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	<title>Hellgurd | Irak &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jul 2012 11:55:22 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Hinweis für unsere Leser</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jun 2012 14:34:11 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>

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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hellgurd aus dem Irak wurde wegen seiner Publikationen im Bildungsblog massiv bedroht.<br />
Um weitere Gefahren vom Autor abzuwenden, hat die DW deshalb entschieden, die Blog-Einträge aus dem Irak einzustellen.</p>
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		<title>Bedeutet weniger Wissen mehr Zufriedenheit?</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2277</link>
		<pubDate>Fri, 15 Jun 2012 06:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2293" aria-labelledby="figcaption_attachment_2293" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015807576_10100.jpg" rel="lightbox[2277]"><img class="size-medium wp-image-2293" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015807576_10100-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015807576_10100-300x168.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015807576_10100.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Mobiltelefone - für Analphabeten nutzbar nach dem Prinzip &quot;Versuch und Irrtum&quot;?</p></div>
<p>Die Qualität der Bildung im Irak hat in der jüngeren Vergangenheit viele Höhen und Tiefen durchlaufen; was aber immer ein Problem dargestellt hat – und auch heute noch darstellt – ist der Analphabetismus, besonders unter den Frauen.</p>
<p>Ich würde die Welt wirklich gerne einmal durch die Augen eines Menschen sehen, der keine schulische Bildung genossen hat, dem der Zugang zu Bildung verwehrt blieb. Sich das vorzustellen, ist, glaube ich, ungleich schwerer, als sich vorzustellen, wie ein Genie die Welt sieht. <span id="more-2277"></span></p>
<p>Ich kenne viele Menschen ohne Bildung und das einzige, was sie lesen  und verstehen können, ist die Uhrzeit. Ich frage mich, wie sie mit dem Mobiltelefon klarkommen…? Sie können, das habe ich festgestellt, die Kontaktliste zum Wählen nutzen und erkennen auch, wer sie anrufen möchte! Wahrscheinlich probieren sie einfach so lange herum, bis sie wissen, wie es funktioniert. Das ist für sie sicher sehr abenteuerlich, könnte ich mir vorstellen!</p>
<p>Wenn die Arbeit einem keinen Spaß mehr bringt oder ständige Grübeleien einen unglücklich machen, wünscht man sich schon mal, zu den Menschen ohne Bildung zu gehören – einfach mal nichts zu wissen. Manchmal denke ich, dass Menschen mit weniger Wissen glücklicher sind. Ich würde es so formulieren: „Weniger zu wissen bedeutet mehr Zufriedenheit.“ Deshalb glaube ich, dass weniger gebildete Menschen ihr Leben mehr genießen können als Akademiker.</p>
<p>Die meisten ungebildeten Menschen findet man unter den alten Leuten, und auch hier wieder besonders unter den Frauen. Männer haben im Mittleren Osten immer ein besseres und bequemeres Leben geführt – sie genießen einfach alle Freiheiten. In meinem <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=961">dritten Eintrag</a> habe ich den Bildungsweg von Mädchen beschrieben und in Zusammenhang gestellt mit unserem System und den Problemen unserer Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_2297" aria-labelledby="figcaption_attachment_2297" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015924761_10100.jpg" rel="lightbox[2277]"><img class="size-medium wp-image-2297" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/015924761_10100-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015924761_10100-300x168.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/015924761_10100.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Manchmal reicht das Gehalt nicht einmal für das Nötigste</p></div>
<p>Wir haben hier gegenwärtig riesige Bildungslücken unter den jungen Leuten. Es gibt unzählige Gründe, weshalb viele von ihnen nicht zur Schule gegangen sind. Sie mussten arbeiten und zum Familienunterhalt beitragen, obwohl sie noch ganz jung waren. Manche Eltern haben ihre Kinder nicht eingeschult, weil sie überzeugt waren, dass ihnen in der Schule nichts wirklich Wichtiges beigebracht wird. Oder sie haben gedacht, dass die Regierung ohnehin nicht in der Lage wäre, ihnen nach dem Schulabschluss Jobs anzubieten.</p>
