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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Wenn möglich, bis zum Everest-Südsattel

Lhotseflanke

Lhotseflanke

Komisch. Seit gestern hat sich auf Alex Txikons GPS-Tracker, der seinen Aufstieg am Mount Everest dokumentieren soll, nichts mehr bewegt. Zuletzt wurde eine Höhe von gut 6200 Metern angezeigt. Danach optische und auch Funkstille. Ich habe nachgefragt. „Gestern sind sie [Alex und die Sherpas, die ihn begleiten] bis Lager 2 auf 6400 Metern aufgestiegen“, schreibt mir Gontzal Saenz aus dem Presseteam des baskischen Bergsteigers. Der GPS-Tracker funktioniere nicht und zeige die falsche Höhe. „Ich denke, sie werden heute den Aufstieg fortgesetzt haben.“ Es sei das Ziel, bis morgen die Route von Lager 3 auf 7400 Metern bis Lager 4 am Südsattel auf 7950 Metern vorzubereiten. „Die Wettervorhersagen sind sehr schlecht, in den nächsten Tagen werden sehr starke Winde erwartet“, schreibt Gontzal. „Der Plan ist, morgen [Samstag] Nachmittag ins Basislager zurückzukehren und dort darauf zu warten, dass sich das Wetter wieder bessert.“

Bis zu 190 Stundenkilometer

Alex im Zelt

Alex im Zelt

Das klingt vernünftig. Samstagfrüh soll sich der Wind im Gipfelbereich laut Wetterprognose zwar kurzfristig auf eine Geschwindigkeit von 25 km/h beruhigen, doch spätestens von Sonntag an wird es wohl richtig zur Sache gehen. Sturm in Orkanstärke mit Geschwindigkeiten von bis zu 190 km/h werden in der nächsten Woche erwartet. Dieses Wetter sollten Alex und Co. dann wirklich lieber im Basislager aussitzen. Da Txikon auf Flaschensauerstoff verzichtet, muss er doppelt vorsichtig sein. Die Sauerstoffunterversorgung führt zu vermehrter Atmung. Dadurch dehydriert der Körper stärker, der Stoffwechsel funktioniert kaum noch, die Extremitäten werden unzureichend versorgt. Damit steigt die Gefahr von Erfrierungen an Fingern und Zehen. Wenn dann auch noch starker Wind den Körper auskühlt, ist es schnell um die Gliedmaßen geschehen.

Datum

3. Februar 2017 | 17:13

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