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	<title>Russland &#8211; Bildungswege</title>
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	<description>Fünf Blogger, fünf Länder, ein Dialog. In diesem Blog diskutieren fünf junge Leute aus Irak, Deutschland, Argentinien, Russland und Kenia über Bildungschancen in ihren Heimatländern und über ihre eigenen Bildungswege.</description>
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		<title>Russische Uni-Rankings: Wozu eigentlich?</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=3003</link>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 10:07:55 +0000</pubDate>
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<div id="attachment_2979" aria-labelledby="figcaption_attachment_2979" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Countryside-does-it-rely-on-traditional-way-of-living-too-much.jpg" rel="lightbox[3003]"><img class="size-medium wp-image-2979" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Countryside-does-it-rely-on-traditional-way-of-living-too-much-300x238.jpg" alt="" width="300" height="238" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Countryside-does-it-rely-on-traditional-way-of-living-too-much-300x238.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Countryside-does-it-rely-on-traditional-way-of-living-too-much-1024x812.jpg 1024w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Countryside-does-it-rely-on-traditional-way-of-living-too-much.jpg 1052w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Weit weg von den Großstädten und Russlands eliten Unis...</p></div>
<p>In dieser Woche bekomme ich meinen Uniabschluss – also noch ein weiterer Schritt in meiner Hochschulbildung, die ich in 2006 begonnen habe. Ich denke viel darüber nach, was diese Jahre für mich bedeutet haben, insbesondere die Entscheidung meine ursprüngliche Uni zu verlassen, um woanders zu studieren.</p>
</div>
<div>Vor einigen Wochen habe ich einen interessanten Kommentar in einer Wirtschaftszeitung gelesen, wo der angesehene Ökonom Konstantin Sonin das Thema Uni-Rankings angesprochen hat. Mich hat erstaunt, dass der Professor nach einem Vergleich der russischen und ausländischen Bildungssysteme behauptet hat, russische Uni-Rankings seien mehr oder weniger bedeutungslos! Das läge daran, dass die meisten Fakultäten in unserem Land den Studenten nur eine sehr bestimmte und begrenzte Anzahl an Kursen und Fachrichtungen anbieten, während Studenten im Ausland ein viel breiteres Angebot haben. Das erlaubt ihnen zum Beispiel ihre Interessen besser ins Studium einzubringen und hilft  ihnen beim Übergang ins Berufsleben. Kathrin hat <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1793">betont</a>, wie wichtig diese Art Flexibilität gerade für junge Leute ist.<br />
<span id="more-3003"></span> </div>
<div>Wenn ich meine Uni 2008 nicht gewechselt hätte, wäre mir der Artikel wohl nicht aufgefallen. Aber selbst 3.5 Jahre später kann ich mich noch gut daran erinnern, wie andere mich ständig mit den gleichen Fragen genervt haben: Warum hast du das gemacht? Bist du mit dem Studienangebot in Smolensk nicht unzufrieden? Generell habe ich geantwortet, &#8218;Es mag sein, dass du Recht hast, aber tust du etwas dagegen anstatt einfach nur zu meckern und anderen Angst zu machen?&#8216; Ich meine, auf der einen Seite war ich ja wirklich selbst unzufrieden, aber das kann auch eine große  Motivation sein. Entweder akzeptierst du die ganze Bürokratie und Trägheit hier (die meisten regionalen Unis haben zum Beispiel hohe Anforderungen an die Anwesenheitspflicht – auch bei wirklich sinnlosen Vorlesungen, wo man besser zu Hause die Inhalte lernen könnte), oder man setzt sich für neue Modelle ein. So eins habe ich <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2745">hier im Blog</a> ja vorgeschlagen.</div>
<div>
