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	<title>Gesellschaft &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jul 2012 11:55:22 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wir müssen offen für Reformen sein</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=3063</link>
		<pubDate>Mon, 09 Jul 2012 13:12:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Unseld]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kathrin | Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3045" aria-labelledby="figcaption_attachment_3045" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003.jpg" rel="lightbox[3063]"><img class="size-medium wp-image-3045" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003-225x300.jpg" alt="Wahlplakat der FDP in Nordrhein-Westfalen (Foto: Kathrin Biegner)" width="225" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003-225x300.jpg 225w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Kathrin-003.jpg 675w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p class="wp-caption-text">FDP-Wahlplakat im nordrhein-westfälischen Wahlkampf</p></div>
<p>Das ist der letzte Blogeintrag für mich. In den zwei Monaten, in denen wir fünf unseren Blog geführt haben, habe ich viel über Bildung in anderen Staaten erfahren &#8211; und mich auch mit dem deutschen System intensiver auseinandergesetzt.</p>
<p>Was mir auffällt bei allen Diskussionen über Bildungssysteme ist: Oft wird die Leistung des Systems nur darin gesehen und bewertet, ob Schüler, Schülerinnen und Studierende höhere Abschlüsse und bessere Noten erhalten und sie so (scheinbar) besser auf das Berufsleben vorbereitet sind. Aber es gibt eine andere Sache, die das Bildungssystem unglaublich wertvoll für eine Gesellschaft macht. Und die hat mit dem <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2985">Gespräch</a> zu tun, das ich mit meiner Freundin Katharina geführt habe: Insbesondere Kindergärten und Schulen bieten die wahnsinnig wichtige Chance, eine Gesellschaft näher zusammenzubringen. Diese Chance wird in Deutschland nicht ausreichend genutzt. Im Gegenteil: Unser &#8211; in vielen Bundesländern noch dreigliedriges &#8211; Schulsystem spaltet die Gesellschaft.<span id="more-3063"></span></p>
<p>In meiner Grundschulzeit in einem Dorf hatte ich noch Kontakt zu allen Gleichaltrigen. Der ging dann in meiner Gymnasialzeit verloren. Erst mit 17 kam ich wieder mit denjenigen zusammen, die ich auf dem Gymnasium aus den Augen verloren hatte und die mittlerweile ihren Hauptschul- oder Realschulabschluss hatten. Denn in unserem Dorf wird das Kerbefest (ein traditionelles Volksfest) immer von den 18-Jährigen organisiert. So trafen wir uns dann also alle wieder. In vielen Städten gibt es solche Feste nicht, die Menschen unterschiedlicher Schichten zusammenführen, denn auch Wohngebiete und Vereine sind oft nach sozialen Schichten unterteilt. Die Schule wäre also der einzige Ort, der diesem sozialen Auseinanderbrechen unserer Gesellschaft entgegenwirken könnte.</p>
<p>Das wird auch von Politikern oft nicht bedacht. In Rheinland-Pfalz haben sie die Hauptschule, in der Schüler mit einem schlechten Notendurchschnitt landeten, abgeschafft. Das lief mit wenig Widerstand. Das Gymnasium, das zur Hochschulreife führt, ließen sie unangetastet. Schließlich empfinden Gymnasiasten und deren Eltern ihre Schule nicht als Makel, sondern als Auszeichnung oder gar als Statussymbol. Dabei verlieren auch Gymnasiasten viel an sozialen Lernmöglichkeiten in ihren ausgesiebten Klassen. Der Bezug zu anderen Lebenswirklichkeiten in ihrem Land kann schnell verloren gehen. Doch, verständlicherweise, stört es Eltern nicht, so lange ihre Kinder hier die Voraussetzungen für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Sie denken, in diesem geschützten Umfeld fiele ihren Kindern das Lernen leichter. Ergebnisse von Untersuchungen, die das Gegenteil zeigen, haben hier weniger Argumentationskraft als Gefühle. Deshalb organisierten in Hamburg auch viele Eltern Proteste, als das Gymnasium dort abgeschafft werden sollte. Und FDP-Politiker plakatierten im NRW-Wahlkampf stolz: &#8222;Gymnasium erhalten!&#8220;</p>
