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	<title>Studium &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Mal was Neues ausprobieren</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2012 09:30:30 +0000</pubDate>
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<p>Die Morgensonne scheint in mein Zimmer und die Vögel zwitschern. Zwei Monate habe ich jetzt Ferien von der Sprachschule, wo ich arbeite. Kaum zu glauben, dass die Zeit für den letzten Blog-Eintrag schon gekommen ist. Ich habe noch so viele Gedanken, die ich gerne mit den Usern teilen würde.</p>
<p>Ich mache jetzt abends mit dem Fahrrad oft Touren außerhalb der Stadt. Das ist eine gute Gelegenheit auszuspannen nach einem vollen Jahr. Dabei erweitere ich auch meine Fotografiekenntnisse. Auf dem Weg denke ich viel über die enormen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen hier in Russland nach und über die verschiedenen Mentalitäten ihrer Einwohner. Es ist etwas schwierig zu erklären und nachzuvollziehen, dass viele Russen gerne außerhalb der Städte wohnen würden und dort gerne ein schönes Haus hätten. Die Leute vom Dorf finden dagegen mehr Gefallen an der Idee in der Stadt zu arbeiten (oder wenigstens ihre Kinder dort zur Schule zu schicken). Gut, das liegt natürlich an der finanziellen Aufteilung zwischen Stadt und Land, aber wir sollten dafür sorgen, dass diese Aufteilung weniger extrem ist.</p>
<p><span id="more-3053"></span>In den Dörfern wird bereits die Infrastruktur modernisiert und man bietet Programme an, die junge Lehrer anregen sollen, in Dorfschulen zu unterrichten, etwa indem sie einige Monate mehr Geld bekommen und ihnen eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird. Aber abgesehen von solchen Bemühungen müssen wir die Leute auch dafür interessieren, im Ausland zu studieren. Wenn meine Schüler an den Punkt kommen, darüber nachzudenken, bin ich immer froh, im Gespräch mit ihnen festzustellen, dass fast alle von ihnen global denken.</p>
<div id="attachment_3049" aria-labelledby="figcaption_attachment_3049" class="wp-caption alignright" style="width: 199px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Celebrating-the-first-year-of-my-friends-start-up.jpg" rel="lightbox[3053]"><img class="size-medium wp-image-3049" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Celebrating-the-first-year-of-my-friends-start-up-199x300.jpg" alt="Jahresfeier des Start-ups meiner Freunde (Foto: Pvel Mylnikov)" width="199" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Celebrating-the-first-year-of-my-friends-start-up-199x300.jpg 199w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Celebrating-the-first-year-of-my-friends-start-up.jpg 537w" sizes="(max-width: 199px) 100vw, 199px" /></a><p class="wp-caption-text">Meine Freunde und ich feiern das erste Jahr ihres Start-ups</p></div>
<p>Was sind meine Erwartungen für die Zukunft? Wie ich schon zu Beginn des Blogs sagte, ich bin eine Person, die Veränderung liebt. Ich würde gerne etwas Neues ausprobieren – nicht als Hobby, sondern als Job. Zurzeit arbeite ich mit einigen Freunden an einem Internetprojekt, das Leute ermutigen soll, weniger Zeit damit zu verschwenden, ständig online zu sein. So wie Kathrin erwähnte, <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2565">kann das Internet großartig sein, um etwas zu lernen</a>, aber es bietet auch viel Ablenkung vom Wesentlichen. Ich denke, so wie sich die Technologie weiter entwickeln wird, wird es zwangsläufig mehr in Richtung &#8222;Edutainment&#8220; (die Kombination von Bildung und Unterhaltung) in diesem Bereich gehen.</p>
<p>Als wir mit dem Blog begonnen haben, hätte ich nie gedacht, dass es so interessant sein würde. Ich habe Eindrücke von Bildungssystemen in anderen Ländern bekommen, habe meine Mit-Blogger besser kennengelernt und wurde immer wieder inspiriert von dem, was sie diskutiert haben. Es ist schade, dass es Weltregionen gibt, in denen gewisse Leute verhindern, dass die Stimmen ihrer Bürger gehört werden (so wie in Hellgurds Fall). Dennoch: Die Jugend ist eine enorme Kraft, um Veränderungen zu bewirken. Ich hoffe, es wird die Möglichkeit geben mit Hellgurd, Maria, Emmy und Kathrin bei anderen Projekten zusammen zu arbeiten. Warum nicht in einem eigenen Projekt von uns?</p>