<div id="attachment_2977" aria-labelledby="figcaption_attachment_2977" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Where-does-the-road-lead-sunny-but-wet.jpg" rel="lightbox[3003]"><img class="size-medium wp-image-2977" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Where-does-the-road-lead-sunny-but-wet-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Where-does-the-road-lead-sunny-but-wet-300x214.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/0407-Where-does-the-road-lead-sunny-but-wet-1024x730.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wie geht mein Bildungsweg jetzt weiter?</p></div>
<p>Ein neuer, offener Ansatz wäre nicht nur für Unis und Schulen sinnvoll. Es könnte auch das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in Russland im Allgemeinen verbessern, und es könnte auch helfen, einige Klischees abzubauen. Jetzt haben wir noch zu viele Vorurteile Menschen gegenüber, die anders sind. Ich denke dabei an eine Freundin Nadin, die über Mode und ähnliche Sachen bloggt – und dabei sehr populär ist. Sie liebt den Austausch mit Leuten aus der ganzen Welt. Da sie im Rollstuhl sitzt, wird ihr immer wieder ganz viel Mitleid entgegengebracht – ob offen oder versteckt – und ich finde das echt ziemlich verkehrt! Ein einfaches Beispiel erläutert vielleicht warum: Stell dir einen Menschen vor, der einen großen Stapel Bücher trägt und sich einer geschlossenen Tür nähert. Was wäre besser – wenn du einfach da stehenbleibst und Mitleid mit ihm hast, weil der Mensch so eine schwere Last zu tragen hat, oder wenn du ihm die Tür öffnest und bekommst dafür ein Lächeln zum Dank?</p>
<div>Außerdem können wir Vorurteile reduzieren, indem wir Austauschprogramme für Studenten ausweiten, und die landeseigenen Unis attraktiver für ausländische Studenten gestalten. Emmy hat das <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2943">in ihrem letzten Eintrag</a> angesprochen. Wie sehr das den Unis und der Bildung im Land nützen kann, wird häufig unterschätzt.</div>
<div>Diese ganzen Klischees über andere Länder, andere Ethnizitäten oder Behinderte erinnern mich an Francis Bacon und seine Lehre über Idole. Mir scheint: Je gebildeter eine Nation ist, desto weniger &#8222;Idole&#8220; hat sie. Wenn wir diese starren, unbeweglichen Einstellungen aus dem Weg schaffen, dann bekommen wir dadurch mehr Möglichkeiten für nachhaltige Entwicklung und Wohlstand.</div>
</div>
<div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Neue Erfolgserlebnisse an der Uni</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2905</link>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2012 18:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[dahmannk]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2911" aria-labelledby="figcaption_attachment_2911" class="wp-caption alignleft" style="width: 223px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian.jpg" rel="lightbox[2905]"><img class="size-medium wp-image-2911" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-223x300.jpg 223w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian-761x1024.jpg 761w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/My-certificate-and-a-letter-from-DW-Russian.jpg 892w" sizes="(max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a><p class="wp-caption-text">Meine persönlichen Lichtblicke: Sprachzeugnis und ein Brief von DW-Russisch</p></div>
<p>Diese Woche muss ja toll gewesen sein! Ich habe die Artikel von <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2855">Kathrin</a> und <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2823">Emmy</a> über das Global Media Forum gelesen. Ich fand das ziemlich spannend &#8211; viele Themen waren dabei, zu denen ich in meinen nächsten Einträgen noch etwas schreiben will.</p>
<p>Obwohl ich hier mit der Bürokratie zu kämpfen hatte, die mich daran gehindert hat, an der Bonner Konferenz teilzunehmen und meine Mitblogger zu treffen, habe ich auch einige positive Dinge erlebt. Das alles hat einerseits einen Sturm der Gefühle bei mir ausgelöst. Aber manches hat mich auch nachdenklich gemacht. </p>
