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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Hey cool!

„Talent bedeutet Energie und Ausdauer, weiter nichts“, hat einst Heinrich Schliemann gesagt, der berühmte deutsche Archäologe. Das mag gereicht haben, um Troja auszubuddeln – doch auch um eine überhängende Wand hinaufzuklettern? Ines Papert klingt fast ein bisschen wie Schliemann, als ich sie frage, ob sie ein Naturtalent sei (das Gespräch könnt ihr, wie immer, unter dem Artikel nachhören). „Jein“, antwortet die 36-Jährige Spitzenkletterin, „ich bin sehr ehrgeizig. Wenn ich mir etwas einbilde, dann passiert das auch, dann ziehe ich das durch.“


Ines fühlt sich in Fels und Eis wohl

Datum

18. Februar 2011 | 14:02

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Nordlicht

Alix lacht häufig und gerne. Auch über sich und ihren plötzlichen „Ruhm“. Wie kann es sein, dass ein Nordlicht plötzlich Deutschlands erfolgreichste Höhenbergsteigerin ist, eine gebürtige Hamburgerin, die in Ahrensburg in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist und erst als Studentin ihre Liebe zu den Bergen entdeckte? „Das finde ich fast ein bisschen lustig“, sagt Alix von Melle mit einem breiten Grinsen (Unser Gespräch könnt ihr unter dem Artikel anhören).

Datum

15. Februar 2011 | 10:33

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Gedanken an Kurt

Die große ISPO ist manchmal wie ein kleines Dorf. Die Bergsteiger-Szene trifft sich alljährlich bei der weltweit größten Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München. An den Ständen einiger Ausrüster geht es zu wie im Taubenschlag. Bekannte Bergsteiger geben sich die Klinke in die Hand: Gerlinde Kaltenbrunner, Ines Papert, Alix von Melle, Ralf Dujmovits, Thomas Huber, Krzysztof Wielicki, David Göttler und Holger Heuber liefen mir über den Weg, als ich mich Anfang der Woche einen Tag lang auf der ISPO herumtrieb. Mit einigen von ihnen plauschte ich nur, mit anderen machte ich auch Interviews (wie ihr nach und nach im Blog lesen und hören könnt).


Holger Heuber, Bergsteiger, Wildwasser-Kajakfahrer und Kameramann

Datum

11. Februar 2011 | 12:43

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Miss Hawley und ihre Helferin

Ihr blauer VW-Käfer hat das gleiche Baujahr wie meine Knochen: 1963. Nach wie vor fährt Elizabeth Hawley mit ihrem Auto aus längst vergangenen Tagen vor den Hotels in Kathmandu vor. Inzwischen sitzt die 87 Jahre alte US-Amerikanerin nicht mehr selbst am Steuer, sondern lässt sich chauffieren. Aber aufs Altenteil setzt sich Miss Hawley, wie sie von allen genannt wird, nicht. Sie ist die große Chronistin des Himalaya-Bergsteigens. Seit Jahrzehnten führt sie in Kathmandu Buch über die Expeditionen zu den in Nepal gelegenen höchsten Bergen der Welt.


Miss Hawley mit Ralf Dujmovits

Datum

23. Januar 2011 | 12:15

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Happy Birthday, Gerlinde

Willkommen im Club! Jetzt hat auch Gerlinde Kaltenbrunner die 30er-Zone des Lebens verlassen. Die Topbergsteigerin aus Österreich feiert heute ihren 40. Geburtstag. Ihr großes Projekt, alle 14 Achttausender ohne Atemmaske zu besteigen, nimmt Gerlinde mit ins neue Lebensjahrzehnt.


Noch immer fehlt ihr der K 2 in der Sammlung. In diesem Jahr stand sie wieder einmal kurz davor, dem „König der Achttausender“ in Pakistan auf das Haupt zu steigen – als sie von einem tragischen Unfall gebremst wurde. Der Schwede Fredrik Eriksson, mit dem Gerlinde am geplanten Gipfeltag aufgebrochen war, stürzte vor ihren Augen 1000 Meter tief in den Tod.