<p>Was aber auch oft passiert, ist, dass junge Leute die Schule abbrechen und arbeiten gehen. Sie haben mitbekommen, dass ihnen auch ein Abschluss keine Arbeit garantiert, mit der sie genug verdienen können. Ein Lehrer verdient beispielsweise 500 US-Dollar im Monat; ein freier Mitarbeiter bekommt pro Tag 25 US-Dollar und hat am Monatsende 750 US-Dollar in der Tasche. Dann  gibt es auch noch die Leute, die deshalb früher von der Schule abgehen, weil sie davon überzeugt sind, dass die Gehälter der Regierungsjobs ungerecht sind. Dein Gehalt hängt nicht davon ab, wie viel Stunden du pro Woche arbeitest, sondern davon, welche Funktion du hast oder wo du arbeitest. Viele befürchten, dass sie auf einem Staatsposten alt werden und immer noch nur davon träumen, sich ein Auto oder ein kleines Haus leisten zu können oder überhaupt genug zu verdienen, um über die Runden zu kommen. Manche müssen sogar einen Kredit aufnehmen, um die Lebenshaltungskosten zu decken – an Sparen ist da nicht zu denken!</p>
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		<title>Ein Interview mit dem Dirigenten Paul MacAlindin</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1969</link>
		<comments>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1969#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jun 2012 16:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Intensiv-Kurse]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikte]]></category>
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		<category><![CDATA[NYOI]]></category>

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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1937" aria-labelledby="figcaption_attachment_1937" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Erbil-performance-2011.jpg" rel="lightbox[1969]"><img class="size-medium wp-image-1937" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Erbil-performance-2011-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Erbil-performance-2011-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Erbil-performance-2011.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Dirigent Paul MacAlindin mit einem Solisten</p></div>
<p>In meinem <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1851">letzten Beitrag </a>habe ich versprochen, ein Interview mit dem musikalischen Direktor des National Youth Orchestra of Iraq (NYOI),  Paul MacAlindin, einzustellen. Er stammt aus Schottland und lebt in Köln.</p>
<p><strong>Herr MacAlindin, in welcher Weise hat sich die musikalische Qualität des NYOI seit seiner Gründung verbessert?<span id="more-1969"></span></strong></p>
<p>Paul MacAlindin: Arabische, kurdische und klassische Musik haben einen Aufbau, der erst verinnerlicht werden muss, bevor eine Verbindung der Seele mit dem Klang entstehen kann. Der Krieg und eine prinzipiell negative Wahrnehmung von Kunst haben Viele davon abgehalten, diesen Aufbau zu erlernen. Allerdings kann niemand den Teil des menschlichen Gehirns, der ausschließlich für Musik zuständig ist, davon abhalten, der Musik Ausdruck zu verleihen. Daher haben junge Iraker intuitiv Wege gefunden, auch in schwierigen Zeiten Musik zu machen. Musik wurde zum Tröster, zur Abwehr gegen das Chaos und die Gewalt. Das Internet hat die Lehrer ersetzt.</p>
<p>Das NYOI bringt Lehrer in den Irak, die die jungen Musiker schulen. Das passiert in Intensiv-Kursen, in denen die Musiker erfahren, wie viel sie lernen können, wenn sie die Chance dazu erhalten.</p>
<p>Die Lehrer, die den Irak während der Invasion verlassen haben, kommen möglicherweise nie zurück. Doch in denen, die mutig genug waren zu bleiben, haben wir die Hoffnung geweckt, jetzt und in Zukunft handfest unterstützt zu werden.</p>
<p>Dauerhafte Konflikte  haben zur Folge, dass Menschen sich hilflos fühlen, verängstigt sind und nur ans nackte Überleben denken, selbst nach Kriegsende.  Die NYOI Musiker und Freunde haben ihr eigenes Projekt ins Leben gerufen und so begonnen, diese Denkweise abzulegen und stark zu werden. Ich bin davon überzeugt, dass einige der laufenden „Good practice“-Projekte im Irak durch das NYOI angeregt wurden. Musiker des NYOI geben inzwischen sogar das Wissen, das sie durch die Orchesterarbeit mit den Tutoren erlernt haben, selbst weiter.</p>
