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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen kleinen und großen Abenteurern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Seid lieb zueinander! Und genießt den Festtagsschmaus! Die Kalorien könnt ihr hinterher ja wieder abtrainieren. Ich werde mich in einer stillen Weihnachtsstunde auch einmal bei meinem Schutzengel bedanken, der bisher so gut auf mich aufgepasst hat. Schutzengel von Abenteurern sind wirklich nicht um ihren Job zu beneiden.

Engel auf Reisen

Datum

23. Dezember 2011 | 12:30

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Burnout

Vor Weihnachten quält einen häufig das schlechte Gewissen. Vernachlässigte Freunde fallen dir ein und lassen dich zum Telefonhörer greifen. Ich wähle die Handynummer des Mount Everest, bei dem ich mich im Sommer zum letzten Mal gemeldet hatte. Nach dreimaligem Klingeln wird das Gespräch angenommen: „Hallo, hier der Nanga Parbat.“ Verwählt. Ich entschuldige mich und versuche es noch einmal. Dieselbe Stimme: „Hallo, hier das Matterhorn!“ Diesmal lege ich nicht auf.

Datum

22. Dezember 2011 | 15:58

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Quäl dich, du Sau!

Der gefallene Radheld Jan Ullrich hatte einst einen Wasserträger, der ihm auch einmal den Marsch blies. Udo Bölts nahm kein Blatt vor den Mund, als er seinem Teamkapitän auf dem Weg zum Tour-de-France-Sieg 1997 Beine machte. „Quäl‘ dich, du Sau!“, schleuderte er Ullrich entgegen. Zu einer Zeit, in der wir uns noch als Radsportfans offenbaren konnten, ohne Kopfschütteln zu ernten, wurde Bölts‘ Spruch zum geflügelten Wort.

Beim Bergsteigen in großer Höhe bist du dein eigener Wasserträger. Im wörtlichen, wie im übertragenen Sinne. Ein dahingemurmeltes „Quäl‘ dich, du Sau!“ hilft manchmal. Auch mir am Putha Hiunchuli, dann nämlich wenn ich am Limit war. Wie das aussah? Schaut mal in die Bilder, die meine Weggefährten geschossen haben!

Datum

20. Dezember 2011 | 12:39

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Harte Hunde

Simone (l.) und Denis: Da geht's hoch

Temperaturen von minus 40 Grad Celsius, Schneesturm. Keinen Hund würde man vor die Tür jagen. Doch dieses Wetter ist ganz nach dem Geschmack der „harten Hunde“ unter den Bergsteigern, der Spezialisten für Winterbesteigungen. Wie im vergangenen Winter haben sie sich auch diesmal vor allem Ziele im Karakorum in Pakistan ausgesucht. Schließlich können sie hier noch alpinistisches Neuland betreten. Während die Achttausender in Nepal allesamt bereits im Winter bestiegen wurden (die meisten in den 1980er Jahren von polnischen Expeditionen), dauerte es bis Anfang 2011, ehe erstmals Bergsteiger in der kalten Jahreszeit auf dem Gipfel eines Bergriesen im Karakorum standen: Dem Italiener Simone Moro, dem Kasachen Denis Urubko und dem Kanadier Cory Richards gelang am 4. Februar am 8034 Meter hohen Gasherbrum II die erste Winterbesteigung eines der fünf Achtttausender in Pakistan. Jetzt rücken Simone und Denis dem Nanga Parbat auf den Pelz

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16. Dezember 2011 | 13:55

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Südpol-Party

Norwegens Regierungschef Stoltenberg enthüllt am Südpol eine Amundsen-Eisskulptur

Der Südpol feiert. Heute vor 100 Jahren, am 14. Dezember 1911, ließ er sich erstmals von Menschen betreten. Der Norweger Roald Amundsen und vier Landsleute erreichten den südlichsten Punkt der Erde. Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg, einige andere Promis und jede Menge Journalisten haben sich zur Amundsen-Scott-Forschungsstation am Südpol fliegen lassen, um den Jahrestag zu feiern. Von den Expeditionen, die sich vorgenommen hatten, auf Amundsens Spuren rechtzeitig zum 14. Dezember am Pol einzutreffen, war dort am Jubeltag noch nichts zu sehen. Die Antarktis zeigte ihre Zähne. Das Team des Norwegischen Polarinstituts brachte es in seinem Internet-Tagebuch auf den Punkt: „Helmer Hannsen (Anm. Hannsen gehörte zu Amundsens Team) schrieb einst: ‚Die Theosophen glauben angeblich, dass wir nach dem Tod in anderer Form wiedergeboren werden. Ich für meinen Teil hoffe inständig, dass ich nicht als Schlittenhund bei einer Polarexpedition zurückkehre.’ Heute ist diese Aussage umgeschrieben worden: Es wäre kein Spaß, als moderner Polarreisender wiedergeboren zu werden, dem die Zeit davonläuft.“

