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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Pasabán besteigt ihren 14. Achttausender

Die Zahl 17 hat ihr Glück gebracht. Am 17. April bestieg die Spanierin Edurne Pasabán in Nepal die Annapurna, ihren 13. Achttausender. Am heutigen 17. Mai erreichte sie mit ihrem Team um 07.30 Uhr MESZ den höchsten Punkt der Shishapangma in Tibet, 8027 Meter hoch. Es sei ein sehr emotionaler Augenblick gewesen, schreibt die 36 Jahre alte Baskin in ihrem Blog. Sie habe ihre Teamkameraden umarmt und Freudentränen geweint.


Pasabán auf dem Gipfel der Shishapangma

Datum

17. Mai 2010 | 9:41

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By fair means

Dieser Berg wurde im Gegensatz zum Mount Everest nie in Fesseln gelegt. Er entstand und verschwand. Ich habe ihn bestiegen, als Erster, als Einziger: Free Solo, eine reine Eiskletterei, ohne Eisschrauben, sogar ohne Seil, eine Speedbesteigung, auf der Magic Line, durch eine wie ein gerader Strich nach oben ziehende Rinne zum höchsten Punkt. Keine Hochträger, keine Zwischenlager, keine Atemmaske. Bei minus 30 Grad, perfekter Sicht, Windstille im Gipfelbereich.
Mount Nestler habe ich ihn getauft, seine Höhe: ca. 5,30, vielleicht auch 5,40 Meter. Er stand in der Arktis, irgendwo zwischen dem 89. Breitengrad und dem Nordpol, etwa auf dem 160. Längengrad. Wahrscheinlich hatte er sich erst ein paar Tage vorher in die Höhe geschoben, einige Tage später ist er möglicherweise wieder in sich zusammengebrochen. Warum ich ihn bestiegen habe? Weil er da war.


Nestler auf Mount Nestler

Datum

15. Mai 2010 | 16:52

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Gelesen: Psychovertikal

Klappern gehört zum Geschäft. Das gilt auch für Profibergsteiger. Sie wollen wahrgenommen werden. Und so gibt es jede Menge Bergbücher, in denen Kletterer ihre „Heldentaten“ (oder was sie dafür halten) verkaufen und ihr Seelenleben ausbreiten. Unter diesen Werken finden sich nach meinem Geschmack wenige sehr gute, einige gute, viele überflüssige und schlechte. In meinem Blog werde ich von Zeit zu Zeit neue Bergbücher kurz vorstellen. Erwartet keine ausführliche Rezension, ich will euch einfach den einen oder anderen Tipp geben. Die aus meiner Sicht überflüssigen Bücher lasse ich weg, es reicht, wenn ich mich gelangweilt habe.


Datum

14. Mai 2010 | 15:34

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Schlaflos in Innsbruck

Wer einen Achttausender besteigen will, muss nicht nur das Bergsteigen beherrschen, sondern auch geduldig sein. Tagelang, manchmal wochenlang warten die Gipfelanwärter auf das kleine Wetterfenster, das eine Chance für einen Gipfelversuch bietet. Auch Gerlinde (Kaltenbrunner) und Ralf (Dujmovits) müssen sich im vorgeschobenen Basislager auf dem zentralen Rongbukgletscher auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest in Geduld üben. Starker Wind und extreme Kälte im Gipfelbereich lassen es noch nicht zu, dass die beiden wie geplant in die Nordwand einsteigen. „Die ersten Tage nach unserer Rückkehr (von einer Akklimatisierung-Tour auf der Normalroute bis auf eine Höhe von 7600 Metern) waren notwendig, um auszurasten und uns zu regenerieren nach den Tagen und Nächten in der Höhe“, schreibt Gerlinde in ihrem Tagebuch. „Nun aber wären wir mehr als erholt und warten sehnlich auf gute Nachrichten von Charly Gabl.“


Karl Gabl an seinem Arbeitsplatz in Innsbruck

Datum

12. Mai 2010 | 22:24

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Weil sie da sind

Der Mount Everest liegt in Fesseln. Auf der nepalesischen Südseite des höchsten Bergs der Erde haben Sherpas bis zum höchsten Punkt Fixseile gelegt. Und auch auf der tibetischen Nordseite dürfte es kaum anders aussehen. Alles ist bereitet für den Massenansturm. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Wetterverhältnisse, wann und wie viele zahlende Kunden den Gipfel erreichen. Eine Kanadierin war bereits, begleitet von ihrem Sherpa, oben auf 8850 Metern. Hunderte andere werden folgen.