<div id="attachment_3043" aria-labelledby="figcaption_attachment_3043" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3.jpg" rel="lightbox[3063]"><img class="size-medium wp-image-3043" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-300x225.jpg" alt="Mein Gymnasium, ein katholisches Mädchengymnasium (Foto: Kathrin Biegner)" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Gymnasium3-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Mein Gymnasium bot ein sehr behütetes Umfeld: Es war ein katholisches Mädchengymnasium.</p></div>
<p>Ist es also Wahltaktik, dass Politiker das Gymnasium oft unangetastet lassen? An Gymnasien sind schließlich die Kinder der politisch aktivsten Menschen. In den sozial benachteiligten Schichten, deren Kinder es oft nicht an das Gymnasium schaffen, gibt es sehr wenige, die Demonstrationen oder Unterschriftenaktionen organisieren oder vor einer Kamera ihren Standpunkt überzeugend argumentieren würden. Diese Menschen gehen auch viel seltener wählen als Bessergebildete und Besserverdienende.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass trotzdem überzeugte Politiker in Zukunft das Gymnasium nicht mehr als unantastbar ansehen. Dass sie sich für eine Reform einsetzen, die tatsächlich für mehr Chancengerechtigkeit und einen besseren Zusammenhalt in der Gesellschaft steht. Schließlich haben wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr viele finanzielle Ressourcen. Sollte es da nicht möglich sein, meinem Traum näher zu kommen?</p>
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		<title>Neue Erfolgserlebnisse an der Uni</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2905</link>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2012 18:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Pavel | Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2911" aria-labelledby="figcaption_attachment_2911" class="wp-caption alignleft" style="width: 223px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian.jpg" rel="lightbox[2905]"><img class="size-medium wp-image-2911" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-223x300.jpg 223w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-761x1024.jpg 761w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian.jpg 892w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a><p class="wp-caption-text">Meine persönlichen Lichtblicke: Sprachzeugnis und ein Brief von DW-Russisch</p></div>
<p>Diese Woche muss ja toll gewesen sein! Ich habe die Artikel von <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2855">Kathrin</a> und <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2823">Emmy</a> über das Global Media Forum gelesen. Ich fand das ziemlich spannend &#8211; viele Themen waren dabei, zu denen ich in meinen nächsten Einträgen noch etwas schreiben will.</p>
<p>Obwohl ich hier mit der Bürokratie zu kämpfen hatte, die mich daran gehindert hat, an der Bonner Konferenz teilzunehmen und meine Mitblogger zu treffen, habe ich auch einige positive Dinge erlebt. Das alles hat einerseits einen Sturm der Gefühle bei mir ausgelöst. Aber manches hat mich auch nachdenklich gemacht. </p>
<p>Zunächst einmal hatte ich mich, kurz bevor unser Bildungsblog eingerichtet wurde, mit meiner Studentengruppe zu einer internationalen Englisch-Prüfung angemeldet. Und ich freue mich, dass  fast alle die Prüfung bestanden haben. Diese Woche sind die Zeugnisse aus Europa angekommen!<span id="more-2905"></span></p>