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		<title>Visionäre Bildungskonzepte sind gut und schön, aber&#8230;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2883</link>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 10:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2879" aria-labelledby="figcaption_attachment_2879" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2879" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Some-of-the-topics-discussed-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele reden über neue Technologien, verlieren aber die eigentlichen Probleme aus dem Blick...</p></div>
<p>Am Mittwoch habe ich das das dritte Plenum des Deutsche Welle Global Media Forums besucht. Da ging es um Bildung als Meilenstein für nachhaltige Entwicklung. Denis Goldberg, ein Gesellschaftsaktivist aus Kapstadt in Südafrika meinte: &#8222;Bildung sollte sich stärker am Ziel der Nachhaltigkeit orientieren, schließlich sind wir darauf angewiesen.&#8220; Das heißt zum Beispiel, dass man Projekte in Angriff nehmen sollte, die das Problem der Überbevölkerung in den Blick rücken. Einer seiner Vorschläge ist darüber aufzuklären, dass man soziale Sicherungsnetze wie Rentenversicherungen ausbauen muss. Denn nur so kann man die Menschen davon abbringen zu glauben, dass das Kinderkriegen der alleinige Weg ist die eigene Zukunft abzusichern.</p>
<p>Damit hat er schon recht. Aber ich finde trotzdem, dass in der ganzen Debatte etwas fehlt. <span id="more-2883"></span></p>
<p>Die anderen Diskussionsteilnehmer haben sich dann mehr mit der Frage beschäftigt, wie man junge Leute &#8211; Kinder und Teenager &#8211; dazu bringen kann, dass sie mehr Interesse für Bildung entwickeln. Also angefangen bei Lesegewohnheiten bis zu den neuen Medien und neuen Technologien, die man im Bildungssektor nutzt. Auch das alles ist gut und schön.</p>
<p>Aber das geht schon über die eigentlichen Probleme hinaus. Ich finde, wir dürfen nicht die Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung aus den Augen verlieren: Wenn in Regionen, in denen Armut herrscht, ein Kind nicht zur Schule geht und auch nicht anderswo Bildung erfährt, dann ist das aller Wahrscheinlichkeit deshalb so, weil das Kind hungert.</p>
<p>Neben diesen grundlegenden Problemen müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten und Chancen wir den Menschen bieten. Professor Barbara Ischinger vom Bildungsdirektorat der OECD hat da drei Stufen vorgestellt, wie man den Nutzen von vermittelten Fähigkeiten maximieren kann: Kurzfristig geht es einfach darum einzelne Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden; mittelfristig unterschiedliche Fähigkeiten zu trainieren; und langfristig ist dann das Ziel, Fähigkeiten zu erarbeiten, die ganz genau auf die jeweilige landesspezifische Wirtschaftssituation zugeschnitten sind.</p>
<p>Mir kam sofort der Gedanke, dass ich diese Ideen gut auf die Nichtregierungsorganisation anwenden kann, für die ich arbeite. Wir entwickeln nämlich eine neue Online-Plattform, bei der es um berufliche Ausbildung geht. Unser Ziel ist Informationen über verschiedene Karrierewege zu liefern, mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Energiewirtschaft. Eine der Fragen, über die wir gerade diskutieren, ist, ob wir Trainingsprogramme für bestimmte berufliche Fähigkeiten anbieten sollen oder nicht. Schließlich wollen wir ja Teenager ermutigen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen.</p>
