Astrid: Die katholische Versuchung
Mein Nachbar hat mich gestern gerettet. Ganz locker, quase im Vorbeigehen, erlöste er mich von dem evangelischen Fastengebot „Sieben Woche ohne“. Mehr noch: Er als Katholik führte mir als Protestantin die Vorzüge der Ökumene, die ja bekanntlich einen schweren Stand hat, unverhofft vor Augen.
Ich kam gerade von der Chorprobe, und hätte so gerne mit ihm einen Baileys getrunken! Klar, nicht jeder trinkt mit seinem Nachbarn regelmäßig Baileys, aber für uns gehört dieses Ritual dazu, schließlich singen wir beide Tenor im Gospelchor der Gemeinde, und diese musikalische Verbundenheit gehört gefeiert.
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Klaus: Feine Säge unter der Käseglocke
Tag zwei. Fühle mich wie unter einer Käseglocke. Kopfschmerzen, die Haut kribbelt, ich gähne ständig. Liegt das jetzt an der Unterzuckerung? Oder am Koffeinentzug? Der Fleischverzicht ist wohl nicht schuld, das stecke ich ohne Probleme weg. Habe aber ständig das Bedürfnis, etwas zwischen die Zähne zu stecken. Aber was?
Gestern abend habe ich mich dabei erwischt, wie ich alle fünf Minuten den Kühlschrank öffne. Matjes (Fisch darf ich ja!), eine Möhre, ein Becher Naturjoghurt… Irgendwann fand sich auch eine Tüte Nüsse. Schmeckt alles schal. Und ich dachte, wenn man Zucker weglässt, dann verfeinern sich wieder die Geschmacksnerven? Dauert wohl.
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Wolfgang: FASTEN Seat Belts!
Liebe Astrid Prange, lieber Stefan Dege, lieber Klaus Dahmann,
nun geht es mit Ihrem Fasten los. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen. Wie schwer es Ihnen fällt, auf Genuss zu verzichten oder auf Gewohntes. Ob es Ihnen mit der Zeit gut tut, loszulassen. Und sich zu freuen auf das Fastenbrechen. Der Appetit kommt mit dem Essen, sagte Willy Millowitsch, aber noch öfter mit dem Fasten.
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Stefan: Kaugummi-Zeit
17 Stunden (ja, ich zähle noch die Stunden) ist es her, seit ich meine letzte Kippe im Aschenbecher ausgedrückt habe. Der Tag heute begann mit Joggen. Statt Musik aus dem Mp3-Player hörte ich ein Morgenkonzert von Vogelstimmen. Phantastisch. Und es hat mich an eine heißgeliebte Schallplatte aus Analogzeiten erinnert: „Dança das Cabeças“ (Tanz der Köpfe) von Egberto Gismonti, einem begnadeten brasilianischen Gitarren- und Flötenvirtuosen. Mischung aus Jazz und Neuer Musik mit brasilianischem Einschlag. Manche Takte klingen wie aus dem Urwald.
Er ist längst noch nicht rum, mein „Tag X“ , von dem an ich keine Zigarette mehr anfasse. Fühle mich wie das berühmte HB-Männchen. „Greife lieber zur HB“, hieß in den Sechzigern dieser Werbespruch der Zigarettenindustrie, „bevor Du in die Luft gehst“.
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Religiöses Fasten rund um den Globus
Freiwillig auf Essen, Trinken oder bestimmte Gewohnheiten verzichten – viele Menschen tun das mehr aus religiösen Motiven denn aus gesundheitlichen Gründen. Dabei gibt es zwischen den Glaubensgemeinschaften große Unterschiede: Manche schreiben die Regeln des Verzichts genau vor, andere lassen Raum für individuelles Fasten. Allen gemein ist das Ziel, durch Verzicht den Glauben zu vertiefen.
Diese Bildergalerie zeigt, in welchen Religionen wie gefastet wird und woher die Fastentraditionen kommen.

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