Datum

13. Dezember 2010 | 7:31

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Es gibt ein paar untrügliche Zeichen, die mich daran erinnern, dass ich älter werde. Etwa, dass ich mich blind wie ein Maulwurf fühle, wenn ich meine Lesebrille verlegt habe. Oder dass ich mich dabei ertappe, von alten, besseren Zeiten zu schwärmen. Krzysztof Wielicki ist da schon viel weiter, sprich weiser. „Ich will nicht behaupten, dass es heute schlechter ist, nur anders“, sagt die lebende polnische Bergsteigerlegende.


Krzysztof Wielicki, Pionier des Extrembergsteigens im Himalaya

60 Jahre alt ist Wielicki. Vor gut 30 Jahren, im Februar 1980, gelang Krzysztof mit seinem Landsmann Leszek Cichy die erste Winterbesteigung des Mount Everest. 1984 am Broad Peak war er der erste Bergsteiger, der einen Achttausender an einem Tag bestieg. Und Wielicki setzte weitere Marken: 1986 bestieg er mit Jerzy Kukuczka erstmals den Kangchendzönga im Winter. 1988 ließ er die erste Solobesteigung des Lhotse folgen, und dann noch im Winter, auch das eine Premiere. 1990 bestieg Wielicki als Erster im Alleingang den Dhaulagiri. 1996 war der Pole der fünfte Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hatte, lediglich am Everest hatte er Flaschen-Sauerstoff benutzt.

Datum

12. Dezember 2010 | 10:49

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Steve House, im Herzen ein Purist

„Du kraulst wie ein alter Kahn“, pflegte einst mein Sportlehrer zu mir zu sagen, wenn er mich schwimmen sah. Ähnlich verhält es sich mit meinem Englisch. Genug, um nicht unterzugehen, zu wenig, um zu glänzen. Dennoch, also auf die Gefahr hin, mich als Grammatikmuffel und Vokabelwinzling zu offenbaren, stelle ich euch unten mein Interview mit Steve House ohne Übersetzung bereit. In diesem Fall, glaube ich, ist es wirklich ein Mehrwert, den Spitzenbergsteiger aus den USA im Original zu hören, weil er bei unserem „Wander-Gespräch“ beim International Mountain Summit in Brixen extrem offen war.


Steve House, für Reinhold Messner der derzeit „weltbeste Extrembergsteiger“

Datum

29. November 2010 | 17:27

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Lampenfieber und Adrenalinkick

Einen Preis als „Vater des Jahres“ wird Denis Urubko mit dieser Aussage wohl kaum gewinnen: Er sei sich zwar der Verantwortung für seine drei Kinder bewusst, aber „sie wachsen so oder so auf, mit oder ohne meine Hilfe“.
Natürlich, so der Kasache, wäre er lieber stets da, um sie zu unterstützen. „Aber es ist mein Leben, in dem ich mein Bestes geben muss, nicht nur für die Kinder, auch für mich selbst. Vielleicht klingt das egoistisch, und andere verstehen es nicht. Aber das ist nun einmal meine Meinung.“


Denis Urubko

Datum

11. November 2010 | 13:18

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Der Bergsteiger mit dem großen Herz

Die Menschlichkeit endet in der Todeszone, behaupten viele Höhenbergsteiger. Rettungsaktionen seien dort unmöglich. „Das ist doch Unsinn“, sagt Simone Moro. „Du bist auf 8000 Metern der gleiche Mensch wie zu Hause. Wenn du daheim jemand hilfst, hilfst du ihm auch am Gipfel des Mount Everest, K 2 oder Lhotse.“


Simone Moro

Datum

9. November 2010 | 16:03

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Ein Sturz, der vieles änderte

Selten habe ich so viele verblüffte Menschen auf einem Fleck erlebt. Der Vortragssaal im Brixener Forum war gestern abend bis auf den letzten Platz gefüllt, als Steve House die Bühne betrat. Reinhold Messner adelte House einmal mit dem Lob, er sei der „derzeit beste Höhenbergsteiger der Welt“. 2005 hatte der US-Amerikaner mit seinem Landsmann Vince Anderson die Rupalwand am Achttausender Nanga Parbat, die mächtigste Fels- und Eiswand der Welt, erstmals im Alpinstil durchstiegen, also ohne Atemmaske, Fixseile und Hochlager.

Ein Mensch ist mehr als nur ein Bergsteiger

Die Besucher seines Vortrags beim International Mountain Summit erwarteten spektakuläre Bilder und Erzählungen von dieser und anderen extremen Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt.


