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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Gedanken an Kurt

Die große ISPO ist manchmal wie ein kleines Dorf. Die Bergsteiger-Szene trifft sich alljährlich bei der weltweit größten Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München. An den Ständen einiger Ausrüster geht es zu wie im Taubenschlag. Bekannte Bergsteiger geben sich die Klinke in die Hand: Gerlinde Kaltenbrunner, Ines Papert, Alix von Melle, Ralf Dujmovits, Thomas Huber, Krzysztof Wielicki, David Göttler und Holger Heuber liefen mir über den Weg, als ich mich Anfang der Woche einen Tag lang auf der ISPO herumtrieb. Mit einigen von ihnen plauschte ich nur, mit anderen machte ich auch Interviews (wie ihr nach und nach im Blog lesen und hören könnt).


Holger Heuber, Bergsteiger, Wildwasser-Kajakfahrer und Kameramann

Datum

11. Februar 2011 | 12:43

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Exklusiv-Interview mit Umweg

Natürlich ist es schöner, jemanden direkt zu befragen. Augenkontakt ist wichtig, Nachfragen sind möglich. Doch manchmal muss man auch Umwege in Kauf nehmen.
Nach ihrer erfolgreichen Winterbesteigung des 8034 Meter hohen Gasherbrum II im Karakorum haben der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards ihre Zelte abgebrochen und befinden sich auf der Heimreise. Ich hatte Gelegenheit, ihnen per Mail einige Fragen zukommen zu lassen, die sie mir jetzt auf elektronischem Weg beantwortet haben.


Der Gasherbrum II im Karakorum

Simone, du hast deinem Ruf als Winterspezialist wieder einmal alle Ehre gemacht. Nach der Shishapangma 2005 und dem Makalu 2009 hast du jetzt gemeinsam mit Denis und Cory erstmals den Gasherbrum II im Winter bestiegen. Wie schwer ist euch der Aufstieg gefallen?

Legt man die Expeditionsberichte kürzlich gescheiterter Winteraufstiege im Karakorum zugrunde, erschien ein Erfolg nahezu unmöglich. Aber nach elf Winterexpeditionen, die hinter mir liegen, wusste ich, dass nichts unmöglich ist. Trotz der geringen Erfolgschancen, die aus 25 Jahren gescheiterter Versuche sprachen, gab ich mein Bestes in Sachen Organisation, Taktik und Einsatz. Und es wurde ein großer historischer Erfolg.

Datum

10. Februar 2011 | 20:53

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Ein (Un-)Glück kommt selten allein

„Das Glück war auf unserer Seite“, meint Simone nach der Rückkehr von der erfolgreichen Winterbesteigung des Gasherbrum II im Karakorum. Während der schnelle Aufstieg gewissermaßen nach Drehbuch verlief, wäre der Abstieg beinahe zu einem Fiasko geraten.


Am Gipfel: Denis Urubko, Simone Moro, Cory Richards (v.l.)

Bis zum Hals im Schnee

„Normalerweise braucht man 15-20 Minuten, um die gefährliche Passage unterhalb des Gasherbrum V zu queren. Weil wir aber eine Spur durch den tiefen Schnee treten mussten, hielten wir uns dort sehr lange auf. Plötzlich brach ein Serac in sich zusammen.“ Die Lawine erfasste die drei Bergsteiger und schleuderte sie etwa 150 Meter abwärts. Glücklicherweise konnten sie sich an der Oberfläche halten, Denis und Cory steckten jedoch bis zum Hals im Schnee fest. Simone grub seine beiden Gefährten wieder aus.

Datum

5. Februar 2011 | 11:45

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Zurück im G II-Basislager

Das war noch ein richtig hartes Stück Arbeit. Zwei Tage brauchten der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards, um vom Gipfel des Gasherbrum II zurückzukehren. Nun haben sie es geschafft. „Wir sind im Basislager. Einfach glücklich, lebendig und wohlauf“, schreibt Denis in einer SMS per Satellitentelefon.

Stürmischer Abstieg

Das Trio hatte ein kurzes Wetterfenster genutzt, um in einem schnellen Vorstoß die erste Winterbesteigung eines Achttausenders in Pakistan zu vollenden. Am Mittwoch um 11.28 Uhr Ortszeit standen sie auf dem höchsten Punkt, 8034 Meter hoch. Kurz darauf verschlechterte sich das Wetter. Den ursprünglichen Plan, nach einer Nacht in Lager drei auf 6900 Metern am Donnerstag direkt ins Basislager abzusteigen, mussten Simone, Denis und Cory aufgeben.


Da war das Wetter am Gasherbrum II noch gut

„Ein extrem starker Sturm machte den Abstieg sehr schwer. Wir haben keine Kraft mehr, um weiter hinunterzugehen und werden die Nacht hier verbringen“, schrieb Denis aus Lager eins auf 5900 Metern an seine Frau. Die Sicherheit hatte für die Bergsteiger Vorrang. „Das Schlimmste ist nun vorbei“, berichtete Simone. „Aber wir müssen aufgrund der Gletscherspalten weiterhin vorsichtig absteigen.“ Fast 200 Fähnchen hatten sie im Aufstieg ins Eis gesteckt, um die Route auch bei Sturm wiederzufinden. Eine weise Entscheidung.

