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Wilde Welt


Gerlinde, Ralf und der von seiner Hirnödem-Attacke wieder genesene Hiro sind auf dem Weg zurück ins Basislager. Wenn sie hier ankommen, werden sie zunächst bemerken, dass unsere Zelte nach dem Abschied der Tschechen vereinsamt wirken. Die Tierwelt aber wird ihnen unverändert vorkommen.

Animalische Dramen

Dabei haben sich im Basislager während der Abwesenheit der drei Bergsteiger animalische Dramen abgespielt. Alles begann mit der Ankunft der 19 Yaks, auf deren Rücken das Material der Tschechen abtransportiert werden sollte. Die Himalaya-Rindviecher selbst sind friedliche Genossen. Mit ihren Kuhglocken sorgten sie sogar für ein wenig Alpenflair.

Im Gefolge der Yaks aber waren noch weitere Tiere im Basislager aufgetaucht. Zunächst ein schwarzer zotteliger Hund, bei dem mir bis zum Schluss nicht klar war, ob er einen Job als Hirtenhund hatte oder ein gemeiner Straßenköter war, der sich im chinesischen Basislager der Karawane angeschlossen hatte. Ich sah ihn nur einmal schnell laufen und hörte ihn nur einmal laut bellen: als er hinter dem verschreckten Rehbock Rocky die Gletschermoräne hinaufjagte.

Yak, Hund, Krähe, Huhn und Reh

Mit den Yaks erreichten auch drei Krähen das Basislager. Offenbar witterten sie Essensreste. Nachdem sie keine herumliegenden gefunden hatten, machten sie sich schamlos über unsere Müllbeutel her. Sie verteilten den Inhalt in weitem Kreis und ließen sich nur von mittelgroßen Steingeschossen vertreiben. Dabei machten die drei schwarzen Vögel einen Krach wie zehn Schneehühner.

Nachdem die Yak-Karawane der Tschechen inklusive Hund und Krähen abgezogen war, blieben die geschockten Hühner und Rehe zunächst verschwunden. Erst mit einem Tag Verspätung kehrten sie zurück. Jetzt ist wieder fast alles wie zuvor: die Schneehühner plärren, Rocky und seine Reh-Familie streifen lautlos durch die Gegend. Doch die Hühner sind von der Speisekarte verschwunden. Dort stünden jetzt Krähe und Hund. Aber mir ist dann doch eher nach Vegetarischem.

Datum

Mittwoch 01.06.2005 | 12:28

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