<p>Zunächst einmal hatte ich mich, kurz bevor unser Bildungsblog eingerichtet wurde, mit meiner Studentengruppe zu einer internationalen Englisch-Prüfung angemeldet. Und ich freue mich, dass  fast alle die Prüfung bestanden haben. Diese Woche sind die Zeugnisse aus Europa angekommen!<span id="more-2905"></span></p>
<p>Während des Studienkurses haben wir über ihre Erwartungen und Lebensziele gesprochen. Trotz aller Unterschiede &#8211; Alter, soziale Schicht und so weiter &#8211; haben alle gesagt, dass das Erlernen einer Fremdsprache ihnen im Ausland viel mehr Möglichkeiten eröffnet. Einige dachten hier vor allem an die Arbeitschancen (zum Beispiel war einer von ihnen Journalist), andere haben eher ein Studium vor Augen. Einigen ging es um Auswanderung, entweder dass sie selbst mit ihrer Familie ins Ausland gehen oder ihren schon ausgewanderten Kindern hinterherziehen wollen. Ich hoffe, dass meine Studenten in diesem Sommer die Chance haben werden, ihre Kenntnisse anzuwenden und ihren Zielen näher zu kommen.</p>
<p>Dann musste meine Uni-Gruppe die Abschlussarbeiten fürs Diplom verteidigen &#8211; und auch das war ein voller Erfolg! Wenn ich daran denke, wie wir monatelang unsere Untersuchungen vorbereitet und Statistiken analysiert haben, da fragt man sich aber schon auch: War es das eigentlich wert? Haben wir mehr davon als nur eine gute Note? Leider ist die Antwort darauf manchmal &#8222;Nein&#8220;. Warum?</p>
<div id="attachment_2913" aria-labelledby="figcaption_attachment_2913" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation.jpg" rel="lightbox[2905]"><img class="size-medium wp-image-2913" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-300x200.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Summer-relaxation-1024x682.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Nach den Prüfungen beginnt der Sommerurlaub - und was dann?</p></div>
<p>Jede Fakultät bietet den Studenten eine ganz Reihe Themen für die Abschlussarbeiten an. An einigen Universitäten sind die Chancen aber ziemlich groß, dass man ein Thema bekannt, das aber auch rein gar nichts mit dem wirklichen Leben zu tun hat, bei dem man keine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, die man vielleicht in Zukunft brauchen könnte. Das hat in erster Linie etwas damit zu tun, dass einige Unis neue Fachbereiche aufmachen nur um zu zeigen: &#8222;Schaut her, auch wir haben jetzt dieses Studienfach, ganz wie Uni X, die ja immerhin unter Russlands Top 50 rangiert!&#8220; Verschwiegen wird dann aber, dass man eigentlich überhaupt nicht genügend Personal hat, um den Lehrplan umzusetzen oder mit veralteten Gerätschaften hantiert. Es führt immer wieder zurück zur <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2445">Frage des Wertes von Abschlüssen</a>. Zum Glück waren die Untersuchungen in meiner Studiengruppe sehr an der Berufspraxis orientiert (zum Beispiel eine Analyse einer neuen Art von Sprachschulen) oder an aktuellen Fragen des Gesellschaftslebens (wie Toleranz).</p>
<p>All das ist nur ein weiterer Mosaikstein im Bildungspuzzle &#8211; ein Puzzle, das ich hoffentlich nach und nach zusammenzusetzen kann.</p>
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		<title>Russland braucht weniger Gerede, mehr konkrete Veränderungen</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2745</link>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2012 10:00:27 +0000</pubDate>
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<dl><a href="http://blogs.dw.com/educationblog/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"></a></dl>
</div>
<div id="attachment_2743" aria-labelledby="figcaption_attachment_2743" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2743" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground-300x201.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Observe-the-situation-from-above-or-stay-on-the-ground.jpg 1000w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Wir brauchen keine hochfliegenden Abstraktionen sondern gut geerdetes Handeln</p></div>
