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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Lawine am K 2

K 2 – schön und gefährlich

Die Serie der schlechten Nachrichten aus dem Karakorum reißt nicht ab. Der 53 Jahre alte, erfahrene neuseeländische Bergsteiger Marty Schmidt und sein 25 Jahre alter Sohn Denali werden am K 2, dem zweithöchsten Berg der Erde, vermisst. Nach den bisher vorliegenden Informationen waren die beiden am vergangenen Freitag als einziges Team bis zu Lager 3 auf einer Höhe von 7400 Metern aufgestiegen. An diesem Tag gab es den letzten Funkkontakt mit Marty. Sechs andere Gruppen hatten sich wegen der kritischen Schneeverhältnisse vom Berg ins Basislager zurückgezogen. „Unsere Befürchtungen wurden leider bestätigt, als gestern abend zwei unserer Sherpas Lager 3 erreichten und feststellten, dass es von einer Lawine zerstört wurde“, schreibt der britische Bergsteiger Adrian Hayes in Facebook. „Die Lawine dürfte ziemlich sicher niedergegangen sein, als sie in ihrem Zelt schliefen.“

Datum

29. Juli 2013 | 17:32

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Vermisste Spanier für tot erklärt

Nun ist auch die Hoffnung gestorben. Die drei Spanier, die seit Anfang der Woche in der Gipfelregion des Achttausenders Gasherbrum I vermisst werden, sind für tot erklärt worden. „Wir haben heute, am 26. Juli, einen letzten Versuch gemacht, unsere Gefährten lebend zu finden“, teilte das Expeditionsteam mit. „Wir hatten seit dem Morgen des 22. keinen Kontakt mehr zu ihnen. In den Tagen danach herrschte widriges Wetter. Wir haben einen Erkundungsflug gemacht, der unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt hat: Die drei Gefährten sind gestorben.“ Ähnlich äußerten sich die Familien der drei vermissten Bergsteiger in einer „letzten Mitteilung“ im Blog der Expedition: „Wir fühlen den schrecklichen Tod unserer Lieben.“ Die Leichen wurden nach Angaben von Manzoor Hussain, dem Präsidenten des Alpine Club of Pakistan, bisher nicht gefunden. Abel Alonso, Álvaro Paredes und Xevi Gómez hatten am vergangenen Sonntag den 8080 Meter hohen Gipfel des „Hidden Peak“ erreicht. Beim Abstieg hatten sie im Sturm die Orientierung verloren und einen Notruf abgesetzt. Danach verlor sich ihre Spur.

Datum

27. Juli 2013 | 18:08

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Eigenverantwortung statt Vollkasko-Mentalität

Bergretter im Einsatz

„Empirische Methoden der Sozialforschung“, der blanke Horror. Stinklangweilig. Mit Ach und Krach bestand ich an der Uni München die Klausur. Ich atmete tief durch. Abgehakt, nie wieder! Das Skript der Vorlesung verschwand sofort im Papierkorb. Fast 30 Jahre ist das her. Und doch hat sich überraschenderweise in meinem Hinterkopf der Appell des Dozenten von damals gehalten: Misstraut jeder Statistik, vor allem den Schlussfolgerungen, prüft die Fakten! „Weniger Tote in den Bergen“, so oder ähnlich titeln heute viele Zeitungen und beziehen sich auf die Bergunfall-Statistik des Deutschen Alpenvereins (DAV) 2012. Es lohnt sich – wie immer –  genauer hinzusehen. 

Datum

26. Juli 2013 | 12:17

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Dramen am Broad Peak und am Gasherbrum I

Thomas Lämmle (r.) mit dem Rettungsteam

Thomas Lämmle brachte es auf den Punkt. „Ich glaube nicht, dass noch einer der drei Vermissten lebt“, sagte der Bergführer aus dem Allgäu. Lämmle, der vor wenigen Tagen eine Gruppe von Bergsteigern auf den Gipfel des Achttausenders Gasherbrum II geführt hatte, leitete eine dreitägige Rettungsaktion, bei der mit einem pakistanischen Armeehubschrauber nach den seit über einer Woche vermissten Iranern Aidin Bozorgi, Pouya Keivan und Mojtaba Jarahi gesucht worden war. Das letzte Lebenszeichen per Funk hatte es am Samstag gegeben. „Ich denke, sie wurden Opfer der großen Höhe und der Dehydrierung“, sagte Lämmle. Die Iraner werden auf einer Höhe von 7500 Metern vermutet, weit abseits der Normalroute.