Basislager auf der Südseite des Mount Everest

Datum

8. Mai 2010 | 12:40

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Schrecksekunde am Mount Everest

Die letzte Nachricht von Gerlinde (Kaltenbrunner) und Ralf (Dujmovits) liegt schon einige Zeit zurück. Jetzt haben sich die beiden wieder von ihrer Expedition zur tibetischen Nordwand des Mount Everest gemeldet. Zur weiteren Akklimatisierung stiegen sie vom Wandfuß zum Nordsattel auf 7100 Metern auf.


Auf dem Weg zum Nordsattel

Dabei erlebten sie eine Schrecksekunde. Ein tellergroßer Stein knallte auf Gerlindes Eisgerät. „Ich schrie zu ihr hinauf, ob alles in Ordnung sei. Gerlinde zitterten ziemlich die Knie, sonst passte alles“, schreibt Ralf in ihrem Expeditionstagebach. „Wahrscheinlich hatte ein Bergsteiger knapp oberhalb des Nordcols den Stein abgetreten.“

Datum

5. Mai 2010 | 10:48

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Dr. Abenteuermann

Der Mann ist der lebende Beweis dafür, dass jemandem ein Doktortitel nicht anzusehen sein muss: Dreitagebart, die wenigen noch verbliebenen Haare zum Mini-Zopf geflochten, Jeans und T-Shirt. So treffe ich Dr. Frank Hülsemann an seinem Arbeitsplatz im Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln an. Eigentlich verwunderlich, dass wir uns in einem Büroraum verabredet haben. „Zwischendurch muss ich ja auch mal arbeiten“, sagt der 38-Jährige mit einem breiten Grinsen. Hülsemann ist Chemiker und entwickelt unter anderem neue Dopingtestverfahren. Einmal im Jahr aber macht er sich auf Achse. Die Liste seiner Expeditionen, nachzulesen auf seiner Homepage, kann sich sehen lassen. So radelte er im Jahr 2000 auf den Spuren der historischen Seidenstraße von Xian in China nach Istanbul in der Türkei, 12800 Kilometer in vier Monaten. 2008 durchquerte er zu Fuß die Atacama-Wüste im Norden Chiles, 600 Kilometer in 24 Tagen.


Frank Hülsemann am Arbeitsplatz in der Sporthochschule Köln

Datum

4. Mai 2010 | 10:46

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Am langen Seil

Es schrieb sich so leicht, dass ein Rettungshubschrauber die angeschlagenen drei Bergsteiger einer spanischen Expedition vom höchsten Lager an der Annapurna ins Basislager zurückflog. Doch das war alles andere als selbstverständlich. Es handelte sich vielmehr um einen Rekord, die höchste Hubschrauber-Rettungsaktion aller Zeiten. Der Schweizer Pilot Dani Aufdenblatten steuerte den Helikopter. Sein Landsmann, der Bergführer Richard Lehner hing am langen Seil, mit dem die Bergsteiger, die erschöpft, höhenkrank und schneeblind waren, einer nach dem anderen aus 6950 Metern ins Tal gebracht wurden. Aufdenblatten hatte die Türen und die Sitze des Helikopters ausgebaut, um Gewicht zu sparen.


Rettungsflug an der 8091 Meter hohen Annapurna

Datum

2. Mai 2010 | 12:05

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„Der Lausbua in mir“

„Hast Du schon den Werbespot der Huberbuam gesehen?“, wurde ich vor einiger Zeit gefragt. Natürlich nicht. Schließlich schalte ich den Fernseher in der Werbepause immer auf stumm, suche das stille Örtchen auf oder gehe an den Kühlschrank, um mir einen Pausensnack zu gönnen. Genau für einen solchen werben die beiden bayrischen Extremkletterer Thomas und Alexander Huber. „Kritiker haben uns deswegen vorgeworfen, wie seien schlechte Vorbilder“, erzählt mir Thomas, der ältere der beiden, bei unserem Treffen in Köln. „Dabei geben wir doch das richtige Vorbild ab, indem wir zeigen, dass wir uns bewegen. Und wer sich viel bewegt, kann essen, was er will.“ Aber Entwarnung: Man muss nicht gleich wie im Spot die Fassade eines Hauses hinaufturnen, um sich einen süßen Riegel gönnen zu dürfen.


