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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Erdbeben-Zeitbombe Nepal

Meine Gedanken sind bei den Menschen in Japan. Bei den wohl Tausenden, die bei dem Erdbeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami ums Leben kamen. Bei ihren Familien, die ihre Liebsten verloren haben. Bei den Hunderttausenden, die ohne Obdach dastehen. Bei den Menschen im Umkreis des Atomkraftwerks Fukushima, die nach der Naturkatastrophe nun auch noch von einem GAU bedroht sind.
Kein Land der Welt war so gut auf ein großes Erdbeben vorbereitet wie das hoch entwickelte Japan. In Tokio schwankten die Hochhäuser, aber sie fielen nicht in sich zusammen, weil sie erdbebensicher gebaut sind. Die Zahl der Brände blieb überschaubar, da sich das Stromnetz vielerorts automatisch abschaltete. Doch trotz aller Vorkehrungen sind die Folgen des Bebens verheerend.


Der Durbar Square in Patan nach dem Beben von 1934

Datum

13. März 2011 | 14:11

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Vergeblich geschuftet

Die erste Winterbesteigung eines Achttausenders in Pakistan am 2. Februar bleibt vorerst auch die einzige. Nachdem der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards vor gut einem Monat den Gipfel des Gasherbrum II erreicht hatten, hofften die Mitglieder zweier weiterer Expeditionen im Karakorum auf einen ebenso erfolgreichen Abschluss ihrer Projekte. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Die polnischen Bergsteiger am Broad Peak brachen ihren Gipfelversuch ebenso ab wie das Trio um den Österreicher Gerfried Göschl am Gasherbrum I.


Artur Hajzer unterhalb von Lager II

Datum

10. März 2011 | 10:57

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Bergretter von der Annapurna geehrt

Auszeichnungen sind einerseits so überflüssig wie ein Kropf. Andererseits stehen sie für etwas, das in unserer Zeit eher selten geworden ist: Wertschätzung für außergewöhnlichen Einsatz. Etwa den der Schweizer Daniel Aufdenblatten und Richard Lehner. Die beiden Bergretter wurden jetzt in New York mit dem „Heroism Award“ der Aviaton Week ausgezeichnet. Der Preis ist so etwas wie der „Oscar“ der Luftfahrt für ihre selbstlosen Helden. Im letzten Jahr war damit Chesley B. Sullenberger geehrt worden, jener Pilot, der 2009 einen Airbus im Hudson River vor New York notgewassert hatte. Alle 155 Passagiere hatten überlebt.

Datum

9. März 2011 | 15:07

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Gipfelversuch am Broad Peak

„Die Hoffnung friert zuletzt ein“ – dieses Motto hat sich die polnische Expedition gegeben, die immer noch versucht, den 8051 Meter hohen Broad Peak in Pakistan erstmals im Winter zu besteigen. Anderthalb Monate halten sich die Bergsteiger um Expeditionsleiter Artur Hajzer nun schon im bitterkalten Karakorum auf. Der Frühlingsanfang rückt immer näher und damit schwindet auch die Zeit, das Projekt erfolgreich abzuschließen.


Robert Szymczak oberhalb von Lager II

Jetzt endlich hat der erste Gipfelversuch begonnen. Die Meteorologen kündigten für diesen Mittwoch und Donnerstag ein kleines Wetterfenster mit wenig Wind und Wolken an. So brachen Hajzer und vier weitere Bergsteiger am Montag auf. In Lager II auf 6200 Metern mussten sie ernüchtert feststellen, dass der Sturm ein weiteres Zelt zerstört hatte. Zwei Teammitglieder waren gezwungen, die Nacht in den Zeltresten zu verbringen, einem besseren Biwaksack.

Datum

8. März 2011 | 9:44

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Die Würde des Bergs ist antastbar

In Kürze beginnt die Frühjahrs-Saison am Mount Everest. Da man den höchsten Berg der Erde in Nepal inzwischen auch über eine Breitband-Verbindung mit dem Handy erreichen kann, habe ich ihn gleich mal angerufen. Nach dreimaligem Klingeln hob er tatsächlich ab:

Hallo, hier Chomolungma!

Hallo, hier ist Stefan. Seit wann meldest du dich denn nicht mehr mit ‚Mount Everest‘?

Der tibetische Name gefällt mir einfach besser. ‚Göttinmutter der Erde‘ klingt würdevoller als der Name eines ollen englischen Landvermessers, der mich nur aus der Ferne gesehen hat.

Schön, dass ich dich unter der neuen Handynummer erreiche. Sitzt du am Gipfel?

Nein, unten im Basislager. Oben ist noch kein Empfang. Aber es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sie mir auch einen Sendemast in den Schädel rammen.

Das klingt verbittert.

Dazu habe ich ja auch allen Grund, oder? Die Würde des Bergs ist antastbar. Das erlebe ich Jahr für Jahr.


