Chilas – Abenteuer Sport https://blogs.dw.com/abenteuersport Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen Wed, 06 Mar 2019 10:38:57 +0000 de-DE hourly 1 Tomeks Comeback? https://blogs.dw.com/abenteuersport/tomeks-comeback/ Thu, 04 Feb 2016 13:48:33 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=31819 Tomek Mackiewicz

Tomek Mackiewicz

Wird aus seinem “Nie mehr Nanga Parbat” ein “Jetzt erst recht”? Der Pole Tomek Mackiewicz hat angekündigt, dass er zum Basislager auf der Diamir-Seite zurückkehren werde. Nach ihrem vor knapp zwei Wochen auf rund 7300 Metern gescheiterten Gipfelversuch waren Tomek und seine französische Seilpartnerin Elisabeth Revol abgereist. Mackiewicz hatte in einem Interview gesagt, er werde sich nach nun sieben vergeblichen Anläufen definitiv nicht mehr an der ersten Winterbesteigung des neunthöchsten Bergs der Erde versuchen, vielleicht sogar endgültig dem Himalaya-Bergsteigen Adieu sagen.

Stehaufmännchen

Einige Erholungstage später klingt das ganz anders: „Es gibt immer noch eine Chance und ich bin super akklimatisiert“, schreibt Tomek aus der knapp 50 Kilometer vom Nanga Parbat entfernten, am Indus gelegenen Stadt Chilas. Was genau er plant, lässt Mackiewicz offen: „Geheim, 😉 “. Seine Motivation hat der polnische „Ice Warrior“ (so werden die polnischen Winterbergsteiger an den höchsten Bergen der Welt seit Jahrzehnten genannt) offenbar wiedergefunden. Allerdings fehlt dem „Stehaufmännchen“ das nötige Kleingeld. Tomek startete eine Crowdfunding-Aktion mit dem Ziel, umgerechnet rund 25.000 Euro zusammenzubekommen.

„Gute Kommunikation“

Im Basislager auf der Diamir-Seite hat der Italiener Daniele Nardi derweil bestritten, dass es unüberbrückbare Differenzen zwischen ihm und dem Spanier Alex Txikon gebe. „Wir haben eine gute Kommunikation“, schreibt Daniele auf Facebook. Schließlich sei er mit Alex bereits viermal auf Expedition gewesen, im letzten Jahr hätten sie am Nanga Parbat gemeinsam eine Höhe von 7830 Meter erreicht. „In diesem Jahr habe ich in ihm mehr als nur einen Partner gesehen“, so Nardi. „Wir werden die beste Lösung finden.“

Heute löste sich auf der Diamir-Seite eine beeindruckende Lawine, aber seht selbst! Simone Moro hat sie gefilmt:

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Amical bläst Expeditionen in Pakistan ab https://blogs.dw.com/abenteuersport/amical-blaest-expeditionen-in-pakistan-ab/ Mon, 23 Mar 2015 14:04:59 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=28755 Broad Peak in Pakistan

Broad Peak in Pakistan

„Das ist mir einfach zu spannend“, sagt Dominik Müller. Der Chef des deutschen Veranstalters Amical alpin hat seine ursprünglich für den Sommer 2015 geplanten Expeditionen und Trekkingtouren in Pakistan abgeblasen. „Aufgrund der unsicheren Lage in Pakistan und immer wieder aufflammender Auseinandersetzungen im Gebiet von Gilgit und Chilas haben wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. „Die Gewaltbereitschaft der Taliban, verschiedener Untergruppen und nicht zuletzt religiöser Splittergruppen bereitet uns große Sorge und lässt uns leider keine andere Wahl.“ 

Außenministerien warnen

Dominik Müller

Dominik Müller

Amical alpin hatte für diesen Sommer kommerzielle Expeditionen zu den im Karakorum gelegenen Achttausendern Gasherbrum II und Broad Peak angeboten, außerdem die beliebte Trekkingrunde über den Baltoro-Gletscher zum Concordiaplatz, mit dem Rückweg über den Gondogoro La, einen 5650 Meter hohen Pass. „Die Entscheidung ist mir wirklich verdammt schwer gefallen“, sagt mir Dominik am Telefon. „Die Militäroffensive gegen die Taliban hat das Anschlagsrisiko noch erhöht.“ Der 44-Jährige verweist auf entsprechenden Warnungen der Außenministerien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Die Nachfrage nach den Achttausender-Expeditionen in Pakistan  habe sich sehr in Grenzen gehalten, sagt Dominik. Viele Kunden hätten sich nach der Sicherheitslage in dem Land erkundigt. „Ich wollte das lieber offensiv angehen, als irgendetwas schönzureden und mir hinterher Vorwürfe machen zu müssen.“ Er wisse nicht, ob auch andere Veranstalter daran dächten, 2015 auf ihre Expeditionen nach Pakistan zu verzichten.