Datum

25. Juli 2013 | 18:05

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Siegrist: Eiger-Nordwand fast ausgereizt

Stephan Siegrist (l.) und Michal Pitalka auf den Spuren der Eiger-Pioniere

Hinterstoißer-Quergang, Bügeleisen, Todesbiwak. Mit dem Fernglas saß ich als Zehnjähriger in Grindelwald am Fenster, die Eiger-Nordwand hatte mich in ihren Bann gezogen. Auslöser war „Die weiße Spinne“, Heinrich Harrers Buch, das ich förmlich verschlang. Ich war so fasziniert, dass ich nachts regelmäßig aufstand und die Route nach Biwak-Lichtern absuchte. Am Mittwoch jährt sich die Erstdurchsteigung der Nordwand zum 75. Mal. Die Pioniere leben nicht mehr. Als Letzter der erfolgreichen deutsch-österreichischen Mannschaft, die erst am Berg zusammengefunden hatte, starb Harrer im Jahr 2006.

Ich läute Stephan Siegrist an. Der 40 Jahre alte Extrembergsteiger aus der Schweiz hat eine besondere Beziehung zur Eiger-Nordwand. 29 Mal hat er sie bereits durchstiegen, mit seinem Landsmann Ueli Steck zwei extrem schwere neue Routen eröffnet – und war auch auf den Spuren des Quartetts von 1938 unterwegs. 

Stephan, vor 75 Jahren haben die beiden Deutschen Anderl Heckmair und Ludwig Vörg sowie die beiden Österreicher Heinrich Harrer und Fritz Kasparek erstmals die Eiger-Nordwand durchstiegen. Wie beurteilst du diese Leistung? 

Das ist für mich nach wie vor etwas vom Größten, das jemals in den Alpen gemacht wurde. Man muss sich vorstellen, dass die Belastung sehr groß war. Sie wussten, dass vor ihnen viele umgekommen sind. Dazu mit diesem Material die Wand zu durchsteigen, war wirklich heldenhaft.  

Datum

23. Juli 2013 | 16:23

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Sorge um iranische Bergsteiger

Broad Peak

Am Achttausender Broad Peak in Pakistan schwindet die Hoffnung, drei vermisste iranische Bergsteiger zu retten. Nach Angaben der pakistanischen Behörden wurde die Suche nach dem Trio vorerst eingestellt. Weder Suchmannschaften am Berg, noch die Besatzung eines Armeehubschraubers hätten die Vermissten entdeckt, teilte Manzoor Hussain mit, der Präsident des Alpine Club of Pakistan. Nach seinen Angaben hatten die Iraner einen Hilferuf abgesetzt und berichtet, dass sie erschöpft seien und nichts mehr zu essen hätten.

Datum

22. Juli 2013 | 23:43

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Todesfälle und Gipfelerfolge im Karakorum

Artur Hajzer (1962-2013)

In meinen beiden Urlaubswochen ist im Karakorum einiges geschehen. Wieder ist einer der ganz Großen für immer am Berg geblieben. Der Pole Artur Hajzer stürzte am 8080 Meter hohen Gasherbrum I in den Tod. Wegen schlechten Wetters hatten der 51-Jährige und sein Landsmann Marcin Kaczkan zuvor ihren Gipfelversuch abbrechen müssen. Beim Abstieg verlor Hajzer den Halt und stürzte durch das so genannte „Japaner-Couloir“ rund 500 Meter tief ab. Über diese Rinne in der Nordflanke führt die Normalroute am G I. Als Kaczkan seinen Gefährten fand, war dieser bereits tot. 

Datum

19. Juli 2013 | 17:33

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Entschleunigt

Diese „Expedition“ war weitgehend risikofrei. Lediglich die Gefahr eines Sonnenbrands lauerte. Zwei Wochen lebte ich auf Kuba analog. Ich mied Internet, Fernsehen, selbst Zeitungen und  konzentrierte mich auf das Naheliegende: Sonne, Meer, Siesta, Musik, Cocktails (gewissermaßen „Rum Doodles“)  und natürlich die lieben Menschen. Ich habe euch einige Bilder mitgebracht, Impressionen einer tiefenentspannten Reise.