<p><strong>Was ist für die Weiterentwicklung der irakischen Musikschulen erforderlich?</strong></p>
<p>Ganz einfach: Ein respektvoller Dialog mit Musikern außerhalb des Irak wäre sinnvoll. Oder die Erlaubnis, dass ein</p>
<div id="attachment_1939" aria-labelledby="figcaption_attachment_1939" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/ME-AND-PAUL-EBIL-2011.jpg" rel="lightbox[1969]"><img class="size-medium wp-image-1939" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/ME-AND-PAUL-EBIL-2011-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/ME-AND-PAUL-EBIL-2011-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/ME-AND-PAUL-EBIL-2011-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Hellgurd mit Paul MacAlindin (re)</p></div>
<p>junger Lehrer herkommen  und für sechs Monate hier arbeiten kann. Auch der begrenzte Aufenthalt eines Musikensembles wäre denkbar. Grundsätzlich ist es doch so, dass Musik Menschen vereint. Und das kann nur geschehen, wenn die Menschen in Sicherheit zueinander finden. Und wenn das passiert,  entwickeln sie ein Bedürfnis nach mehr Auftritten und verbessertem Unterricht.</p>
<p>Nur dann können Musiker sich darüber verständigen, was sie brauchen und mit wem sie gerne arbeiten möchten. Herzstück des Erfolgs eines jeden Musikers ist Mobilität – egal, ob der Weg ins nächstgelegene Dorf oder den nächstgelegenen Kontinent führt – Mobilität ist die absolute Voraussetzung.</p>
<p><strong>Wie kann man klassische  Musik in den Köpfen der Menschen im Osten verankern? Und wie schwierig gestaltet sich das?</strong></p>
<p>Wenn wir rein über Orchestermusik sprechen, ist es einfach, denn sie ist allgegenwärtig: in Filmmusik, Werbespots, Hotel-Foyers, Popmusik – weltweit. Kurdische und arabische Musik mischt Klarinetten, Geigen, Cellos, und Flöten zu den Klängen traditioneller Instrumente und erschafft auf diese Weise gemischte Orchester. Wollen Menschen wirklich in aller  Ruhe ein Orchester-Konzert hören? Viele Menschen aus dem Westen können das nicht. Aber Live-Musik, egal ob traditionelle oder orchestrale, bringt Menschen zusammen. Und wenn das wieder und wieder geschieht, entsteht eine Struktur in der Gesellschaft, die Gefühle und Einfälle hervorbringt anstelle von Konflikten.</p>
<p><strong>Was möchten Sie gerne noch zum Abschluss mitteilen?</strong></p>
<p>Einer meiner Freunde, Sir Peter Maxwell Davies, der im vergangenen Jahr ein Stück für das NYOI schrieb, sagte, dass ein Ort nicht wirklich existiert, wenn niemand dort Musik aufführt, die von diesem Ort handelt.  Man hat die Wahl, in Angst zu leben – halb lebendig – oder seine Heimat mit Musik erblühen zu lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mit Musik die Welt kennenlernen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jun 2012 14:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Beethoven-Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[National Youth Orchestra of Irak]]></category>

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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1821" aria-labelledby="figcaption_attachment_1821" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Beethovenfest-Rehearsal-II-2011.jpg" rel="lightbox[1851]"><img class="size-medium wp-image-1821" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Beethovenfest-Rehearsal-II-2011-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Beethovenfest-Rehearsal-II-2011-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Beethovenfest-Rehearsal-II-2011.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Beethovenfest in Bonn: Proben des NYOI</p></div>
<p>Nachdem die 17-jährige irakische Pianistin Zuhal Sultan im Jahr 2009 das National Youth Orchestra of Iraq, NYOI, gegründet hatte, ging es mit den jungen Musikern meines Landes aufwärts. Zu den Sommerkursen, die meist im Juli und August stattfinden, kommen jedes Jahr bedeutende Musiklehrer aus der ganzen Welt nach Kurdistan. Das Orchester hat zwischen 45 und 50 Musiker – Kurden und Araber. Es beschränkt sich nicht auf eine einzelne Nationalität, Religion oder Kultur. Normalerweise ist es äußerst schwierig, so viele unterschiedliche Gruppen in einem Land zusammenzubringen, aber auf der Bühne, im Orchester gelingt das. Es ist die Macht der Musik – sie bringt Menschen zusammen – trotz aller Differenzen. <span id="more-1851"></span></p>