<div id="attachment_2881" aria-labelledby="figcaption_attachment_2881" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_.jpg" rel="lightbox[2883]"><img class="size-medium wp-image-2881" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Traditional-educational-outlets-seem-to-lose-protagonism-in-presence-of-new-technologies.-Nonetheless-what-happens-to-those-who-cant-have-access-to-these_-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Traditionelle Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken scheinen in der heutigen Bildungsdiskussion keine Rolle mehr zu spielen</p></div>
<p>In der Tat müssen aber junge Leute heute auch oft viel früher anfangen zu arbeiten, weil sie in finanziell instabilen Verhältnissen aufwachsen (wenn sie denn überhaupt die Möglichkeit haben, diesen Verhältnissen zu entfliehen). Und das sprach ein anderer Diskussionsteilnehmer an: Im Bildungssystem muss Durchlässigkeit herrschen, also dass jeder ein berufliches Trainingsprogramm absolviert und dann damit die Chance bekommt, sich in diesem Fach an der Uni einzuschreiben. Menschen eine Berufsausbildung zu bieten, ihnen Arbeit zu geben &#8211; das ist die Grundlage für wirtschaftliche Absicherung. Es muss solche Perspektiven geben, auch bei höherer Bildung und bei der Arbeit.</p>
<p>Wir übersehen oft und gerne einige elementare Probleme, wenn wir über Bildungsstrategien nachdenken. Verashni Pillay, die Online-Chefin von Mail &amp; Guardian in Südafrika, hat das bei der Konferenz mit klaren Worten ausgedrückt: &#8222;Lasst uns erst die grundlegenden Probleme lösen, bevor wir noch und noch mehr futuristische Sichtweisen auf das Thema Bildung in die Diskussion werfen.&#8220;</p>
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		<title>Russland braucht weniger Gerede, mehr konkrete Veränderungen</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2745</link>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 10:00:27 +0000</pubDate>
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<dl><a href="http://blogs.dw.com/educationblog/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"></a></dl>
</div>
<div id="attachment_2743" aria-labelledby="figcaption_attachment_2743" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2743" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wir brauchen keine hochfliegenden Abstraktionen sondern gut geerdetes Handeln</p></div>
<p>Maria hat in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2647">ihrem letzten Eintrag</a> geschrieben, dass der soziale Dialog in Argentien ihrer Meinung nach in die falsche Richtung geht. Ich glaube, jedes Land hat in einer bestimmten Entwicklungsphase mit solchen Problemen zu kämpfen. Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, war das so eine Phase. </p>
<p>Manchmal wird einfach zu viel geredet,  statt dass wirklich gehandelt wird (ich spreche jetzt gar nicht nur vom Bildungssektor; das kann man auch überall anders im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands feststellen).<span id="more-2745"></span></p>
<p>Bei allem notwendigen Respekt gegenüber den talentierten und brillianten Lehrern und Professoren, die frühere Generationen unterrichtet und mehreren russischen Genies (dem Mathematiker Grigori Perelman zum Beispiel) geholfen haben, ihr Potenzial zu entwickeln &#8211; ich würde dennoch gerne Veränderungen im Bildungssystem sehen. Interessant ist, dass viele meiner Kommilitonen genauso denken; ich glaube, der Wunsch nach einem neuen Bildungsmodell liegt in der Luft. Gleichzeitig sind aber die Verantwortlichen in den sozialen Institutionen ein wenig verwirrt, was die Zukunft bringt &#8211; und Ergebnis des Ganzen ist, dass sich die Gesellschaft mal voran und mal zurück bewegt. Das erinnert mich an eine Fabel: Drei Tiere unternehmen wahnsinnige Anstrengungen, um einen Karren zu bewegen, aber der rührt sich nicht vom Fleck, weil sich die Tiere nicht einigen können, in welche Richtung sie denn ziehen sollen.</p>
<div id="attachment_2741" aria-labelledby="figcaption_attachment_2741" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2741" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg" alt="" width="300" height="186" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Abschlussarbeiten bedeuten immer viel Papierkram</p></div>
<div>
