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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Gelesen: Jenseits des Berges

Besser als Steve House hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können: „Eine große alpinistische Unternehmung hat alles, was zu einer guten Geschichte gehört: ein würdiges Ziel, Einsatzbereitschaft und Hingabe, Krise, Kampf und Entschluss.“

Der 40 Jahre alte US-Amerikaner liefert seit Jahren Stoff für gute Geschichten. Denn Steve House ist einer der besten Bergsteiger der Welt. So durchstieg er mit seinem Seilpartner Vince Anderson 2005 die mächtige Rupalwand am Achttausender Nanga Parbat in Pakistan erstmals im Alpinstil, also ohne Atemmaske, Hochträger und Lagerkette. Völlig zu Recht erhielten die beiden dafür den Piolet d’Or, den Goldenen Eispickel, den „Oscar“ der Profibergsteiger.

Datum

27. September 2010 | 13:07

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Hoch steigen, weit fliegen

Andy träumt von Monaco. Im fünften Anlauf will der Südtiroler Andreas Frötscher nach all den Strapazen erstmals auch das Ziel der X-Alps in der Stadt der wirklich Reichen und vermeintlich Schönen erreichen.


Mit Gleitschirm und zu Fuß über die Alpen

Denn diese Regel des extremen Rennens kennt kein Wenn und Aber: 48 Stunden, nachdem der Sieger angekommen ist, werden die X-Alps gestoppt. Bei der letzten Auflage 2009 waren innerhalb dieser Frist nur zwei Starter in Monaco gelandet. Andy beendete das Rennen 288 Kilometer vor der Stadt an der Cote d’Azur.

Datum

23. September 2010 | 13:21

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Schachspielen mit dem Tod


Auf der Suche nach dem verlorenen Paradies?

Bei der Zeitungslektüre an diesem Sonntagmorgen stolperte ich über ein Zitat. Es fand sich in einer Reportage über den italienischen Rennarzt Claudio Costa. Seit 38 Jahren flickt der Chirurg aus Italien bei Motorrad-Rennen gestürzte Fahrer wieder zusammen. 600 bis 700 Sturzopfer landen pro Saison in der mobilen Klinik Costas direkt an der Strecke. Einige der Fahrer verdanken Costa ihr Leben. Der 69-Jährige wurde nun nach dem Sinn des gefährlichen Sports gefragt. „Die Piloten spielen Schach mit dem Risiko des Todes“, antwortete Costa, „wahrscheinlich, um in sich selbst die Fragmente des verlorenen Paradieses zu finden”. Gilt das nicht auch für andere Risiko-Sportler?

Datum

19. September 2010 | 11:27

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1 Kommentar

Hiro, der Stehauf-Mann

Ob er – wie Katzen sprichwörtlich – sieben Leben hat, weiß ich nicht. Drei aber hat Hiro sicher. Zweimal ist Hirotaka Takeuchi dem Tod nämlich bereits von der Schippe gesprungen. 2005 war ich nahe dabei. Ich berichtete in Tibet, vom Basislager auf dem Zentralen Rongbukgletscher aus, über den Versuch Gerlinde Kaltenbrunners, Ralf Dujmovits’ und ihres japanischen Freunds Hiro, die Nordwand des Mount Everest zu durchsteigen. Die Wetterverhältnisse ließen es nicht zu. Das Trio beschloss, zum Nordsattel und von dort aus über die tibetische Normalroute zum Gipfel auf 8850 Metern aufzusteigen. Wenige Wochen zuvor war den drei Bergsteigern die erste Überschreitung der 8027 Meter hohen Shishapangma gelungen: durch die Südwand hinauf, auf der Nordseite hinunter.


Ralf und Gerlinde bringen Hiro 2005 zurück ins Basislager

Datum

17. September 2010 | 19:57

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Gelesen: Über alle Berge

Es gibt Bücher, die mag ich einfach schon, bevor ich eine Seite darin gelesen habe. So erging es mir bei „Über alle Berge“, einer kleinen, aber feinen Sammlung von 15 Geschichten über das Wandern. Schon der Leinen-Einband des Büchleins, ein schönes Gemälde einer Berglandschaft, hat es mir angetan. Ich fühlte mich geradezu eingeladen, mich bei einem Glas Wein in meinen gemütlichen Sessel zu setzen und zu schmökern.