<p>Die Musiker stammen aus dem gesamten Irak. Sie werden ins Orchester aufgenommen, nachdem sie sich beworben und über das Internet vorgespielt haben. Zum Glück wird kein Unterschied gemacht zwischen Männern und Frauen. Jede und jeder im Alter zwischen 14 und 30 kann sich bewerben. Wenn die Musiker zusammentreffen, sind nur strahlende Gesichter zu sehen aus denen die Hoffnung leuchtet. Sie haben alle Hürden vergessen, die sie nehmen mussten, um so weit zu kommen.</p>
<p>Das Orchester ist vergleichbar mit einer guten Musikschule, für die man sich jedes Jahr neu bewerben kann. An Vorbereitungszeit für die Bewerbung  muss man ungefähr einen Monat einplanen. Aber selbst wenn man in einem Jahr vom Musikdirektor nicht ausgewählt wurde: Man kann sich weiter verbessern und im nächsten Jahr wieder bewerben.</p>
<div id="attachment_1823" aria-labelledby="figcaption_attachment_1823" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/NYOI-unifrom-Erbil-2010.jpg" rel="lightbox[1851]"><img class="size-medium wp-image-1823" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/NYOI-unifrom-Erbil-2010-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/NYOI-unifrom-Erbil-2010-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/NYOI-unifrom-Erbil-2010-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Gemeinsame Stärkung mit einem Imbiss in Arbil</p></div>
<p>Seit seiner Gründung ist das Orchester jedes Jahr in verschiedenen Städten in Kurdistan aufgetreten. Im vergangenen Jahr ist das Orchester sogar nach Deutschland gereist und hat in Bonn am Beethovenfest teilgenommen (<a href="http://www.beethovenfest.de/">www.beethovenfest.de</a>). Das war ein bedeutendes Ereignis für das Orchester, das sich  so der ganzen Welt präsentieren konnte. Ich glaube, das hat sogar dazu beigetragen, dass manche Menschen den Irak mit anderen Augen sehen und die schöne Seite des Landes wahrnehmen. Ich hoffe, dass wir noch oft die Gelegenheit bekommen, mit dem Orchester ins Ausland zu reisen. Momentan bereiten wir gerade eine Reise ins Vereinigte Königreich (UK) vor – wir nehmen am Edinburgh Festival Fringe teil(<a href="http://www.edfringe.com/">www.edfringe.com</a>).</p>
<p>Im Zusammenhang mit den Proben gibt es für die Musiker des Orchesters zahlreiche Angebote. Für mich ist derDirigenten-Kurs am interessantesten. Den bietet der musikalische Direktor des Orchesters an, Paul MacAlindin. Er ist ein Dirigent aus Schottland, der ungefähr zehn Jahre lang in Köln gelebt und der von Anfang an mit dem Orchester gearbeitet hat. Ich habe vor, ihn für einen meiner nächsten Blog-Einträge zu interviewen, weil ich euch mitteilen möchte, wie ein Musiker aus der westlichen Welt das Orchester einschätzt.</p>
<p>Mir hat das Orchester viele Türen geöffnet. Ich habe mich nicht im ersten, sondern im zweiten Jahr seines Bestehens dafür beworben. In den  Dirigenten-Kursen, die ich belegt hatte, habe ich viel gelernt. Danach habe ich in meiner Heimatstadt Ranya ein größeres Orchester mit Studenten des Instituts für bildende Künste gegründet. Für mich war es nur positiv, Mitglied eines so wichtigen Orchesters zu sein – und nun kann ich mein Wissen an andere Studenten weitergeben.</p>
<p>Jedes Jahr gehen mehr und mehr Bewerbungen ein. Aus meiner Stadt kamen im ersten Jahr fünf Musiker, im zweiten Jahr waren es schon zehn, im dritten zwölf und auch in diesem Jahr sind es wieder zwölf. Offensichtlich steckt da Musik drin!</p>
<p>Und hier noch ein Link:</p>
<p>Ich erzähle etwas über meine Erlebnisse mit dem NYOI<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=zB2kXCPqxiI&amp;feature=relmfu">http://www.youtube.com/watch?v=zB2kXCPqxiI&amp;feature=relmfu</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Musiker, Lehrer oder beides?</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1729</link>
