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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Erfolgschance 15 bis 20 Prozent

David Göttler

David Göttler

„Für mich ist das komplettes Neuland“, freut sich David Göttler auf seine bevorstehende Winterexpedition, die ihn nach Weihnachten zusammen mit den beiden Italienern Simone Moro und Emilio Previtali zum Achttausender Nanga Parbat in Pakistan führen wird. „Ich habe bis jetzt nur Wintererfahrung in den Alpen gesammelt, noch nie im Himalaya und Karakorum“, sagt der 35 Jahre alte Münchner, als ich ihn in dieser Woche in meiner Heimatstadt Köln treffe. Seit Simones Einladung Ende September, ihn zum Nanga Parbat zu begleiten, habe er sein Ausdauertraining erhöht, erzählt David. Die Kälte könne man nicht trainieren.  „Es würde nichts bringen, wenn ich mich für drei Tage in den Kühlschrank setze.“

Datum

6. Dezember 2013 | 22:30

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Ines Papert: „Ein überwältigender Moment“

Route des Auf- und Abstiegs

Auf diese Art Souvenir aus dem Himalaya hätte Ines Papert gerne verzichtet. „Die Heilung von Fingern und Zehen wird jetzt einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt die 39-Jährige nach ihrer Heimkehr aus Nepal. Dort hat die deutsche Topkletterin – wie berichtet – am 13. November den 6719 Meter hohen Likhu Chuli I, auch Pig Pherado Shar genannt, erstbestiegen und mit ihrem Seilpartner Thomas Senf eine neue Route durch die Nordwand des Sechstausenders eröffnet. „Nie hätte ich geglaubt, dass sich Erfrierungen so schleichend abzeichnen können“, wundert sich Ines. „Wir haben zwar während unserer Begehung gefroren wie noch nie, aber auch erste Anzeichen sehr ernst genommen.“ Aus diesem Grund verzichtete Thomas im letzten Lager auf 6580 Metern auf den finalen Aufstieg zum greifbar nahen höchsten Punkt.

Datum

29. November 2013 | 15:10

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Ines Papert ist die Erstbesteigerin

Ines Papert

Und es war doch eine Erstbesteigung! Ines Papert hat am 13. November als erster Mensch ihren Fuß auf den 6718 Meter hohen Pig Pherado Shar in Nepal gesetzt, auch als Likhu Chuli I bekannt. Billi Bierling, Mitarbeiterin der legendären Himalaya-Chronistin Elizabeth Hawley schreibt mir, dass die Französin Cécile Barbezat und Nawang Dorje Sherpa am 21. Oktober 1960 auf dem Gipfel des Likhu Chuli II gewesen seien, „was wiederum bedeutet, dass Ines die Erstbesteigerin des Likhu Chuli I ist.“ Das hätten Recherchen ihres französischen Kollegen Rodolphe Popier in der Bibliothek des französischen Alpenvereins (Club Alpin Français) ergeben.

Datum

22. November 2013 | 12:13

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War Ines doch die Erste?

Ines Papert

Na, das wird ja immer spannender. Möglicherweise hat Ines Papert doch als Erste den 6718 Meter hohen Pig Pherado Shar in Nepal bestiegen. Darauf macht mich Billi Bierling, Mitarbeiterin der Himalaya-Chronistin Elizabeth Hawley, aufmerksam. Der Berg ist auch unter dem Namen Likhu Chuli I bekannt. Ich hatte auf einen Vermerk in Hawleys Datenbank verwiesen, nach dem ein französisches Team unter Leitung von Robert Sandoz den Sechstausender nahe Namche Bazar bereits am 21. Oktober 1960 bestiegen habe. Billi schreibt, die Franzosen hätten vor 53 Jahren möglicherweise den Gipfel des 6659 Meter hohen Likhu Chuli II (Pig Pherago Nup) erreicht. Die Frage lautet also: Likhu Chuli I oder II? „ Die Datenbank sagt ‚I‘, aber wir glauben, dass es ein Fehler ist!“, so Billi. Die Recherche laufe. Wenn es Neuigkeiten aus Kathmandu gibt, werde ich euch natürlich informieren. Übrigens: Erstbesteigung hin oder her, die Leistung von Ines Papert verdient ohnehin unseren Applaus.