<dl>Was meine ich mit diesen Rückwärtsbewegungen? Ein Beispiel ist diese ganze Bürokratie, dieser ganze Papierkram, den man etwa als Student einreichen muss, wenn es um die Abschlussarbeit geht. Aber auch hier kann man schon sehen, dass die fortschrittlichen Kräfte stärker sind. Ich freue mich jedes Mal, wenn Leute etwas nicht aus abstrakten bürokratischen Gründen tun sondern für konkrete Ziele. Wenn ich zum Beispiel von Freunden höre, dass sie für ganz konkrete Menschen arbeiten (zum Beispiel wenn sie als Tutor für Studenten tätig sind oder eigene soziale Projekte starten). Das finde ich viel besser, als wenn sie für solche Abstraktionen arbeiten wie &#8222;Kunden&#8220; oder &#8222;Unternehmen&#8220;. </dl>
<dl>Ich hoffe, dass das Global Media Forum, das in Deutschland stattfindet und sich dieses Jahr mit dem Thema Bildung beschäftigt, auch konkrete Aktionen anstößt. Denn nicht nur meine Mitblogger sind dort dabei sondern auch viele andere Teilnehmer aus allen Teilen der Erde. Und ich hoffe, dass kleinere Organisationen und Einzelaktivisten, die in der Bildung aktiv sind, neue Motivation für ihre Arbeit schöpfen. Damit sie vielen anderen Menschen helfen zu lernen, sich weiterzubilden, und sie ermutigen, nicht nur einer unter vielen zu bleiben sondern für ihre eigenen Ideen und Ziele einzustehen.  </dl>
<dl>Es ist wie beim Schachspielen: Du lernst vorauszudenken, damit du nicht verlierst. Und wenn du erst einmal die Strategie des Schachspiels auf das richtigen Leben anwendest, wirst du sehen: Es hilft! </dl>
</div>
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		<title>Manchmal reicht das Geld einfach nicht &#8211; und dann muss Hilfe her</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2405</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jun 2012 10:23:06 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2393" aria-labelledby="figcaption_attachment_2393" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money.jpg" rel="lightbox[2405]"><img class="size-medium wp-image-2393" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-300x225.jpg" alt="Kathrin Biegner" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Money-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Studenten brauchen einfach finanzielle Unterstützung</p></div>
<p>In meinem letzten <a title="Mit Hilfe die Hürden des Uni-Einstiegs meistern " href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?cat=5" target="_blank">Eintrag </a>habe ich darüber geschrieben, warum ich mich dazu entschieden habe, die Mainzer Gruppe von ArbeiterKind.de zu gründen. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen erzählen, die ich durch dieses Ehrenamt und durch einige Freunde gemacht habe.</p>
<div></div>
<p>„Ich habe ihnen nicht erzählt, dass ich BaföG beziehe. Und ich habe mich so furchtbar gefühlt, als sie angefangen haben, auf ‚all diese Schmarotzer, die dem Staat nur Geld wegnehmen‘, zu schimpfen.“ Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir eine Freundin von dieser Situation erzählte. Ich konnte ihr ansehen, wie sehr sie die Beschimpfungen ihrer Kommilitoninnen verletzt hatten. Meine Freundin ist eine hart arbeitende junge Frau, die immer neben ihrem Studium gearbeitet hat. Aber sie konnte einfach nicht so viel Geld verdienen, um für all ihre Ausgaben aufzukommen. Deshalb hatte sie BaföG beantragt und erhielt ein wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Sie wollte niemanden betrügen; sie brauchte einfach das Geld. Ihre Familie konnte ihr das Studium nicht finanzieren.</p>
<p>„Das größte Problem ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viele Informationen man an das Bafög-Amt geben muss, um das Geld zu erhalten“, erzählte mir meine Freundin. Durch meine Arbeit für ArbeiterKind.de wusste ich, was sie meinte: Man muss Berge von Papier ausfüllen und muss alles mit offiziellen Dokumenten belegen, die nachweisen, dass man selbst und seine Eltern nicht mehr verdienen oder gespart haben, als es erlaubt ist. Diese Situation ist besonders schwierig für Studierende, die keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben. Die Behörden akzeptieren in der Regel keine fehlenden Dokumente und es kann sehr belastend für junge Menschen sein, zu versuchen, wieder den Kontakt mit der Familie aufzubauen.</p>