		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 10:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[hodalid]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hellgurd | Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1737" aria-labelledby="figcaption_attachment_1737" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra.jpg" rel="lightbox[1729]"><img class="size-medium wp-image-1737" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-300x199.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="300" height="199" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-300x199.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-playing-in-a-Concert-of-Ranya-Symphony-Orchestra-1024x680.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Lana spielt auch im Ranya Orchester </p></div>
<p>Wenn man im fünften Studienjahr ist, muss man an einer Grundschule oder einem Kindergarten einige Lehreinheiten geben. Einen guten Monat lang unterrichtet man dort, und immer wieder kommen unsere Dozenten und Lehrer in die Klassen, um unsere Lehrmethoden zu bewerten. Es ist besonders wichtig, dass wir die Klassen vorbereiten und auch Tests ansetzen, damit sie sehen können, was wir in den vergangenen Jahren an der Uni gelernt haben. Was allerdings ein bisschen verwirrend ist, ist, dass man von uns verlangt, gute Lehrer zu sein und gleichzeitig aber auch gute Musiker.</p>
<p>Es macht Spaß, das was man gelernt hat, weiterzuvermitteln. Aber wir lernen sehr wenig Theorie und auch keine Lehrmethoden. Das gehört nicht in unser Bildungskonzept. Und so kommt es dann dazu, dass jeder von uns andere Themen unterrichtet – und das auf unterschiedliche Art und Weise.</p>
<p><span id="more-1729"></span></p>
<p>Daher kommt es oft zu Missverständnissen zwischen der Hochschule und dem Bildungsministerium: Sie müssten sich mal endlich einig darüber werden, was sie von uns wollen. Das Ministerium wünscht sich gut ausgebildete Lehrer, die Hochschule will beides – Lehrer und Musiker, hat aber dafür und davon keinen richtigen Plan.</p>
<p>Ich habe mit zwei meiner Freunde darüber gesprochen. Lana ist 22 Jahre alt und spielt Querflöte. 2010 hat sie ihren Abschluss gemacht. Sie hat mir davon erzählt, dass sie heil froh war, dass ihre Familie sie nicht davon abgehalten hat, Musik zu studieren. Als sie allerdings im dritten Jahr war, hat sie sich an der Hochschule gelangweilt. Sie hatte eine andere Vorstellung von ihrem Studium der Musik „Ich verstehe nicht, warum ich noch so viele andere Fächer, wie Sprachen, belegen muss. Wozu brauche ich das, wenn ich doch eh Musikerin werden will?“, sagte Lana zu mir. Über ihre Zeit im Kindergarten erzählte sie mir dann, dass sie alles in einer Person war. Sie musste mit den Kindern musizieren, ihnen vorlesen, sie zum Sport animieren und natürlich auf sie aufpassen. „Ich hatte keine Probleme damit, das alles zu tun“, sagte Lana. „Aber das ist eigentlich nicht mein Job.“ Trotzdem sei sie ganz glücklich dort gewesen, denn die Kinder seien so zufrieden gewesen. Letztendlich ist Lana jetzt aber auch Mitglied im „Ranya Symphony Orchestra“.</p>
<div id="attachment_1735" aria-labelledby="figcaption_attachment_1735" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event.jpg" rel="lightbox[1729]"><img class="size-medium wp-image-1735" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-300x225.jpg" alt="Hellgurd Ahmed" width="300" height="225" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-300x225.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Lana-in-kindergartens-sport-event-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Lana im Kindergarten bei einem Sport-Event</p></div>
<p>Ein anderes Mädchen, dessen Namen ich nicht nennen darf, erzählte mir, dass ihre Familie einverstanden war mit ihrem Musikstudium. Das sei alles kein Problem. Aber als es dann das erste Mal darum ging, dass sie mit der Uni in eine andere Stadt reisen sollte, seien ihre Eltern strikt dagegen gewesen. Sie musste zu Hause bleiben. Dafür habe sie sich sehr geschämt. Sie hat dann vorgetäuscht krank zu sein und deshalb nicht mitfahren zu können. Ihre Familie habe sie zunehmend von allen musikalischen Aktivitäten ferngehalten, obwohl sie eigentlich dem Studium zugestimmt hatten. Leider hat sie dann auch einen schlechten Abschluss gemacht.</p>
<p>Wir Künstler sind froh darüber, wenn wir das Interesse anderer Menschen an der Kunst und der Musik wecken können. Ich würde mir nur wünschen, dass noch mehr Frauen die Möglichkeit dazu bekommen.</p>
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