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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Mit der Kalaschnikow im Anschlag

Polizei-Eskorte für Bergsteiger

Polizei-Eskorte für Bergsteiger

Sicherheit wird groß geschrieben am Nanga Parbat. „Wir hatten die gesamte Zeit auf dem Karakorum-Highway eine Polizei-Eskorte“, sagt Ralf Dujmovits. „Vor und hinter uns fuhren ständig Pickups, auf deren Ladeflächen je zwei Polizisten auf Bänken saßen. Sie hielten ihre Kalaschnikows im Anschlag.“ Ralf ruft mich aus Chilas an, einer kleinen Stadt am Indus, etwa 50 Kilometer Luftlinie vom Achttausender Nanga Parbat entfernt. Weil das Gepäck seines polnischen Begleiters Darek Zaluski nicht rechtzeitig eingetroffen war, hatten sie einen Tag länger als ursprünglich geplant in Islamabad bleiben müssen. Am Samstag wollen Ralf und Darek die Lasten an ihre Träger verteilen, die sich dann auch schon auf den Weg Richtung Diamir-Basislager machen sollen. „Ich werde wohl morgen noch in Chilas bleiben, weil ich noch einige Formalitäten erledigen muss“, sagt Ralf. „Aber wenn alles nach Plan läuft, werden wir wohl in drei Tagen im Basislager eintreffen.“

Datum

20. Dezember 2013 | 17:42

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Dujmovits: Ab 5000 Metern alleine unterwegs

Ralf Dujmovits auf dem Gipfel des Aconcagua

Ralf Dujmovits auf dem Gipfel des Aconcagua

Schnell und allein. Das ist die Taktik, die sich Ralf Dujmovits für seine Winterbesteigung des Nanga Parbat vorgenommen hat. Der Bergsteiger, der als erster Deutscher auf allen 14 Achttausendern stand, wählte eine ungewöhnliche Form, um sich zu akklimatisieren: Der 52-Jährige bestieg den Aconcagua, den höchsten Berg Südamerikas, und verbrachte auch zwei Nächte am 6962 Meter hohen Gipfel. Ralfs Frau, die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner, fehlt bei der Expedition zum Nanga Parbat. Die 43-Jährige muss ihre beim Training überbeanspruchten Gelenke kurieren. Ralf ist heute nach Pakistan gereist. Während seines kurzen Zwischenstopp zu Hause in Bühl habe ich mit ihm gesprochen:

Ralf, warum der Nanga Parbat?

Der Nanga Parbat ist für mich – und war auch lange Zeit für Gerlinde – der schönste Achttausender. Wann immer wir, nachdem die 14 Achttausender geschafft waren, gefragt wurden, an welchen dieser Berge wir vielleicht noch einmal zurückgehen wollten, haben wir unabhängig voneinander geantwortet: an den Nanga Parbat. 

Und warum ausgerechnet im Winter?

Datum

18. Dezember 2013 | 13:05

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Prinz am Pol

Mission erfolgreich: Harry am Südpol

Mission erfolgreich: Harry am Südpol

Da sage noch einer, Blaublütige seien allesamt Warmduscher. Prinz Harry, Enkel der englischen Königin Elizabeth II., hat nach zwei Wochen im ewigen Eis den Südpol erreicht. Der 29-Jährige trotzte dabei Temperaturen von bis zu minus 35 Grad Celsius. „Mission erfolgreich beendet“, verkündete Harry stolz. Prinz Henry Charles Albert David of Wales, wie er mit vollem Namen heißt,  gehörte zu einem Team der Hilfsorganisation „Walking With The Wounded“ (WWTW), die im Krieg verwundete Veteranen und deren Familien unterstützt.