P.S. Apropos entschleunigt: Anlässlich der heutige Tour-de-France-Etappe hier noch einmal zum Mithören und Mitleiden mein Rad-Aufstieg nach Alpe d’Huez von 2003.

Stefans Auffahrt nach Alpe d’Huez

P.P.S. „Abenteuer Sport“ hat es dank eurer Stimmen bei der Publikumswahl zum Onlinestar 2013 unter die Top Ten der „Private blogs“ geschafft. :-) Tausend Dank dafür! Jetzt geht es um die Wurst, sprich die Plätze eins bis drei. Dazu wird unter den zehn Blogs noch einmal neu abgestimmt. Die Hauptwahl läuft bis zum 28. Juli. Also bitte auf ein Neues!

Datum

18. Juli 2013 | 12:28

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Und tschüss …

Ihr müsst mal zwei Wochen ohne mich auskommen. Es wird Zeit, wieder mal die Seele baumeln zu lassen: Sonne, Meer, einfach in den Tag hineinleben. Schon Johann Wolfgang, der Goethe, wusste: „Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.“

Datum

1. Juli 2013 | 17:14

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Vor 60 Jahren: Buhl auf dem Nanga Parbat

Hermann Buhl

Hermann Buhl ist ein Dickkopf. Es schert ihn in diesen ersten Juli-Tagen 1953 nicht, dass unten im Nanga-Parbat-Basislager  der Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer mehrfach zur Umkehr bläst. Der Deutsche mag ja als Geldbeschaffer und Organisator von Expeditionen taugen, aber nicht als Bergsteiger.  Im Gegensatz zu Buhl, der mit 28 Jahren in Topform ist: 1952 hat der Österreicher in den Alpen die Nordostwand des Piz Badile als Erster im Alleingang durchstiegen, im Februar die Watzmann-Ostwand, ebenfalls solo und im Winter. Und jetzt sieht er eine gute Chance, dem Nanga Parbat auf Haupt zu steigen, diesem Achttausender in Pakistan, den die Nazis zum „deutschen Schicksalsberg“ er- und verklärt hatten. 1225 Höhenmeter und über sechs Kilometer Distanz liegen noch zwischen dem höchsten Lager und dem Gipfel. Als sein Zeltpartner Otto Kemptner nicht zur vereinbarten Zeit zum Aufbruch bereit ist, stapft Buhl alleine los. „Es ist sternenklar, die Mondsichel leuchtet herunter und wirft silbernes Licht auf den vor mir aufstrebenden Grat, es ist windstill, doch klar“, schreibt Buhl später.

Datum

30. Juni 2013 | 20:09

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Saison am Nanga Parbat beendet?

Karakorum Highway

Es ist schon dunkel. Stundenlang sind wir im Kleinbus über den Karakorum Highway nach Norden gedonnert. Höchste Zeit, sich mal kurz die Beine zu vertreten. Nahe der Stadt Chilas halten wir an einer Teestube. Davor stehen einige langbärtige Männer. Ich komme mit ihnen ins Gespräch. Smalltalk, nicht mehr: „Wie geht es?“ „Woher, wohin?“ Plötzlich gestikuliert mein Bergführer wild. Ich solle schleunigst wieder einsteigen. Im Bus frage ich ihn, warum er so aufgeregt sei. „Bad men, dangerous!“, antwortet mein pakistanischer Begleiter. Böse Männer, gefährlich? Bis heute denke ich, dass er damals, im Sommer 2004, überreagiert hat. Und doch musste ich jetzt wieder an diese Episode denken, als ich vom Mordanschlag auf elf Bergsteiger im Nanga-Parbat-Basislager erfuhr. Schon vor neun Jahren galt die Region um den Achttausender in Pakistan als politisch heikel.

