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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Joe Puryear

Ganz ehrlich, bis vor vier Tagen hatte ich von Joe Puryear noch nie etwas gehört. Sein Name fiel mir erstmals auf, als ich auf der Suche nach Bildern des Sherpas Chhewang Nima war. Er hatte das Portrait fotografiert, das ich schließlich im ersten Bericht über das Lawinenunglück am Baruntse verwendete. Ich fand heraus, dass Puryear in der US-Bergsteigerszene eine echte Nummer war. Und dass er auch im Himalaya seine Spuren hinterlassen hatte: Mit seinem Kletterpartner David Gottlieb gelangen ihm drei Erstbesteigungen von Sechstausendern in Nepal, in Tibet standen sie als Erste auf vier bis dahin unbestiegenen Fünftausendern.


Joe Puryear 2007 auf dem Gipfel des erstbestiegenen „Peak 5965“ in Tibet

Datum

28. Oktober 2010 | 14:39

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Unbesungene Helden

Die Familie des von einer Lawine am Baruntse verschütteten Sherpas Chhewang Nima hat die Hoffnung verloren. „Mein Bruder ist tot“, sagte Ang Nima, der in dem Lawinengebiet mit anderen Bergsteigern vergeblich nach Chhewang gesucht hatte.


Chhewang Nima Sherpa, 1967-2010

Der 43-Jährige aus dem Dorf Theso nahe Namche Bazaar, dem Hauptort des Gebietes rund um den Mount Everest, hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. Ob Chhewang wirklich, wie es in fast allen Meldungen heißt, 19 Mal auf dem Gipfel des höchsten Bergs der Erde stand, ist unklar. Während in den Berichten von einer Doppelbesteigung im Frühjahr 2010 die Rede ist, taucht Chhewang in der offiziellen Everest-Gipfelliste des nepalesischen Tourismusministeriums nur einmal (24. Mai) auf. So oder so belegte er in der Rangliste der erfolgreichsten Everest-Besteiger Rang zwei hinter Apa Sherpa, der 20 Mal oben war.

Datum

27. Oktober 2010 | 15:23

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Chhewang Nima vermisst

Chhewang Nima Sherpa, einer der erfolgreichsten Bergsteiger Nepals, wird vermisst. Ein Sprecher der Agentur „Sherpa Shangrila Trek and Expeditions“ sagte laut Medienberichten aus Nepal, der 43-Jährige sei auf über 7000 Metern im Gipfelbereich des Baruntse von einer Lawine verschüttet worden.


Chhewang Nima Sherpa

Neben Chhewang Nima werde ein weiterer Sherpa vermisst. Die beiden hätten Fixseile verlegt, als sich die Lawine gelöst habe. Die anderen Mitglieder einer britischen Expedition, die den 7152 Meter hohen Berg im Osten Nepals besteigen wollten, hätten sich in Sicherheit bringen können.

Datum

24. Oktober 2010 | 10:47

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Kleiner Mann ganz groß

Napoleon tritt aus einem Plumpsklo – darunter der Spruch: „Auch kleine Leute können Großes vollbringen.“ Diese Karikatur gehörte früher zu meinen liebsten. Schließlich messe auch ich nur 1,72 Meter und damit schlappe sechs Zentimeter mehr als einst Bonaparte. Auf dessen Totenschein war angeblich als Körpergröße 1,66 Meter vermerkt.


Luis Stitzinger, Höhenbergsteiger und Extremskifahrer

Datum

22. Oktober 2010 | 7:53

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Rebound

Das hier ist keine Schleichwerbung. Manfred Hell ist zwar Unternehmer im Outdoor-Bereich, aber das lieferte nicht den Grund, warum er in meinem Blog auftaucht. Oder vielleicht doch. Denn er scheffelt nicht nur wie viele seiner Kollegen ausschließlich Geld, sondern engagiert sich auch sozial. Gemeinsam mit dem Musiker Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölner Kultband BAP, gründete Hell 2008 das Projekt „Rebound“, das von der Hilfsorganisation World Vision betreut wird.


Unternehmer Manfred Hell (l.) und Musiker Wolfgang Niedecken

Datum

20. Oktober 2010 | 7:43

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Zurechtgelegt

Im Kopf habe ich mir Christian Stangl schon zurechtgelegt. Was hast du dir nur dabei gedacht, vorzugeben auf dem Gipfel des K 2 gestanden zu haben? Hattest du wirklich geglaubt, du kämest mit dem getürkten Foto durch? War dir nicht klar, dass du damit nicht nur dir selbst, sondern der gesamten Profibergsteiger-Szene schaden würdest? Das will ich den 44 Jahre alten Österreicher fragen.