<p>Während des Studienkurses haben wir über ihre Erwartungen und Lebensziele gesprochen. Trotz aller Unterschiede &#8211; Alter, soziale Schicht und so weiter &#8211; haben alle gesagt, dass das Erlernen einer Fremdsprache ihnen im Ausland viel mehr Möglichkeiten eröffnet. Einige dachten hier vor allem an die Arbeitschancen (zum Beispiel war einer von ihnen Journalist), andere haben eher ein Studium vor Augen. Einigen ging es um Auswanderung, entweder dass sie selbst mit ihrer Familie ins Ausland gehen oder ihren schon ausgewanderten Kindern hinterherziehen wollen. Ich hoffe, dass meine Studenten in diesem Sommer die Chance haben werden, ihre Kenntnisse anzuwenden und ihren Zielen näher zu kommen.</p>
<p>Dann musste meine Uni-Gruppe die Abschlussarbeiten fürs Diplom verteidigen &#8211; und auch das war ein voller Erfolg! Wenn ich daran denke, wie wir monatelang unsere Untersuchungen vorbereitet und Statistiken analysiert haben, da fragt man sich aber schon auch: War es das eigentlich wert? Haben wir mehr davon als nur eine gute Note? Leider ist die Antwort darauf manchmal &#8222;Nein&#8220;. Warum?</p>
<div id="attachment_2913" aria-labelledby="figcaption_attachment_2913" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation.jpg" rel="lightbox[2905]"><img class="size-medium wp-image-2913" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Nach den Prüfungen beginnt der Sommerurlaub - und was dann?</p></div>
<p>Jede Fakultät bietet den Studenten eine ganz Reihe Themen für die Abschlussarbeiten an. An einigen Universitäten sind die Chancen aber ziemlich groß, dass man ein Thema bekannt, das aber auch rein gar nichts mit dem wirklichen Leben zu tun hat, bei dem man keine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, die man vielleicht in Zukunft brauchen könnte. Das hat in erster Linie etwas damit zu tun, dass einige Unis neue Fachbereiche aufmachen nur um zu zeigen: &#8222;Schaut her, auch wir haben jetzt dieses Studienfach, ganz wie Uni X, die ja immerhin unter Russlands Top 50 rangiert!&#8220; Verschwiegen wird dann aber, dass man eigentlich überhaupt nicht genügend Personal hat, um den Lehrplan umzusetzen oder mit veralteten Gerätschaften hantiert. Es führt immer wieder zurück zur <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2445">Frage des Wertes von Abschlüssen</a>. Zum Glück waren die Untersuchungen in meiner Studiengruppe sehr an der Berufspraxis orientiert (zum Beispiel eine Analyse einer neuen Art von Sprachschulen) oder an aktuellen Fragen des Gesellschaftslebens (wie Toleranz).</p>
<p>All das ist nur ein weiterer Mosaikstein im Bildungspuzzle &#8211; ein Puzzle, das ich hoffentlich nach und nach zusammenzusetzen kann.</p>
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		<title>Wenn Gewalt in der Luft liegt&#8230;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2647</link>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 08:35:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[María | Argentinien]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2643" aria-labelledby="figcaption_attachment_2643" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin.jpg" rel="lightbox[2647]"><img class="size-medium wp-image-2643" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-225x300.jpg 225w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin-768x1024.jpg 768w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/friends-from-ECLA-in-Berlin.jpg 1200w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a><p class="wp-caption-text">Produktiver Erfahrungsaustausch: Meine Freunde an der Uni in Berlin</p></div>
<p>Das ist also mein letzter Eintrag, bevor wir dann alle vom Global Media Forum (GMF) in Bonn berichten werden. Mich hat das ganz schön schockiert, als ich gehört habe, dass Hellgurds Einträge überhaupt nicht mehr veröffentlicht werden, weil er so stark bedroht wurde. Und da bin ich noch einmal zurück zum Anfang des Projekts gegangen, um mir Hellgurds Videopräsentation anzuschauen. Er sagt, dass Musik eine universelle Sprache ist, die die Unterschiede zwischen den Menschen überbrücken kann.</p>