Steve House, locker, aber alles andere als oberflächlich

Datum

5. November 2010 | 18:51

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Walk and talk

Kaum waren wir losgegangen, lag auch schon der erste flach, ausgerutscht auf einer zugefrorenen Pfütze. Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro eilte dem Unglücksraben, der sich dabei das Knie verdreht hatte, schnell zu Hilfe. Typisch Moro. „Wenn du zu Hause jemand hilfst, machst du das auch auf 8000 Metern“, erzählt mir der 43-Jährige etwas später beim Aufstieg zur 2545 Meter hohen Großen Pfannspitze, einem Wandergipfel mitten im Brixener Skigebiet.



Moro (2.v.r.) hilft, Urubko (l.) weiß den Gestürzten in guten Händen

Datum

4. November 2010 | 17:56

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Kleiner Mann ganz groß

Napoleon tritt aus einem Plumpsklo – darunter der Spruch: „Auch kleine Leute können Großes vollbringen.“ Diese Karikatur gehörte früher zu meinen liebsten. Schließlich messe auch ich nur 1,72 Meter und damit schlappe sechs Zentimeter mehr als einst Bonaparte. Auf dessen Totenschein war angeblich als Körpergröße 1,66 Meter vermerkt.


Luis Stitzinger, Höhenbergsteiger und Extremskifahrer

Datum

22. Oktober 2010 | 7:53

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Rebound

Das hier ist keine Schleichwerbung. Manfred Hell ist zwar Unternehmer im Outdoor-Bereich, aber das lieferte nicht den Grund, warum er in meinem Blog auftaucht. Oder vielleicht doch. Denn er scheffelt nicht nur wie viele seiner Kollegen ausschließlich Geld, sondern engagiert sich auch sozial. Gemeinsam mit dem Musiker Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölner Kultband BAP, gründete Hell 2008 das Projekt „Rebound“, das von der Hilfsorganisation World Vision betreut wird.


Unternehmer Manfred Hell (l.) und Musiker Wolfgang Niedecken

Datum

20. Oktober 2010 | 7:43

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Zurechtgelegt

Im Kopf habe ich mir Christian Stangl schon zurechtgelegt. Was hast du dir nur dabei gedacht, vorzugeben auf dem Gipfel des K 2 gestanden zu haben? Hattest du wirklich geglaubt, du kämest mit dem getürkten Foto durch? War dir nicht klar, dass du damit nicht nur dir selbst, sondern der gesamten Profibergsteiger-Szene schaden würdest? Das will ich den 44 Jahre alten Österreicher fragen.


Stangls Lüge über den Gipfelerfolg am K 2 sorgte weltweit für Schlagzeilen

2004 sind wir gemeinsam Richtung Baltoro-Gletscher in Pakistan unterwegs gewesen, im selben Kleinbus auf dem Karakorum-Highway. Er wollte damals mit einem Freund den Broad Peak besteigen, ich war auf Reportagereise zum K 2-Basislager. Seit damals habe ich Christian nicht mehr getroffen, wohl aber seine Projekte als „Skyrunner“ aus der Ferne verfolgt. Nun also begegne ich ihm wieder, diesmal in der Rolle des Gipfelschwindlers vom zweithöchsten Berg der Erde.

Datum

17. Oktober 2010 | 13:34

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Fish and Chips and Interview

Manchmal fällt einem ein Interview in die Frittentüte. Mir widerfuhr das jetzt in Frankfurt. Wenn immer möglich, schaufele ich mir alljährlich einen Tag für die größte Buchmesse der Welt frei: Kontakte pflegen, Gespräche mit Autoren führen, nach neuen Berg- und Abenteuerbüchern stöbern. Drei Stunden lang war ich bereits mehr oder weniger erfolglos durch die Hallen getrekkt. Mein Eindruck: Die Verlage setzen immer mehr auf Stars und Sternchen. Fast jeder A- oder B-Promi darf, unabhängig von seiner Begabung dazu, ein Buch schreiben. Oder schreiben lassen. Bergsteiger gehören außerhalb der Szene eher selten zur besagten Gattung. Folglich muss man sie meist auf der Messe mit der Lupe suchen. Diesmal half auch das nicht.


Einer der wenigen Stände mit Abenteuerbüchern

Datum

8. Oktober 2010 | 14:29

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