More DW Blogs DW.COM

Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Der Bergsteiger mit dem großen Herz

Die Menschlichkeit endet in der Todeszone, behaupten viele Höhenbergsteiger. Rettungsaktionen seien dort unmöglich. „Das ist doch Unsinn“, sagt Simone Moro. „Du bist auf 8000 Metern der gleiche Mensch wie zu Hause. Wenn du daheim jemand hilfst, hilfst du ihm auch am Gipfel des Mount Everest, K 2 oder Lhotse.“


Simone Moro

Datum

9. November 2010 | 16:03

Teilen

Feedback

1 Kommentar

Weltmeister Momo

Mit 15 Jahren Weltmeister, wer kann das von sich behaupten? Maurice Wiese aus Frankfurt am Main darf sich seit gestern abend „erster Slackline-Weltmeister der Geschichte“ nennen. Wie viel der Titel aus sportlicher Sicht wert ist, mag dahingestellt bleiben. Doch „Momo“, wie Maurice von allen anderen Slacklinern gerufen wird, vergoss Freudentränen.


Die besten Slackliner: Andy Lewis, Maurice Wiese, Bernd Hassmann (v.l.)

Bei zwei Vorausscheidungen in München und Friedrichshafen waren aus 16 Bewerbern die besten acht ausgesiebt worden. Und die maßen sich nun beim Slackline-Worldcup im Rahmen des International Mountain Summit in Brixen.

Datum

6. November 2010 | 6:26

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Ein Sturz, der vieles änderte

Selten habe ich so viele verblüffte Menschen auf einem Fleck erlebt. Der Vortragssaal im Brixener Forum war gestern abend bis auf den letzten Platz gefüllt, als Steve House die Bühne betrat. Reinhold Messner adelte House einmal mit dem Lob, er sei der „derzeit beste Höhenbergsteiger der Welt“. 2005 hatte der US-Amerikaner mit seinem Landsmann Vince Anderson die Rupalwand am Achttausender Nanga Parbat, die mächtigste Fels- und Eiswand der Welt, erstmals im Alpinstil durchstiegen, also ohne Atemmaske, Fixseile und Hochlager.

Ein Mensch ist mehr als nur ein Bergsteiger

Die Besucher seines Vortrags beim International Mountain Summit erwarteten spektakuläre Bilder und Erzählungen von dieser und anderen extremen Expeditionen zu den höchsten Bergen der Welt.


Steve House, locker, aber alles andere als oberflächlich

Datum

5. November 2010 | 18:51

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Walk and talk

Kaum waren wir losgegangen, lag auch schon der erste flach, ausgerutscht auf einer zugefrorenen Pfütze. Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro eilte dem Unglücksraben, der sich dabei das Knie verdreht hatte, schnell zu Hilfe. Typisch Moro. „Wenn du zu Hause jemand hilfst, machst du das auch auf 8000 Metern“, erzählt mir der 43-Jährige etwas später beim Aufstieg zur 2545 Meter hohen Großen Pfannspitze, einem Wandergipfel mitten im Brixener Skigebiet.



Moro (2.v.r.) hilft, Urubko (l.) weiß den Gestürzten in guten Händen

Datum

4. November 2010 | 17:56

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Seven Summits

Ralf Dujmovits hat gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde Kaltenbrunner und allen Mitgliedern der von ihm geleiteten Expedition den 4884 Meter hohen Gipfel der Carstensz Pyramide in Indonesien erreicht, des höchsten Bergs von Ozeanien. Glückwunsch!


Gerlinde und Ralf

Damit hat Ralf nun die „Seven Summits“ komplett, die höchsten Gipfel aller Kontinente. Einige davon bestieg er mehrfach wie den Denali in Alaska, auch bekannt als Mount McKinley, oder den Aconcagua in Argentinien. Apropos Gipfel, ich fahre morgen zum International Mountain Summit nach Brixen in Südtirol, einem großen Treffen von Bergsteigern aus aller Welt. Von dort werde ich mich melden.

Datum

2. November 2010 | 21:11

Teilen

Feedback

1 Kommentar

Handy-Schatzi

„Schatzi, ich bin gleich zu Hause!” Wie oft werde ich in Bus oder Bahn Ohrenzeuge dieser per Handy ausgetauschten Belanglosigkeit – die eigentlich nur dann von Belang ist, wenn Schatzi noch schnell den Liebhaber aus der Wohnung werfen muss.