<p>Maria hat in <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2647">ihrem letzten Eintrag</a> geschrieben, dass der soziale Dialog in Argentien ihrer Meinung nach in die falsche Richtung geht. Ich glaube, jedes Land hat in einer bestimmten Entwicklungsphase mit solchen Problemen zu kämpfen. Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, war das so eine Phase. </p>
<p>Manchmal wird einfach zu viel geredet,  statt dass wirklich gehandelt wird (ich spreche jetzt gar nicht nur vom Bildungssektor; das kann man auch überall anders im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands feststellen).<span id="more-2745"></span></p>
<p>Bei allem notwendigen Respekt gegenüber den talentierten und brillianten Lehrern und Professoren, die frühere Generationen unterrichtet und mehreren russischen Genies (dem Mathematiker Grigori Perelman zum Beispiel) geholfen haben, ihr Potenzial zu entwickeln &#8211; ich würde dennoch gerne Veränderungen im Bildungssystem sehen. Interessant ist, dass viele meiner Kommilitonen genauso denken; ich glaube, der Wunsch nach einem neuen Bildungsmodell liegt in der Luft. Gleichzeitig sind aber die Verantwortlichen in den sozialen Institutionen ein wenig verwirrt, was die Zukunft bringt &#8211; und Ergebnis des Ganzen ist, dass sich die Gesellschaft mal voran und mal zurück bewegt. Das erinnert mich an eine Fabel: Drei Tiere unternehmen wahnsinnige Anstrengungen, um einen Karren zu bewegen, aber der rührt sich nicht vom Fleck, weil sich die Tiere nicht einigen können, in welche Richtung sie denn ziehen sollen.</p>
<div id="attachment_2741" aria-labelledby="figcaption_attachment_2741" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg" rel="lightbox[2745]"><img class="size-medium wp-image-2741" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg" alt="" width="300" height="186" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics-300x186.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-final-year-research-in-linguistics.jpg 800w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Abschlussarbeiten bedeuten immer viel Papierkram</p></div>
<div>
<dl>Was meine ich mit diesen Rückwärtsbewegungen? Ein Beispiel ist diese ganze Bürokratie, dieser ganze Papierkram, den man etwa als Student einreichen muss, wenn es um die Abschlussarbeit geht. Aber auch hier kann man schon sehen, dass die fortschrittlichen Kräfte stärker sind. Ich freue mich jedes Mal, wenn Leute etwas nicht aus abstrakten bürokratischen Gründen tun sondern für konkrete Ziele. Wenn ich zum Beispiel von Freunden höre, dass sie für ganz konkrete Menschen arbeiten (zum Beispiel wenn sie als Tutor für Studenten tätig sind oder eigene soziale Projekte starten). Das finde ich viel besser, als wenn sie für solche Abstraktionen arbeiten wie &#8222;Kunden&#8220; oder &#8222;Unternehmen&#8220;. </dl>
<dl>Ich hoffe, dass das Global Media Forum, das in Deutschland stattfindet und sich dieses Jahr mit dem Thema Bildung beschäftigt, auch konkrete Aktionen anstößt. Denn nicht nur meine Mitblogger sind dort dabei sondern auch viele andere Teilnehmer aus allen Teilen der Erde. Und ich hoffe, dass kleinere Organisationen und Einzelaktivisten, die in der Bildung aktiv sind, neue Motivation für ihre Arbeit schöpfen. Damit sie vielen anderen Menschen helfen zu lernen, sich weiterzubilden, und sie ermutigen, nicht nur einer unter vielen zu bleiben sondern für ihre eigenen Ideen und Ziele einzustehen.  </dl>
<dl>Es ist wie beim Schachspielen: Du lernst vorauszudenken, damit du nicht verlierst. Und wenn du erst einmal die Strategie des Schachspiels auf das richtigen Leben anwendest, wirst du sehen: Es hilft! </dl>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Ausland ist nicht &#8222;Das Traumland&#8220;</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2343</link>
