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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Doppelfehler stoppt Dujmovits am Everest

Nordseite des Mount Everest

Nordseite des Mount Everest

Ralf Dujmovits ärgert sich. Mehr über sich selbst als über die Tatsache, dass der Traum geplatzt ist, doch noch den Mount Everest ohne Flaschensauerstoff zu besteigen. Auf 8300 Metern entschloss sich Deutschlands erfolgreichster Höhenbergsteiger, umzukehren und nicht zu versuchen, heute den 8850 Meter hohen Gipfel zu erreichen. „Ich habe mich dumm angestellt“, sagt mir Ralf, als er mich aus Lager 2 auf 7700 Metern über Satellitentelefon anruft. „Ich habe einen Doppelfehler gemacht.“

Datum

25. Mai 2014 | 13:15

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Ralf Dujmovits dreht auf 8300 Metern um

Ralf Dujmovits hat seinen Gipfelversuch ohne Flaschensauerstoff auf der tibetischen Nordseite auf 8300 Metern abgebrochen. Er meldete sich aus Lager 2 auf 7700 Metern. Der 52-Jährige will noch heute bis ins vorgeschobene Basislager auf 6400 Metern absteigen. Warum er nicht zum Gipfel aufgebrochen ist, könnt ihr hier in Kürze lesen.

Datum

25. Mai 2014 | 10:55

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Gipfelerfolge am Everest, Dujmovits auf 8300 Metern

Gipfel des Mount Everest (vom Nordostgrat aus gesehen)

Gipfel des Mount Everest (vom Nordostgrat aus gesehen)

Die Ersten kamen von Süden. Am Freitagabend Ortszeit erreichten die Chinesin Wang Jing und fünf Sherpas über die nepalesische Normalroute den Gipfel des Mount Everest. Ich scheue mich allerdings davor, von einer vollständigen Besteigung zu sprechen. Das Team hatte sich per Hubschrauber nach Lager 2 auf 6400 Metern fliegen lassen, nachdem die „Ice doctors“ die Route durch den Khumbu-Eisbruch nicht mehr instand gehalten hatten. Nach dem Lawinenunglück am 18. April hatten – wie berichtet – alle kommerziellen Expeditionen ihre Zelte abgebrochen.

Heute wurden auch die ersten Gipfelerfolge von der tibetischen Nordseite gemeldet. So erreichte ein 15-köpfiges Team des russischen Veranstalters „7SummitsClub“ bei Schneefall und Wind den höchsten Punkt auf 8850 Metern. Mit den schwierigen Wetterverhältnissen hatte auch Ralf Dujmovits bei seinem heutigen Aufstieg von Lager 2 auf 7700 Metern nach Lager 3 auf 8300 Metern zu kämpfen.

Datum

24. Mai 2014 | 17:04

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Everest-Gipfelversuch von Ralf Dujmovits läuft

Lager 1 am Nordsattel

Lager 1 am Nordsattel

Jetzt gilt es. Ralf Dujmovits, Deutschlands erfolgreichster Höhenbergsteiger, hat seinen Gipfelversuch auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest begonnen. Am Donnerstag stieg er zum 7000 Meter hohen Nordsattel auf, heute nach Lager 2 auf einer Höhe von 7700 Metern. Dort hatte er zuvor – wie berichtet – einen Sack mit Material deponiert. „Der Wind hat stark geblasen, ich hatte Mühe, das Zelt aufzubauen“, sagt Ralf, als er mich aus Lager 2 per Satellitentelefon anruft. „Aber jetzt steht das Zelt, ich habe gekocht und gegessen.“ Als Gipfeltag visiert der 52-Jährige Sonntag an, der Wetterbericht verspricht bisher für den 25. Mai gute Bedingungen, mit relativ wenig Wind.