Datum

4. März 2011 | 13:24

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3 Kommentare

Wettlauf gegen die Zeit

Zu einer echten Geduldprobe sind die Versuche weiterer Winter-Erstbesteigungen von Achttausendern in Pakistan geworden. An einen Aufstieg war wegen des schlechten Wetters im Karakorum in den vergangenen Tagen weder am Broad Peak noch am Gasherbrum I zu denken. „Drückt uns die Daumen, dass der für die Zeit vom 1. bis 5. März geplante Gipfelversuch möglich sein wird“, schreibt Artur Hajzer, der Chef der polnischen Bergsteiger am Broad Peak. „Die Expedition ist in eine kritische Phase eingetreten. Für die von uns, die ins Basislager gewandert sind, dauert sie jetzt schon über 40 Tage.“ Da sind die Nerven wie Drahtseile gespannt.


Zerstörtes Lager zwei am Broad Peak

Datum

28. Februar 2011 | 14:25

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Gute Zeit

Sie trägt die Vier mit einem Lächeln im Gesicht. Im vergangenen Dezember feierte Gerlinde Kaltenbrunner ihren 40. Geburtstag. „Es war schon so, dass ich einmal alles habe Revue passieren lassen“, gesteht Gerlinde (unser Gespräch könnt ihr unten nachhören). „Aber ich bin nicht in eine Krise gerutscht. Ich spüre vielmehr, dass jetzt für mich eine richtig gute Zeit angebrochen ist.“


Datum

25. Februar 2011 | 13:13

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Gesehen: 127 Hours

Ich gehöre noch zur Vor-Popcorn-Generation im Kino. In meiner Jugend gab es vor Beginn der Vorführung nur Eiskonfekt, und dafür fehlte uns in aller Regel das Geld. Heute gehört das aufdringliche Popcorn-Gekruspel und der penetrante Geruch dieser Süßigkeit unvermeidlich dazu. Vielleicht gehe ich deshalb so selten ins Lichtspieltheater (ein Wort, das die Popcorn-Mampfer wahrscheinlich gar nicht mehr kennen).
Gestern nun saß ich im Kino, um mir das Bergsteigerdrama „127 Hours“ anzuschauen. Eine Spätnachmittagsvorstellung, spärlich besucht. Die wenigen Zuschauer knabberten selbstverständlich Popcorn. Und unterhielten sich auch noch während des Films. Banausen!


Aron Ralston nach seinem Unfall

Datum

22. Februar 2011 | 9:47

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Hey cool!

„Talent bedeutet Energie und Ausdauer, weiter nichts“, hat einst Heinrich Schliemann gesagt, der berühmte deutsche Archäologe. Das mag gereicht haben, um Troja auszubuddeln – doch auch um eine überhängende Wand hinaufzuklettern? Ines Papert klingt fast ein bisschen wie Schliemann, als ich sie frage, ob sie ein Naturtalent sei (das Gespräch könnt ihr, wie immer, unter dem Artikel nachhören). „Jein“, antwortet die 36-Jährige Spitzenkletterin, „ich bin sehr ehrgeizig. Wenn ich mir etwas einbilde, dann passiert das auch, dann ziehe ich das durch.“


Ines fühlt sich in Fels und Eis wohl

Datum

18. Februar 2011 | 14:02

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Nordlicht

Alix lacht häufig und gerne. Auch über sich und ihren plötzlichen „Ruhm“. Wie kann es sein, dass ein Nordlicht plötzlich Deutschlands erfolgreichste Höhenbergsteigerin ist, eine gebürtige Hamburgerin, die in Ahrensburg in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist und erst als Studentin ihre Liebe zu den Bergen entdeckte? „Das finde ich fast ein bisschen lustig“, sagt Alix von Melle mit einem breiten Grinsen (Unser Gespräch könnt ihr unter dem Artikel anhören).

Datum

15. Februar 2011 | 10:33

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Durchhalten

Polnische Bergsteiger gelten spätestens seit den 1980er Jahren als „harte Hunde“. Damals rückten sie den Achttausendern im Winter auf den Pelz und waren als erste erfolgreich: Jerzy Kukuczka, Krzystof Wielicki, Artur Hajzer und Co. Nicht umsonst erklärte Simone Moro nach dem kürzlichen Gipfelerfolg am Gasherbrum II, er sehe sich in der Tradition der polnischen Bergsteiger.
Ihr legendäres Durchhaltevermögen beweisen derzeit auch die Polen, die sich unter Leitung des erfahrenen Artur Hajzer am Broad Peak versuchen. Als sie nach einer mehrtägigen Schlechtwetterperiode wieder aufstiegen, hatte der Sturm ihr Lager II auf 6200 Metern zerfetzt. Material im Wert von umgerechnet 2400 Euro war verloren gegangen.


Arek Grządziel im Aufstieg zu Lager II

Datum

12. Februar 2011 | 19:17

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Gedanken an Kurt

Die große ISPO ist manchmal wie ein kleines Dorf. Die Bergsteiger-Szene trifft sich alljährlich bei der weltweit größten Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München. An den Ständen einiger Ausrüster geht es zu wie im Taubenschlag. Bekannte Bergsteiger geben sich die Klinke in die Hand: Gerlinde Kaltenbrunner, Ines Papert, Alix von Melle, Ralf Dujmovits, Thomas Huber, Krzysztof Wielicki, David Göttler und Holger Heuber liefen mir über den Weg, als ich mich Anfang der Woche einen Tag lang auf der ISPO herumtrieb. Mit einigen von ihnen plauschte ich nur, mit anderen machte ich auch Interviews (wie ihr nach und nach im Blog lesen und hören könnt).