<p><span id="more-2647"></span>Ich glaube, die Chance, an einem internationalen Dialog teilzunehmen, bedeutet in gewisser Weise auch, eine gemeinsame Grundlage, einen gemeinsamen &#8222;Code&#8220; zu finden. Es muss ja nicht unbedingt sein, dass man dieselbe Sprache spricht sondern vielmehr dass man einen dialektischen Kontext aufbaut, in dem jeder seine Ideen ausdrücken kann und in seiner Individualität verstanden wird. Werte wie Toleranz, Empathie und Bescheidenheit sind da ein absolutes Muss. Und Gewalt kommt hier überhaupt nicht in Frage.</p>
<p>Probleme tauchen auf, wenn man sich schon so an Gewalt gewöhnt hat,  dass man hierfür gar nicht mehr sensibel genug ist. Das berührt auch mich, denn mein Heimatland Argentinien durchläuft gerade einen schwierigen sozialen Veränderungsprozess. Die jetzige Regierung unternimmt radikale Schritte in der Wirtschaftspolitik. Seit Kirchner Präsidentin ist, geht ein Riss durch die ganze Gesellschaft. Heutzutage liegt viel Aggression in der Luft, da wird heftig &#8222;geschossen&#8220;, und man ist entweder auf der Seite der einen oder der anderen.</p>
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<div id="attachment_2641" aria-labelledby="figcaption_attachment_2641" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen.jpg" rel="lightbox[2647]"><img class="size-medium wp-image-2641" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Me-and-some-Salzburg-friends-in-the-English-Gardens-in-Munchen-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die eigene Wirklichkeit aus einem ganz neuen Blickwinkel begreifen: Teilnehmer des Salzburger Global Seminar on Media and Global Change</p></div>
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<p>Da wird mit scharfen Worten auf die Gefühle von Menschen gezielt, auf ihre Identität, auf ihre Alltagssorgen. Aber die Diskussion konzentriert sich niemals auf Ideen. Das ist das Hauptproblem: Wir diskutieren keine Ideen für eine entwickelte Gesellschaft; wir bleiben stecken in einem Smalltalk aus Vorurteilen und, in den meisten Fällen, Einheitsmeinungen. Wie ich in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=711">meinem zweiten Blog-Eintrag</a> schon gesagt habe: Unsere Gesellschaft hat eine Menge durchgemacht, und es wird Jahre brauchen, bis die Wunden heilen. Diese Art der Gewalt im öffentlichen Diskurs schadet nur.</p>
<p>Einer der Gründe, warum ich mich so auf das GMF freue, ist, dass hier der internationale Dialog erweitert wird, er bekommt neues Leben eingehaucht. Es ist nicht das erste Mal, dass ich die Gelegenheit habe an so einem Erfahrungsaustausch teilzunehmen. 2008 habe ich ein Stipendium bekommen, um zum Global Seminar on Media and Global Change in Salzburg zu fahren. Da habe drei Wochen lang mit Studenten aus aller Welt über grundlegende Fragen der journalistischen Ethik diskutieren können. 2009 habe ich dann ein Jahr lang in Berlin freie Künste studiert. Solche Erfahrungen helfen einem, eine Haltung gegenüber anderen Menschen zu entwickeln, die darauf fußt, dass man einander zuhört und mit tieferem Verständnis begegnet, so dass man schließlich auch die eigene Wirklichkeit aus einem ganz neuen Blickwinkel begreift.</p>
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		<title>Wenn Bildung als Bedrohung gilt</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=711</link>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 07:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_715" aria-labelledby="figcaption_attachment_715" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_10341.jpg" rel="lightbox[711]"><img class="size-medium wp-image-715" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_10341-300x225.jpg" alt="In der Bernasconi-Schule in Buenos Aires" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_10341-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/IMG_10341.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Bildung in Argentinien: Es ist Licht am Ende des Tunnels</p></div>
<p>Ich habe <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=505">Hellgurds Eintrag &#8222;Die Hoffnung stirbt zuletzt&#8220;</a> gelesen. Vieles davon kommt mir sehr bekannt vor.</p>