Entwicklung abwarten

Vielleicht, so Dominik Müller, wäre seine Entscheidung anders ausgefallen, wenn Flüge in den Norden des Landes garantiert werden könnten. Nach wie vor sei es aber eher die Regel, dass viele Flüge ausfielen und die Expeditions- und Trekkinggruppen dann mit Bussen über den Karakorum Highway fahren müssten, mitten durch Krisengebiete wie jenes rund um die Stadt Chilas. „Wir werden die Lage weiter beobachten und hoffen, dass die ins Leben gerufene ‚Höhenpolizei‘ bis nächstes Jahr voll einsatzfähig ist und somit sich die Lage 2016 entspannt hat und wir wieder mit gutem Gewissen Unternehmungen in Pakistan durchführen können“, heißt es auf der Homepage von Amical alpin. Bei einem Mordangriff islamistischer Terroristen auf das Basislager auf der Diamir-Seite des Nanga Parbat waren im Juni 2013 elf Bergsteiger erschossen worden. Der Tourismus in Pakistan ist in den letzten Jahren eingebrochen, weil viele Urlauber das Land aus Angst vor Anschlägen meiden.

Update 24.3.: Auch die für diesen Sommer geplante Expedition des DAV Summit Club zum Broad Peak fällt aus. „Aufgrund der Sicherheitslage hatten wir zu wenige Interessenten“, sagt Produktmanager Christoph Schnurr.

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Mit der Kalaschnikow im Anschlag https://blogs.dw.com/abenteuersport/dujmovits-nanga-parbat-chilas/ https://blogs.dw.com/abenteuersport/dujmovits-nanga-parbat-chilas/#comments Fri, 20 Dec 2013 15:42:07 +0000 http://blogs.dw.com/abenteuersport/?p=24799 Polizei-Eskorte für Bergsteiger

Polizei-Eskorte für Bergsteiger

Sicherheit wird groß geschrieben am Nanga Parbat. „Wir hatten die gesamte Zeit auf dem Karakorum-Highway eine Polizei-Eskorte“, sagt Ralf Dujmovits. „Vor und hinter uns fuhren ständig Pickups, auf deren Ladeflächen je zwei Polizisten auf Bänken saßen. Sie hielten ihre Kalaschnikows im Anschlag.“ Ralf ruft mich aus Chilas an, einer kleinen Stadt am Indus, etwa 50 Kilometer Luftlinie vom Achttausender Nanga Parbat entfernt. Weil das Gepäck seines polnischen Begleiters Darek Zaluski nicht rechtzeitig eingetroffen war, hatten sie einen Tag länger als ursprünglich geplant in Islamabad bleiben müssen. Am Samstag wollen Ralf und Darek die Lasten an ihre Träger verteilen, die sich dann auch schon auf den Weg Richtung Diamir-Basislager machen sollen. „Ich werde wohl morgen noch in Chilas bleiben, weil ich noch einige Formalitäten erledigen muss“, sagt Ralf. „Aber wenn alles nach Plan läuft, werden wir wohl in drei Tagen im Basislager eintreffen.“

Polizisten bleiben im Basislager

Dort hatten Terroristen Ende Juni elf Bergsteiger erschossen. Die Diamir-Seite war anschließend den gesamten Sommer über für Expeditionen gesperrt worden. Dujmovits und Zaluski werden die ersten Bergsteiger sein, die nach dem Mordanschlag ihre Zelte im Diamir-Basislager aufschlagen. „Zwei bis drei Polizisten werden uns begleiten“, berichtet Ralf. „Und sie werden wohl auch während der gesamten Expedition im Basislager bleiben.“ Ralf will das erste sich bietende Wetterfenster nutzen, um einen Gipfelversuch zu starten. Der 52-Jährige hat sich – wie berichtet – drei Wochen lang am Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas, akklimatisiert. Darek Zaluski soll ihn nur in den ersten flacheren, spaltenreichen Gletscherzonen begleiten. Ab einer Höhe von 5000 Metern will Ralf alleine aufsteigen. Der 8125 Meter hohe Nanga Parbat ist bereits 17 Mal im Winter versucht worden, alle Expeditionen scheiterten.

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