		<pubDate>Sun, 17 Jun 2012 08:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[beuthnerb]]></dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2357" aria-labelledby="figcaption_attachment_2357" class="wp-caption alignleft" style="width: 200px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Talented-youth-leaves-small-cities-for-big-and-promising-ones.jpg" rel="lightbox[2343]"><img class="size-medium wp-image-2357" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Talented-youth-leaves-small-cities-for-big-and-promising-ones-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Talented-youth-leaves-small-cities-for-big-and-promising-ones-200x300.jpg 200w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Talented-youth-leaves-small-cities-for-big-and-promising-ones-682x1024.jpg 682w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><p class="wp-caption-text">Die meisten begabten jungen Leute zieht es in die großen Städte </p></div>
<p>Je näher meine Abschlussprüfung rückt, desto mehr Gedanken mache ich mir über die Bildung in meinem Heimatland. Ich muss sagen, ich bin doch reichlich beunruhigt. Während der dreieinhalb Jahre an meiner zweiten Universität habe ich mich mit Dutzenden Studenten über Zukunftsperspektiven unterhalten und mir angehört, wie sie die Situation gegenwärtig einschätzen. Wenn ich das dann noch mit den Erfahrungen abgleiche, die ich an der Uni gemacht habe, an der ich zuerst studiert habe, kann ich nur eines sagen: Viele Studenten, die in großen Städten und an namhaften russischen Universitäten studiert haben, bewerben sich bei internationalen Firmen und verlassen das Land. Die wenigsten haben beim Abschied hinzugefügt: „…und komme dann mit Auslandserfahrung zurück.“ <span id="more-2343"></span></p>
<p>An den regionalen Universitäten herrscht unter meinen Kommilitonen eher Unsicherheit, wenn sie <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=991">über ihre Zukunft nachdenken</a>. Sie überlegen, ein zweites Fach an einer Großstadt-Uni zu studieren, weil sie glauben – so wie<a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1629"> Emmy</a> es schreibt –, dass ein Abschluss nicht reicht, um einen guten Job zu finden. Und danach ist nicht auszuschließen, dass auch sie das Land verlassen werden.</p>
<p>Russland ist das flächengrößte Land der Erde – und doch ist das Wissen seiner jungen Generation fixiert und gebündelt nur auf wenigen Flecken der Landkarte vorzufinden. Was ist mit dem Rest des Landes? Viele unserer Universitäten werden unterschätzt, obwohl ihre Lehrpläne an zeitgerechte Standards angepasst sind. Aber es mangelt an jungen Lehrkräften, die in der Lage sind, moderne technische Geräte zu bedienen. Solange eine Region nicht bestmöglich ausgestattet wird, wandert ihre Jugend dorthin ab, wo ihr Besseres geboten wird.</p>
<div id="attachment_2351" aria-labelledby="figcaption_attachment_2351" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Art-gallery-is-not-as-popular-as-an-oil-corporation-to-work-among-the-young.jpg" rel="lightbox[2343]"><img class="size-medium wp-image-2351" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Art-gallery-is-not-as-popular-as-an-oil-corporation-to-work-among-the-young-300x190.jpg" alt="" width="300" height="190" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Art-gallery-is-not-as-popular-as-an-oil-corporation-to-work-among-the-young-300x190.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Art-gallery-is-not-as-popular-as-an-oil-corporation-to-work-among-the-young-1024x648.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Die Arbeit in einem Kunstmuseum ist weniger reizvoll als die Arbeit für eine Öl-Gesellschaft</p></div>