Für DW-WORLD.DE habe ich zum Jahrestag eine Bildergalerie erstellt. Wenn ihr sie sehen wollt, klickt hier.

Datum

14. Dezember 2011 | 9:58

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Wettlauf mit vorhersehbarem Ende

Roald Amundsen

Brecht hat Recht: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“ Die wahren Helden wirken eher im Stillen, nicht im Rampenlicht. In diesen Tagen wird jedoch allerorten wieder viel über Heldentum schwadroniert. Am Mittwoch (14.12.) jährt sich schließlich zum 100. Mal der Tag, an dem die ersten Menschen den Südpol erreichten. Nicht nur sein Heimatland Norwegen hob Roald Amundsen für diesen Coup auf den Heldenthron. Und dann gab es ja auch noch den tragischen Helden Robert Falcon Scott. Der Brite verlor erst den Wettlauf gegen Amundsen zum Pol und anschließend auch noch sein Leben. Eine Geschichte, die zur Verklärung geradezu einlädt.

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12. Dezember 2011 | 17:00

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Ralf Dujmovits, ein echter Fuffziger

Ralf im Sommer 2011 am K 2

Ich verdanke ihm die meisten meiner Bergabenteuer im Himalaya. Ralf Dujmovits war es, der mich 2005 zur Nordwand des Mount Everest mitnahm, damit ich von dort über die Expedition berichten konnte. 2007 waren wir wieder gemeinsam unterwegs, diesmal bei einer kommerziellen Expedition am Achttausender Manaslu, die Ralf leitete. Und auch die diesjährige Reise zum Putha Hiunchuli führte über ihn, da sie von seiner Agentur Amical Alpin organisiert wurde. Ralf war es, der mich ermunterte, daran teilzunehmen, weil er mir den Gipfelgang zutraute. An diesem Montag feiert Ralf Dujmovits, der erfolgreichste deutsche Höhenbergsteiger, in Bühl seinen 50. Geburtstag.

Datum

5. Dezember 2011 | 9:20

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Panorama-Schwenk

Ich bin gefürchtet für meine Panorama-Schwenks. Bei Familienurlauben amüsieren sich meine Frau und Kinder regelmäßig über meine Vorliebe für Kamera-Drehungen um die eigenen Achse. Auch beim Aufstieg am Siebentausender Putha Hiunchuli konnte ich mich nicht bremsen. Weil das Mini-Stativ hakte, lief leider auch der Schwenk nicht ganz rund. Ich will ihn euch trotzdem nicht vorenthalten.

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26. November 2011 | 23:02

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Alles im Griff? Bullshit!

Extremkletterer Stefan Glowacz

Irgendetwas habe ich falsch gemacht. Der Mann ist zwei Jahre jünger als ich und spricht schon von Altersweisheit. Stefan Glowacz zwinkert dabei allerdings deutlich sichtbar mit dem Auge. Ich habe den 46-Jährigen gefragt, ob er gut verlieren kann. Früher, als er noch Wettkämpfe im Sportklettern bestritt, habe er sich schon über einen zweiten Platz geärgert, sagt Stefan. Inzwischen habe er jedoch gelernt, mit Niederlagen umzugehen: „Vielleicht hat das – zumindest strenge ich mich an – mit Altersweisheit zu tun.“ Oha. Ich glaube ja eher, dass einem Bergsteiger gar nichts anderes übrig bleibt, als auch verlieren zu können.

Datum

23. November 2011 | 13:03

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Gelesen: Expeditionen

Mit diesem Schinken kannst du auch Einbrecher in die Flucht schlagen. Gut zwei Kilogramm bringt der Bildband „Expeditionen. Extremklettern am Ende der Welt“ von Stefan Glowacz auf die Waage. Aber nicht nur deswegen lege ich euch dieses Schwergewicht ans Herz. Mir hat dieses Buch einfach Spaß gemacht. Dabei war ich eher skeptisch, als ich es erstmals in Händen hielt. Normalerweise blättere ich Bildbände, die meist nicht gerade preiswert sind, durch und denke mir: Ganz nett, aber sehe ich mir die Bilder wirklich später noch einmal an? Bei diesem Buch erging es mir anders.

