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Bildungswege

Fünf Blogger - fünf Länder - ein Dialog

Ein unerwarteter Weg

Ich bin gerne Lehrer, obwohl ich das eigentlich gar nicht geplant hatte ...

Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass uns die Bildung nur für eine bestimmte Zeit unseres Lebens begleitet: wenn wir selber  Schüler sind und später, wenn unsere Kinder ins Schulalter kommen. Doch man sollte auch an die denken, die viel zu diesem Bereich beitragen: die Lehrer.

Ich bin Englischlehrer, obwohl ich das zunächst gar nicht geplant hatte. Wirtschaft und Fremdsprachen waren meine Fächer, als ich meinen Wohnort und meine Universität wechseln musste. In Russland ist es oft nicht möglich, an einer anderen Universität identische Fächer mit identischen Abschüssen zu studieren. So wurde das Fach Wirtschaft zu meiner zweiten Universitätsausbildung und mein Studium der Fremdsprachen führte zu meiner Qualifikation als Lehrer. Es mag schwerfallen, sich das vorzustellen, aber es kommt schon mal zu so merkwürdigen Situationen. Es ist am Besten, wenn man sich damit schnell anfreundet! Also habe ich diese Variante akzeptiert und meine Zukunft darauf ausgerichtet.

In Russland teilt sich die Bildung in zwei Bereiche: einen privaten und einen staatlichen. Beide haben Vor- und Nachteile. Außerhalb der Großstädte erhalten die Schulen erst seit kurzem eine ausreichende finanzielle Unterstützung. Also habe ich mich für den privaten Bereich entschieden, damit ich mir um mein finanzielles Auskommen weniger Sorgen machen muss. Und natürlich geht es dort viel weniger bürokratisch zu.

Meine Kommilitonen von der Uni Moskau

Es passiert so viel in der Welt – und einiges davon betrifft die Bildung in meinem Land. Wir haben die einzigartige Möglichkeit, Zeugen von Veränderungen zu werden – von Veränderungen, auf die wir Einfluss nehmen können, indem wir die Situation von Schülern und Studenten verbessern. Deshalb glaube ich, dass jeder hilfreiche Beitrag wichtig ist. Die Welt ist im Wandel und die klassischen Schulen, Büchereien und Universitäten – wie überhaupt alle Einrichtungen, die mit Aufklärung zu tun haben – verändern sich im Einklang mit modernen Methoden. Dazu zählt auch das Online-Angebot von Kursen im Bildungsbereich oder das Entgegenkommen gegenüber Menschen, die gerne einen zweiten oder dritten Abschluss erwerben möchten, aber Familie haben. Für Russland mit seiner kulturellen Vielfalt ist dies eine vielversprechende Entwicklung.

Ich bin gerne Lehrer, aber ich rechne damit, dass ich auch andere Betätigungsfelder in meinem Leben kennenlerne. Das bedeutet aber nicht, dass ich das Unterrichten aufgebe, solange es mich interessiert und mir für die Zukunft wertvolle Erfahrungen bringt.

Datum

Freitag, 04.05.2012 | 17:56

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