<p>Ich habe mich oft gefragt, ob unser Bildungsminister ausreichend qualifiziert ist. Hat er diesen Trend bemerkt? Russland hat so viel zu bieten, das seine Bürger in großem Ausmaß motivieren könnte, zur Entwicklung des Landes beizutragen, den Lebensstandard zu verbessern und die Wirtschaft zu stärken. Unsere Gesellschaft ist viel zu abhängig von Öl, Holz und Gasvorkommen. Durch seine großen Vorräte erzielt das Land <em>(es gehört zu den Top-10-Ländern in Bezug auf seine Öl-Reserven, 2009; und zu den Top-5 in Bezug auf seine Gas-Reserven, 2010)</em> hierüber den überwiegenden Teil seines Bruttoinlandsprodukts. Leicht verdientes Geld bewirkt oft nicht Gutes, weil es korrumpiert. Was hat es uns gebracht?</p>
<ul>
<li>Eine beherrschende Industrie, die ein gutes Management braucht und die gegebenenfalls auch Marktbedingungen diktieren kann. (Regionen im Norden und im Osten haben Ölvorkommen als einzige Grundlage aller Arbeitsplätze.  Eine Krise würde sich besonders auf die vielen kleinen Städte auswirken, die ausschließlich vom Öl leben.)</li>
<li>Viele Bewerbungen auf höhere Posten in der Wirtschaft oder auf Stellen in der Regierung, da es hier vergleichbar einfach ist, Karriere  zu machen. (Wobei dies nichts mit der Flexibilität zu tun hat, die <a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/?p=1793">Kathrin </a>beschrieben hat.)</li>
<li>Eine große Zahl an Gemeindeverwaltungen, die sich nicht ausreichend um die Entwicklung ihrer Region bemühen.</li>
</ul>
<p>Dementsprechend wird viel zu viel Geld ins Öl gesteckt, aber nicht in Stipendien investiert, in die Wissenschaft oder in Kleinunternehmen. (Ich habe den Report <em>Ease of Doing Business</em> gelesen und war von unserem Abschneiden enttäuscht.) Die Bürokratie, die noch aus der zurückliegenden Epoche stammt, verzögert die Entwicklung des Landes und wird zu einer echten Last. Das ist untypisch für einen demokratischen Staat, aber in autoritären Staaten bestens bekannt.</p>
<p>Allerdings stimmt es mich optimistisch, dass die junge Generation diese Situation nicht einfach hinnimmt. Die Zeichen einer Zivilgesellschaft sind im heutigen Russland deutlicher zu sehen als noch vor zehn Jahren. Die unzähligen Möglichkeiten und die große Fläche dieses Landes vor Augen, steht für mich fest, dass wir „Das Traumland“ nicht im Ausland suchen, sondern es hier aufbauen sollten.</p>
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		<item>
		<title>Im Bann des Fernseh-Bildschirms</title>
		<link>https://blogs.dw.com/bildungswege/?p=2197</link>
		<pubDate>Wed, 13 Jun 2012 12:52:33 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2191" aria-labelledby="figcaption_attachment_2191" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Entertaining-yourself-not-by-TV-only.jpg" rel="lightbox[2197]"><img class="size-medium wp-image-2191" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/Entertaining-yourself-not-by-TV-only-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Entertaining-yourself-not-by-TV-only-300x208.jpg 300w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/Entertaining-yourself-not-by-TV-only-1024x711.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p class="wp-caption-text">Unterhaltung gibt es auch abseits des Bildschirms</p></div>
<p>Wenn mich ein Freund schon mal fragt: „Hast du im Fernsehen die letzte Folge gesehen von…….“ – und dann kommt der Titel irgendeiner Sendung -, dann antworte ich: „Du weißt doch, dass ich schon seit ungefähr zwei Jahren nicht mehr fernsehe!“ Viele finden das wahrscheinlich ungewöhnlich, aber ich habe eine einfache Erklärung dafür: In den meisten Kanälen wird nichts gezeigt, das mich interessiert. Falls es mal etwas gibt, das sich um Bildung dreht,  kann ich es auch ganz einfach im Internet finden. In meiner Generation denken viele so. Das bedeutet aber nicht, dass das Internet mehr und mehr unser Leben bestimmt. Es ersetzt lediglich einige Bereiche, mit denen junge, intelligente Menschen unzufrieden sind. Und was hat das mit Bildung zu tun? <span id="more-2197"></span></p>
<p>Fernsehen war und ist die beliebteste Art der Unterhaltung. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, schauen sie sich erst einmal einen Trickfilm an.  Ein Arbeiter entspannt nach dem Abendessen vor dem Fernseher und eine Hausfrau hat den Apparat im Hintergrund laufen, während sie ihre Hausarbeit erledigt. Aber was schauen sich die Zuschauer im Fernsehen überhaupt an? Bekommen sie irgendwelche brauchbaren Informationen oder verschwenden sie einfach nur ihre Zeit?</p>
