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Bildungswege

Fünf Blogger - fünf Länder - ein Dialog

Mal was Neues ausprobieren

Mit dem Fahrrad auf dem Land (Foto: Pavel Mylnikov)

Mit dem Fahrrad auf dem Land

Die Morgensonne scheint in mein Zimmer und die Vögel zwitschern. Zwei Monate habe ich jetzt Ferien von der Sprachschule, wo ich arbeite. Kaum zu glauben, dass die Zeit für den letzten Blog-Eintrag schon gekommen ist. Ich habe noch so viele Gedanken, die ich gerne mit den Usern teilen würde.

Ich mache jetzt abends mit dem Fahrrad oft Touren außerhalb der Stadt. Das ist eine gute Gelegenheit auszuspannen nach einem vollen Jahr. Dabei erweitere ich auch meine Fotografiekenntnisse. Auf dem Weg denke ich viel über die enormen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen hier in Russland nach und über die verschiedenen Mentalitäten ihrer Einwohner. Es ist etwas schwierig zu erklären und nachzuvollziehen, dass viele Russen gerne außerhalb der Städte wohnen würden und dort gerne ein schönes Haus hätten. Die Leute vom Dorf finden dagegen mehr Gefallen an der Idee in der Stadt zu arbeiten (oder wenigstens ihre Kinder dort zur Schule zu schicken). Gut, das liegt natürlich an der finanziellen Aufteilung zwischen Stadt und Land, aber wir sollten dafür sorgen, dass diese Aufteilung weniger extrem ist.

Datum

Donnerstag, 12.07.2012 | 11:30

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Russische Uni-Rankings: Wozu eigentlich?

Weit weg von den Großstädten und Russlands eliten Unis...

In dieser Woche bekomme ich meinen Uniabschluss – also noch ein weiterer Schritt in meiner Hochschulbildung, die ich in 2006 begonnen habe. Ich denke viel darüber nach, was diese Jahre für mich bedeutet haben, insbesondere die Entscheidung meine ursprüngliche Uni zu verlassen, um woanders zu studieren.

Vor einigen Wochen habe ich einen interessanten Kommentar in einer Wirtschaftszeitung gelesen, wo der angesehene Ökonom Konstantin Sonin das Thema Uni-Rankings angesprochen hat. Mich hat erstaunt, dass der Professor nach einem Vergleich der russischen und ausländischen Bildungssysteme behauptet hat, russische Uni-Rankings seien mehr oder weniger bedeutungslos! Das läge daran, dass die meisten Fakultäten in unserem Land den Studenten nur eine sehr bestimmte und begrenzte Anzahl an Kursen und Fachrichtungen anbieten, während Studenten im Ausland ein viel breiteres Angebot haben. Das erlaubt ihnen zum Beispiel ihre Interessen besser ins Studium einzubringen und hilft  ihnen beim Übergang ins Berufsleben. Kathrin hat betont, wie wichtig diese Art Flexibilität gerade für junge Leute ist.

Datum

Freitag, 06.07.2012 | 12:07

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Neue Erfolgserlebnisse an der Uni

Meine persönlichen Lichtblicke: Sprachzeugnis und ein Brief von DW-Russisch

Diese Woche muss ja toll gewesen sein! Ich habe die Artikel von Kathrin und Emmy über das Global Media Forum gelesen. Ich fand das ziemlich spannend – viele Themen waren dabei, zu denen ich in meinen nächsten Einträgen noch etwas schreiben will.

Obwohl ich hier mit der Bürokratie zu kämpfen hatte, die mich daran gehindert hat, an der Bonner Konferenz teilzunehmen und meine Mitblogger zu treffen, habe ich auch einige positive Dinge erlebt. Das alles hat einerseits einen Sturm der Gefühle bei mir ausgelöst. Aber manches hat mich auch nachdenklich gemacht. 

Zunächst einmal hatte ich mich, kurz bevor unser Bildungsblog eingerichtet wurde, mit meiner Studentengruppe zu einer internationalen Englisch-Prüfung angemeldet. Und ich freue mich, dass  fast alle die Prüfung bestanden haben. Diese Woche sind die Zeugnisse aus Europa angekommen!

Datum

Samstag, 30.06.2012 | 20:00

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Russland braucht weniger Gerede, mehr konkrete Veränderungen

Wir brauchen keine hochfliegenden Abstraktionen sondern gut geerdetes Handeln

Maria hat in ihrem letzten Eintrag geschrieben, dass der soziale Dialog in Argentien ihrer Meinung nach in die falsche Richtung geht. Ich glaube, jedes Land hat in einer bestimmten Entwicklungsphase mit solchen Problemen zu kämpfen. Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, war das so eine Phase. 

Manchmal wird einfach zu viel geredet,  statt dass wirklich gehandelt wird (ich spreche jetzt gar nicht nur vom Bildungssektor; das kann man auch überall anders im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands feststellen).

Datum

Mittwoch, 27.06.2012 | 12:00

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Das Schweigen der russischen Lehrer

Pavel

Bibliotheken organisieren Lehrerabende, aber es geht dabei nie um ihre Rechte

Als ich Marias Eintrag über die Lehrerstreiks in Argentinien gelesen habe, habe ich über die hiesige Unzufriedenheit mit dem russischen Bildungssystem nachgedacht. Und damit meine ich die Unzufriedenheit der Lehrer und auch vieler anderer Menschen.