Datum

14. September 2010 | 18:19

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Sieger der rheinischen Herzen

Die beiden „Rheinsteiger“ haben das Ziel des Transalpine-Run in Sexten in den Dolomiten erreicht. Auch auf der letzten Etappe über 33,4 Kilometer mit 1269 Höhenmetern im Aufstieg ließen sich Jochen und Gert nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Mit ihrer Zeit von 4:00.36 Stunden landeten die Kölner auf dem Schluss-Stück in ihrer Altersklasse auf dem 24. Rang.


Das Training im Siebengebirge hat sich für Gert (l.) und Jochen ausgezahlt

Datum

11. September 2010 | 20:29

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Balsam auf die Männer-Seele

Die „Rheinsteiger“ haben Witterung aufgenommen. „Das Ziel kommt in Reichweite und jetzt muss das Ding auch eingetütet werden“, schreibt Gert nach der sechsten Etappe. 4:37.25 Stunden brauchten er und Jochen für die 39,7 Kilometer von Sand in Taufers durch das Ahrntal hinauf zum 2275 Meter hohen Kronplatz und dann hinunter nach St. Vigil. Auf die wieder Schnellsten (die Namen lasse ich diesmal weg, ihr wisst schon wer) verloren die beiden Kölner gut 70 Minuten. In der Tageswertung ihrer Altersklasse bedeutete das Platz 24, im Gesamtklassement rückten sie auf den 22. Rang vor. Unter allen Teams schoben sich die „Rheinsteiger“ auf Platz 42.

Datum

10. September 2010 | 7:34

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Stangls Gipfellüge: „Unerklärlich, enttäuschend, schädlich“

Ich habe mal bei Gerlinde (Kaltenbrunner) und Ralf (Dujmovits) nachgefragt, was sie von Christian Stangls Fuschnummer am K 2 halten.


Gerlinde und Ralf daheim in Bühl

Schließlich hatten die beiden zur gleichen Zeit wie Stangl mehrere Wochen im Basislager des K 2 verbracht. Allerdings befanden sie sich bereits auf der Heimreise, als der 44-Jährige zu seinem letzten Versuch aufbrach.
Hier Gerlindes und Ralfs Antwort, die kurz und bündig ausfiel: „Christian Stangl haben wir persönlich gekannt, sein Verhalten ist uns unerklärlich. Die Lüge über seinen Gipfelerfolg finden wir äußerst enttäuschend und schadet dem Alpinsmus und der Profi-Alpinszene.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Datum

9. September 2010 | 11:20

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Gereizte Sehnen, zwitschernde Knie

Fünf Lauftage in den Alpen haben Spuren hinterlassen. Nach der fünften von acht Etappen des Transalpine-Runs klagte Gert über eine Sehnenreizung am linken Fuß. In den Tagen zuvor war eher Jochen, der andere Läufer des „Rheinsteigerteams“ der Geplagte gewesen: Blasen an den Füßen, Rückenprobleme.
Angesichts der Belastungen der vergangenen Tage kann das kaum verwundern. So war der fünfte Tagesabschnitt von Prettau im Südtiroler Ahrntal nach Sand in Taufers zwar mit 34,5 Kilometern im Vergleich zu vorhergehenden Etappen relativ „kurz“, doch das Höhenprofil hatte es in sich. Hinauf zur 2537 Meter hohen Bretterscharte, dann insgesamt 2408 Meter bergab. Da zwitschern die Knie.


Fünf Etappen, fünfmal Tagessieger: die Schotten Symonds und Owens

Datum

9. September 2010 | 7:27

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Stangl am K 2: „In Trance“ gelogen

Vor zehn Tagen hatte ich an dieser Stelle mit aller Vorsicht über die Zweifel an Christians Stangls Besteigung des K 2 berichtet und angeregt, er solle doch eindeutigere Fotos vorlegen, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Jetzt ist die Bombe geplatzt. Stangl hat eingeräumt, dass er den Gipfel des K 2 nicht erreicht hat. Der 44 Jahre alte Österreicher gab zu, dass sein Gipfelfoto auf etwa 7500 Metern entstanden sei, also etwa auf Höhe von Lager drei, gut 1000 Meter unterhalb des höchsten Punktes. Kritiker hatten das anhand von Vergleichen mit anderen Fotos vom K 2 bereits rekonstruiert. Die Schlinge zog sich immer weiter zu. Stangl blieb nur die Flucht nach vorn.