Stangls Lüge über den Gipfelerfolg am K 2 sorgte weltweit für Schlagzeilen

2004 sind wir gemeinsam Richtung Baltoro-Gletscher in Pakistan unterwegs gewesen, im selben Kleinbus auf dem Karakorum-Highway. Er wollte damals mit einem Freund den Broad Peak besteigen, ich war auf Reportagereise zum K 2-Basislager. Seit damals habe ich Christian nicht mehr getroffen, wohl aber seine Projekte als „Skyrunner“ aus der Ferne verfolgt. Nun also begegne ich ihm wieder, diesmal in der Rolle des Gipfelschwindlers vom zweithöchsten Berg der Erde.

Datum

17. Oktober 2010 | 13:34

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Gefahrlos bergsteigen

Wer sagt, dass Bergsteigen gefährlich sein muss? Dieses Foto, entstanden auf der eintägigen Kölner Outdoor-Veranstaltung „Globewelt“, beweist das Gegenteil. Ich musste nur auf ein kleines Leiterchen steigen, und schon stand ich in luftiger Himalaya-Höhe. Taugt doch fast als Gipfelfoto. Apropos: Ich habe bei dieser Gelegenheit auch Christian Stangl getroffen. Ein Radio-Interview zu seinem Schwindel am K 2 wollte er mir nicht geben. Aber gesprochen haben wir miteinander. Geschichte folgt.

Datum

16. Oktober 2010 | 15:07

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Nachhaltig

Nachhaltig finde ich gut. Das Adjektiv ist eindeutig positiv besetzt und daher auf dem besten Weg zum Modewort. Immer mehr Redner benutzen es für ihre Zwecke. Dabei entstehen dann aber auch so abenteuerliche Wortschöpfungen wie „nachhaltige Chemie“, was in meinen Ohren klingt wie „harmlose Waffe“. Aber was ist eigentlich genau mit Nachhaltigkeit gemeint? Die Vereinten Nationen haben eine brauchbare Definition geliefert. Danach ist eine Entwicklung dann nachhaltig, wenn sie „den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.
Auf die Berge übertragen heißt das nach Ansicht von Stefan Glowacz: „Wir sollten die Bergwelt für die nachfolgenden Generationen so erhalten, wie wir sie jetzt vorfinden.“


Stefan Glowacz plädiert für nachhaltigen Bergsport

Datum

16. Oktober 2010 | 7:33

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Drei-Pol-Mann Eric Larsen

Ein Magnet hat zwei Pole, die Erde auch. Eigentlich. Doch die Abenteurer sprechen noch von einem „dritten Pol“. Der deutsche-schweizerische Bergsteiger und Himalaya-Experte Günter Oskar Dyhrenfurth (1886-1975) hat den Begriff als Synonym für den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, geprägt. Erst knapp 20 Abenteurer haben ihren Fuß auf alle drei Pole gesetzt, wobei hier nur gewertet wird, wenn sie Nord- und Südpol vom Land aus erreicht haben. Der Norweger Erling Kagge war 1994 der erste, dem dieses Kunststück gelang.


Eric Larsen: Nordpol, Südpol, Mount Everest innerhalb von neuneinhalb Monaten

Datum

15. Oktober 2010 | 9:15

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Langes Abenteuer, kurzer Sport

Auf den ersten Blick scheinen Bergsteiger und Bergarbeiter kaum etwas miteinander gemein zu haben: Die einen steigen dem Himmel, die anderen dem Erdinnern entgegen. Bergsteiger leisten sich den Luxus, das Nutzlose zu erobern, Bergarbeiter schuften tief unter der Erdoberfläche hart, um ihre Familien über die Runden zu bringen. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten: Beide gehen ein mehr oder weniger kalkulierbares Risiko ein, leben mit der Gefahr, am oder im Berg zu bleiben, zumindest aber im Notfall auf Hilfe von außen angewiesen zu sein. Bei der Rettung der 33 chilenischen Kumpel, die nach einem Grubenunglück mehr als zwei Monate lang in 600 Metern Tiefe ausgeharrt hatten, wurde eine Seilwinde benutzt. Bei mir wurden Erinnerungen an Bilder von Bergungsaktionen an großen Bergwänden wach – auch wenn dort keine Rettungskapsel verwendet wurde, die wie eine bunte Zigarre aussah.

