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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

300 Meter unter dem Gipfel umgekehrt

Nanga Parbat vom Basislager aus (Archivbild)

Nanga Parbat (vom Diamir-Basislager aus)

Zeigt der Nanga Parbat wieder seine Zähne? Mehr als 20 Winterexpeditionen sind an dem 8125 Meter hohen Berg in Pakistan bereits gescheitert. Neben dem K 2 ist der Nanga Parbat der einzige Achttausender, der noch nicht im Winter bestiegen wurde. Deswegen ist der „Nackte Berg“ seit Jahren in der kalten Jahreszeit ein beliebtes Ziel von Profibergsteigern. Den fünften Winter in Serie versucht sich nun schon der Pole Tomasz, genannt Tomek Mackiewicz am neunthöchsten Berg der Erde. Nachdem er im vergangenen Jahr auf der Südseite des Nanga Parbat (Rupalseite) mit dem deutschen Bergsteiger David Göttler bis zum Mazeno-Grat auf etwa 7200 Metern gekommen war, probiert Tomek es diesmal auf der Nordwestseite (Diamirseite). Heute ist er nach einem Gipfelversuch mit der Französin Elisabeth Revol sicher ins Basislager zurückgekehrt.

Tomasz Mackiewicz

Tomasz Mackiewicz

Die beiden waren auf einer noch unvollendeten Route in der Nordflanke unterwegs, die die beiden Südtiroler Reinhold Messner und Hanspeter Eisendle im Jahr 2000 bis auf eine Höhe von 7500 Metern eröffnet hatten. Mackiewicz und Revol kamen nach eigenen Angaben bis auf eine Höhe von 7800 Metern. Viel fehlte also nicht mehr bis zum Gipfel. Tagelang hatte es keinen Kontakt zu den beiden gegeben. Jetzt ließ der Italiener Daniele Nardi, der sich mit Tomek und Elisabeth das Basislager teilt, via Facebook Entwarnung geben: „Es geht ihnen gut. Tomek hat ein kleines Problem am Bein, weil er in eine Gletscherspalte gefallen ist. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.“

Auch Txikon will auf den Nanga Parbat

Alex Txikon

Alex Txikon

Zwei weitere Expeditionsteams sind auf dem Weg zur Diamir-Seite. Die Iraner Mahmood Hashemi, Reza Bahadorani und Iraj Maani werden am kommenden Wochenende im Basislager erwartet. Dort wird auch Alex Txikon sein Zelt aufschlagen. Nachdem seine  geplante K-2-Winterexpedition mit dem Russen Denis Urubko und dem Polen Adam Bielecki – wie berichtet – abgeblasen werden musste, hat sich der Baske entschlossen, den Nanga Parbat anzugehen. Begleiten werden ihn die beiden pakistanischen Bergsteiger Muhammad Ali  und Muhammad Khan. Beide stammen aus Dörfern in Baltistan: Ali aus Sadpara, Khan aus Machulu. „Sie haben viele hohe Berge im Himalaya bestiegen, sie sind erfahren und stark, und ich bin sicher, dass sie gute Partner sein werden“, schreibt Alex auf seiner Homepage.

Auf der Rupalseite arbeitet sich derweil ein Team aus St. Petersburg in Russland den Berg hinauf. Zuletzt gab es vor fünf Tagen eine Nachricht von Nickolay Totmjanin, Valery Shamalo, Serguey Kondrashkin und Victor Koval. Da hieß es, sie hätten erneut ihr Basislager verlassen, um die Route voranzutreiben.

Datum

19. Januar 2015 | 15:48

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