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Bildungswege

Fünf Blogger - fünf Länder - ein Dialog

Search Results for Tag: Studium

Mal was Neues ausprobieren

Mit dem Fahrrad auf dem Land (Foto: Pavel Mylnikov)

Mit dem Fahrrad auf dem Land

Die Morgensonne scheint in mein Zimmer und die Vögel zwitschern. Zwei Monate habe ich jetzt Ferien von der Sprachschule, wo ich arbeite. Kaum zu glauben, dass die Zeit für den letzten Blog-Eintrag schon gekommen ist. Ich habe noch so viele Gedanken, die ich gerne mit den Usern teilen würde.

Ich mache jetzt abends mit dem Fahrrad oft Touren außerhalb der Stadt. Das ist eine gute Gelegenheit auszuspannen nach einem vollen Jahr. Dabei erweitere ich auch meine Fotografiekenntnisse. Auf dem Weg denke ich viel über die enormen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen hier in Russland nach und über die verschiedenen Mentalitäten ihrer Einwohner. Es ist etwas schwierig zu erklären und nachzuvollziehen, dass viele Russen gerne außerhalb der Städte wohnen würden und dort gerne ein schönes Haus hätten. Die Leute vom Dorf finden dagegen mehr Gefallen an der Idee in der Stadt zu arbeiten (oder wenigstens ihre Kinder dort zur Schule zu schicken). Gut, das liegt natürlich an der finanziellen Aufteilung zwischen Stadt und Land, aber wir sollten dafür sorgen, dass diese Aufteilung weniger extrem ist.

Datum

Donnerstag, 12.07.2012 | 11:30

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Visionäre Bildungskonzepte sind gut und schön, aber…

Viele reden über neue Technologien, verlieren aber die eigentlichen Probleme aus dem Blick...

Am Mittwoch habe ich das das dritte Plenum des Deutsche Welle Global Media Forums besucht. Da ging es um Bildung als Meilenstein für nachhaltige Entwicklung. Denis Goldberg, ein Gesellschaftsaktivist aus Kapstadt in Südafrika meinte: „Bildung sollte sich stärker am Ziel der Nachhaltigkeit orientieren, schließlich sind wir darauf angewiesen.“ Das heißt zum Beispiel, dass man Projekte in Angriff nehmen sollte, die das Problem der Überbevölkerung in den Blick rücken. Einer seiner Vorschläge ist darüber aufzuklären, dass man soziale Sicherungsnetze wie Rentenversicherungen ausbauen muss. Denn nur so kann man die Menschen davon abbringen zu glauben, dass das Kinderkriegen der alleinige Weg ist die eigene Zukunft abzusichern.

Damit hat er schon recht. Aber ich finde trotzdem, dass in der ganzen Debatte etwas fehlt.

Datum

Freitag, 29.06.2012 | 12:00

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Russland braucht weniger Gerede, mehr konkrete Veränderungen

Wir brauchen keine hochfliegenden Abstraktionen sondern gut geerdetes Handeln

Maria hat in ihrem letzten Eintrag geschrieben, dass der soziale Dialog in Argentien ihrer Meinung nach in die falsche Richtung geht. Ich glaube, jedes Land hat in einer bestimmten Entwicklungsphase mit solchen Problemen zu kämpfen. Wenn ich auf meine Studienzeit zurückblicke, war das so eine Phase. 

Manchmal wird einfach zu viel geredet,  statt dass wirklich gehandelt wird (ich spreche jetzt gar nicht nur vom Bildungssektor; das kann man auch überall anders im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands feststellen).

Datum

Mittwoch, 27.06.2012 | 12:00

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Manchmal reicht das Geld einfach nicht – und dann muss Hilfe her

Kathrin Biegner

Viele Studenten brauchen einfach finanzielle Unterstützung

In meinem letzten Eintrag habe ich darüber geschrieben, warum ich mich dazu entschieden habe, die Mainzer Gruppe von ArbeiterKind.de zu gründen. Heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen erzählen, die ich durch dieses Ehrenamt und durch einige Freunde gemacht habe.

„Ich habe ihnen nicht erzählt, dass ich BaföG beziehe. Und ich habe mich so furchtbar gefühlt, als sie angefangen haben, auf ‚all diese Schmarotzer, die dem Staat nur Geld wegnehmen‘, zu schimpfen.“ Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir eine Freundin von dieser Situation erzählte. Ich konnte ihr ansehen, wie sehr sie die Beschimpfungen ihrer Kommilitoninnen verletzt hatten. Meine Freundin ist eine hart arbeitende junge Frau, die immer neben ihrem Studium gearbeitet hat. Aber sie konnte einfach nicht so viel Geld verdienen, um für all ihre Ausgaben aufzukommen. Deshalb hatte sie BaföG beantragt und erhielt ein wenig finanzielle Unterstützung vom Staat. Sie wollte niemanden betrügen; sie brauchte einfach das Geld. Ihre Familie konnte ihr das Studium nicht finanzieren.

„Das größte Problem ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viele Informationen man an das Bafög-Amt geben muss, um das Geld zu erhalten“, erzählte mir meine Freundin. Durch meine Arbeit für ArbeiterKind.de wusste ich, was sie meinte: Man muss Berge von Papier ausfüllen und muss alles mit offiziellen Dokumenten belegen, die nachweisen, dass man selbst und seine Eltern nicht mehr verdienen oder gespart haben, als es erlaubt ist. Diese Situation ist besonders schwierig für Studierende, die keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben. Die Behörden akzeptieren in der Regel keine fehlenden Dokumente und es kann sehr belastend für junge Menschen sein, zu versuchen, wieder den Kontakt mit der Familie aufzubauen.