Datum

21. November 2013 | 13:23

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Ines Papert besteigt 6000er im Khumbu

Ines Papert auf dem Gipfel des Pig Pherado Shar

Schöner Erfolg für Ines Papert. Die deutsche Spitzenkletterin eröffnete nach eigenen Angaben mit Thomas Senf im Alpinstil eine neue Route durch die Nordwand des 6718 Meter hohen Pig Pherado Shar. Der Berg liegt nahe Namche Bazaar, dem Hauptort des Khumbu-Gebiets unweit des Mount Everest. Den Gipfel erreichte die 39-Jährige allein. „Thomas blieb wegen beginnender Erfrierungen an den Zehen der höchste Punkt leider verwehrt“, schreibt Ines auf der Facebook-Seite eines ihrer Sponsoren. Es sei das „kälteste Abenteuer ihres Lebens“ gewesen.

Datum

20. November 2013 | 1:53

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Überlebt, verarbeitet: Ein Jahr nach der Manaslu-Lawine

Manaslu, der „Berg der Seele“

Am Jahrestag des Lawinenunglücks am Manaslu hatte Sebastian Haag „einen schweren Kater“. Er habe schlicht beim Wiesn-Anstich zum Auftakt des Münchner Oktoberfestes zu tief ins Glas geschaut, erzählt mir Sebastian beim IMS in Brixen. Mit den Ereignissen im Herbst 2012 am Manaslu habe das nichts zu tun gehabt. „Wir haben dort keine Freunde verloren. Ich habe andere Traumata erlebt, wo ich Menschen verloren habe, die ich sehr geliebt habe“, sagt der 34-Jährige. Zum Beispiel seinen Bruder. Der stürzte beim Bergsteigen in den Tod, als eine Wächte brach. „Die Erfahrung am Manaslu war dagegen – in Anführungszeichen – nur intensiv.“

Datum

29. Oktober 2013 | 15:47

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Und noch einmal die Annapurna-Südwand

Annapurna-Südwand

Nur zwei Wochen sind offensichtlich ins Land gegangen, bis Ueli Stecks Solo-Route durch die Südwand des Achttausenders Annapurna wiederholt worden ist. Nach Informationen von explorersweb.com erreichten die Franzosen Yannick Graziani und Stéphane Benoist den 8091 Meter hohen Gipfel, eine Woche nachdem sie vom vorgeschobenen Basislager aus aufgebrochen waren. Die beiden hätten wegen der Kletterschwierigkeiten im oberen Wandbereich deutlich länger gebraucht als ursprünglich geplant, heißt es.

Datum

25. Oktober 2013 | 17:33

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Das Annapurna-Video

Unter den Lesern meines Blogs ist eine kleine Diskussion darüber entflammt, ob Ueli Stecks Solo-Durchsteigung der Annapurna-Südwand ausreichend belegt ist, da er seine Kamera – wie berichtet – beim Aufstieg verloren hatte. Ich zweifle nicht an Uelis Angaben. Bei seiner Klasse hat er es nicht nötig, etwas vorzuflunkern. Expeditionsgefährte Don Bowie hat nach eigenen Worten den Schweizer noch dabei beobachtet, wie er auf 6500 Metern einen Platz für sein Zelt vorbereitete. Dann habe die Dunkelheit Ueli verschluckt, schreibt Don. Er sei dann schlafen gegangen, habe aber in der Nacht immer wieder mal aus dem Zelt in die Wand geschaut. Die Wolken hätten sich verzogen und Wind und Spindrift nachgelassen. Am nächsten Morgen, so Don, habe er Ueli erstmals wieder gesehen, beim Abstieg unterhalb der Headwall. Das Video, das Ueli und Don auf ihre Homepages gestellt haben, ist eher atmosphärisch gehalten:

Datum

17. Oktober 2013 | 11:03

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Ueli Stecks großer Annapurna-Coup