Datum

21. November 2011 | 12:10

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Missgeglückt

Haken drunter, in die Hände spucken, weiter? Das mag bei anderen Projekten funktionieren, nicht aber bei einer Expedition. Monatelang bereitest du dich geistig und körperlich darauf vor. Und wenn es dann endlich losgeht, prasseln in fünf Wochen Eindrücke auf dich ein und du machst Erfahrungen wie sonst vielleicht in fünf Jahren – wenn überhaupt. Kein Wunder also, dass eine Expedition im Kopf nachklingt. Meiner spuckt dann schon einmal zum gipfellosen Gipfeltag am Putha Hiunchuli mit all seinen Widersprüchen ein Gedicht wie das folgende aus. Reimlos, denn schon Georg Christoph Lichtenberg, scharfzüngiger Schriftsteller des 18. Jahrhunderts und erster deutscher Professor für Experimentalphysik, wusste: „Die Leute, die den Reim für das Wichtigste in der Poesie halten, betrachten die Verse wie Ochsenkäufer von hinten.“ In diesem Sinne:

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18. November 2011 | 11:59

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Hiros Nr. 13

Hiro auf dem Gipfel des Cho Oyu

Er nennt es das „Projekt 14“. Hirotaka Takeuchi will sich als erster Japaner in die Liste der Bergsteiger eintragen, die alle 14 Achttausender bestiegen haben. Und Hiro, der im vergangenen Sommer seinen 40. Geburtstag feierte, ist auf einem guten Weg dorthin. Am 30. September (jenem Tag, an dem ich Richtung Nepal startete, um mich am Siebentausender Putha Hiunchuli zu versuchen) erreichte er in Tibet mit seinem Landsmann Nakajima den 8188 Meter hohen Gipfel des Cho Oyu. Es war Hiros 13. Achttausender. Jetzt fehlt ihm nur noch der Dhaulagiri in seiner Sammlung.

Datum

15. November 2011 | 12:53

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Zum 11.11.: Tünnes un Schäl am Putha Hiunchuli

Tünnes (l.) und Schäl

Tünnes und Schäl treffen sich auf ein Kölsch im Brauhaus. „Tünnes, ich han gestere ding Frau gesinn. Die soh so sillig us der Wäsch.“ – „Jo, Schäl. Dat is keine Zofall. Ich wor im Himalaya, am Putha Hiunchuli.“– „Wat für en Put?“ – „Dat es ne verdammt huhe Berg.“ –„Worst do bovven?“ – „Nee, ävver ich han ne seldene Pilz mitgebraht, der nur do wächs. Un zickdäm fluppt et in der Kist’.“ – „Jeil, Tünnes, do muss ich och hin!“

Datum

11. November 2011 | 11:14

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Die Flagge, die nicht oben wehte

FC-Flagge im Basislager

In meiner Heimatstadt Köln wird viel Wert auf Tradition gelegt. Wobei sich der Kölner wenig bis gar nicht darum schert, was das Wort eigentlich bedeutet. Für ihn gilt bereits als Tradition, was sich schlicht wiederholt. In diesem Sinne trug ich bei meinem Gipfelversuch am Putha Hiunchuli ein Utensil in meinem Rucksack traditionell mit mir: eine Flagge des 1. FC Köln.

Datum

10. November 2011 | 13:35

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Wie Sex ohne Höhepunkt?

Aufwärts

Beim Bergsteigen gibt es nach landläufiger Meinung kein Unentschieden. Nur oben oder unten, Sieg oder Niederlage, Erfolg oder Scheitern. Als ich nach meinem Gipfelversuch am Putha Hiunchuli, der auf 7150 Metern endete, über den Gletscher zurück zum Basislager lief, begegnete mir ein Sherpa. „Summit?“, fragte er. Gipfel? Als ich den Kopf schüttelte und gerade zu einer Antwort ansetzen wollte, war er bereits an mir vorbeigelaufen. Und ich trug den Stempel „Verlierer“ auf der Stirn.

Datum

9. November 2011 | 12:36

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