Am morgigen Samstag will Ralf bis auf eine Höhe von etwa 8300 Metern aufsteigen. Er werde das Zelt in Lager 2 stehenlassen und in Lager 3 sein Mini-Zelt aufschlagen, das er schon Ende 2013 am Aconcagua verwendet habe. Der Verkehr auf der Normalroute halte sich in Grenzen, berichtet Dujmovits. „Einige wollen schon am 24. Mai versuchen, den höchsten Punkt zu erreichen. Damit entzerrt sich das Ganze. Am Sonntag werden vielleicht 40 bis 45 Leute zum Gipfel starten. Wenn man bedenkt, dass sich die ganze Saison auf dieses Wochenende konzentriert, sind das recht wenige. Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der außer mir ohne Flaschensauerstoff aufsteigt.“ Es ist also angerichtet. Und Ralf wirkt optimistisch: „Ich bin gut beieinander und komme gut vorwärts.“

Update: Ein ungarischer Blog-Leser macht mich darauf aufmerksam, dass sein Landsmann David Klein ebenfalls ohne Flaschensauerstoff aufsteigt und bereits Lager 3 erreicht hat.

Update II: Laut einer Pressemitteilung des nepalesischen Tourismusministeriums haben die Chinesin Wang Jing und fünf Sherpas heute den Everest von der Südseite aus bestiegen. Das Team hatte sich – wie berichtet – per Helikopter nach Lager 2 fliegen lassen.

Datum

23. Mai 2014 | 12:37

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Drei Tote bei Lawine am Kangchendzönga

Vermisst: Chhanda Gayen

Vermisst: Chhanda Gayen

Der Grat zwischen Triumph und Tragödie ist schmal. Am Sonntag hatte Chhanda Gayen als erste indische Bergsteigerin den Kangchendzönga bestiegen, den mit 8586 Metern dritthöchsten Berg der Welt. Vier Tage später wurde sie für tot erklärt, nachdem keine Hoffnung mehr besteht, sie lebend zu bergen. Beim Versuch, auch noch den 8505 Meter hohen Gipfel des Yalung Kang, auch bekannt als Kangchendzönga West, zu erreichen, seien die 34-Jährige sowie die Sherpas Dawa Wangchu (28) und Mingma Temba (24) am Dienstag von einer Lawine verschüttet worden, berichtet die in Kathmandu erscheinende Himalayan Times. Wegen schlechten Wetters sei die Suche nach den Vermissten eingestellt worden.  

Datum

22. Mai 2014 | 17:11

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Nives und Romano: Nur im Doppel

Nives Meroi (l..) und Romano Benet (2009 am Kangchendzönga)

Nives Meroi (l.) und Romano Benet (2009 am Kangchendzönga)

Da sage einer, Bergsteigen sei nichts für Romantiker. Die italienischen Eheleute Nives Meroi und Romano Benet beweisen das Gegenteil. Einen Achttausender ohne den anderen zu besteigen, kommt für die beiden nicht in Frage. Am vergangenen Samstag erreichten Nives und Romano den 8586 Meter hohen Gipfel des Kangchendzönga, des dritthöchsten Bergs der Erde. Wie immer gemeinsam, wie immer, ohne zu Flaschensauerstoff zu greifen, wie immer in sauberem Stil. „Wir verfolgen einen schnörkellosen Alpinstil: Einfach und unverfälscht, ehrlich mit sich selbst und im Einklang mit dem Berg“, sagte Nives einmal. Der Kangchendzönga ist für Meroi und Benet der Achttausender Nummer zwölf. Jetzt fehlen nur noch die Annapurna und der Makalu in ihrer Sammlung.