Datum

Montag, 18.06.2012 | 12:23

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1 Kommentar

Können Gesetzesänderungen Vorurteile aufheben?

Estafanía, Mariana and Clara - my German classmates (Foto: Maria Cruz).

Estafanía, Mariana and Clara aus meinem Deutschkurs

Während einer Pause meines Deutschkurses vergangenen Samstagmorgen diskutierte ich mit den anderen Teilnehmerinnen, wie Berufe, die früher vorwiegend Männern vorbehalten waren, heute von Frauen ausgeübt werden. Ganz ohne Spannungen verläuft das nicht und macht umso mehr deutlich, wie dringend wir eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung brauchen (siehe dazu auch meinen vergangenen Eintrag).

Diese subtile Antipathie begegnet Frauen jeden Tag. Ein Beispiel: Mariana studiert Biologie. Sie erzählte mir, wie sie im Physikkurs einmal die Aufgabe bekam, einen Schaltkreis zu bauen. Der Lehrer kommentierte die Aufgabenstellung: „Mal sehen, ob die Frauen das hinkriegen.“ Er ging wie selbstverständlich davon aus, dass das nur „was für Männer“ sei.

Datum

Dienstag, 22.05.2012 | 11:00

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Glück und Pech bei der Jobsuche

Jedes Jahr zeigen die Studenten beim Festival des Ranya-Instituts ihr Können

Ich habe Musik studiert am Ranya-Institut der Bildenden Künste und habe im Juni 2008 meinen Abschluss gemacht. Ich war natürlich glücklich, mein Diplom in Händen zu halten. Ich dachte: „Damit hast du gleich im Anschluss einen Job in der Tasche!“ Ich habe dann alle notwendigen Unterlagen ausgefüllt und mich für eine Lehrerstelle an einer Grundschule beworben. Aber dann stellte sich heraus, dass wir, die wir gerade den Abschluss gemacht hatten, kein Glückslos zogen. Und nicht nur in meiner Fachrichtung hatten Absolventen Pech. Es gab einfach keine Jobs im Irak.

Für die Hochschulabgänger wurde es ein sehr langes Jahr.  Aber nicht nur die Uni-Absolventen blickten in eine düstere Zukunft.

Datum

Freitag, 11.05.2012 | 15:30

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Wirbel um Bachelor und Master

Schulbücher in Russland

Englisch und Deutsch sind beliebte Fremdsprachen in russischen Schulen

Gerade habe ich Emmys Eintrag über das Bildungssystem in Kenia gelesen, wo sie auch beschreibt, wie es sich auf Jugendliche und ihre Zukunftspläne auswirkt.

In meiner Heimat ist es anders. Ich überspringe jetzt mal den Kindergarten. Das russische Schulsystem ist nach dem Schema 3-5-2 aufgebaut. Die ersten zwei Bausteine sind die Grundschule – 3 Jahre – und die Mittelschule – 5 Jahre. Diese beiden Schulen sind Pflicht. Danach kann man wählen: Entweder man verlässt die Schule und macht eine Berufsausbildung oder man hängt noch 2 Jahre auf der Oberschule dran, um dann die Zulassung fürs Universitätsstudium zu bekommen.

Datum

Donnerstag, 10.05.2012 | 11:49

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Nach Berlin und zurück

Beim traditionellen argentinischen Ritual zum Studienabschluss in Buenos Aires

Im Dezember 2008 beendete ich mein Studium mit einem Bachelor in Kommunikationswissenschaften. Mein Schwerpunkt lag im Journalismus. Zu der Zeit hatte ich vor, im Bereich audio-visueller Produktionen zu arbeiten. Doch rückblickend muss ich sagen, dass es nicht auf meine Wünsche ankam. Wirklich wichtig war und ist nur, was ich mit dem Abschluss anfange und wie ich möglichst nah an meine Wünsche herankomme. Also musste ich meine Pläne und meine Ausgangslage überdenken.

Datum

Dienstag, 08.05.2012 | 10:27

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23 Jahre später – ausgebildet, geschult, angelernt?

Aller Anfang ist schwer ...

Nach fast 23 Jahren Schule sollte man meinen, dass man genug fürs ganze Leben gelernt hat (jedenfalls, wenn man berücksichtigt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung auf dieser Seite der Weltkugel bei 60 Jahren liegt). Viele stehen dann allerdings erst am Anfang. So war es auch bei mir. Aber das muss ich erklären.

Datum

Samstag, 05.05.2012 | 13:00

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Ein unerwarteter Weg

Ich bin gerne Lehrer, obwohl ich das eigentlich gar nicht geplant hatte ...

Die meisten Menschen sind davon überzeugt, dass uns die Bildung nur für eine bestimmte Zeit unseres Lebens begleitet: wenn wir selber  Schüler sind und später, wenn unsere Kinder ins Schulalter kommen. Doch man sollte auch an die denken, die viel zu diesem Bereich beitragen: die Lehrer.

Ich bin Englischlehrer, obwohl ich das zunächst gar nicht geplant hatte. Wirtschaft und Fremdsprachen waren meine Fächer, als ich meinen Wohnort und meine Universität wechseln musste.

Datum

Freitag, 04.05.2012 | 17:56

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