Datum

4. Februar 2011 | 15:04

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Moro: Winterbesteigung des G II geglückt

Und wieder ein „Noch nie…“ weniger. Die erste Winterbesteigung eines der fünf Achttausender in Pakistan ist perfekt. Der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards erreichten nach eigenen Angaben heute den 8034 Meter hohen Gipfel des Gasherbrum II im Karakorum. Simone informierte seine Frau Barbara per Satellitentelefon, dass der Gipfelversuch geglückt sei und das Team jetzt ins Basislager absteige.


Denis Urubko und Simone Moro im Aufstieg

Das Trio war am Sonntag nach Lager eins auf 5900 Metern aufgestiegen. Am Montag erreichten Moro, Urubko und Richards bei wolkigem Himmel und leichtem Schneefall Lager zwei auf 6500 Metern. Am Dienstag übernachteten sie in Lager drei auf 6900 Metern. „Wir sind ein bisschen müde, aber wohlauf“, hatte Simone Moro vor dem Gipfelvorstoß per SMS geschrieben.

Datum

2. Februar 2011 | 9:23

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„Harry“ Potter am Berg

Potter. Bei dem Namen konnte ja auch eigentlich nichts schief gehen. Adam Potter hat am 1094 Meter hohen Sgurr Choinnich Mor in den schottischen Highlands einen 300-Meter-Sturz überlebt – und das ohne ernsthafte Verletzungen. Der 35 Jahre alte Bergsteiger aus Glasgow, der mit drei Freunden unterwegs war, rutschte nach eigenen Worten auf einem Schnee- und Eishang im Gipfelbereich aus. „Ich versuchte zu bremsen, aber die Geschwindigkeit nahm rasant zu. Ich stürzte über eine Kante auf den nächsten Schneehang, dann über die nächste Kante und so weiter.“ Die Bergretter, die Potter später bargen, berichten, dass Potter auf seiner unfreiwilligen Talfahrt mindestens dreimal rund 30 Meter senkrecht hinuntergefallen sein muss.


Adam Potter, der Mann mit extrem gutem Schutzengel

Datum

31. Januar 2011 | 12:03

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Bei Saukälte bergsteigen

Das ist ein Fall für die Profis. Noch nie wurde bisher einer der fünf in Pakistan gelegenen Achttausender im Winter bestiegen. Das könnte sich in den nächsten Tagen ändern. Denn sowohl am 8051 Meter hohen Broad Peak als auch am nicht weit entfernten, 8034 Meter hohen Gasherbrum II rüsten sich Teams für Gipfelversuche – und die klangvollen Namen der Bergsteiger versprechen durchaus, dass die Versuche erfolgreich enden könnten.


Der Broad Peak im Karakorum

Datum

29. Januar 2011 | 18:47

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Nackte Ironmen

Nicht nur die Appenzeller Kantone haben ihre Nacktwanderer, sondern auch die nahe gelegene Region Vorarlberg. Allerdings sind die in Österreich nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Gusseisen. Und eigentlich wandern diese „Ironmen“ auch nicht, sondern stehen fest an einer Stelle in den Bergen. Das Kunsthaus Bregenz hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem englischen Bildhauer Antony Gormley die ungewöhnliche Kunstaktion „Horizon Field“ umgesetzt. 100 lebensgroße Abgüsse eines männlichen Nackedeis hat Gormley in den Bergen um die Orte Mellau, Schoppernau, Schröcken, Warth, Mittelberg, Lech, Klösterle und Dalaas installiert.


Eingeschneiter Eisenmann

Datum

28. Januar 2011 | 14:20

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Födleblutt

Manchmal beneide ich die Schweizer. Um ihre beeindruckenden Berge, die leckere Schokolade oder Wörter wie „födleblutt“ (oder „füdliblutt“). Das Adjektiv aus dem Schwyzerdütschen schaffte es jetzt in die Zeitungsartikel auch seriöser Schweizer Zeitungen. „Födleblutt“ bedeutet splitternackt, doch die wörtliche Übersetzung ist schöner: mit blankem Gesäß oder, drastischer formuliert, nacktarschig.

Nacktwanderern geht es an den nicht vorhandenen Kragen

„Das Ausserrhoder Obergericht hat einen Nacktwanderer schuldig gesprochen. (…) Er war im Oktober 2009 „födleblutt“ auf einem Wanderweg bei Herisau erwischt worden“, heißt es in der Neuen Zürcher Zeitung.


