><br />
Jedes Schulsystem sollte es bis zum Ende der Schullaufbahn offenlassen, ob man am Ende Abitur macht und studiert oder nicht. Alle Kinder sollten, meiner Meinung nach, in eine Gesamtschule gehen. Eine Schule, die die individuellen Stärken jedes Kindes fördert.</p>
<p><strong>Sollte das Gymnasium also abgeschafft werden?</strong><br />
Nein, es kann ruhig bleiben. Aber wichtig ist, dass alle Kinder so individuell gefördert werden wie möglich. Das muss in allen Schulformen geschehen. Und da kommt es dann drauf an, wie in der Schule unterrichtet wird.</p>
<p><strong>Wie sollte denn deiner Meinung nach unterrichtet werden?</strong><br />
Ich denke, es ist  an der Zeit, die Schule von Grund auf neu zu erfinden. Aber das passiert sowieso. Es ist nur eine Frage, ob wir das heute oder morgen tun. Ich denke, durch neue Technologien sind uns ganz neue Möglichkeiten geboten.</p>
<p><strong>An welche Möglichkeiten denkst du da?</strong><br />
Zum Beispiel Fernlernmittel. Damit kann theoretisch ein Fünfjähriger bereits einen Universitätskurs besuchen. Insbesondere denke ich da an Modelle wie die Khan-Academy, die auch schon in Schulen eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Was ist die Khan Academy?</strong><br />
Grob gesagt ist es eine Online-Plattform zum Lernen. Kinder können sich dort mit Videos und digitalen Übungen die theoretischen Grundlagen eines Faches erarbeiten. Anschließend wenden sie es in praktischen Gruppenarbeiten, Diskussion usw. an. Die Lehrer verfolgen das alles auf der Plattform. Sie schauen wie jedes Kind vorankommt und erkennen, welche individuelle Unterstützung die Kinder benötigen.</p>
<p><strong>Der Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit liegt also im geschickten Einsatz von Technologien?</strong><br />
Ja, verbunden mit einem guten Mentorensystem. Die Zukunft der Bildung liegt im Web 2.0 und das Land, das diese Potenziale als erstes nutzen wird, wird als erstes davon profitieren. Zuerst gesellschaftlich und schließlich auch wirtschaftlich.</p>
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