Datum

14. Dezember 2013 | 21:50

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Alles eine Frage des (Berg-)Hinterns

Everest: Seine Höhe ist kein Zufall

Everest: Seine Höhe ist kein Zufall

Ich habe ihn ignoriert, den gestrigen Internationalen Tag der Berge. Für mich gibt es davon schließlich 365 und nicht nur einen. Und so richtig erschließt es sich mir auch nicht, warum ich nun ausgerechnet am 11. Dezember an die Berge denken soll. In diesem Jahr sah der Termin schick aus: 11.12.13. Geschenkt, aber sonst? Das Bundesumweltamt konnte mit dem Tag der Berge offenbar auch nicht viel anfangen. Dort erfahre ich zunächst, dass ich auch „Welttag der Berge“ sagen darf. Wow! Und dann: „Ein Berg ist eine Geländeform, die sich über die Umgebung erhebt. Er ist meist höher und steiler als ein Hügel.“ Pisa-Alarm! Zur Entschuldigung der Ämtler sei angemerkt, dass sie einfach nur ein bisschen von der Wikipedia-Seite über Berge abgeschrieben, (immerhin) korrekt zitiert und mich am Ende sogar noch neugierig gemacht haben: mit der Feststellung, dass Berge auf der Erde kaum höher als 9000 Meter werden können. Ist das wirklich so?

Datum

12. Dezember 2013 | 18:11

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Mystisches Eisklettern

Weil er die Berge liebt, hat Thomas Senf vor zwölf Jahren seine deutsche Heimat verlassen. Seit 2001 lebt der Leipziger in Interlaken in der Schweiz, zu Füßen von Eiger, Mönch und Jungfrau. Der 32 Jahre alte Bergführer hat als Alpinist auch schon an den Bergen der Welt seine Spuren hinterlassen. So gelang Thomas 2010 zusammen mit den Schweizern Stefan Siegrist und Dani Arnold die erste Winterbesteigung des legendären Granitturms Torre Egger in Patagonien. Im November eröffnete Senf – wie berichtet – mit Ines Papert eine neue Route durch die Nordwand des 6719 Meter hohen Likhu Chuli I in Nepal. Die Erstbesteigung des Sechstausenders mit der deutschen Topkletterin blieb Thomas verwehrt, weil er mit ersten Anzeichen von Erfrierungen an Fingern und Zehen im obersten Lager bleiben musste.

Nachts im Eisfall

Dass Thomas Senf nicht nur ein erstklassiger Bergsteiger, sondern auch ein ausgezeichneter Fotograf ist, zeigen Bilder, die der Bergausrüster Mammut jetzt zur Verfügung gestellt hat. Entstanden sind sie Anfang des Jahres am Eidfjord im Norden Norwegens, der für seine bis zu 500 Meter hohen Eisfälle berühmt ist. Dort hat Thomas mehrere Kletterer, darunter seine Kletterpartner vom Torre Egger, Arnold und Sigrist, beim nächtlichen Eisklettern fotografiert. Ausgeleuchtet wurde die Szenerie mit farbigen Leuchtfackeln und Scheinwerfern. Die tollen Bilder, die fast märchenhaft wirken, will ich euch nicht vorenthalten. Seht selbst!

Datum

11. Dezember 2013 | 12:00

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Erfolgschance 15 bis 20 Prozent

David Göttler

David Göttler

„Für mich ist das komplettes Neuland“, freut sich David Göttler auf seine bevorstehende Winterexpedition, die ihn nach Weihnachten zusammen mit den beiden Italienern Simone Moro und Emilio Previtali zum Achttausender Nanga Parbat in Pakistan führen wird. „Ich habe bis jetzt nur Wintererfahrung in den Alpen gesammelt, noch nie im Himalaya und Karakorum“, sagt der 35 Jahre alte Münchner, als ich ihn in dieser Woche in meiner Heimatstadt Köln treffe. Seit Simones Einladung Ende September, ihn zum Nanga Parbat zu begleiten, habe er sein Ausdauertraining erhöht, erzählt David. Die Kälte könne man nicht trainieren.  „Es würde nichts bringen, wenn ich mich für drei Tage in den Kühlschrank setze.“

Datum

6. Dezember 2013 | 22:30

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Kammerlander bei Unfall offenbar alkoholisiert

Hans Kammerlander

Hans Kammerlander

Erst der Schock, Ende November in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt gewesen zu sein und jetzt auch noch das. „Der Labortest bei Herrn Kammerlander hat einen Wert von 1,48 Promille ergeben”, bestätigte der Bozener Oberstaatsanwalt Guido Rispoli gegenüber der Südtiroler „Tageszeitung online“. Mit anderen Worten: Der weltbekannte Bergsteiger Hans Kammerlander hatte offenkundig so viel Alkohol im Blut, dass er sich nicht hinters Steuer hätte setzen dürfen. Auch in Südtirol gilt die 0,5-Promille-Grenze.