<p><span id="more-2405"></span></p>
<p>Wenn wir mit ArbeiterKind.de an Schulen sind, fragen uns viele Schülerinnen und Schüler, mit wie viel BaföG sie rechnen können. Wir können ihnen das nicht sagen. Es gibt zwar einen Online-Rechner, aber die rechtlichen Regeln, mit denen der persönliche BaföG-Satz errechnet wird, sind sehr kompliziert. Daher weiß man nie sicher, ob man das Darlehen erhält oder nicht &#8211; und auch nicht, wie viel Geld man erhält. Der maximale Monatsbetrag liegt bei 670 Euro. Je nach dem, in welcher Stadt man wohnt, ist auch das noch wenig. Außerdem dauert es oft sehr lange von der Antragsstellung bis zum Entscheid. In der Zwischenzeit bekommt man kein Geld. Das ist eine furchtbare Situation für junge Erwachsene, die auf dieses Geld angewiesen sind.</p>
<div id="attachment_2395" aria-labelledby="figcaption_attachment_2395" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post.jpg" rel="lightbox[2405]"><img class="size-medium wp-image-2395" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Post-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn man Bafög bezieht, muss man viele Nachweise erbringen</p></div>
<p>Was wir in unseren Gesprächen mit Eltern und Schülern, die sich mit dem BaföG-System nicht auskennen, bemerken, ist, dass viele Angst davor haben, Schulden zu machen. Wir erklären ihnen, dass man nur die Hälfte des Darlehens zurückzahlen muss und dass es keine Zinsen gibt. Martin, einer unserer Mentoren von ArbeiterKind.de, erklärt es immer so: „Von jedem Euro, den ihr von eurem BaföG-Geld ausgebt, sind 50 Cent geschenkt. Also seid nicht dumm: Wenn ihr in einer finanziell schwierigen Lage seid, beantragt diese finanzielle Unterstützung.“ Während er das erklärt, zeichnet er immer einen Kreis und teilt ihn in zwei Hälften, um zu symbolisieren, wie viel man zurückzahlen muss und wie viel man erlassen bekommt.</p>
<p>Eine andere Sache, die viele Eltern und selbst Lehrer nicht wissen, ist, dass auch Schüler BaföG bekommen können. Deshalb mache ich bei Schulvorträgen immer darauf aufmerksam. BaföG ist eine hervorragende Möglichkeit, um Unterstützung zu erhalten &#8211; aber wie bei Stipendien und anderen Unterstützungsleistungen wissen oft diejenigen, die sie am meisten bräuchten, nichts darüber, machen sich unnötige Gedanken oder haben falsche Infos. Mit ArbeiterKind.de versuchen wir gegen dieses Informationsdefizit anzugehen und Menschen zu unterstützen, die in der unangenehmen Situation sind, Hilfe vom Staat zu beantragen.</p>
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		<title>Können Gesetzesänderungen Vorurteile aufheben?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 May 2012 09:00:37 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1151" aria-labelledby="figcaption_attachment_1151" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Estafanía-Mariana-and-Clara-my-German-classmates.jpg" rel="lightbox[1145]"><img class="size-medium wp-image-1151" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Estafanía-Mariana-and-Clara-my-German-classmates-300x225.jpg" alt="Estafanía, Mariana and Clara - my German classmates (Foto: Maria Cruz)." width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Estafanía-Mariana-and-Clara-my-German-classmates-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Estafanía-Mariana-and-Clara-my-German-classmates-1024x768.jpg 1024w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Estafanía-Mariana-and-Clara-my-German-classmates.jpg 1600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Estafanía, Mariana and Clara aus meinem Deutschkurs</p></div>