In der Südwand

Jetzt ist es heraus: Ueli Steck hat wirklich die Annapurna-Südwand solo durchstiegen und damit ein weiteres Glanzstück abgeliefert. Nur 28 Stunden brauchte der Topbergsteiger aus der Schweiz für Auf- und Abstieg. Während einige schon vom „Aufstieg des Jahrzehnts“ schwärmen, hält Ueli den Ball flach: „Ich hatte Glück, war gut vorbereitet und hatte die Bedingungen des Jahrhunderts!“ Es war die erste Solobegehung der stark lawinengefährdeten Wand direkt zum Hauptgipfel hinauf. Der Slowene Tomaz Humar war 2007 im Alleingang am östlichen Rand der Wand zum niedrigeren Ostgipfel aufgestiegen. Steck vollendete jetzt die Route, die 1992 von Pierre Beghin and Jean-Christophe Lafaille bis auf eine Höhe von 7400 Metern eröffnet worden war. Dort hatten die beiden Franzosen wegen schlechten Wetters umkehren müssen, Beghin war auf 7200 Metern in den Tod gestürzt. Wie schon bei seiner Solodurchsteigung der Shishapangma-Südwand 2011 ergab sich relativ spontan Stecks Beschluss, allein durch die Annapurna-Südwand zu klettern. „Don Bowie, mein Partner, hat am Bergschrund entschieden, nicht einzusteigen“, schreibt Ueli auf seiner Homepage. „Er meinte, es sei ihm technisch zu anspruchsvoll, um seilfrei zu klettern. Das ist die Grundvoraussetzung für eine solche Route. Ich bin vom Bergschrund alleine weiter geklettert.“

Datum

15. Oktober 2013 | 11:50

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Uelis erfolgreiche Annapurna-Mission

Ueli im Zelt an der Annapurna

Ueli hat es getan. Nur was genau? Der Schweizer Ueli Steck spannt uns nach seinem Abenteuer an der Annapurna weiter auf die Folter. „Mission erfolgreich!“, heißt es wieder einmal äußerst knapp auf seiner Homepage. „Don (Bowie) und Ueli sind auf dem Weg nach Pokhara. Updates folgen in den nächsten Tagen.“ Ganz ehrlich, wenn ich könnte, würde ich den beiden auf dem Trekkingpfad entgegenlaufen. Ich platze vor Neugier. Ist Ueli wirklich solo auf direktem Weg durch die Südwand zum 8091 Meter hohen Gipfel der Annapurna gestiegen? Stimmt das Gerücht, dass der Schweizer, der vor einer Woche an dem Achttausender seinen 37. Geburtstag feierte, für Auf- und Abstieg nur 28 Stunden benötigte?

Datum

11. Oktober 2013 | 16:11

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Ueli solo auf der Annapurna?

Ueli Steck

Die Nachricht verbreitet sich im Internet wie ein Lauffeuer. Ueli Steck hat angeblich die gefährliche Südwand des Achttausenders Annapurna im Alleingang durchstiegen. Er habe seinen Sponsoren eine kurze SMS geschickt mit den Worten „Summit, alone, South Face (Gipfel, alleine, Südwand)“, heißt es in übereinstimmenden Berichten. Einer von Uelis Sponsoren bestätigte die Nachricht via Facebook. Auf der Homepage des Schweizer Topbergsteigers gibt es noch keine Meldung über den vermeintlichen Coup. Das wäre ein echter Paukenschlag. Die 1970 erstmals von den Briten Dougal Haston und Don Whillans durchstiegene Südwand ist noch niemals zuvor solo bewältigt worden – jedenfalls nicht zum Hauptgipfel hin. (Der Slowene Tomaz Humar kletterte 2007 alleine durch die Südwand zum 8013 Meter hohen Ostgipfel.) Da werden Erinnerung wach an Ueli Stecks Meisterstück an der Shishapangma im April 2011. Damals hatte er im Alleingang in nur zehneinhalb Stunden die Südwand des Achttausenders in Tibet durchstiegen. „Eine der schönsten Begehungen, die ich je gemacht habe“, hatte Ueli diese Besteigung mir gegenüber genannt. Auch bei diesem Projekt war der Schweizer – wie jetzt an der Annapurna – mit dem gebürtigen Kanadier Don Bowie aufgebrochen. Damals hatte sich Don nicht gut gefühlt, Ueli war deshalb alleine geklettert. Ob es sich diesmal genauso verhalten hat, ist eine der spannenden Fragen, auf die wir sicher bald Antworten erhalten werden.