Was mich allerdings verwundert, aber auch beunruhigt ist, dass die Lehrer in meinem Land nie Streiks organisieren oder auch nur versuchen gehört zu werden – weder in den kleinen noch in den großen Städten. Ich weiß zum Beispiel, dass einige unserer Uni-Professoren in ihrer Freizeit zusätzlich Nachhilfe erteilen, damit sie ein bisschen mehr Geld verdienen. Dabei wäre eigentlich die Forderung nach besseren Gehältern und einer modernen Ausstattung völlig gerechtfertigt. Dabei ginge es ja dann auch nicht darum, dass nur einzelne Lehrer davon profitieren.

Datum

Freitag, 22.06.2012 | 18:00

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Das richtige Lern-und Arbeitsumfeld zählt!

Pavel

Eine freundliche Umgebung ist wichtig für das Lernen und Arbeiten

Emmys Eintrag hat meine Aufmerksamkeit erregt. Sie schreibt über etwas, das ich selber schon erlebt habe: Zu wenig Lehrer für zu große Klassen. Und für gewöhnlich endet es damit, dass diejenigen, die eh schon lernwillig sind, auch etwas Lernen. Aber diejenigen, die zurückhaltender sind und mehr Förderung brauchen, aus dem System herausfallen und werden zusätzlich noch zur Bürde für den Lehrer. Für gewöhnlich reicht diesen Schülern dann auch ein „befriedigend“. Wie einer meiner Lehrer zu sagen pflegte: Dieses „befriedigend“ sagt gar nichts aus – weder über deine Fähigkeiten noch über dein Interesse. Aber immerhin reicht diese Note, um die nötigen Prüfungen zu bestehen, und somit gilst du automatisch als gebildeter Mensch. Meiner Meinung nach können diese durchschnittlichen Noten aber auch Probleme mit sich bringen: Einerseits sind einige Absolventen natürlich qualifiziert genug, um in ihrem Bereich zu arbeiten. Andererseits gibt es aber auch einige, die es nicht sind.

Ich erinnere mich daran, dass ich mich mal mit einem Schüler darüber unterhalten habe. Er war erstaunt zu hören, dass ich noch einen weiteren Hochschulabschluss plane. Er erzählte mir von einer Bekannten, die bereits zwei Abschlüsse habe, aber dennoch als Verkäuferin arbeite. Natürlich gibt es Fälle wie diese. Aber es gibt ein großes Problem bei dem Thema Bildung und warum es so wichtig ist. Darüber möchte ich euch mehr erzählen.

Datum

Dienstag, 19.06.2012 | 20:00

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Das Ausland ist nicht „Das Traumland“

Die meisten begabten jungen Leute zieht es in die großen Städte

Je näher meine Abschlussprüfung rückt, desto mehr Gedanken mache ich mir über die Bildung in meinem Heimatland. Ich muss sagen, ich bin doch reichlich beunruhigt. Während der dreieinhalb Jahre an meiner zweiten Universität habe ich mich mit Dutzenden Studenten über Zukunftsperspektiven unterhalten und mir angehört, wie sie die Situation gegenwärtig einschätzen. Wenn ich das dann noch mit den Erfahrungen abgleiche, die ich an der Uni gemacht habe, an der ich zuerst studiert habe, kann ich nur eines sagen: Viele Studenten, die in großen Städten und an namhaften russischen Universitäten studiert haben, bewerben sich bei internationalen Firmen und verlassen das Land. Die wenigsten haben beim Abschied hinzugefügt: „…und komme dann mit Auslandserfahrung zurück.“

Datum

Sonntag, 17.06.2012 | 10:00

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Im Bann des Fernseh-Bildschirms

Unterhaltung gibt es auch abseits des Bildschirms

Wenn mich ein Freund schon mal fragt: „Hast du im Fernsehen die letzte Folge gesehen von…….“ – und dann kommt der Titel irgendeiner Sendung -, dann antworte ich: „Du weißt doch, dass ich schon seit ungefähr zwei Jahren nicht mehr fernsehe!“ Viele finden das wahrscheinlich ungewöhnlich, aber ich habe eine einfache Erklärung dafür: In den meisten Kanälen wird nichts gezeigt, das mich interessiert. Falls es mal etwas gibt, das sich um Bildung dreht,  kann ich es auch ganz einfach im Internet finden. In meiner Generation denken viele so. Das bedeutet aber nicht, dass das Internet mehr und mehr unser Leben bestimmt. Es ersetzt lediglich einige Bereiche, mit denen junge, intelligente Menschen unzufrieden sind. Und was hat das mit Bildung zu tun?

Datum

Mittwoch, 13.06.2012 | 14:52

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Pavel auf Skype: „Es muss mehr Bildungsangebote auf dem Land geben“

Datum

Montag, 11.06.2012 | 14:10

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Über zerbrochene Fenster zum zerbrochenen Zuhause?

Stark werden gegen jeden Widerstand

Im Verlauf meines Studiums habe ich einige Unterrichtspraktika durchlaufen. Wir haben für vier bis sechs Wochen  in staatlichen Schulen als Sprachlehrer gearbeitet. Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet, das von sehr begabten Schülern besucht wurde, aber auch an typischen Schulen am Rand meiner Heimatstadt. Das gibt mir gute Vergleichsmöglichkeiten.

Datum

Mittwoch, 06.06.2012 | 16:51

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