Telefonieren im Everest-Gebiet früher (2002)…

Nicht nur Deutschland ist Handyland. In vielen Entwicklungsländern wird der kostspielige und aufwändige Schritt Festnetz einfach übersprungen und fast ausschließlich mobil telefoniert. Nepal macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Obwohl nicht einmal jeder dritte Nepalese Zugang zum Telefonnetz hat, gehören Handys auf den Straßen der Hauptstadt Kathmandu längst zum alltäglichen Bild. Und auch am höchsten Berg der Welt wird man nun nicht mehr vor dem nervtötenden Geklingel sicher sein.

Datum

1. November 2010 | 16:23

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Joe Puryear

Ganz ehrlich, bis vor vier Tagen hatte ich von Joe Puryear noch nie etwas gehört. Sein Name fiel mir erstmals auf, als ich auf der Suche nach Bildern des Sherpas Chhewang Nima war. Er hatte das Portrait fotografiert, das ich schließlich im ersten Bericht über das Lawinenunglück am Baruntse verwendete. Ich fand heraus, dass Puryear in der US-Bergsteigerszene eine echte Nummer war. Und dass er auch im Himalaya seine Spuren hinterlassen hatte: Mit seinem Kletterpartner David Gottlieb gelangen ihm drei Erstbesteigungen von Sechstausendern in Nepal, in Tibet standen sie als Erste auf vier bis dahin unbestiegenen Fünftausendern.


Joe Puryear 2007 auf dem Gipfel des erstbestiegenen „Peak 5965“ in Tibet

Datum

28. Oktober 2010 | 14:39

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Unbesungene Helden

Die Familie des von einer Lawine am Baruntse verschütteten Sherpas Chhewang Nima hat die Hoffnung verloren. „Mein Bruder ist tot“, sagte Ang Nima, der in dem Lawinengebiet mit anderen Bergsteigern vergeblich nach Chhewang gesucht hatte.


Chhewang Nima Sherpa, 1967-2010

Der 43-Jährige aus dem Dorf Theso nahe Namche Bazaar, dem Hauptort des Gebietes rund um den Mount Everest, hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. Ob Chhewang wirklich, wie es in fast allen Meldungen heißt, 19 Mal auf dem Gipfel des höchsten Bergs der Erde stand, ist unklar. Während in den Berichten von einer Doppelbesteigung im Frühjahr 2010 die Rede ist, taucht Chhewang in der offiziellen Everest-Gipfelliste des nepalesischen Tourismusministeriums nur einmal (24. Mai) auf. So oder so belegte er in der Rangliste der erfolgreichsten Everest-Besteiger Rang zwei hinter Apa Sherpa, der 20 Mal oben war.

Datum

27. Oktober 2010 | 15:23

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Chhewang Nima vermisst

Chhewang Nima Sherpa, einer der erfolgreichsten Bergsteiger Nepals, wird vermisst. Ein Sprecher der Agentur „Sherpa Shangrila Trek and Expeditions“ sagte laut Medienberichten aus Nepal, der 43-Jährige sei auf über 7000 Metern im Gipfelbereich des Baruntse von einer Lawine verschüttet worden.


Chhewang Nima Sherpa

Neben Chhewang Nima werde ein weiterer Sherpa vermisst. Die beiden hätten Fixseile verlegt, als sich die Lawine gelöst habe. Die anderen Mitglieder einer britischen Expedition, die den 7152 Meter hohen Berg im Osten Nepals besteigen wollten, hätten sich in Sicherheit bringen können.

Datum

24. Oktober 2010 | 10:47

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Kleiner Mann ganz groß

Napoleon tritt aus einem Plumpsklo – darunter der Spruch: „Auch kleine Leute können Großes vollbringen.“ Diese Karikatur gehörte früher zu meinen liebsten. Schließlich messe auch ich nur 1,72 Meter und damit schlappe sechs Zentimeter mehr als einst Bonaparte. Auf dessen Totenschein war angeblich als Körpergröße 1,66 Meter vermerkt.