Christians Fusch-Gipfelfoto

Datum

8. September 2010 | 20:39

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Bergfest beim Transalpine-Run

2700 ist eine Zahl, die in Publikationen über die Höhenkrankheit immer wieder auftaucht. Ab rund 2700 Metern, 9000 Fuß nach englischer Messart, können lebensgefährliche Höhenhirnödeme. Das Risiko ist in dieser Höhe noch überschaubar, dokumentiert aber, dass die Luft auf 2700 Metern schon ziemlich dünn ist.
Die „Rheinsteiger“ Jochen und Gert mussten gestern genau diese Höhe überwinden. Die vierte Etappe führte über die Birnlücke, das Dach des diesjährigen Transalpine-Run. „Im Aufstieg und auch später im Abstieg wurde sehr deutlich, dass hier vor ein paar Tagen so ein Lauf nicht machbar gewesen wäre“, schreibt Gert im Blog der beiden Läufer aus Köln. „Viel Restschnee, immer wieder auch auf den schmalen Trails, erforderten viel Konzentration.“ Das Thermometer zeigte nur knapp über null Grad Celsius.


Nichts für Warmduscher

Datum

8. September 2010 | 7:14

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Wie Amöbe oder Schmittchen Schleicher

Im Gebiet rund um den Hahnenkamm habe ich einst das Skilaufen gelernt. Immer um die Osterzeit machten wir, von Kirchberg in Tirol aus, die Pisten unsicher. Hahnenkamm, Ehrenbachhöhe, Pengelstein – das waren damals unsere Fixpunkte, zwischen denen wir Kinder vom ersten bis zum letzten Lift die Bretter laufen ließen, was das Zeug hielt. Die Eltern trafen wir, wenn überhaupt, zur Brotzeit auf einer Hütte. Auch im Sommer habe ich das Gebiet mehrfach erwandert. Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, die Anstiege laufend hinter mich zu bringen.


Zum Genießen bleibt den Läufern wenig Zeit

Datum

6. September 2010 | 19:09

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Rheinflachler

Herrliches Spätsommerwetter, Sonne, mit 22 Grad Celsius eine angenehme Temperatur, ein klein wenig Wind. Da konnte ich doch gar nicht anders, als meine Laufschuhe zu schnüren. Meine Haus-Joggingstrecke führt über einen Spazierweg am Rhein entlang, dann auf einen Deich mit einem fürs Laufen optimal geeigneten Schotterbelag, schließlich über einen kleinen Ackerweg direkt am Fluss vorbei wieder zurück. Insgesamt knapp zehn Kilometer, mit einer Gesamtsteigung von sage und schreibe etwa 15 Höhenmetern. Als ich ein bisschen aufwärts trabte, musste ich an Jochen und Gert denken, die am Samstag die erste Etappe des Transalpine-Run von Ruhpolding in Oberbayern nach St. Ulrich am Pillersee hinter sich gebracht haben: 36,3 Kilometer, mit 1223 Höhenmetern im Anstieg. Dagegen war mein Sonntagmorgenlauf nur ein „Jöggli“.


Rauf und runter, über Stock und Stein

Datum

5. September 2010 | 15:23

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(Rh)einsteiger beim Transalpine-Run

Treffpunkt Petersberg, 331 Meter hoch, im Siebengebirge, das eigentlich Siebenhügel heißen müsste. Einige Touristen sind heraufgekommen, um ein bisschen historische Luft zu schnuppern. Schließlich haben sich in dem feinen Hotel auf dem Petersberg früher die Staatschefs die Klinke in die Hand gegeben. Der frühere US-Präsident Bill Clinton joggte hier herum. Jetzt sind es Jochen Dembeck und Gert Fischer, die mir entgegenlaufen. Anderthalb Stunden lang haben sie trainiert, vom Petersberg hinunter, dann hinauf auf den 321 Meter hohen Drachenfels und wieder zurück.


Jochen (r.) und Gert, links hinten der Drachenfels

Datum

31. August 2010 | 12:39

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Neid oder berechtigte Zweifel?

War Oh Eun Sun wirklich die erste Frau, die auf allen 14 Achttausendern stand? Hat Christian Stangl tatsächlich als einziger Bergsteiger in diesem Jahr den K 2 bestiegen? Über diese Fragen wird derzeit in der Szene diskutiert.


Ende März wurde Oh in Südkorea noch gefeiert

Datum

28. August 2010 | 15:20

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