<p>Als Massenmedium übt das Fernsehen einigen Einfluss auf die Gesellschaft aus. Als bedeutende Werbefläche – zum Beispiel für Tabak &#8211; kann es sogar Trends anstoßen. Die Werbespots der Tabakindustrie richten sich besonders an Jugendliche und suggerieren ihnen, dass Rauchen zur eleganten und gepflegten Gesellschaft dazugehört. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2010, konsumieren 25,4 Prozent der russischen Jugendlichen Tabakprodukte.</p>
<div id="attachment_2189" aria-labelledby="figcaption_attachment_2189" class="wp-caption alignright" style="width: 172px"><a href="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-key-to-education-is-your-parents.jpg" rel="lightbox[2197]"><img class="size-medium wp-image-2189" src="http://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-key-to-education-is-your-parents-172x300.jpg" alt="" width="172" height="300" srcset="https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-key-to-education-is-your-parents-172x300.jpg 172w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-key-to-education-is-your-parents-587x1024.jpg 587w, https://blogs.dw.com/bildungswege/files/A-key-to-education-is-your-parents.jpg 1147w" sizes="(max-width: 172px) 100vw, 172px" /></a><p class="wp-caption-text">Eltern sollten den Fernsehkonsum ihrer Kinder begrenzen</p></div>
<p>Im 20. Jahrhundert wurde das Fernsehen von der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) oft für ideologische Propaganda genutzt und einige Elemente der Gehirnwäsche sind scheinbar wiederbelebt worden. So besteht zum Beispiel ein Mangel an Bildungsprogrammen und an Sendungen, die die Welt-Kulturen und ihre vielfältigen Ausrichtungen vorstellen. Aber sind das nicht gerade die Sendungen, die den eigenen Horizont erweitern und uns zu gut gebildeten Menschen machen? Menschen, die in der Lage sind, eine eigene Meinung zu entwickeln und zu vertreten? Ich finde schon! Und ich glaube auch, dass sie dazu anregen, noch mehr zu lernen, zu reisen – und unabhängiger zu werden. Allerdings werden solche Leute unter bestimmten politischen Bedingungen nicht sonderlich geschätzt, weil sie dazu neigen, die Entwicklung eines Landes aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten als die Regierung. Nach meiner Meinung bewegt sich die Situation in Russland während der letzten acht Jahre in diese Richtung.</p>
<p>Gleichzeitig gibt es im Fernsehen zu viel Gewalt und Sendungen mit einem niedrigen Humor-Gehalt. An wen sich diese Sendungen wohl richten? Und was lösen sie bei den Zuschauern aus? Viele Experten und Persönlichkeiten des Kulturbereichs setzen mittlerweile auf das Internet, um ihre Gedanken mitzuteilen und ihr Publikum nicht zu verlieren. Einige wirklich gute TV-Sendungen mit geringen Zuschauerzahlen sind bereits abgesetzt worden, weil sie Themen behandelt haben, die der Durchschnittszuschauer etwas zu schwierig oder langweilig gefunden hat. Es gibt nicht genug informative Talkshows. Deshalb ist meine Generation ins Internet eingetaucht. Jammern hilft nichts. Es ist an der Zeit, sich nach alternativen Quellen umzusehen.</p>
<p>Ich glaube nicht, dass das Fernsehen die einzige Quelle der Information (und Unterhaltung) sein sollte; die Leute sollten einem Teil der Informationen auch skeptisch begegnen. Und – nach meinem Verständnis – ist ein Lehrer jemand, der Wissen nicht mechanisch in Köpfen verankert, sondern jemand, der Menschen beibringt, unabhängiger zu werden. Ein gelegentlicher Fehler ist nicht so gravierend, wenn man erkennt, welche Einschätzung sich im Nachhinein als falsch erwiesen hat und man den Fehler beheben kann.  Bestehenden Mustern blindlings zu folgen, ist schlimmer, als  hin und wieder einen Fehler zu machen.</p>
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