<p>Während einer Pause meines Deutschkurses vergangenen Samstagmorgen diskutierte ich mit den anderen Teilnehmerinnen, wie Berufe, die früher vorwiegend Männern vorbehalten waren, heute von Frauen ausgeübt werden. Ganz ohne Spannungen verläuft das nicht und macht umso mehr deutlich, wie dringend wir eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung brauchen (siehe dazu auch meinen vergangenen <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1039">Eintrag</a>).</p>
<p>Diese subtile Antipathie begegnet Frauen jeden Tag. Ein Beispiel: Mariana studiert Biologie. Sie erzählte mir, wie sie im Physikkurs einmal die Aufgabe bekam, einen Schaltkreis zu bauen. Der Lehrer kommentierte die Aufgabenstellung: „Mal sehen, ob die Frauen das hinkriegen.“ Er ging wie selbstverständlich davon aus, dass das nur „was für Männer“ sei.<span id="more-1145"></span></p>
<p>Diese verzerrte Wahrnehmung zieht sich durch alle Generationen. Estefania beispielsweise studiert Lebensmitteltechnik. Auch sie erzählte mir von den Gruppenarbeiten in ihrem Seminar zu Elektronik und Magnetismus. Und wie ihre männlichen Kommilitonen sie ausschlossen, in der Annahme, dass sie das nicht kann.</p>
<p>„Einer meinte sogar zu mir, er verstehe gar nicht, warum Frauen überhaupt studieren &#8211; wenn doch ihre Ehemänner für sie sorgen können“, sagte sie. Solchen Argumenten sind Frauen in Argentinien tagtäglich ausgesetzt. Dabei handelt es sich sowohl um ein individuelles als auch um ein strukturelles Problem. Die pharmazeutische und biochemische Fakultät der Universität von Buenos Aires zum Beispiel hat nur eine einzige Damentoilette im gesamten Gebäude. In jeder Pause bildet sich davor lange Schlange.</p>
<p>Ähnliches gilt für die Berufsauswahl, die oft von den zu erwartenden Gehältern bestimmt wird. Vor 30 Jahren verdienten beispielsweise Ärzte in Argentinien sehr viel Geld. Heutzutage gilt das allerdings nicht mehr. „Und das ist der Grund, warum fast ausschließlich Frauen Medizin studieren”, kommentierte mein Vater während unseres Mittagessens.</p>
<div id="attachment_1155" aria-labelledby="figcaption_attachment_1155" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-sister-Pilar-and-her-classmates-in-Neonatology-class.jpg" rel="lightbox[1145]"><img class="size-medium wp-image-1155" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-sister-Pilar-and-her-classmates-in-Neonatology-class-300x225.jpg" alt="Meine Schwester Pilar und ihre Kommilitoninnen im Neonatologie-Kurs (Foto: Maria Cruz)." width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-sister-Pilar-and-her-classmates-in-Neonatology-class-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-sister-Pilar-and-her-classmates-in-Neonatology-class.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Meine Schwester Pilar und ihre Kommilitoninnen im Neonatologie-Kurs</p></div>
<p>„Was meinst Du damit?“ fragte ich. „Na, es scheint ja offensichtlich so zu sein, dass Männer sich für einen Beruf entscheiden, der sich auch auszahlt”, sagte meine Schwester.  Was mich daran am meisten schockierte war, mit welcher Selbstverständlichkeit sie das sagte: Männer sollen das Geld nach Hause bringen; Frauen dürfen zwar studieren &#8211; aber deswegen noch lange nicht gut verdienen?</p>
<p>Das sind die täglichen Kämpfe, mit denen wir Frauen es in Argentinien aufnehmen müssen. Obwohl wir Zugang zu Bildung haben, müsste noch jede Menge getan werden, damit die Berufswelt gerechter wird.</p>
<p>Zum einen glaube ich, dass wir eine veränderte Gesetzgebung bräuchten, die Frauen und Männer bereits bei der Familiengründung gleichstellen. Nehmen wir zum Beispiel den Mutterschaftsurlaub: Heutzutage bekommen Schwangere nur einen sehr kurzen Zeitraum zugesprochen. Wie anders wäre es, wenn der Partner dabei berücksichtigt werden würde? Gesetzesänderungen würden nicht nur die Umstände ändern, sondern auch die Werte und Vorstellungen innerhalb der Gesellschaft. Es ist ein weiter Weg, aber ich glaube, dass die ersten Schritte schon gemacht sind: Frauen können studieren &#8211; und kämpfen anschließend für eine Gleichberechtigung in der Berufswelt.</p>
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