Datum

20. Mai 2014 | 23:20

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Dujmovits wählt Everest-Normalroute – „so schwer es mir fällt“

Ralf Dujmovits

Ralf Dujmovits

„Es wäre ein Traum gewesen, diese schöne Route zu nehmen, aber ich traue mich nicht in das Bröselzeug hinein.“ Ralf Dujmovits klingt ein wenig enttäuscht, als er mich aus dem vorgeschobenen Basislager (ABC) auf der tibetischen Nordseite des Mount Everest über Satellitentelefon anruft. Eigentlich wollte der 52-Jährige über die Route aufsteigen, die Reinhold Messner bei seinem Alleingang 1980 eröffnet hatte: unterhalb des Nordgrats, dann durch den oberen Teil des Norton-Couloirs, aufs Gipfelplateau. Der Wind sei schuld, dass er seinen Plan aufgegeben habe, erklärt Ralf: „ Es bläst seit 14 Tagen. Im oberen Bereich des Norton-Couloirs, dort wo es am steilsten ist, gibt es eine felsige Unterbrechung. Dort liegt kein Schnee, wahrscheinlich ist es eher sandig.“ Auch die Stelle, an der Messner einst aus der Rinne in die Gipfelflanke stieg, sei schneefrei. Diese Herausforderung auf über 8000 Metern sei ihm zu groß, da er alleine und ohne Flaschensauerstoff unterwegs sein werde. „Das ist mir zu schwierig, zu spannend. Ich bin nicht mehr der Jüngste, dafür reichen meine Kräfte nicht.“ Er werde es jetzt über den Normalweg versuchen, „so schwer es mir fällt.“

Datum

19. Mai 2014 | 22:34

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Gipfelerfolge an Kantsch und Co.

Denis Urubko am Kangchendzönga

Denis Urubko am Kangchendzönga

Der Mount Everest harrt noch der ersten Besteigung in diesem Frühjahr. Von anderen Achttausendern laufen dagegen Erfolgsmeldungen ein. So verkündete der russische Bergsteiger Denis Urubko, dass er heute morgen um 9.40 Uhr Ortszeit alleine von Norden her den 8586 Meter hohen Gipfel des Kangchendzönga, des dritthöchsten Bergs der Erde, erreicht habe. Seine Mitstreiter, der Pole Adam Bielecki, der Spanier Alex Txikon und die Russen Artjom Braun und Dmitri Sinev, sollen inzwischen wie Urubko den Abstieg angetreten haben. Bielecki, Txikon und Sinev waren zuvor auf 8350 Metern umgekehrt. Ursprünglich hatten Urubko und Co. angekündigt, eine neue Route durch die Nordwand eröffnen zu wollen. Offenkundig wurde daraus eher eine Variante der britischen Nordgrat-Route, die 1979 Doug Scott, Peter Boardman und Joe Tasker gewählt hatten.

Datum

19. Mai 2014 | 18:08

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Deutscher Arzt will Sherpa-Familien langfristig helfen

Matthias Baumann im Khumbu-Eisbruch

Matthias Baumann im Khumbu-Eisbruch

Der 18. April hat vieles verändert: am Mount Everest, im Leben der Familien der 16 Lawinenopfer – und auch für Matthias Baumann. Der 42 Jahre alte Unfallchirurg aus Esslingen war als Expeditionsarzt im Team der argentinischen Zwillingsbrüder Damian und Willie (Guillermo) Benegas und wollte eigentlich im zweiten Anlauf den Everest über die nepalesische Südseite besteigen. Sein erster Versuch war 2011 auf der tibetischen Nordseite auf 8600 Metern durch ein Missgeschick gescheitert: Als er am Second Step, der Schlüsselstelle der Normalroute, die Sauerstoffflasche wechseln wollte, stellte Matthias fest, dass sein Sherpa statt einer vollen einen leere Flasche eingepackt hatte.

Drei Jahre später stieg Baumann durch den Khumbu-Eisbruch, einen Tag vor dem Lawinenunglück. „Ich wusste, dass seit vier, fünf Jahren Lawinen von der Westschulter abgehen. Die Seracs hängen schon sehr bedrohlich da oben“, erzählt mir Matthias. Auch wenn der Spaß am Klettern schließlich die Oberhand gewonnen habe, sei der Respekt geblieben. „Ich habe immer nach oben zu den Seracs geschaut.“ Am Tag danach wurde der Khumbu-Eisbruch für 16 nepalesische Bergsteiger zur tödlichen Falle. Der deutsche Arzt kümmerte sich mit anderen Medizinern um die Verletzten, die ins Basislager gebracht wurden. Nach dem Ende der Expedition besuchte Matthias fast alle Familien der ums Leben gekommenen Nepalesen – und startete für sie eine Spendenaktion.