<p>Hellgurd erklärt in seinem Eintrag, dass die Bildungspolitik in seinem Land nicht sehr entwickelt ist, weil es an Kontinuität und an langfristig angelegten politischen Konzepten fehlt. Ich glaube, es hat außerdem etwas mit den Werten zu tun, denen sich die Regierungspartei verschreibt. Man sollte auch nicht vergessen, dass viele Menschen in Machtpositionen Bildung als Bedrohung ansehen. <span id="more-711"></span></p>
<p>Es hat in den 202 Jahren der Geschichte Argentiniens unzählige Staatsstreiche gegeben. Das letzte diktatorische Militärregime hat sich vor 36 Jahren an die Macht geputscht. Und das Militär ist volle sieben Jahren an der Macht geblieben und hat 30.000 Menschenleben auf dem Gewissen. Ich habe mich gerade mit dieser Zeit mehrfach beschäftigt und mit vielen verschieden Leuten darüber diskutiert. Und nach jedem Gespräch musste ich ein und dieselbe Schlussfolgerung ziehen: Das diktatorische Regime hat einen immensen kulturellen Verlust für unser Land bedeutet.</p>
<p>Zum einen hat die heutige Regierungsriege es immer noch nicht hinbekommen, eine ordentliche politische Plattform zu schaffen, mit Ideen, einem Langzeitprojekt und einem einigermaßen tauglichen Inhalt. Wir haben aber auch keine wirkliche Opposition, damit auch keine politische Diskussion, keine Kontrolle&#8230; kein alternatives Modell. Auf der anderen Seite hat das letzte Militärregime die Solidaritätskultur komplett ausgewischt, die doch früher so charakteristisch für die argentinische Gesellschaft war. Auch wenn sie jetzt nach und nach, Stück für Stück zurückkehrt, so ist doch der angerichtete Schaden nicht wiedergutzumachen.</p>
<p>Na, und dann hatten wir in den 1990ern ein ganzes Jahrzehnt Carlos Menem als Präsidenten. Der hat die meisten Unternehmen privatisiert und die Korruption auf Rekordniveau schnellen lassen. Das hat ein kulturelles Vakuum mit sich gebracht, eine Abwertung des Studiums; selbst einen Job zu haben, galt nichts mehr. Die argentinische Gesellschaft ist tief verletzt, besonders weil die politischen Maßnahmen und die Werte, die ihnen zu Grunde liegen, einfach krankhaft sind.</p>
<div id="attachment_717" aria-labelledby="figcaption_attachment_717" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-2.jpg" rel="lightbox[711]"><img class="size-medium wp-image-717" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-2-300x225.jpg" alt="Lehrerproteste - Interview mit Gewerkschaftsfunktionär" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-2-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Teachers-protest-in-front-of-Buenos-Aires-Gov-Headquarters-2.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn die Lehrer streiken, beherrscht das Thema Bildung tagelang die Medien </p></div>
<p>Ich finde zwei Punkte in Hellgurds Beschreibungen wieder: die Beschränkungen während der Diktatur und die Korruption, die durch den &#8222;süßen&#8220; Ölreichtum Einzug gehalten hat. (&#8222;Süßes Geld&#8220; ist übrigens hier in Argentinien ein gern verwendeter Ausdruck, er steht für eine schnell angehäufte riesige Menge Geld.)</p>
<p>Argentinien ist dabei, diese ganze Vergangenheit aufzuarbeiten. Man muss ja auch sehen, dass sowohl das diktatorische Regime als auch die Korruption Unterstützer hatten, beide Dinge waren ja nicht in der ganzen Gesellschaft unpopulär. Es gibt mittlerweile Fortschritte, zum Beispiel wurde vor kurzem die Mittelschule  verpflichtend. Aber es gibt auch Rückschritte. Unsere Präsidentin Christina Fernández de Kirchner hat sich Anfang Mai mit der Lehrergewerkschaft überworfen. Das hat zu einem riesigen Nationalstreik geführt. Aber das ist wahrscheinlich schon ein Thema für einen weiteren Blog-Eintrag.</p>
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		<item>
		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=505</link>