Datum

5. Dezember 2013 | 17:04

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Rekord beim Everest-Marathon

Everest-Marathon

Everest-Marathon

Marathonis machen auch vor den Polen nicht halt. Der Nordpol-Marathon wurde im vergangenen April bereits zum elften Mal ausgetragen. Bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius. Sieger Gary Thornton aus Irland sprach anschließend „vom surrealsten Lauferlebnis meines Lebens“. Ähnlich dürften sich vor zwei Wochen die Teilnehmer des neunten Antarctic Ice Marathon“ gefühlt haben, auch wenn es mit „nur“ minus 20 Grad etwas weniger kalt war als im Frühjahr in der Arktis. Am dritten Pol, dem Mount Everest, wurde in der vergangenen Woche bereits der zweite Marathon in diesem Jahr gestartet. Der Sieger kam aus Nepal – und ist auf dieser Strecke eine Klasse für sich.

Datum

4. Dezember 2013 | 16:55

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Der Bergbrenner vom Königssee

Bergbrenner Hubsi Ilsanker

Eigentlich wähnte ich mich auf ewig für Enzian verloren. Schuld war eine alte Bäuerin aus dem Alpbachtal, dir mir vor Jahren einen Selbstgebrannten kredenzte, der so intensiv nach Erde schmeckte wie Austern nach Meer. Pfui Teufel! Es schüttelt mich noch immer, wenn ich daran zurückdenke. Hubert Ilsanker, den alle nur „Hubsi“ nennen, hat mich wieder mit dem Enzian versöhnt. Ich traf den Berchtesgadener vor Wochen bei einer Wanderung in Brixen in Südtirol und kostete seinen sieben Jahre alten Edelwurz-Enzian. Ein Genuss! Der Mann versteht sein Handwerk. „Hubsi“ ist ein Unikum, der einzige (lizensierte) Bergbrenner Deutschlands.

Datum

3. Dezember 2013 | 14:50

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So schön kann Joggen am Rhein sein

Im Herbst spielt die Sonne häufig Verstecken. Einfach so, ohne uns zu fragen. Unverschämt eigentlich. Aber wenn sie sich dann nach einer Woche Nebelsuppe wieder zeigt, können wir ihr einfach nicht böse sein. :-)

Datum

1. Dezember 2013 | 17:58

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Ines Papert: „Ein überwältigender Moment“

Route des Auf- und Abstiegs

Auf diese Art Souvenir aus dem Himalaya hätte Ines Papert gerne verzichtet. „Die Heilung von Fingern und Zehen wird jetzt einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt die 39-Jährige nach ihrer Heimkehr aus Nepal. Dort hat die deutsche Topkletterin – wie berichtet – am 13. November den 6719 Meter hohen Likhu Chuli I, auch Pig Pherado Shar genannt, erstbestiegen und mit ihrem Seilpartner Thomas Senf eine neue Route durch die Nordwand des Sechstausenders eröffnet. „Nie hätte ich geglaubt, dass sich Erfrierungen so schleichend abzeichnen können“, wundert sich Ines. „Wir haben zwar während unserer Begehung gefroren wie noch nie, aber auch erste Anzeichen sehr ernst genommen.“ Aus diesem Grund verzichtete Thomas im letzten Lager auf 6580 Metern auf den finalen Aufstieg zum greifbar nahen höchsten Punkt.

Datum

29. November 2013 | 15:10

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Kammerlander bei Autounfall schwer verletzt

Hans Kammerlander

Der Südtiroler Bergsteiger Hans Kammerlander ist nahe seinem Heimatdorf Sand in Taufers in einen Verkehrsunfall mit tragischem Ende verwickelt worden. Nach Medienberichten aus Südtirol verlor am Dienstagabend ein 21-Jähriger die Kontrolle über sein Auto. Das Fahrzeug streifte drei entgegenkommende Autos, ehe es frontal gegen einen von Kammerlander gesteuerten Kleinbus prallte. Der 21-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Kammerlander und vier weitere Verletzte wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Laut stol.it brach sich Kammerlander bei dem Unfall das rechte Bein. Der 56-Jährige habe unter Schock gestanden, hieß es. Der Kleinbus wurde völlig zerstört.