Datum

27. Juni 2013 | 15:18

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Doppel-Absturz an der Königsspitze

Königsspitze

Dass eine Seilschaft abstürzt, kommt leider immer wieder vor. Dass aber gleich zwei Mannschaften innerhalb weniger Stunden fast an der selben Stelle eines Bergs zu Tode stürzen, geschieht eher selten. An der 3851 Meter hohen Königsspitze in Südtirol passierte am vergangenen Sonntag genau das. Vormittags erwischte es drei Bergsteiger aus der Lombardei. Vor den Augen zweier Freunde verlor das angeseilte Trio oberhalb des Königsjochs in etwa 3500 Meter Höhe plötzlich den Halt und stürzte 500 Meter tief die Ostrinne hinab. Die Bergretter konnten nur noch die Leichen bergen. Am Abend mussten sie erneut ausrücken, nachdem ein Hüttenwirt Alarm geschlagen hatte. 

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26. Juni 2013 | 18:03

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Am Nanga Parbat kein Risiko gehen

Westseite des Nanga Parbat

Der Mordanschlag am Nanga Parbat hinterlässt selbst Pakistan-Kenner fassungslos. „Wir sind davon kalt erwischt worden“, sagt mir Eberhard Andres, beim Trekking-Veranstalter Hauser Exkursionen für Reisen nach Pakistan zuständig. „Es war wirklich das allererste Mal, dass so etwas vorgefallen ist.“ Terroristen der Taliban hatten das Basislager an der Westflanke des Nanga Parbat angegriffen und nach neuen Informationen elf Bergsteiger erschossen: drei Ukrainer, drei Chinesen, zwei Slowaken, einen Litauer, einen Nepalesen und einen Pakistaner. Der Anschlag habe „eine komplett neue Qualität“, meint Dominik Müller, Chef der Agentur Amical Alpin. Auch der Schweizer Expeditionsveranstalter Kari Kobler ist geschockt: „Man hat schon gewusst, dass Pakistan ein heißes Pflaster ist. Aber doch nicht im Norden.“  Alle rechnen mit negativen Folgen für den Bergtourismus in Pakistan, der nach mageren Jahren in Folge der unsicheren Lage gerade erst wieder auf die Füße gekommen war. 

Datum

24. Juni 2013 | 16:18

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Mordanschlag am Nanga Parbat

Nanga Parbat

„Killer Mountain“ steht auf dem Schild am Karakorum Highway, dort, wo du einen Blick auf den majestätischen Achttausender Nanga Parbat werfen kannst. Eigentlich soll das Schild an die zahlreichen Tragödien am „Nackten Berg“ im letzten Jahrhundert erinnern, etwa an die von 1937, als 16 Mitglieder einer deutschen Expedition bei einem Lawinenunglück ums Leben kamen. Doch jetzt hat das Schild eine neue, beklemmende Bedeutung erhalten. Ein Killerkommando drang  ins Basislager auf der Diamir-Seite des Nanga Parbat ein und erschoss mindestens zehn Menschen. Die pakistanische Regierung teilte mit, bei den Opfern handele es sich um fünf Bergsteiger aus der Ukraine, vier Chinesen und einen pakistanischen Bergführer.

Datum

23. Juni 2013 | 17:10

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Everest barrierefrei

2000 Dollar kostet die Genehmigung, vom Gipfel des Mount Everest aus mit dem Smartphone ein Video-Live-Interview zu geben. Das wissen wir, seitdem der Brite Daniel Hughes auf 8850 Metern als Erster auf diese Weise der BBC Rede und Antwort stand – schwarz, wie sich später herausstellte. Das fand das nepalesische Tourismusministerium gar nicht witzig. Im schlimmsten Fall drohen Hughes ein Einreiseverbot für fünf Jahre oder eine zehnjährige Sperre für die genehmigungspflichtigen Bergriesen Nepals. Doch inzwischen haben sich beide Seiten sicher gütlich auf einen speziellen Everest-Smartphone-Tarif geeinigt. Wie gut, dass ich meinen alten Freund Chomolungma aus 50 Metern Meereshöhe anrufe. Ganz legal, nur die NSA hört mit. Erst im dritten Anlauf bin ich erfolgreich.

Namasté, Chomo! Hier ist Stefan! Wo hast du denn gesteckt?

Auch Namasté! Ich war unter der Schneedusche! Herrlich, dieser Monsun!

Hattest du die Dusche nach dieser Frühjahrssaison so nötig?

Na, du machst mir Spaß. Lebst du eigentlich hinter dem Mond?

Datum

18. Juni 2013 | 17:38

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