Thomas (l.) und ich: Zwei Riegelesser, aber nur ein Extremkletterer

Datum

30. April 2010 | 10:48

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Tod an der Annapurna

Die Kameras an der Annapurna sind wieder ausgeschaltet. Das Drama am zehnthöchsten Berg der Erde wurde nicht mehr live übertragen. Tolo Calafat, ein spanischer Bergsteiger, der wie die Südkoreanerin Oh Eun-Sun am Dienstag den Gipfel erreicht hatte, kehrte nicht mehr zurück. Auf 7600 Metern war Calafat so erschöpft, dass er nicht mehr weiter absteigen konnte. Außerdem zeigten sich Symptome eines lebensbedrohlichen Hirnödems. Der Sherpa, der Calafat begleitete, ließ einen Biwaksack da und stieg ins oberste Lager auf 7200 Metern Höhe ab, um Unterstützung zu holen. Per Satellitenhandy schickte Tolo einen verzweifelten Hilferuf: „Um meiner Kinder willen, kommt und holt mich hier runter!“


Auf jede dritte Besteigung der Annapurna kommt ein Todesfall

Datum

29. April 2010 | 14:29

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Merk und die Schöpfung

Markus Merk ist wieder aufgetaucht und aufgetaut. Der dreimalige frühere Fußball-Weltschiedsrichter hat einen aufregenden Trip zum Nordpol hinter sich. „Das Erlebnis in der Arktis war so toll, so einzigartig, viel mehr als ich mir davon versprochen hatte“, sagt der 48-Jährige, als wir miteinander telefonieren. Die Bedingungen seiner Last-Degree-Expedition waren komplett anders als unsere vor einem Jahr. Während uns stets Temperaturen unter -30 Grad Celsius das Leben schwer machten, wir dafür aber sonniges Wetter und wenig Drift vorfanden, war es in diesem Frühjahr außergewöhnlich mild: – 15 Grad. Es schneite und stürmte.


Ex-Schiri im Eis

Die Drift trieb das Expeditionsteam zunächst vom Pol weg. „In den ersten vier Tagen haben wir über Nacht immer wieder unsere tagtäglich gegangene Wegstrecke verloren“, erzählt Merk. Zwei Expeditionsmitglieder waren von den schwierigen Verhältnissen überfordert und warfen das Handtuch. Sie wurden per Hubschrauber zurück zur Eisstation Borneo geflogen.

Magischer Moment

Das verbliebene Trio aus Merk, der Journalistin Birgit Lutz-Temsch und Expeditionsleiter Thomas Ulrich entschloss sich zu einem Kraftakt: Kurze Pausen, lange Wegstrecken. Das Blatt wendete sich. Die Drift ließ nach, ebenso der Sturm. Das Team, so Merk, erlebte einen magischen Moment. Innerhalb weniger Minuten habe sich ein kleiner roter Fleck am Horizont in einen strahlend blauen Himmel verwandelt. „Wir standen mitten in der Sonne in diesem arktischen Licht auf einem riesigen Eisfeld und es war Schweigen. Das erste, was ich da gedacht habe, war, so muss es gewesen sein. Das ist die Schöpfungsgeschichte, als Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht.“
Am 13. April, um 1.58 Uhr erreichten die drei doch noch den Pol. Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf begann es wieder zu stürmen. 56 Stunden harrte das Trio im Zelt aus, bis das Wetter die Landung eines Hubschraubers zuließ. In dieser Zeit waren Merk und Co. wieder 41,5 Kilometer vom Nordpol weggetrieben.


Warten auf den Heli: Merk und Lutz-Temsch im Zelt

Der Südpol lockt

Auch die Heimreise nach Deutschland gestaltete sich schwierig. Erst saß das Expeditionsteam wegen der Aschewolke über Europa auf Spitzbergen fest. Dann endete die Flugreise in Oslo. Von dort aus schlug sich Merk „mit allen Verkehrsmitteln, die ich irgendwie kriegen konnte“, nach Kaiserslautern durch. Gerade rechtzeitig zu einem wichtigen beruflichen Termin traf der Ex-Schiri zu Hause ein. Ein paar Frostbeulen im Gesicht hat sich Merk während der Tage auf dem Eis zugezogen. „Man macht dann doch einige Fehler, die man letztendlich büsst.“ Doch die Spuren der Kälte sind inzwischen verheilt. Und Markus Merk juckt es bereits wieder in den Füßen. „Sofern Gott will und ich auch gesund bleibe, ist es durchaus ein Ziel, irgendwann einmal auch ganz unten auf der Erde zu stehen.“

Interview mit Markus Merk nach der Last-degree-Expedition

Datum

28. April 2010 | 10:52

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Oh oben

Nein, ich stottere nicht. Und die Überschrift ist auch nicht Ausdruck meiner Verwunderung. Vor wenigen Minuten wurde es gemeldet: Die Südkoreanerin Oh Eun-Sun hat es tatsächlich geschafft, als erste Frau alle 14 Achttausender zu besteigen. Die 44-Jährige steckte eine südkoreanische Fahne in den Schnee auf dem Gipfel der 8091 Meter hohen Annapurna in Nepal, des letzten Achttausenders, der ihr noch in der Sammlung fehlte.