Datum

27. November 2013 | 14:57

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Mallorys Leiche schon 1936 gesichtet?

Das letzte Bild von Mallory und Irvine 1924

Frank Smythe war vom höchsten Berg der Erde besessen. „Der Everest wird zur Lebensaufgabe“, schrieb er in sein Tagebuch. An allen drei britischen Everest-Expeditionen der 1930er Jahre nahm Smythe teil. Er galt nicht erst seit der Erstbesteigung des 7756 Meter hohen Kamet im Jahr 1931 als einer der besten Bergsteiger seiner Zeit. Am 1. Juni 1933 stellte Frank mit rund 8570 Metern den Everest-Höhenrekord ein, als er im Alleingang wohl dieselbe Stelle in der Nordwand erreichte wie sein Landsmann Edward Felix Norton 1924. „Der Gipfel war nur 1000 Fuß (300 Meter) über mir, aber ein ganzes Zeitalter an Müdigkeit trennte mich von ihm“, schrieb Smythe später. Er kehrte um. Auf dem Rückweg halluzinierte Frank. Er wähnte einen Begleiter an seiner Seite, mit dem er seinen Kuchen teilen wollte. Er war auch überzeugt, dass über ihm zwei knollenförmige Wesen schwebten. Diese Erlebnisse schrieb Smythe später in seinem Buch „Camp 6“ nieder. Eine Beobachtung, die Frank offenbar drei Jahre später bei seiner nächsten Everest-Expedition machte, hielt er jedoch bis zu seinem Tod im Jahr 1949 geheim. Möglicherweise wenn nicht sogar wahrscheinlich hatte Smythe 1936 die Leiche von George Mallory entdeckt. Das Rätsel um Mallory und Andrew Irvine, die 1924 zu einem Gipfelversuch aufbrachen, aber nicht zurückkehrten, ist bis heute nicht vollständig gelöst.

Datum

26. November 2013 | 19:38

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Andy Holzer: „Auf 7500 Metern ist jeder behindert“

Der blinde Kletterer Andy Holzer

Blinde können sehen, nur anders. Das beweist der Österreicher Andy Holzer. Der 47-Jährige aus Lienz in Osttirol ist seit seiner Geburt blind. Das hindert ihn aber nicht, im Fels zu klettern, Skitouren zu machen und selbst Berge im Himalaya zu besteigen. Der 16. August 1975 war ein besonderer Tag in Andys Leben. Mit seinen Eltern durfte der damals Neunjährige erstmals einen felsigen Berg besteigen. Nachdem er sich erst stundenlang durchs Geröll geschuftet hatte, war ihm plötzlich beim Klettern im Fels der Vater zu langsam, die Mutter kam nicht mehr hinterher. „Das war für mich ein Gefühl, als ob mir jemand die Fesseln abnimmt“,  erinnert sich Andy, als wir uns kürzlich beim International Mountain Summit in Brixen treffen.

Andy, die erste Frage ist wahrscheinlich immer dieselbe. Wie machst du das, in einer Felswand zu klettern, ohne wirklich zu sehen?

Ich klettere nicht, ohne es zu sehen. Das würde nicht funktionieren.

Das musst du erklären.

Datum

23. November 2013 | 15:26

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Ines Papert ist die Erstbesteigerin

Ines Papert

Und es war doch eine Erstbesteigung! Ines Papert hat am 13. November als erster Mensch ihren Fuß auf den 6718 Meter hohen Pig Pherado Shar in Nepal gesetzt, auch als Likhu Chuli I bekannt. Billi Bierling, Mitarbeiterin der legendären Himalaya-Chronistin Elizabeth Hawley schreibt mir, dass die Französin Cécile Barbezat und Nawang Dorje Sherpa am 21. Oktober 1960 auf dem Gipfel des Likhu Chuli II gewesen seien, „was wiederum bedeutet, dass Ines die Erstbesteigerin des Likhu Chuli I ist.“ Das hätten Recherchen ihres französischen Kollegen Rodolphe Popier in der Bibliothek des französischen Alpenvereins (Club Alpin Français) ergeben.

Datum

22. November 2013 | 12:13

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