Seit zwei Jahren tauchen die Appenzeller Kantone Inner- und Außerrhoden, nicht weit vom Bodensee gelegen, immer wieder in den Schlagzeilen auf, weil sie sich nicht damit abfinden wollen, dass Wanderer, nur mit Schuhen und Rucksack bekleidet, in ihren Bergen umherflitzen. Der jetzt bestrafte Mann, in erster Instanz noch freigesprochen, soll 100 Schweizer Franken plus Verfahrenskosten von 3330 Franken berappen – „wegen unanständigen Benehmens“.

Datum

26. Januar 2011 | 10:58

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Miss Hawley und ihre Helferin

Ihr blauer VW-Käfer hat das gleiche Baujahr wie meine Knochen: 1963. Nach wie vor fährt Elizabeth Hawley mit ihrem Auto aus längst vergangenen Tagen vor den Hotels in Kathmandu vor. Inzwischen sitzt die 87 Jahre alte US-Amerikanerin nicht mehr selbst am Steuer, sondern lässt sich chauffieren. Aber aufs Altenteil setzt sich Miss Hawley, wie sie von allen genannt wird, nicht. Sie ist die große Chronistin des Himalaya-Bergsteigens. Seit Jahrzehnten führt sie in Kathmandu Buch über die Expeditionen zu den in Nepal gelegenen höchsten Bergen der Welt.


Miss Hawley mit Ralf Dujmovits

Datum

23. Januar 2011 | 12:15

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Gut getroffen

Bilder sind Momentaufnahmen. Darin liegt ihr Potential, zu lügen oder zumindest die Wirklichkeit zu verdrehen. Im konkreten Fall begrüße ich das ausdrücklich. Als ich die Fotos vom Skirennen „Der Weiße Ring“ in Lech daraufhin durchstöberte, ob ich irgendwo auf der knapp 22 Kilometer langen Strecke über gut 5400 Höhenmeter von einer Kamera erfasst worden war, wurde ich gleich mehrfach fündig. Und wunderte mich. Auf keinem der Bilder wirkte ich, wie ich mich tatsächlich gefühlt hatte: ausgepumpt, dem Kollaps nahe.

Datum

19. Januar 2011 | 8:31

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Herr Lehmann

Herr Lehmann war nicht zu übersehen. Mit seiner Körpergröße von 1,90 Meter überragte der frühere Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die meisten Teilnehmer beim „Weißen Ring“ in Lech, dem laut Guinness-Buch der Rekorde längsten Skirennen der Welt.


Herr Lehmann war V 49

Jens Lehmann startete im Prominenten-Team einer Automarke, deren Fabrikate ich mir in diesem Leben nicht mehr werde leisten können. Ja, ich wollte schneller sein als der 41 Jahre alte Ex-Nationalkeeper, der das Fußballtor gegen die Tore auf der Ski-Rennpiste eintauschte. Ein Funke Ehrgeiz blitzte wieder auf.

Datum

17. Januar 2011 | 14:53

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Schonung für Genussläufer

Bevor ich überhaupt in der kommenden Nacht Richtung Berge starte, ist der Traum vom Rekord schon geplatzt. Die Organisatoren des Skirennens „Der Weiße Ring“ in Lech am Arlberg teilten mit, dass die Schlüsselpassage, die gefürchtete Madloch-Abfahrt, wegen der „relativ geringen Schneemenge“ und dem damit verbundenen Sturzrisiko nicht im Renntempo gefahren werden solle.


Eigentlich wollte ich rasen

Datum

13. Januar 2011 | 15:49

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Rekordjagd

Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Das gilt auch für persönliche Rekorde. Meiner beim „Weißen Ring“ in Lech am Arlberg, dem angeblich längsten Skirennen der Welt, steht nach meiner Rennpremiere 2010 bei 55 Minuten und 47,89 Sekunden. Ganz knapp geschlagen, fehlten mir etwa elf Minuten zum Sieg. So wurde es Platz 954 unter 1064 Startern.


„Der Weiße Ring“ schließt sich um den Skiort Lech

Datum

12. Januar 2011 | 13:05

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Wie ich den Großglockner nicht bestieg

„Es gibt viele Wege zu Gott, einer davon führt über die Berge“, steht auf der Gedenktafel, die direkt neben der Kirche in Kals in Osttirol an die Bergsteiger erinnert, die ihr Leben am Großglockner verloren haben. Mehr als 150 Namen sind dort eingraviert. Eigentlich vergleichsweise wenig, bedenkt man, dass Jahr für Jahr bis zu 5000 Menschen auf dem 3798 Meter hohen Gipfel stehen, an „guten“ Tagen (mit Aussicht) in Schlange. Mir war das bei meinem bisher einzigen Versuch nicht vergönnt. 2002, im Internationen Jahr der Berge, hatte ich mir unter anderem vorgenommen, innerhalb weniger Tage die Prestigeberge Österreichs zu erklimmen, den Großvenediger und den Großglockner, beide im Nationalpark Hohe Tauern gelegen, nur etwa 30 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.


Im Morgengrauen auf den Großvenediger

Datum

10. Januar 2011 | 20:32

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