		<pubDate>Fri, 04 May 2012 15:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Unseld]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_387" aria-labelledby="figcaption_attachment_387" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/P1000269.jpg" rel="lightbox[505]"><img class="size-medium wp-image-387" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/P1000269-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/P1000269-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/P1000269-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Bildung steht im Irak ganz am Anfang</p></div>
<p>Eigentlich sollte es in meiner Heimat möglich sein, dass man in der Bildung individuelle Perspektiven, aber auch weltweit stattfindende Entwicklungen im Blick hat. Aber da gibt es einige Probleme. Die diktatorische Regierung im Irak hat noch bis vor kurzem den Bereich Bildung stark eingeschränkt. Schulen konnten sich nicht entwickeln, es gab nur wenige neue Konzepte.</p>
<p>Ich denke, dieses Land muss bei Null anfangen, mit einem System, das in diese modernisierte Welt passt. Das ist kein einfaches Vorhaben, und man braucht bestimmt viel Zeit und Aufopferung. Im Irak gibt es unterschiedliche Regionen, und so wird Bildung im Moment von zwei unterschiedlichen Systemen bestimmt.<span id="more-505"></span></p>
<p>Bildung steht im Irak ganz am Anfang und die politischen Unruhen sind auch jetzt noch ein großes Problem, die Auseinandersetzungen zwischen Parteien und ihren Unterorganisationen. Und dann gibt es auch noch Teile der Gesellschaft, die in Bezug auf Bildung eher eine konservative Einstellung haben. Durch die politischen Unruhen kann das Ministerium keine langfristigen Pläne entwickeln und einen Bildungsprozess in Gang setzen. Mit jeder neuen Regierung und jedem neuen Kabinett ergeben sich Änderungen. Dabei gehört der Irak ja gar nicht mal zu den armen Ländern – selbst in der Vergangenheit nicht – er gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Die Frage ist also: Warum tut sich nichts? Diese Frage geht weit über den Rahmen eines Blogs hinaus.</p>
<p><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/SDC11490.jpg" rel="lightbox[505]"><img class="alignright size-medium wp-image-389" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/SDC11490-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/SDC11490-188x300.jpg 188w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/SDC11490-642x1024.jpg 642w" sizes="(max-width: 188px) 100vw, 188px" /></a>Obwohl wir Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines einheitlichen Bildungsystems haben, lassen wir nicht locker. Ich bin überzeugt, dass wir die Probleme in der Zukunft lösen können. Wenn wir die Bildung im Irak verbessern, würde sich das im ganzen Land in unterschiedlichsten Bereichen positiv auswirken. Das ist mein Traum und der Traum aller, die diesem Land loyal gegenüber stehen. Und deshalb interessiert mich das Thema Bildung sehr.</p>
<p>Als ich Student war, waren meine Möglichkeiten – im Vergleich zur heutigen Generation &#8211; sehr eingeschränkt. Alles in diesem Land wurde durch die Kriege in Mitleidenschaft gezogen. Aber die Menschen haben früher aus einer anderen Motivation heraus gelernt. Ich habe nicht einfach nur deshalb studiert, um durch Prüfungen zu kommen. Zu lernen, mehr zu wissen, das stand im Mittelpunkt. Heute habe ich den Eindruck, dass es den Studenten nur darum geht, eine Prüfung zu bestehen und bestmögliche Noten zu bekommen. Das halte ich auch für ein großes Problem, und darüber werde ich bestimmt im Blog noch schreiben.</p>
<p>Ich bin froh, dass ich als Lehrer in der Lage bin, zum wichtigsten Bestandteil der Entwicklung und Verbesserung meines Landes – nämlich Bildung &#8211; beizutragen. Ich arbeite mit großer Hingabe und Freude. All die Hindernisse auf dem Weg zu einem neuen Bildungssystem lassen mich nicht verzweifeln. Es geht in kleinen Schritten voran. Auch wenn es nicht &#8222;die große Veränderung&#8220; ist, so treten wir doch wenigstens nicht auf der Stelle oder werden rückständig.</p>
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