More DW Blogs DW.COM

Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Kommerzielle Everest-Winterexpedition abgeblasen

Mount Everest (l.)

Im kommenden Winter wird es nun doch keine kommerzielle Winterexpedition zum höchsten Berg der Erde geben. Der nepalesische Veranstalter „Seven Summit Treks“ (SST) verschob nach eigenen Angaben sein Everest-Projekt um ein Jahr auf den Winter 2019/2020. „Wir sind in diesem Winter personell ausgelastet“, schreibt mir Vorstandsmitglied Chhang Dawa Sherpa. Ein starkes SST-Team werde den Spanier Alex Txikon auf dessen anstehender Winterexpedition zum K 2 in Pakistan begleiten.

Interessenten abgesprungen

Alex Txikon im Winter 2017 am Everest

Zuvor hatte der US-Bergsteiger und Blogger Alan Arnette unter Berufung auf SST-Geschäftsführer Tashi Lakpa Sherpa berichtet, dass zwei der ursprünglich fünf Interessenten für die Winterexpedition abgesagt hätten und das Projekt deswegen um ein Jahr vertagt worden sei. Erstmals überhaupt war – wie berichtet – eine Everest-Winterexpedition als kommerzielle Veranstaltung ausgeschrieben worden. Alex Txikon hatte mit Hinweis darauf seinen ursprünglichen Plan aufgegeben, den dritten Winter in Folge zum höchsten Berg der Erde aufzubrechen, um zu versuchen, ihn ohne Flaschensauerstoff zu besteigen. „Ganz ehrlich, die Aussicht, eine kommerzielle Expedition mit am Berg zu haben, hat mich abgeschreckt“, hatte der 36-Jährige gesagt.

Letzter Erfolg vor 25 Jahren

Die Bergsteiger-Chronik „Himalayan Database“ verzeichnete bisher erst 15 Everest-Gipfelerfolge im meteorologischen Winter. Für die Wetterforscher beginnt die kalte Jahreszeit bereits am 1. Dezember, während der kalendarische Winter erst mit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember startet. Die erste Winterbesteigung gelang am 17. Februar 1980 den beiden Polen Krzysztof Wielicki und Leszek Cichy. Der Einzige, der den höchsten Berg der Erde im Winter ohne Atemmaske bestieg, war Ang Rita Sherpa am 22. Dezember 1987. Das Wetter an jenem Tag war ungewöhnlich gut. Die große Kälte im Winter sorgt normalerweise dafür, dass der Luftdruck im Gipfelbereich noch weiter absinkt. Ein Aufstieg ohne Atemmaske liegt dann im absoluten Grenzbereich des Möglichen.

Datum

5. Dezember 2018 | 12:30

Teilen

Hinterlasse einen Kommentar