Luis Stitzinger, Höhenbergsteiger und Extremskifahrer

Datum

22. Oktober 2010 | 7:53

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Rebound

Das hier ist keine Schleichwerbung. Manfred Hell ist zwar Unternehmer im Outdoor-Bereich, aber das lieferte nicht den Grund, warum er in meinem Blog auftaucht. Oder vielleicht doch. Denn er scheffelt nicht nur wie viele seiner Kollegen ausschließlich Geld, sondern engagiert sich auch sozial. Gemeinsam mit dem Musiker Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölner Kultband BAP, gründete Hell 2008 das Projekt „Rebound“, das von der Hilfsorganisation World Vision betreut wird.


Unternehmer Manfred Hell (l.) und Musiker Wolfgang Niedecken

Datum

20. Oktober 2010 | 7:43

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Zurechtgelegt

Im Kopf habe ich mir Christian Stangl schon zurechtgelegt. Was hast du dir nur dabei gedacht, vorzugeben auf dem Gipfel des K 2 gestanden zu haben? Hattest du wirklich geglaubt, du kämest mit dem getürkten Foto durch? War dir nicht klar, dass du damit nicht nur dir selbst, sondern der gesamten Profibergsteiger-Szene schaden würdest? Das will ich den 44 Jahre alten Österreicher fragen.


Stangls Lüge über den Gipfelerfolg am K 2 sorgte weltweit für Schlagzeilen

2004 sind wir gemeinsam Richtung Baltoro-Gletscher in Pakistan unterwegs gewesen, im selben Kleinbus auf dem Karakorum-Highway. Er wollte damals mit einem Freund den Broad Peak besteigen, ich war auf Reportagereise zum K 2-Basislager. Seit damals habe ich Christian nicht mehr getroffen, wohl aber seine Projekte als „Skyrunner“ aus der Ferne verfolgt. Nun also begegne ich ihm wieder, diesmal in der Rolle des Gipfelschwindlers vom zweithöchsten Berg der Erde.

Datum

17. Oktober 2010 | 13:34

Teilen

Feedback

Comments deactivated

Gefahrlos bergsteigen

Wer sagt, dass Bergsteigen gefährlich sein muss? Dieses Foto, entstanden auf der eintägigen Kölner Outdoor-Veranstaltung „Globewelt“, beweist das Gegenteil. Ich musste nur auf ein kleines Leiterchen steigen, und schon stand ich in luftiger Himalaya-Höhe. Taugt doch fast als Gipfelfoto. Apropos: Ich habe bei dieser Gelegenheit auch Christian Stangl getroffen. Ein Radio-Interview zu seinem Schwindel am K 2 wollte er mir nicht geben. Aber gesprochen haben wir miteinander. Geschichte folgt.

Datum

16. Oktober 2010 | 15:07

Teilen

Feedback

2 Kommentare

Nachhaltig

Nachhaltig finde ich gut. Das Adjektiv ist eindeutig positiv besetzt und daher auf dem besten Weg zum Modewort. Immer mehr Redner benutzen es für ihre Zwecke. Dabei entstehen dann aber auch so abenteuerliche Wortschöpfungen wie „nachhaltige Chemie“, was in meinen Ohren klingt wie „harmlose Waffe“. Aber was ist eigentlich genau mit Nachhaltigkeit gemeint? Die Vereinten Nationen haben eine brauchbare Definition geliefert. Danach ist eine Entwicklung dann nachhaltig, wenn sie „den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.
Auf die Berge übertragen heißt das nach Ansicht von Stefan Glowacz: „Wir sollten die Bergwelt für die nachfolgenden Generationen so erhalten, wie wir sie jetzt vorfinden.“


Stefan Glowacz plädiert für nachhaltigen Bergsport

Datum

16. Oktober 2010 | 7:33

Teilen

Feedback

1 Kommentar

Drei-Pol-Mann Eric Larsen

Ein Magnet hat zwei Pole, die Erde auch. Eigentlich. Doch die Abenteurer sprechen noch von einem „dritten Pol“. Der deutsche-schweizerische Bergsteiger und Himalaya-Experte Günter Oskar Dyhrenfurth (1886-1975) hat den Begriff als Synonym für den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, geprägt. Erst knapp 20 Abenteurer haben ihren Fuß auf alle drei Pole gesetzt, wobei hier nur gewertet wird, wenn sie Nord- und Südpol vom Land aus erreicht haben. Der Norweger Erling Kagge war 1994 der erste, dem dieses Kunststück gelang.


Eric Larsen: Nordpol, Südpol, Mount Everest innerhalb von neuneinhalb Monaten

Datum

15. Oktober 2010 | 9:15

Teilen

Feedback

Comments deactivated