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Bildungswege

Fünf Blogger - fünf Länder - ein Dialog

Internationale Bildung wäre schön

Viele Farben und Kulturen, ein Ziel (Foto: Emmy Chirchir)

Viele Farben und Kulturen, ein Ziel ...

Lange Reisen können entweder sehr stressig oder auch sehr entspannend sein. Es kommt darauf an, wie bequem der Flug ist und in welche Richtung man fliegt. Es macht allerdings keinen Spaß, bei einem Zwischenstop stundenlang auf einen Verbindungsflug im Flughafen zu warten. Auf dem Weg von Deutschland zurück nach Nairobi musste ich mehr als 4 Stunden in Dubai warten und ich habe die Zeit genutzt, um Zeitungen zu lesen.

Eigentlich wollte ich die Zeitungen nur durchblättern, aber es gab doch einige Artikel über Bildung, die mein Interesse geweckt haben. Das hat mir noch einmal gezeigt, dass Bildung ein wichtiges Thema ist, das viele Bereiche unseres Lebens berührt. Zwei ähnliche Artikel habe ich in einer deutschen Zeitung und in einer Zeitung aus der Golf-Region zum Thema multikulturelles Lernen gefunden.  

In der deutschen Zeitung plädiert der Autor dafür, mehr internationale Studenten an die Universitäten zu locken. Es ging darum, eine Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen zu entwickeln, damit die deutschen Universitäten „im weltweiten Wettbewerb um exzellente Studierende und Wissenschaftler“ bestehen könnten, meinte der Autor. Ich stimme diesem Vorschlag voll und ganz zu. Es erinnert mich an meinen Vater, der uns immer ermutigt hat, entfernt von zu Hause zur Schule zu gehen, um von anderen Kulturen, auch innerhalb Kenias, zu lernen und mehr Toleranz  für andere Leute zu entwickeln.

Dafür braucht man unbedingt eine multikulturelles Lernumwelt. Daher hat er sich gefreut, dass ich in Deutschland zwei Jahre lang meinen Master in „International Media Studies“ (IMS) machen konnte, zusammen mit 10 anderen Kulturen. Ich habe schon mal als ‘Globale Klassenzimmer’ bezeichnet. Ich glaube, dass Deutschland mit solchen Masterstudiengängen schon mit dieser Strategie angefangen hat. Bei IMS waren nicht nur die Kulturen bunt gemischt, es wurde auch auf Englisch und Deutsch unterrichtet.

Globalisierung per Fingerdruck (Foto: Emmy Chirchir)

Globalisierung per Fingerdruck

Der andere Artikel kam aus Dubai. Dort wurde die Frage gestellt, was eigentlich international ausgebildeten Studenten ausmacht. Der Artikel hat gleich selbst die Antwort gegeben und gesagt, dass es von Vorteil sei, in einem internationalen Lernumfeld zu lernen, also den Schritt in die Ferne zu wagen. Die Globalisierung verlangt auch in der Bildung von jedem, seinen Horizont und seine Kenntnisse zu erweitern. Die sogenannten ‘internationalen Studierenden’ sind toleranter und offener für neue und vielleicht fremde Kulturen, Religionen und Meinungen. Sie sind weniger voreingenommen gegenüber anderen Kulturen. Diese Eigenschaften helfen auch im späteren Beruf. Viele Arbeitgeber suchen nämlich Leute, die in einer multikulturellen Arbeitswelt arbeiten können.

In Kenia gibt es leider nicht so viele internationale Studenten an den Unis. Es gibt ein paar Studierende aus China oder aus der Türkei, die Englisch lernen. Ich behaupte, sie machen sich Sorgen um die Qualität. Kenia müsste auch eine Internationalisierungsstrategie entwickeln, um die Unis attraktiver für internationale Studierende und Lehrende  zu machen.

Datum

Montag, 02.07.2012 | 15:56

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