Bergsteigen live als „Straßenfeger“ in Südkorea

Datum

27. April 2010 | 9:43

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Satz mit x

War wohl nix. Der Fernsehsender KBS hat am heutigen Sonntag wohl doch eher über ein Tanzturnier in Südkorea berichtet als über die Landsfrau an der Annapurna. Die von den Koreanern erhofften Live-Bilder von Oh Eun-Suns Aufstieg zum Gipfel gab es jedenfalls nicht. Starker Wind stoppte die 44-Jährige und ihre beiden Kameramänner. Jetzt wollen sie den Sturm erst einmal im dritten von vier Lagern auf 6400 Metern aussitzen. Der nächste Vorstoß zum höchsten Punkt auf 8091 Metern ist für Dienstag geplant. Im Oktober vergangenen Jahres war „Miss Oh“ an der Annapurna gescheitert. Sturm und schlechte Sicht hatten damals einen Gipfelgang unmöglich gemacht.


Schön aber gefährlich: Die „Göttin der Fülle“ (Annapurna), hier die Südwand

Datum

25. April 2010 | 8:44

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Bergsteigen nach Sendeplan

Der Wettlauf um den Titel „Erste Frau auf allen Achttausendern“ geht in die entscheidende Phase. Die Koreanerin Oh-Eun Sun ist an der 8091 Meter hohen Annapurna zu ihrem ersten Gipfelversuch aufgebrochen. Für das Wochenende wird stabiles Wetter erwartet. Begleitet von zwei Kameraleuten will „Miss Oh“ am Sonntag den höchsten Punkt erreichen. Nicht irgendwann, sondern zur besten Sendezeit in ihrer Heimat. Der südkoreanische Fernsehsender KBS hat von 13 bis 15.20 Uhr Ortszeit (6 bis 8.20 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit) eine Live-Übertragung von der Annapurna angesetzt. Achttausender-Bergsteigen nach Sendeplan, bizarr!


Oh Eun Sun fast am Ziel

Doch irgendwie passt es auch zu Ohs „Projekt 14“, das seit 2007 generalstabs- mäßig geplant und durchgeführt wurde. Damals bestieg sie zwei Achttausender, 2008 drei, 2009 vier. Auf sauberen Stil wurde kein Wert gelegt, es zählte allein, die Gipfel abzuhaken.

Datum

23. April 2010 | 12:51

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Die Kamera vom Everest

Es ist der wohl meistgesuchte Fotoapparat der Welt: eine Kodak-Kamera im Westentaschenformat, die seit 86 Jahren am Mount Everest vermisst wird. Es wird vermutet, dass sie der Brite Andrew Irvine bei sich trug, als er gemeinsam mit seinem Landsmann George Leigh Mallory am 8. Juni 1924 Richtung Gipfel aufbrach. Noell Odell, ein weiteres Mitglied der Expedition, sah nach eigenen Angaben die beiden später, als kurz die Wolkendecke aufriss, am Grat oberhalb einer Felsstufe. Er meinte, dass es sich dabei um den sogenannten „Second Step“ handelte, die schwierigste Stelle des Aufstiegs auf der heutigen Normalroute. Mallory und Irvine kehrten nicht zurück. Seitdem wird darüber spekuliert und diskutiert, ob die beiden möglicherweise als erste Menschen den Gipfel des Mount Everest erreicht haben könnten. Das Rätsel könnte vielleicht gelöst werden, fände sich eine der mindestens zwei Kameras, die sich angeblich im Gepäck der Bergsteiger befanden. Kodak-Experten halten es jedenfalls für möglich, dass die damals benutzten Schwarz-Weiß-Filme die Jahrzehnte am Everest überdauert haben und die Bilder restauriert werden könnten.


Das letzte Foto von Mallory und Irvine

Datum

22. April 2010 | 8:41

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