Datum

14. Mai 2014 | 15:57

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Everest-Saisonende? Zwei Frauen sagen: Nein!

Wang Jing

Wang Jing

Geht da doch noch etwas auf der nepalesischen Seite des Mount Everest? Die „Himalayan Times“ berichtet, die Chinesin Wang Jing habe sich mit sieben Sherpas auf den Weg zum Basislager gemacht. Die 40-Jährige wolle den höchsten Berg der Erde besteigen. Wang stand bereits einmal auf dem Gipfel des Everest, am 22. Mai 2010 – als erste Chinesin, die den Berg über die Südseite bestieg. In ihrer Heimat ist sie ein Star. Sie hat ein Buch über ihr Bergsteigen geschrieben und leitet einen Outdoor-Ausrüster in Peking. Der Everest ist Teil ihres „Projekts 7+2“. Sie will die „Seven Summits“, die höchsten Gipfel aller Kontinente, in Rekordzeit besteigen und zusätzlich noch an Nord- und Südpol stehen.

Datum

11. Mai 2014 | 1:47

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Neues aus dem Norden (des Everest)

Everest Nord

Everest Nord

Es wird Zeit, auf die Nordseite des Mount Everest zu blicken. Nachdem die Saison auf der nepalesischen Südseite wegen des Lawinenunglücks im Khumbu-Eisbruch mit 16 Toten vorzeitig zu Ende gegangen ist, läuft auf der tibetischen Seite des Everest bisher alles nach Plan. Rund 100 Bergsteiger haben sich beim Chinesisch-Tibetischen Bergsteigerverband (CTMA) die Genehmigung geholt, in diesem Frühjahr den höchsten Berg der Erde von Norden her zu besteigen. Die Mitglieder einer Expedition aus Malta sind Mitte der Woche bereits bis Lager zwei auf 7500 Metern aufgestiegen. „Wir warten auf unser Gipfelfenster“, meldete Expeditionsleiter Greg Attard. „Die Mannschaft präsentiert sich sehr gut. Jeder ist erschöpft, aber aufgeregt und bei guter Gesundheit.“

Datum

4. Mai 2014 | 18:45

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Göttler: Gewaltbereite Sherpas vergiften Everest-Klima

David Göttler

David Göttler

Über 300 Everest-Träume sind vorerst geplatzt. So viele Bergsteiger kehrten nach der Lawine im Khumbu-Eisbruch unverrichteter Dinge heim, nachdem ihre Expeditionen abgeblasen worden waren. Zu ihnen gehörte auch David Göttler. Der 35 Jahre alte Münchener hatte versuchen wollen, den höchsten Berg der Erde über die Normalroute auf der nepalesischen Südseite ohne Flaschensauerstoff zu besteigen. Göttler war noch dabei, sich zu akklimatisieren, als ihn die ersten, noch widersprüchlichen Meldungen über die Lawine erreichten. „Anfangs habe ich gehofft, vielleicht doch noch einen Versuch machen zu können“, erzählt mir David am Telefon. Deshalb habe er sein Vorbereitungsprogramm zunächst auch fortgesetzt. „Als ich am Gipfel des Island Peak (Sechstausender im Everest-Gebiet) war und unterhalb des höchsten Punktes übernachten wollte, kam die Nachricht, dass meine Expedition und auch alle anderen abgebrochen würden.“ Er kehrte nach Kathmandu zurück.

Datum

3. Mai 2014 | 11:59

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Quo vadis, Everest?