Holger Heuber, Bergsteiger, Wildwasser-Kajakfahrer und Kameramann

Datum

11. Februar 2011 | 12:43

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Exklusiv-Interview mit Umweg

Natürlich ist es schöner, jemanden direkt zu befragen. Augenkontakt ist wichtig, Nachfragen sind möglich. Doch manchmal muss man auch Umwege in Kauf nehmen.
Nach ihrer erfolgreichen Winterbesteigung des 8034 Meter hohen Gasherbrum II im Karakorum haben der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards ihre Zelte abgebrochen und befinden sich auf der Heimreise. Ich hatte Gelegenheit, ihnen per Mail einige Fragen zukommen zu lassen, die sie mir jetzt auf elektronischem Weg beantwortet haben.


Der Gasherbrum II im Karakorum

Simone, du hast deinem Ruf als Winterspezialist wieder einmal alle Ehre gemacht. Nach der Shishapangma 2005 und dem Makalu 2009 hast du jetzt gemeinsam mit Denis und Cory erstmals den Gasherbrum II im Winter bestiegen. Wie schwer ist euch der Aufstieg gefallen?

Legt man die Expeditionsberichte kürzlich gescheiterter Winteraufstiege im Karakorum zugrunde, erschien ein Erfolg nahezu unmöglich. Aber nach elf Winterexpeditionen, die hinter mir liegen, wusste ich, dass nichts unmöglich ist. Trotz der geringen Erfolgschancen, die aus 25 Jahren gescheiterter Versuche sprachen, gab ich mein Bestes in Sachen Organisation, Taktik und Einsatz. Und es wurde ein großer historischer Erfolg.

Datum

10. Februar 2011 | 20:53

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Ein (Un-)Glück kommt selten allein

„Das Glück war auf unserer Seite“, meint Simone nach der Rückkehr von der erfolgreichen Winterbesteigung des Gasherbrum II im Karakorum. Während der schnelle Aufstieg gewissermaßen nach Drehbuch verlief, wäre der Abstieg beinahe zu einem Fiasko geraten.


Am Gipfel: Denis Urubko, Simone Moro, Cory Richards (v.l.)

Bis zum Hals im Schnee

„Normalerweise braucht man 15-20 Minuten, um die gefährliche Passage unterhalb des Gasherbrum V zu queren. Weil wir aber eine Spur durch den tiefen Schnee treten mussten, hielten wir uns dort sehr lange auf. Plötzlich brach ein Serac in sich zusammen.“ Die Lawine erfasste die drei Bergsteiger und schleuderte sie etwa 150 Meter abwärts. Glücklicherweise konnten sie sich an der Oberfläche halten, Denis und Cory steckten jedoch bis zum Hals im Schnee fest. Simone grub seine beiden Gefährten wieder aus.

Datum

5. Februar 2011 | 11:45

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Zurück im G II-Basislager

Das war noch ein richtig hartes Stück Arbeit. Zwei Tage brauchten der Italiener Simone Moro, der Kasache Denis Urubko und der Kanadier Cory Richards, um vom Gipfel des Gasherbrum II zurückzukehren. Nun haben sie es geschafft. „Wir sind im Basislager. Einfach glücklich, lebendig und wohlauf“, schreibt Denis in einer SMS per Satellitentelefon.

Stürmischer Abstieg

Das Trio hatte ein kurzes Wetterfenster genutzt, um in einem schnellen Vorstoß die erste Winterbesteigung eines Achttausenders in Pakistan zu vollenden. Am Mittwoch um 11.28 Uhr Ortszeit standen sie auf dem höchsten Punkt, 8034 Meter hoch. Kurz darauf verschlechterte sich das Wetter. Den ursprünglichen Plan, nach einer Nacht in Lager drei auf 6900 Metern am Donnerstag direkt ins Basislager abzusteigen, mussten Simone, Denis und Cory aufgeben.


Da war das Wetter am Gasherbrum II noch gut

„Ein extrem starker Sturm machte den Abstieg sehr schwer. Wir haben keine Kraft mehr, um weiter hinunterzugehen und werden die Nacht hier verbringen“, schrieb Denis aus Lager eins auf 5900 Metern an seine Frau. Die Sicherheit hatte für die Bergsteiger Vorrang. „Das Schlimmste ist nun vorbei“, berichtete Simone. „Aber wir müssen aufgrund der Gletscherspalten weiterhin vorsichtig absteigen.“ Fast 200 Fähnchen hatten sie im Aufstieg ins Eis gesteckt, um die Route auch bei Sturm wiederzufinden. Eine weise Entscheidung.

Datum

4. Februar 2011 | 15:04

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