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10. Oktober 2013 | 22:06

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Alles nach Plan an der Annapurna

Laut Ueli die „erste richtige Seillänge“

Die Gegensätze könnten kaum größer sein. Im Frühjahr musste sich Ueli Steck das Basislager zu Füßen des Mount Everest noch mit Hunderten von Bergsteigern teilen. Jetzt dürfte der Schweizer an der Südseite der Annapurna mit seinem Expeditionsgefährten Don Bowie und dem Küchenteam der beiden allein auf weiter Flur sein. Mir ist jedenfalls keine weitere Annapurna-Expedition in dieser Herbstsaison bekannt.

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9. Oktober 2013 | 17:40

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Alpine Mentoren

Ausbildungstag im Mont-Blanc-Gebiet

„Ausbildung ist der beste Reiseproviant für die Reise zum hohen Alter“, hat schon der alte Aristoteles gewusst. Dass der Philosoph als Felskletterer die Klippen der Ägäis unsicher gemacht hätte, wäre neu. Aber sein weiser Spruch gilt auch für Bergsteiger und Kletterer: Wer gut ausgebildet ist, lebt länger. Steve House, der Topkletterer aus den USA, hat sich nach einem Sturz 2010, der ihn fast das Leben gekostet hätte, der Ausbildung junger, talentierter Kletterer verschrieben. Er gründete die gemeinnützige Organisation „Alpine Mentors“, um – so Steve – „dem Klettern etwas zurückzugeben und der heutigen Kletterjugend ein Mittel an die Hand zu geben, dass ich nicht hatte“. Der 43-Jährige hat internationale Topkletterer als Mentoren gewonnen, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten am Berg an die nächste Generation weiterzugeben. Mit am Seil sind dieser Tage auch die deutschen Spitzenbergsteiger Ines Papert und David Göttler

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4. Oktober 2013 | 17:33

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Schuldig oder Sündenbock?

Broad Peak

Der polnische Bergsteigerverband (PZA) hat seinen Abschlussbericht über das Drama nach der ersten Winterbesteigung des Achttausenders Broad Peak im vergangenen März vorgelegt. Darin werden schwere Vorwürfe gegen die beiden überlebenden Bergsteiger Adam Bielecki und Artur Malek erhoben. Nach Ansicht des Verbands hätten sich die beiden nach Erreichen des Gipfels nicht von ihren Gefährten Maciej Berbeka und Tomasz Kowalski trennen dürfen. Dass sie zudem bewusst in Kauf genommen hätten, den Blickkontakt zu Berbeka und Kowalski zu verlieren, sei ein „grundlegender Fehler und ein Verstoß gegen die alpinistische Ethik“ gewesen, heißt es in dem PZA-Bericht. Der 58 Jahre alte Berbeka und der 27 Jahre alte Kowalski waren erst für vermisst und später für tot erklärt worden. Polnische Bergsteiger fanden im Juli die Leiche Kowalskis auf einer Höhe von 8000 Metern und bestatteten sie dort unter Steinen. Berbeka bleibt verschollen.

Datum

23. September 2013 | 18:12

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Uelis dritter Anlauf an der Annapurna

Ueli 2007 an der Annapurna

Mein (hier geäußertes) Bauchgefühl stimmte: Ueli Steck ist tatsächlich in den Himalaya zurückgekehrt, um sich wieder an einem Achttausender zu versuchen – viereinhalb Monate nach dem unseligen Sherpa-Angriff gegen ihn, Simone Moro und Jonathan Griffith in Lager 2 am Mount Everest.  Der 36-Jährige Topbergsteiger aus der Schweiz reiste gestern nach Kathmandu. Sein Ziel: die Südwand der 8091 Meter hohen Annapurna. „Bequem durchs Leben zu gehen, ist nach wie vor nicht mein Ziel“, schreibt Ueli auf seiner Homepage. „Darum versuche ich es ein drittes Mal an der Annapurna. Ich möchte meine Träume und Visionen in die Realität umsetzen. Die Annapurna ist eine davon.“ 2007 war er dort nur knapp dem Tod entronnen.

Datum

17. September 2013 | 14:12

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