Schatten breitet sich am Everest aus

Die Lawine im Khumbu-Eisbruch am Karfreitag könnte zum tiefen Einschnitt in der Geschichte des Mount Everest werden. Erstmals seit dem Beginn kommerzieller Expeditionen zum höchsten Berg der Erde Ende der 1980er Jahre wird in diesem Frühjahr so gut wie sicher kein zahlender Kunde von der nepalesischen Seite aus den Gipfel erreichen. Die Saison ist beendet, nicht offiziell, aber de facto. Alle großen Expeditionsmannschaften haben das Basislager geräumt, viele Bergsteiger sind inzwischen in Kathmandu eingetroffen. Dort mehren sich Berichte, dass es massive Drohungen einer kleinen Gruppe von Sherpas gegen jene Landsleute gegeben habe, die trotz des Lawinenunglücks mit 16 Toten am Berg bleiben wollten. Auch westliche Bergsteiger wurden offenbar bedroht.

Datum

28. April 2014 | 17:09

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Schleichendes Ende der Everest-Saison in Nepal

Basislager zu Füßen des Mount Everest

Basislager zu Füßen des Mount Everest

Das Basislager auf der nepalesischen Seite des Mount Everest leert sich. Regierungsvertreter bestritten, dass die Klettersaison am höchsten Berg der Erde offiziell beendet sei. „Diejenigen, die gehen wollen, werden gehen. Und jene, die weiter klettern wollen, werden nicht gestoppt oder bedroht“, sagte Tourismusminister Bhim Acharya nach einem Krisentreffen im Basislager, bei dem er nach eigenen Angaben versucht hatte, die Beteiligten davon zu überzeugen, die Expeditionen fortzusetzen. Die Sherpas hätten ihm versichert, dass es keine Schwierigkeiten geben werde.

Datum

24. April 2014 | 18:16

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Rupert Hauer: Rettung geht vor Gipfel

Rupert Hauer auf der Nordseite des Everest

Rupert Hauer auf der Nordseite des Everest

Dünne Luft muss oft herhalten, um dünne Moral zu rechtfertigen. Gerade in der Gipfelregion des Mount Everest halten es viele Bergsteiger für selbstverständlich, im übertragenen und auch wörtlichen Sinne über Leichen zu gehen. Rupert Hauer bewies im Mai 2013, dass es auch anders geht. Der Österreicher hatte zuvor mit den Deutschen Alix von Melle und Luis Stitzinger die Shishapangma bestiegen. Es war sein dritter Achttausender nach dem Dhauligiri 2009 und dem Cho Oyu 2010. Jetzt wollte Rupert den Everest über die tibetische Normalroute besteigen, ohne Flaschensauerstoff. Am Third Step, der Felsstufe am Nordgrat auf 8700 Metern, an der letzten Hürde vor dem Gipfel, begegnete er dem US-Amerikaner Ruben Payan, der auf dem Rückweg war, schneeblind, hilflos. „Ich habe keine Sekunde gezögert“, erzählte später der Alpinpolizist aus Salzburg, der auch als Bergführer und Bergretter unterwegs ist. Zusammen mit Payans Sherpa geleitete Hauer den US-Bergsteiger über sechs Stunden lang hinunter zum letzten Lager auf 8300 Metern. Payan überlebte. Rupert bezahlt seine selbstlose Rettungsaktion nicht nur mit der verpassten Gipfelchance, sondern auch mit schweren Erfrierungen an der Nase.

2015 wird der 45-Jährige zum Everest zurückkehren, als Leiter einer kommerziellen Expedition, deren Ausschreibung in Deutschland für viel Wirbel sorgte. Angeboten wird sie vom DAV Summit Club, dem kommerziellen Ableger des Deutschen Alpenvereins. Kritiker werfen dem DAV vor, seine eigenen Grundsätze zu verraten. Ich habe Rupert Hauer einige Fragen zum Mount Everest geschickt – die meisten vor dem Lawinenunglück auf der Südseite, die ersten beiden hinterher. Ein Interview in zwei Teilen, die trotzdem zusammenpassen.

Datum

24. April 2014 | 4:00

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