Datum

14. Oktober 2010 | 8:53

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Fish and Chips and Interview

Manchmal fällt einem ein Interview in die Frittentüte. Mir widerfuhr das jetzt in Frankfurt. Wenn immer möglich, schaufele ich mir alljährlich einen Tag für die größte Buchmesse der Welt frei: Kontakte pflegen, Gespräche mit Autoren führen, nach neuen Berg- und Abenteuerbüchern stöbern. Drei Stunden lang war ich bereits mehr oder weniger erfolglos durch die Hallen getrekkt. Mein Eindruck: Die Verlage setzen immer mehr auf Stars und Sternchen. Fast jeder A- oder B-Promi darf, unabhängig von seiner Begabung dazu, ein Buch schreiben. Oder schreiben lassen. Bergsteiger gehören außerhalb der Szene eher selten zur besagten Gattung. Folglich muss man sie meist auf der Messe mit der Lupe suchen. Diesmal half auch das nicht.


Einer der wenigen Stände mit Abenteuerbüchern

Datum

8. Oktober 2010 | 14:29

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Vierter 8000er für Alix

Wie uns die tödlichen Unfälle der vergangenen Tage wieder vor Augen geführt haben, ist und bleibt Extrembergsteigen ein Risikosport. Doch an dieser Stelle will ich dem vielleicht entstandenen Eindruck entgegentreten, fast jedes Projekt ende mit einem Unglück. Allein am Cho Oyu, wo vorgestern Walter Nones ums Leben kam, waren und sind in diesem Herbst rund 450 Bergsteiger unterwegs, die meisten natürlich auf der Normalroute.


Alix auf dem Gipfel des Cho Oyu

Datum

5. Oktober 2010 | 6:08

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Achttausender mit Trauerflor

Die Nachmonsun-Saison im Himalaya läuft – und hat ihre ersten Opfer gefordert. Beim Versuch, den 8188 Meter hohen Gipfel des Cho Oyu in Tibet über die Südwestwand zu erreichen, kam gestern der Südtiroler Walter Nones ums Leben. Der 38 Jahre alte Bergführer aus Südtirol hatte bei schwierigen Verhältnissen versucht, den Berg alleine zu besteigen, nachdem zwei Expeditionskameraden umgekehrt waren. Als die beiden kein Lebenszeichen mehr von Nones erhielten, stiegen sie erneut auf. Sie fanden seine Leiche in einer Spalte auf rund 7000 Metern.


Walter Nones, 1971-2010

Datum

4. Oktober 2010 | 14:58

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Kurt Albert ist tot

Nun ist aus den Vermutungen also doch traurige Gewissheit geworden. Die Ärzte konnten das Leben Kurt Alberts nicht mehr retten.


Die Kletterszene trauert um einen echten Pionier: Kurt Albert ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz erlag er am Dienstagabend den schweren Verletzungen, die er sich am Sonntag bei einem 18-Meter-Sturz zugezogen hatte. Albert war einer von drei Führern einer 17-köpfigen Gruppe, die in den „Höhenglücksteig“, einen beliebten Klettersteig im Frankenjura, eingestiegen war. Warum Albert an einer eher leichten Stelle abstürzte, ist noch unklar. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus, wo die Ärzte zwei Tage lang versuchten, sein Leben zu retten, am Ende vergeblich.

Rotpunkt

Kurt Albert gehörte zu den Pionieren des Freikletterns. Schon mit 14 begann er, in den Felsen seiner heimatlichen Fränkischen Schweiz zu klettern. Klassische Touren in den Alpen wie der Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses im Mont-Blanc-Gebiet oder die Eiger-Nordwand folgten in den nächsten Jahren. 1975 begann Albert, Routen, die er im Vorstieg, also mit Seilsicherung von unten, frei geklettert war, am Einstieg mit einem roten Punkt zu markieren. Heute ist „Rotpunkt“ ein fester Begriff im Vokabular der Freikletterer.


Verfechter eines sauberen Kletterstils

Datum

29. September 2010 | 9:01

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Kurt Albert lebensgefährlich verletzt

An dieser Stelle konntet ihr zwei Stunden lang einen Nachruf auf den Extremkletterer Kurt Albert lesen. Mehrere Fachmagazine, Internetseiten und auch Spiegel online hatten zuvor gemeldet, der 56-Jährige sei an den schweren Verletzungen gestorben, die er sich am Sonntag bei einem 18-Meter-Sturz von einem Klettersteig im Frankenjura zugezogen hatte. Die Polizei in Regensburg widersprach den Meldungen. Kurt Albert sei bei dem Sturz lebensgefährlich verletzt worden und werde weiter auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Erlangen behandelt.


Kurt Albert verunglückte im Frankenjura

Datum

28. September 2010 | 13:29

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